Jahr: 2012

Alba­ner klau­en jetzt sogar schon ihre Iden­ti­tät! (AL 2013)

Überraschend für die meisten westlichen Zuschauer siegte gestern Abend beim 51. Festivali i Këngës das Duo Adrian Lulgjuraj und Bledar Sejko mit dem Ethnorockstampfer 'Identitet'. Sie setzten sich mit der druckvollen Rockballade im reinen Juryvoting gegen die Exvertreterinnen Anjeza Shahini (2004) und Kejsi Tola (2009) durch, die beide mit stimmlich sauberen Leistungen überzeugten, aber ebenso einschläfernde Lieder performten wie der Rest des albanischen Teilnehmerfeldes. Der Siegersong, obschon auch kein Meisterwerk der Komponierkunst und von sehr begrenzter Eingängigkeit, unterhielt hingegen mit seiner Mischung aus Ethnoklängen, großer Streicherinstrumentierung, nach vorne gehendem Rocksound und einem mit der Zunge gespielten, virtuosen Gitarrensolo. Dieses zentrale Songelement…
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We’­re half the World, defy­ing Gra­vi­ty (UA 2013)

Mit einer Disney-Glee-Gospelballade wird uns, wenn nicht wie so oft in der Ukraine noch ein nachträglicher Skandal einen Songaustausch erzwingen sollte, das Schwarzmeerland in Malmö unterhalten. Mit gigantischer Führung im SMS-Voting und der vollen Punktzahl auch von den Jurys gewann soeben Zlata Ognevich den skurrilerweise Sonntagsmorgens abgehaltenen Vorentscheid. Jawohl, die Zlata, die uns 2011 das wunderbar lustig 'Kukushka' bescherte, in einem von offener Korruption geprägten Voting aber gegen Mika Newton unterlag. Ihr diesjähriger Beitrag 'Gravity' könnte direkt aus einem Disney-Musical stammen und vereint einen starken Gospelchor mit Zlatas makelloser Stimmkraft. In dem hauptsächlich aus dissonantem Gekreische bestehenden Vorentscheid ragte das…
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Live­b­log: Vor­ent­schei­dung der Ukraine

Zu völlig nachtschlafender Stunde beginnt in wenigen Minuten die namenlose Vorentscheidung (auch ohne Kyrillischkenntnisse vermute ich mal, dass Євробачення-2013 einfach nur Eurovision 2013 heißt?) der Ukraine, die in der Vergangenheit ja schon öfters für Skandale gut war. Mal schauen, wie es diesmal läuft. 20 Titel sind am Start, prominentester Name ist Zlata Ognevich ('Kukushka'), auch ein Großmütterchenquintett nach dem Vorbild der Buranovskiye Babushki ist am Start. Die Entscheidung fällt erneut im 50/50 Jury/Televoting-Mix. (Und wer auf die Kommentierung zum gestrigen albanischen FiK wartet: das habe ich noch nicht gesehen und hole es im Laufe des Tages nach). Und los geht…
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My secret Com­bi­na­ti­on: EBU schraubt am Probenplan

Er wird wohl als Reformcontest in die Geschichte eingehen, der Jahrgang 2013. Nach dem Wegfall der Startplatzauslosung und des bestuhlten Innenraums verkürzt das schwedische Fernsehen in Zusammenarbeit mit der EBU nun auch Dauer und Ablauf der Probenwochen. Einen Tag später als gewohnt, am Montag in der Vorwoche zum Finale, geht es künftig los. Damit will man, wie bereits in Baku angekündigt, Kosten für die Delegationen (und die als Journalisten getarnten Hardcorefans) sparen. Nachdem sich in den letzten Jahren zunehmend Delegationen beschwerten, weil Mitschnitte der nur als Kamerastellprobe gedachten ersten Probendurchläufe ins Netz gestellt wurden und in internationalen Fanforen zu teilweise hysterisch…
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Offi­zi­ell: 39 Län­der in Malmö

An sich keine wirklichen News, dennoch von der EBU heute Mittag mit großer Fanfare veröffentlicht: die offizielle Teilnehmerliste des Eurovision Song Contest 2013 in Malmö. 39 Länder (Übersicht in der Seitenleiste rechts) haben zugesagt, das sei die selbe Anzahl wie 2010 in Oslo, als unsere Lena gewann. Aus finanziellen Gründen abgesagt haben, wie bereits berichtet, Portugal, Polen (war 2012 auch schon nicht dabei, aber wieder im Gespräch), die Slowakei und Bosnien. Die gute Nachricht ist, dass das bis zuletzt als Wackelkandidat gehandelte, bekanntlich hart gebeutelte Griechenland dabei ist. "Überrascht" zeigte sich die EBU über den Rückzug der Türkei, die mit dem…
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Unser Song für Mal­mö: Deut­sches Teil­neh­mer­feld ist komplett

Vor wenigen Minuten gab der NDR die zwölfte und letzte Teilnehmerin von Unser Song für Malmö am 14. Februar 2013 bekannt: es handelt sich um die Hamburger Singer-Songwriterin Mia Diekow. "Mia wer?" höre ich Sie jetzt fragen, und da es mir genau so geht, zitiere ich einfach mal die Pressemeldung des Senders. Nach der handelt es sich um eine "Gesamtkunstwerklerin: sie schreibt ihre Songs selbst, produziert sie mit und entwirft auch die Ausstattung ihrer Videos. Ihre Lieder bewegen sich zwischen Soul, Blues, Pop, Elektronika und Jazz. Sie singt auf deutsch: "Ich liebe die deutsche Sprache wegen ihrer Genauigkeit, ihrer auffallend…
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Wer sieht sowas kom­men? Hip-Hop für Montenegro

Nach der Vollpleite mit einem Ralph-Siegel-Machwerk 2009 und sich anschließender dreijähriger Denkpause scheint sich das winzige Balkanland Montenegro auf eine grundsympathische, wie soll ich es charmant umschreiben: Fick-Dich-Alter-Haltung festgelegt zu haben. Irritierte man in Baku schon mit dem genialen Balkanstar Rambo Amadeus undnahm ein niedriges Punkteergebnis sehenden Auges in Kauf, so hat sich das montenegrinische Fernsehen in diesem Jahr vermutlich wiederum bewußt für ein beim Eurovision Song Contest besonders unbeliebtes Musikgenre entschieden: Hip-Hop. Und zwar nicht die cleane Stuttgarter Variante, sondern authentisch Dicke-Hose-Poser-mäßig und frauenfeindlich (einer der Tracks, an denen das Duo Who see?, das Podogrica heuer in Mälmo vertreten soll,…
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Litau­en schickt… etwas (LT 2013)

Es gibt solche Acts, da tue ich mich wirklich schwer damit, sie angemessen zu beschreiben. Man stelle sich vor: der jüngere Bruder von a-ha-Frontmann Morten Harket (die Älteren werden sich erinnern) verkleidet sich mit Frack, Fliege, Zylinder und Schuhen in Krusty-the-Clown-Größe als Party-Conferencier, stellt sich auf die Bühne und blickt abwechselnd verschüchtert, verschmitzt und verloren in die Kameras. Soweit, so kompliziert? Und ich habe noch gar nicht angefangen, zu versuchen, den Song zu schildern! Ein treibender Elektrobeat; ein sphärisch wabernder, rockiger Synthiesoundteppich; eine klassisch-klagende Indiesängerstimme, passables Englisch und praktisch kein erkennbarer Refrain. Dazu tanzen im Bühnenhintergrund ein paar Harlekine auf…
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EBU winkt deut­sche Bei­trä­ge durch

"Es ist gut, der König zu sein", um mal etwas klassischen Mel Brooks zu zitieren. Anders lässt sich die heute gegenüber dem Prinz ESC Blog kommunizierte Entscheidung der EBU, dass die Veröffentlichung von Demoversionen einiger deutscher Vorentscheidungsbeiträge auf Youtube, auch weit vor dem Stichtag 1. September 2012, keinen Regelverstoß darstelle und die Songs daher zum Eurovision Song Contest antreten dürfen, nicht kommentieren. Zum Vergleich: im Falle Weißrusslands genügte 2011 das Singen einer akustischen Fassung vor einer Handvoll von Studenten, um den Beitrag 'Born in Bielorussia' zu disqualifizieren. Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, dass mit dem Status als Big-Five-Land auch eine…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die teu­ren Uhren der Ukraine

An diesem Sonntag findet zu unchristlicher Stunde, nämlich bereits ab 10:30 Uhr, wo jeder normale Mensch noch schläft, die Vorentscheidung der Ukraine statt. Eine logistische Meisterleistung, denn noch bis Samstag werden Bewerbungen entgegengenommen. Dennoch veröffentlichte das ukrainische Fernsehen heute schon mal die Liste mit den 38 bisher aufgeschlagenen Interessenten, von denen man am Vorabend der Sendung 20 vorauswählen will. Einige schon aus früheren Jahren bekannte Größen sind wieder dabei, wie der eher für seinen authentischen Stricherlook als für seine Sangeskünste berühmte Eduard Romanyuta oder der für seinen extravaganten Klamottengeschmack berüchtigte Maxim Novitskyi, der auch für seinen aktuellen Vorentscheidungsbeitrag 'Let's come…
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Gesucht: ein neu­er Name für die Heilsarmee

Nach dem Debakel hinsichtlich der Teilnahme der Schweizer Heilsarmee am Grand Prix unter eben diesem Namen sucht die Organisation gemeinsam mit dem Schweizer Fernsehen nun nach einer "kreativen Lösung" des Problems. Die EBU hatte entschieden, dass die sechs singenden Vertreter der christlichen Freikirche zwar gerne mit ihrem Rockschlager 'You and me' in Malmö auftreten dürfen - jedoch nicht unter dem Namen und in den Uniformen der Evangelikalen. Eine eigentlich für heute angekündigte Entscheidung über einen möglichen Rückzug der Band wurde indes vertagt. Die singenden Missionare zeigten sich angesäuert über das EBU-Diktum: "Die Darbietung ist ein Gesamtpaket mit Song, Kleidung und…
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Schluchz: Bos­ni­en ist end­gül­tig draußen

Traurige Nachricht noch zum Abschluß dieses ereignisreichen Eurovisionstages: mit einem offiziellen Statement zerstörte der bosnische Sender BHRT heute endgültig alle zarten Hoffnungen, das Land könne vielleicht noch vom Rücktritt zurücktreten. Das von RTRS, dem serbischsprachigen Landessender der bosnischen Republika Srpska, abgegebene Angebot auf Kosten- und Liedübernahme lehnte BHRT mit dem Hinweis, dies sei a) zu spät und b) nie offiziell in Sarajevo vorgelegt worden, ab. Was als Begründung ziemlich schwach klingt und eher impliziert, dass es tatsächlich nicht unbedingt ums Geld - der von BHRT offiziell genannte Absagecasus - ging, sondern etwas anderes im Raum steht. Oder aber, dass es bei…
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El Sue­ño de Mor­feo für Spanien

Spanien wird in Malmö durch die Poprockband El Sueño de Morfeo (Morpheus' Traum) vertreten, wie der Sender TVE heute Abend live im Fernsehen bekannt gab. Der Titel wird wie schon letztes Jahr in einer noch nicht genau terminierten Show im Mix aus Televoting und Jury ausgewählt. ESCnation beschreibt den Werdegang der Gruppe sehr schön wie folgt: "Hatten 2005 ihren Durchbruch mit dem dem Nummer-Eins-Hit 'Nunca volverá', das Debutalbum blieb 75 Wochen in den spanischen Charts. Seither folgten drei weitere Alben, jedes ein bisschen weniger erfolgreich als der Vorgänger. Die letzte Veröffentlichung aus 2012, 'Buscamos sonrisas', war die erste, die es…
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Heils­ar­mee muss Name und Out­fit ändern

Das geht ja Schlag auf Schlag heute: einer vor wenigen Minuten veröffentlichten Pressemitteilung des Schweizer Fernsehens ist zu entnehmen, dass nach offizieller Nachfrage des Senders bei der EBU hinsichtlich der zahlreich geäußerten Bedenken gegen den Schweizer Act von dortiger Seite die Entscheidung getroffen wurde, dass der Song zwar nicht zu beanstanden sei, die Band aber nicht unter dem Namen und in den Uniformen der kirchlichen Organisation Heilsarmee antreten darf. Das Schweizer Fernsehen weiter: "Die Heilsarmee will morgen entscheiden, ob sie unter diesen Umständen an der Teilnahme am Eurovision Song Contest 2013 in Malmö festhält". Ob andernfalls automatisch die Zweitplatzierten (und meine…
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Unser Song für Mal­mö mit Cas­ca­da und den Söh­nen Mannheims

Heute früh gab der NDR elf der zwölf Teilnehmer der deutschen Vorentscheidung Unser Song für Malmö am 14. Februar 2013 sowie deren Beiträge bekannt. Prominenteste Partizipanten sind zweifellos die Söhne Mannheims, die allerdings (dankenswerterweise) ohne ihr berühmtestes Mitglied Xavier Naidoo antreten. An seiner Stelle wird der frühere H-Blockx-Frontmann Henning Wehland, auch schon länger Teil der Combo, der baden-württembergischen Musikkommune vorstehen. Der deutsche Danceact Cascada gehört im Gegensatz zu den Mannheimern mit bislang 30 Millionen (!) verkaufter Tonträger und Top-Ten-Hits in den USA sowie ganz Europa gar zur Riege der weltweit etablierten Topseller und ist - nicht untypisch für deutsche Tanzmusikanbieter -…
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Rober­to Bel­la­ro­s­as töd­li­che Lie­be zum Jau­len (BE 2013)

Dreieinhalb Stunden für drei Titel: die Wallonen wissen, wie man etwas in die Länge zieht! In einer scheinbar endlosen, mit schrecklichster Eurovisionskaraoke durchsetzten Radioshow suchten die Landsleute des siebzehnjährigen Haarmoppträgers aus drei mehr oder minder gleich schlechten Angeboten den von Roberto Bellarosa nach eigener Aussage auch selbst präferierten Titel 'Love kills' heraus. Der radiofreundliche Midtempopopsong wäre an sich auch gar nicht so übel, wenn der Castingshowsieger ihn nicht mit einem so deutlich vernehmbaren französischen Akzent sänge. Und wenn er bei den hohen Stimmpassagen - vor allem nach der wohl erst in letzter Sekunde eingefügten Rückung - nicht dergestalt jaulen würde…
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Durch­marsch der Homo-Has­ser: die Heils­ar­mee fährt nach Mal­mö (CH 2013)

Als Favoriten gingen sie ins Rennen, und tatsächlich siegten sie mit 37,5% der Anrufe deutlich: die sechs singenden Vertreter/innen der schweizerischen Heilsarmee gewannen soeben mit ihrem Rockschlager 'You and me' bei der Großen Entscheidungsshow das Ticket nach Malmö. Die generationsübergreifende Kappelle, deren ältester Teilnehmer stolze 94 Jahre vorweisen kann und damit den aktuellen Rekord der russischen Babushki in den Schatten stellt, überzeugte trotz eines eher lahmen Auftritts wohl nicht zuletzt aufgrund der Schnuckelpunkte für den leicht an Prinz Harry erinnernden Leadsänger Christoph Jakob sowie für Jonas Gygax, das David-Beckham-Double an der Rockgitarre. Sehr enttäuschend: von der Jury-Vorsitzenden Hella von Sinnen, einstige deutsche…
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Live­b­log: Die gro­ße Entscheidungsshow

Heute Abend will die Schweiz ihren Beitrag für Malmö finden. Neun Kandidaten stehen bereit. Und es geht los! Sven Ephipany begrüßt uns in dieser lustigen Sprache, von der ich beim besten Willen nur jedes vierte Wort verstehe. Und wieviel hat die deutsche Elektrokette Saturn eigentlich ans Schweizer Fernsehen gezahlt (oder umgekehrt), damit die deren CI-Schrifttype für ihre Vorentscheidung nehmen? Vorstellung der fünfköpfigen, nicht stimmberechtigten, internationalen Jury: lauter Schweizer/innen mit doppelter Staatsbürgerschaft mit italienischem, türkischem, schwedischem und serbischem Migrationshintergrund. Mal abgesehen davon, dass Jurys grundsätzlich böse sind: schöne Idee! Natürlich muss der türkischstämmige Juror zum Rückzug der Türkei beim ESC Stellung…
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Aus­stiegs­se­rie geht wei­ter: Good­bye, Türkei

Die Hiobsbotschaften reißen nicht ab heute: wenige Stunden nach Bosnien verkündete nun auch die Türkei, dass sie 2013 in Malmö nicht dabei sein werde. Diese Entscheidung sei heute im Sender gefallen, wie TRT auf seiner Website verkündete. Als Grund für den temporären Ausstieg führte man die Unfairness des Big-Five-Statuses sowie die kürzlichen Regeländerungen ins Felde, wobei unklar ist, ob sich das nur auf den Wegfall der Startplatzauslosung bezieht oder auch auf die Wiedereinführung der Jurys, welche seither die Türkei Jahr für Jahr deutlich nach unten voten - was ja, als Ausgleich zum Diasporavoting, von dem das Bospurusland bei der Telefonabstimmung überdurchschnittlich…
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Bos­ni­en: über­nimmt der Sen­der des ser­bi­schen Teils?

Gibt es doch noch Hoffnung auf eine bosnische Teilnahme? Nur wenige Stunden nach der Mitteilung des bosnischen Senders BHRT, dass das Land aus finanziellen Gründen nicht in Malmö dabei sein werde, meldete nach einem Bericht von escxtra der Landessender der Republika Srpska, RTRS, sein Interesse an der Übernahme des bosnischen Beitrags an. Der Sender der serbischen Teilrepublik nannte dem Bericht zufolge den Rückzug des Landes eine "Schande" und kommentierte, die Gebührenzahler könnten für ihre Gelder eine Teilnahme am ESC erwarten. Man sei bereit, die Verantwortung für den bosnischen Beitrag mitsamt aller finanziellen Verpflichtungen zu übernehmen. RTRS-Intendantin Dragana Davidović ergänzte, man wolle…
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Sva bol svi­je­ta: Bos­ni­en bleibt 2013 draußen

Jetzt erfordert die europäische Finanzkrise das erste wirklich schmerzhafte Opfer: wie esctoday.com heute berichtete, wird mein Lieblings-ESC-Balkanland aus pekuniären Gründen nicht am Eurovision Song Contest 2013 in Malmö teilnehmen. Diese Entscheidung sei gestern auf einer Krisensitzung des in finanziellen Nöten steckenden Senders gefallen. Man hoffe aber, 2014 wieder mitmachen zu können, sollte sich die Lage bis dahin gebessert haben. Anders als bei bisherigen Aussteigern Polen, Portugal und der Slowakei, die in der Vergangenheit wenig bis gar nichts musikalisch Substanzielles zum Wettbewerb beizusteuern hatten, trifft mich die Absage von Bosnien, die seit ihrem Einstieg 1993 fast immer einen originellen (im Sinne…
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Est­land: it’s all com­ing back to me now

Heute stellte das estnische Fernsehen ERR die zwanzig Songs und Interpreten der auf zwei Semis (16. und 23. Februar) und ein Finale (2. März) aufgeteilten Vorentscheidung Eesti Laul vor. Etliche Rückkehrer gilt es zu begrüßen: neben dem mittlerweile schon notorischen Rolf Roosalu, der letztjährigen Zweiten Liis Lemsalu, die diesmal mit dem vielversprechenden Titel 'Uhhuu' antritt, Jaan 'Orelipoiss' Pehk (als ein Drittel des Dicke-Onkels-Trio Kõrsikud), Rosanna Lints, Stig Rästa, Fred Krieger und Birgit Õigemeel sind auch die Dance-Helden Teele Viira wieder am Start, deren Kracher 'Ring the Alarm' aus meiner unmaßgeblichen Sicht schon mal den Preis für das beste Musikvideo des Jahres…
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Öster­reich: They got 5 on it

Heute stellte der ORF die fünf Acts für die österreichische Vorentscheidung am 15. Februar vor. Nach der Totalpleite (letzter Platz im Semi) mit den meiner Meinung nach großartigen, aber mit einem dann vielleicht doch eher lokalen Flair behafteten Trackshittaz scheint man heuer mehr Wert auf internationale Anschlussfähigkeit zu legen. So lebt und arbeitet die 31jährige, in Wien geborene Soulsängerin Daniela Bauer alias Yela nach einem Musikstudium in Boston derzeit in New York (was noch das Interessanteste ist, was sich über sie erzählen lässt). Umgekehrt verhält es sich mit dem erst 18jährigen RnB-Küken Natália Kelly: sie wurde in den USA geboren,…
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Bela­rus: You smell Lans­ka­ya, again

Wie bereits im Vorjahr gewann Alyona (andere Schreibung: Alena) Lanskaya erneut das gerade zuende gegangene Eurofest, die Eurovisionsvorentscheidung Weißrusslands. Nun bleibt die spannende Frage, ob wir sie denn auch in Malmö sehen werden: kurz nach ihrem letztjährigen Sieg disqualifizierte man sie wegen angeblicher Manipulationen beim Televoting. Und auch diesmal fiel ihr Vorsprung mit guten zehntausend Stimmen gegenüber knappen viertausend der zweitplatzierten Elektroband Nuteki verdächtig hoch aus. Allerdings kassierte die in einem roten Dress auftretende und sich zu den stampfenden Discobeats ihres Beitrags 'Rhythm of Love' lasziv auf einer olasaloesken Drehscheibe räkelnde Alena auch die Höchstwertung der Jury. Und zu Recht:…
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