Der ESC bringt den Menschen keine Freude!

Sonntag Abend lief im Kulturmagazin ttt der ARD ein Bericht über Baku und die dortigen Vorbereitungen auf den Eurovision Song Contest. Mit dem Schwerpunkt auf den Menschenrechtsverletzungen des diktatorisch herrschenden Aliyew-Clans und dem illegalen Abriß noch bewohnter Häuser zum Zwecke des Neubaus der Baku Crystal Hall. Zu Wort kommt unter anderem die aserbaidschanische Menschenrechtlerin Leyla Yunus, die selbst im Zuge der Bauarbeiten ihr Haus verlor und die sagt, der ESC bringe „den Menschen in Aserbaidschan keine Freude“. Sie appelliert an die anreisenden Besucher, sich vorher über die politische Lage im Land des Feuers zu informieren und vor Ort mit Einheimischen zu sprechen. Keine schlechte Idee! Wer sich für das Thema interessiert, dem sei auch noch mal dieser Artikel und die dort verlinkten Videos empfohlen.

httpv://youtu.be/shkaPd6JG2E
TTT: Baku kurz vor dem Song Contest

6 Gedanken zu “Der ESC bringt den Menschen keine Freude!

  1. Mal aus Neugier in den Raum gestellt: das ist doch nicht das erste Mal, dass der ESC in einem autoritär regierten Land stattfindet. Sind eigentlich über Madrid 1969 oder Zagreb 1990 damals ähnliche Dinge geschrieben und gesagt worden? Wäre interessant, da mal einen Vergleich zu haben.

    Ansonsten stimme ich dem Hausherrn und Frau Yunus hier zu: Man kann sich heutzutage relativ problemlos über die Zustände in fast allen Gegenden der Welt informieren; Aserbaidschan ist schließlich nicht so abgeschottet wie Nordkorea. Auch als Konsumenten eines „harmlosen Musikfestivals“ muss man sich nicht von den glitzernden Fassaden blenden lassen.

  2. 1969 war ich erst zwei Jahre alt, kann ich also nix zu sagen. Immerhin Österreich boykottierte ja damals die Veranstaltung in Madrid – auch aus politischen Gründen.  1990 war Jugoslawien als Austragungsort meiner Erinnerung nach aber kein Thema: erstens hatten wir mit der Wiedervereinigung selbst genug um die Ohren, zweitens hatte der ESC damals Einschaltquoten im kaum noch messbaren Bereich. Die Medien interessierten sich dementsprechend nicht die Bohne für den Grand Prix. Und die verbliebenen Fans waren eher bange, ob ein Ostblockland die Organisation geregelt kriegt…

  3. Eigentlich ein Glücksfall, dass Österreich in dem Jahr boykottiert hat, sonst hätten wir wohl kaum 4 Sieger gehabt.

  4. Nur so, dass das Endergebnis mit einem zusätzlichen Land und dementsprechend anderer Punkteverteilung weniger kurios und denkwürdig ausgefallen wäre.

Oder was denkst Du?