Per­len der Vor­ent­schei­dung: Schwei­zer Käse, Teil 2

Der Ein­sen­de­schluß für Bewer­bun­gen beim schwei­ze­ri­schen Vor­ent­scheid nähert sich mit Rie­sen­schrit­ten. Zeit, mal wie­der einen Blick auf die dort ein­ge­tru­del­ten Pre­zio­sen zu wer­fen. Und der lohnt sich, denn mitt­ler­wei­le kamen auch schon die ers­ten *hüs­tel* gro­ßen Namen. Pro­mi­nen­tes­te Bewer­be­rin dürf­te wohl die US-ame­ri­ka­ni­sche House-Hel­din Ultra Naté sein, die 1997 mit der auch heu­te bei CSDs noch ger­ne gespiel­ten Hym­ne ‘Free’ einen ech­ten Welt­hit lan­den konn­te. Nach eini­gen klei­ne­ren Fol­ge-Erfol­gen in Groß­bri­tan­ni­en wur­de es in den letz­ten Jah­ren stil­ler um sie. Nun mel­det sie sich via Schweiz mit ‘My Love’ zurück, einem hüb­schen Dance-Smas­her, der als Hin­hö­rer das auch schon von Madon­na für ‘Hung up’ gesam­pel­te Motiv aus Abbas ‘Gim­me Gim­me Gim­me (A Man after Mid­ni­ght)’ nutzt. Toll!

httpv://www.youtube.com/watch?v=wCkpsb2ngwQ
12 Punk­te für’s Make­up: Ultra Naté

Einen wei­te­ren alten Bekann­ten fin­den wir in Peter Ander­sen, der als DQ mit dem Euro­dance­klop­per ‘Dra­ma Queen’ 2007 für Däne­mark beim Grand Prix teil­nahm – dem ein­zi­gen guten Bei­trag unse­res nörd­li­chen Nach­bar­lan­des im neu­en Jahr­tau­send. Er hat­te es bereits letz­tes Jahr mit einer wei­te­ren groß­ar­ti­gen Dance-Num­mer in der Schweiz pro­biert, kam aber nicht ins Fina­le. Doch so schnell gibt eine kampf­erprob­te Drag Queen nicht auf: unter sei­nem bür­ger­li­chen Namen schickt er dies­mal die Bal­la­de ‘Second Chan­ce’ ins Ren­nen. Ob die Schwei­zer ihm die­se gön­nen? ◊ Hof­fent­lich eher als dem Duo Patric Scott + Fabi­en­ne Lou­ves, deren Bei­trag ‘Real Love’ mich ganz stark an einen Euro­vi­si­ons­ti­tel aus jüngs­ter Ver­gan­gen­heit erin­nert. Das Mann-Frau-Kon­zept, die voco­de­ri­sier­ten Stim­men, die ‘Oh-oh’s im Back­ground… wo hab ich das nur schon mal gehört? Kom­men Sie drauf, lie­be Leser?

httpv://www.youtube.com/watch?v=qJs6sDcQSF8
They’re run­ning, they’re sca­red ton­ight: Patric + Fabi­en­ne

Wie es aus­sieht, wenn Girl­groups wie Asth­ma­tic Kit­ten oder die Sugarba­bes sich nach einer fünf­zehn­jäh­ri­gen Baby­pau­se wie­der ver­ei­ni­gen und sich trotz Schwan­ger­schafts­strei­fen in ihre alten Kos­tü­me zwän­gen, demons­triert uns die Schot­tin Kar­la Ber­na­di. Auf der Insel fand sie wohl kei­ne Plat­ten­fir­ma, die das haben woll­te – aber für Kon­ti­nen­tal­eu­ro­pa reicht’s, so das Kal­kül. ‘Never miss a Beat’ ist aber tat­säch­lich kei­ne all zu schlech­te Elek­tro­po­p­num­mer. Ich wäre unbe­dingt dafür, dass die Schweiz das schickt – unter der Bedin­gung, dass Kar­la und ihre Mädels in den Büh­nen­kla­mot­ten aus dem Video auf­tre­ten und auch die­se Cho­reo­gra­fie tan­zen!

httpv://www.youtube.com/watch?v=XBwL7nc78m0
Scheint echt Spaß beim Sin­gen zu haben: Kar­la

Die Fans von Schwei­zer Mund­art wer­den dies­mal eher spär­lich bedient. Immer­hin gibt es mit ‘Moun­tains high’ einen Bei­trag aus dem Dunst­kreis von Fräk­mündt – wenn­gleich es sich dan­kens­wer­ter­wei­se nicht um Cel­tic Rock, son­dern um einen leicht kru­den Mix aus ver­schie­de­nen Dance-Sti­len, mund­art­li­chen Stro­phen und eng­li­schem Refrain han­delt. Wei­te­re Songs, für die man ver­mut­lich Eid­ge­nos­se sein muss, um sie gou­tie­ren zu kön­nen, sind ‘Scha­la­la- d’s Guat­mo­en­sche Lied’ des Män­ner­chors Stei­li Kres­sä (ob das lus­tig ist, ver­mag ich nicht zu beur­tei­len: ich ver­ste­he kein Wort von dem, was sie sin­gen!), die wohl­erzo­gen wir­ken­de schwei­ze­ri­sche Atzen­va­ri­an­te Homies und ‘Par­ty­sa­fa­ri’ oder der Aus­wan­de­r­er­song ‘In the USA von Hans Otto von All­men.

httpv://www.youtube.com/watch?v=WlF4HaMZdOg
DJ Al Pine + Anne Lee: die Nach­fol­ge­rin­nen von Git­ti & Eri­ca

Dem Fass die Kro­ne ins Gesicht schlägt aber, neben dem Cow­boy­stie­fel-Fetisch­vi­deo zum ast­rei­nen, wenn­gleich schlimm geknö­del­ten ‘Coun­try Livin” von Road, der Kroa­te Mari­jo Jure­nic. ‘Stop now’ heißt sein Titel, und da möch­te man ihm umge­hend zustim­men. Ver­mut­lich im Hei­zungs­kel­ler mit einem Mono-Kas­set­ten­re­kor­der Bau­jahr 1987 auf­ge­nom­men, ist die Sound­qua­li­tät aber nicht das drän­gends­te Pro­blem. Eher schon die völ­li­ge Unmu­si­ka­li­tät des Sän­gers. So schnell haben sich mir noch nie die Fuß­nä­gel auf­ge­rollt. Ich habe beim Grand Prix ja schon viel Furcht­ba­res gehört, aber noch nie etwas der­ge­stalt Schlim­mes. Ach Du hei­li­ge Schei­ße!

httpv://www.youtube.com/watch?v=Fla6kntSsjg
Da hat man was Eige­nes: Zap­pel­phil­liph mit schwei­zer Wald-Gab­ba

4 Gedanken zu “Per­len der Vor­ent­schei­dung: Schwei­zer Käse, Teil 2

  1. Mir gefällt ja ‘Never miss a beat’ noch viel bes­ser als ‘My love’, wel­ches ziem­lich nach tra­di­tio­nel­ler Euro­pop-Ware klingt – und damit natür­lich bes­te Chan­cen hat zu einem Fan Favou­rite zu wer­den. Aber ich war ja noch nie Teil des Mas­sen­ge­schmacks. 😆 ‘Stop Now’ könn­te ja ganz annehm­bar sein mit bes­se­rer Pro­duk­ti­on und bes­se­rem Sän­ger, aber Mari­jo schlägt wirk­lich dem Fass den Boden aus.

  2. Dass ‘Moun­tain High’ nach Dunst­kreis Fräk­mündth klingt, ist nach­voll­zieh­bar. Ich könn­te wet­ten, dass Anne Lee iden­tisch ist mit Anne­li, die für Fräk­mündt letz­tes Jahr ‘D’Draachejongfer’ sang. Ich find’ ihre Stim­me toll, muss ich sagen 🙂

  3. Ach, jetzt seh ich’s erst… Auf der ESC-Platt­form des schwei­zer Fern­se­hens ist unter­halb des Vide­os ‘Moun­tain High’ die Home­page von Fräk­mündt ver­linkt – damit ist’s natür­lich eh klar…

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