Sounds of… my Ass (HU 2012)

Erge­ben dem Mot­to “Weni­ger Demo­kra­tie wagen” sei­ner aktu­el­len Staats­re­gie­rung fol­gend, ent­schied sich das unga­ri­sche Fern­se­hen für eine Bela­rus­si­fi­zie­rung der dor­ti­gen Vor­ent­schei­dung. In den bei­den vor­aus­ge­gan­ge­nen Semis bestimm­te eine vier­köp­fi­ge Jury unter Mit­wir­kung der Vor­jah­res­ver­tre­te­rin Kati Wolf und, wenn ich das rich­tig ver­stan­den habe, des Inten­dan­ten des unga­ri­schen Staats­sen­ders, jeweils drei Fina­lis­ten, die Tele­vo­ter einen vier­ten. Ges­tern Abend dreh­te man den Spieß um: nun durf­ten die Tele­vo­ter vor­sor­tie­ren und sich für ihre vier Lieb­lings­ac­ts ent­schei­den, aus denen dann die Jury allei­ne den Sie­ger bestimm­te. Lan­ger Rede kur­zer Sinn: nach Baku fährt der Micha­lis-Rak­int­zis-Gedächt­ni­sact Com­pact Dis­co mit dem Die-Borgs-schän­den-Depe­che-Mode-Gedächt­nis­song ‘Sound of our Hearts’. Eine kniff­li­ge Wahl.

httpv://youtu.be/grZEOkVl81w
Give da Pass­wörd: Com­pact Dis­co

Nun ist der Song ja gar nicht schlecht. Im Gegen­teil: er ver­fügt über einen gut gemach­ten, ein­präg­sa­men Refrain und eine ange­neh­me, unauf­dring­li­che Instru­men­tie­rung. Wäre da nur nicht die­ser furcht­ba­re Front­mann in sei­ner schlim­men Faschings­le­der­ja­cke, dem sowohl Cha­ris­ma als auch stimm­li­che Bega­bung glei­cher­ma­ßen abge­hen und der damit sämt­li­che Chan­cen auf einen Final­ein­zug in Baku gründ­lich rui­niert. Denn im Gegen­satz zu Kati Wolfs Spit­zen-Dis­co­schla­ger ‘What about my Dreams’, der aus sich her­aus stark genug war, ihre mise­ra­blen Gesangs­leis­tun­gen und die pein­li­che Büh­nen­show zu über­de­cken, trägt ‘Sound of our Hearts’ die­se Last nicht. Ungarn sei also ange­ra­ten, dem geor­gi­schen Bei­spiel zu fol­gen und rasch noch den Lead­sän­ger von Com­pact Dis­co gegen einen geeig­ne­te­ren Kan­di­da­ten aus­zu­tau­schen. Einen, der nicht wirkt, als röche er aus dem Mund. Soll­te das am Wider­stand der Band schei­tern, so sei emp­foh­len, wenigs­tens die Kame­ra so oft wie mög­lich von ihm fern­zu­hal­ten. Es gibt ja noch ande­re Band­mit­glie­der, die alle­samt sym­pa­thi­scher und siche­rer wir­ken und die man statt­des­sen zei­gen kann…

Soll­ten Com­pact Dis­co ihren Lead­sän­ger aus­tau­schen?

  • Wozu die Mühe? Die­se Gur­ke kann kei­ner mehr ret­ten. (43%, 15 Votes)
  • Bloß nicht. Die Band ist klas­se so, wie sie ist. (31%, 11 Votes)
  • Unbe­dingt. Mit einem fähi­gen Front­mann kann es der Song weit brin­gen. (26%, 9 Votes)

Total Voters: 35

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5 Gedanken zu “Sounds of… my Ass (HU 2012)

  1. Das Lied und die Grup­pe sind super! Nur weil eine Schwuch­tel evtl. schlech­te Erfah­run­gen mit einem Kerl die­ser Art gemacht hat, muß man bestimmt die­sen Bei­trag nicht der­ar­tig ins Klo beför­dern!  

  2. Ich seh schon, Takt­ge­fühl ist nicht dei­ne Stär­ke. Hät­te man auch ein biss­chen kon­struk­ti­ver aus­drü­cken kön­nen.

  3. Ich weiß nicht, ob das eine gute Wahl wahr.

    Es han­delt sich um einen Song, den ich im Radio nicht weg­schal­ten wür­de. Aber ob sich genug Leu­te fin­den dafür anzu­ru­fen? Ich glau­be nicht. Dazu, da muss ich Oli­ver recht geben, fehlt dem Gan­zen doch etwas Cha­ris­ma.

  4. Front­mann hin oder her, ich fin­de den Bei­trag ins­ge­samt ziem­lich nichts­sa­gend. Wo es doch durch­aus bes­se­res gege­ben hät­te (per­sön­lich fand ich den Song sogar am aller­schlech­tes­ten von allen 20, aber so geht es mir lei­der öfter).
    Mit Abstand am bes­ten fand ich eigent­lich die wun­der­ba­re Tóth Gabi, die aller­dings durch ihren Wech­sel von tol­lem Unga­risch zu mie­sem Eng­lisch im Fina­le ziem­lich ein­ge­büßt hat. Scha­de.

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