Unser Star für Baku: die Blitztabelle!

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Star: die Blitztabelle

Was sagt uns das über eine Castingshow, wenn der eigentliche Star des Abends keiner der singenden Teilnehmer ist, sondern das Votingverfahren? In der ersten Ausgabe der Raab’schen Vorauswahl stand die „Blitztabelle“ im Vordergrund, auf der während der gesamten Sendung die aktuellen Prozentpunkte der Kandidaten eingeblendet wurden. Am Ende lagen sechs der zehn Kombattanten gleichauf – aber nur fünf konnten weiterkommen. Das führte zum Anrufkrieg: sekündlich rutschten sicher geglaubte Favoriten auf den „Arschplatz“ (und wieder nach oben). Ich hasse es ja, es zuzugeben: aber das war spannend! Gegen meinen festen Vorsatz sah ich mich sogar genötigt, SMSe für Shelly Phillips und Roman Lob zu senden. Was lernten wir noch heute abend?

  1. Thomas D. konnte noch so famose Reime und wohl gewählte Worte absetzen und noch so oft seinen Präsidentenstatus betonen: Stefan Raab dominierte die Show. Unser Star für Baku ist weiterhin ganz alleine seine Sendung. Das Alphaübermännchen in der Jury zu belassen, war keine gute Idee.
  2. Glatzen können auch an Frauen sexy aussehen – die Kombination Jogginghose mit Pumps aber nicht!
  3. Steven Gätjen und diese Frau vom Radio verrichteten einen ordentlichen Moderationsjob. Trotzdem mochte man ihnen unentwegt in ihre unsympathischen bis beängstigenden Hackfressen hauen. Ich zumindest. Komm zurück, Sabine Heinrich, alles ist vergeben!
  4. Wie vorhergesehen, ist das neue Votingverfahren besonders fies zu den Verlierern: die drei (übrigens zu Recht) Letztplatzierten wurden mit FDP-Ergebnissen marginalisiert, weil sich ab einem bestimmten Zeitpunkt alles nur noch auf den Kampf um Platz 5 konzentrierte. Sehr schöner Moment daher, als Jil Rock, unrettbar mit 50% Abstand auf Platz 7 liegend, im Greenroom ganz entspannt per Handy ihren Facebook-Account checkte, während Sandra Rieß ihr sinnlose Fragen stellte.
  5. Die Jury folgte dieser Zuspitzung: die Kritik an den dann auch Rausgewählten fiel sehr viel deutlicher aus als in den Kuschelkursrunden von Unser Star für Oslo. Und sie richtete sich auch nur an diejenigen, die nach ihrem Auftritt nicht unter den Top 5 lagen. Aber auch das Lob intensivierte sich. Okay, natürlich sieht Roman Lob extrem niedlich aus (und ich hoffe, wir sehen noch mehr von dem Tattoo!), schaut mit mich schmelzen lassenden Rehäuglein in die Kamera und kann auch hervorragend singen. Aber ihn zu feiern, als habe er gerade das Heilmittel gegen Krebs entdeckt, fand ich dann doch ein klein wenig übertrieben.

Und jetzt bin ich mal gespannt auf die nächste Ausgabe!

9 Gedanken zu “Unser Star für Baku: die Blitztabelle!

  1. Naja, die Leute, die Auf den Plätzen 7-10 gelandet sind, waren auch zu Recht da. Ich für meinen Teil hätte lieber den Kai statt dieser nervtötenden Pseudo-Lena Leonie weiterkommen lassen.

    Aber ich befürchte ja, dass diese Blitztabelle sich in Zukunft auch noch bei anderen Formaten durchsetzen wird. Denn es ist ein ganz vorzügliches Instrument, um die Leute wieder und immer wieder anrufen zu lassen. Und wenn sie dann auch noch während der Werbung eingeblendet bleibt, hält das die Leute auch vom Wegzappen ab.
    Die aufblinkenden Eurozeichen in den Augen der Produzenten kann ich schon regelrecht sehen.

    Mit Demokratie oder irgendeiner represäntativen Aussagekraft hat das natürlich nicht mehr das geringste zu tun.

  2. Ich habe das Eurozeichen bei Herrn Raab schon gesehen – nein, das er immer noch dabei ist – finde ich höchst unpassend … und die Blitz-Tabelle – puuuh, das war sehr anstrengend und es ist meiner Meinung nach bei USFB kein Unterschied zu allen „herkömmlichen “ Casting-Shows erkennbar – weder was das Niedermachen, das Rum-„Gegeile“ noch das Nach-Singen angeht. Und selbstverständlich fehlt der Bezug zum ESC weiterhin, außer das sich Lena-Doubles in Gewand, Frisur und Nuschelstimme tummelten. Ich werde es vielleicht dosiert weiterschauen, aber bestimmt nicht mit Freuden.

  3. Kann mich nur anschließen. Kai statt Leonie wäre besser gewesen. Ich war beim Anrufen für Kai wohl doch zu geizig. Aber Pro Sieben ist da ja auch arschteuer, ich freue mich in dieser Hinsicht schon auf die Shows in der ARD.

    Trotzdem schon merkwürdig, dass das Konzept der Blitztabelle gleich in der ersten Show schon auf so spektakuläre Weise funktionierte. Ich meine, wie groß ist eigentlich die Chance, dass ausgerechnet 6 Kandidaten sich so gut präsentieren, dass es zwischen ihnen zu einem Hauen und Stechen kommt? Das lässt sich jetzt nur noch schwerlich toppen.

  4. Das Positive zuerst:
    Jemand kann (in diesem Fall aus Gründen, die sich mir nicht erschließen, aber egal) im Vorab-Sympathie-Voting durchrasseln, dann aber mit Leistung überzeugen und weiterkommen.

    Das (aus meiner Sicht) Negative:
    Die meisten Jungs klingen absolut gleich weichspülerartig, so wie man das vermutlich von allen Casting-Shows her kennt. Vor zwei Jahren waren Leon und Dursti die äußerst erfrischenden Ausreißer. Der eine einzige, der gestern aber durchaus herausstach, der flog raus.

    Was mich überraschte:
    Im späten Verlauf der Sendung tobte in der Tat der Anruferkrieg, und sekündlich wurde das Klassement durcheinander geworfen. Das ist noch nicht das, was mich überraschte.
    Schien Roman zunächst sicher durch zu sein, waren gegen Ende plötzlich Platz 1 bis 6 fast gleichauf von den Prozentpunkten her. Auch hier bin ich noch nicht allzu überrascht.
    Aber dann…
    Es ist doch rein mathematisch so: Je mehr Stimmen insgesamt abgegeben werden, desto mehr Stimmen Vorsprung insgesamt braucht man logischerweise, um ein Prozentpunkt Vorsprung zu haben. Dann ist es doch bemerkenswert, wenn am Schluss Platz 1 einen ganzen Prozentpunkt Vorsprung vor Platz 6 hat, wenn ganz kurz zuvor Platz 1 bis 6 noch fast gleichauf waren.
    Versteht mich nicht falsch, ich will hier echt keine wilden Verschwörungstheorien aufstellen. Aber genau das war es, was mich überrascht hat.

    Zur Blitztabelle:
    Ja, sich macht die Sache sicherlich spannender. Aber macht sie die Sache wirklich ehrlicher und transparenter?

    Retrospektiv:
    Acht von zehn Kandidaten fand ich durchaus gut gestern. Aber wenn ich mich an USFO vor zwei Jahren erinnere, da fallen mir auf Anhieb sieben Leute ein, die ich jedem, den ich gestern gesehen habe, locker den Vorzug geben würde. In punkto Ausstrahlung habe ich viel vermisst, auch wenn ich wahrscheinlich in der Minderheit bin, wenn ich sage, auch Shelley hat mich nicht wirklich angesprochen.

    Leonie:
    Gehört zwar nicht zu meinen Favorites, aber ich finde es unfair, sie eine Pseudo-Lena zu nennen. Sie mag ein wenig crazy sein, aber Lena hat kein Monopol auf Crazyness, nur weil sie zuerst da war.

  5. Zumindest von meiner Seite aus ist nicht das Monopol auf Crazyness das Problem, sondern eher, dass es beim ESC selten von Erfolg gekrönt ist, die Gewinner der letzten Jahre zu kopieren. Da braucht es immer aufs Neue etwas Frisches, etwas Anderes. Ich denke auch, dass Duette es in Baku jetzt schwerer haben haben, wenn sie nichts anderes außergewöhnliches bieten.

  6. Ich hätte wirklich nicht gewusst, wer von den ersten 6 am besten hätte gehen sollen. Persönlich ist Leonie bislang mein Favorit (nein, sie erinnert mich in keiner Weise an Lena, eher an Regina Spector), aber Kai war ebenfalls wirklich gut. Dass es gerade 6 ziemlich gleich gute Kandidaten gab (bereits die siebte und achte fielen dagegen deutlich ab, die letzten beiden fand (offenbar nicht nur) ich einfach undiskutabel), wundert mich natürlich auch. Das gab dem Ganzen einerseits natürlich Spannung, aber angesichts der Fluktuationen bis in die letzten Minuten (wobei es mich schon wundert, wieso die Frequenz nicht abnahm. Das würde ja bedeuten, dass immer mehr leute angerufen haben. Aber auch das kann natürlich sein) war der tatsächliche Ausgang dann Zufall (nämlich wann genau der Schlusspfiff kam). Wird sich finanziell natürlich auswirken (habe mich selbst auch korrumpieren lassen, öfter anzurufen als gewöhnlich). Aber wirklich misstrauisch werde ich wohl erst, wenn das jetzt jedes mal so ausgehen sollte…
    Übrigens: ist sonst noch jemandem aufgefallen, dass während der Werbepause die Blitztabelle an allen Positionen Nullen hinter dem Komma hatte? Das kann doch wohl kein Zufall sein, haben sie da die erste Stelle hinterv dem Komma unterdrückt?
    Mir wäre es auf jeden fall lieber ohne die blöde Blitztabelle. Mindestens in der Schlussphase sollte es keine Anzeige mehr geben. Oder — noch besser — jeder nur einen Anruf, aber damit lässt sich ja kein Geld machen.

  7. Nein, es heißt nicht, dass immer mehr Leute angerufen haben, sondern, dass die selben Leute immer wieder angerufen haben, nämlich immer zu dem Zeitpunkt, wo ihr Favorit gerade auf Platz 6 stand. Für denjenigen, der auf Platz 1 steht, muss man ja nicht anrufen…

    Das ist ja das Perfide an diesem System, und ich bin mir ziemlich sicher, dass das jetzt jedes mal genau so ablaufen wird.

  8. Was die Perfidität des Systems betrifft, sind wir uns völlig einig.
    Aber was die „immer mehr Leute“ betrifft: besser formuliert müsste es natürlich heißen „immer mehr Anrufe“ (können natürlich von den gleichen leuten sein). Danit meine ich, wie auch von jemand anderem bereits vermerkt, dass bei steugender Gesamtstimmenzahl für den gleichen prozentualen Vorsprung immer mehr Stimmen nötig sind, also die Anruffrequenz gegen Ende markant zugenommen haben muss.

  9. Puh, nun, Kandidatin möchte ich da nach wie vor nicht sein. Eine solche Nervenschlacht bis zu sieben Mal auszuhalten ist schon nicht ohne. Und ja, auch ich hätte lieber Kai statt Leonie weitergehabt, der Rest des Ergebnisses geht schon in Ordnung. Übrigens dürfte Kai sein Ausscheiden allein der Jury zu verdanken haben, die ja am Schluss in den letzten Abstimmungsminuten nicht müde wurde, ihre Favoriten immer wieder nach vorne zu pushen – Kai war leider nicht dabei (Katja, wenn ich mich recht erinnere, übrigens auch nicht). Ansonsten war das Gebotene durchaus nett, aber der Überflieger war aus meiner Sicht noch nicht dabei, nein, auch Roman nicht, da kann er noch so in den Himmel gelobt werden. Die Tendenz zur Überfliegerin seh ich dann schon eher bei Shelly, aber  eben nur die Tendenz.
    Insgesamt war mein Eindruck damals nach USFO deutlich besser als dieses Jahr. Und der Oberknaller kam, wie könnte es anders sein, vom heimlichen Mr. President, als er sich bei Thomas D. für dessen Hilfe bedankte und dieser dann meinte „Moment, du hilfst doch mir!“
    Und Olli: In einem Punkt möchte ich Dir mal ganz klar widersprechen: Frauen mit Glatzen sehen scheiße aus. Immer. Außer sie sind jünger als ein Jahr, aber das ist ja hier nicht der Fall…

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