USFB: A Million in 1 – 2 – 3

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Star: die Blitztabelle

Seines erlernten Berufs wegen nennt man Stefan Raab ja gerne mal den Metzger. Dabei wäre Melker die viel passendere Berufsbezeichnung. Ich kann ihn nur aufrichtig dafür bewundern, wie er es schafft, selbst die untauglichsten und ausgelutschtesten Ideen gnadenlos auszumelken und damit Geld wie Heu zu scheffeln. Die von ihm in der Slowakei geklaute und ins deutsche Castingshowunwesen eingeführte Blitztabelle produziert die langweiligste und vorhersehbarste Staffel seit Menschengedenken, bei der eigentlich schon von der ersten Sendung an, allerspätestens aber seit heute für jeden klar erkennbar feststeht, welche beiden Kandidaten ins Finale einziehen werden (nämlich Rehauge Roman  Meier-Landlob und Wuchtbrumme Yanafer Gerke-Braun) und welche lediglich als Kanonenfutter dienen (nämlich alle anderen)? Egal, führen wir einfach noch sechs jeweils einminütige Extravotings um die Plätze für die nächste Vorrunde ein, um in der heißen Abstimmphase extralange abkassieren zu können.

Auch, wenn sich dabei die ursprüngliche Reihenfolge nur bestätigt und lediglich beim Kampf um den Arschplatz mal für 20 Sekunden so etwas wie gelinde Spannung aufkommt. Was allerdings auch nicht ausreicht, um die zweieinhalbstündige vorausgegangene Aufhäufung von seichten Liedlein, breiiger Livemusik (kann mal jemand die Heavytones und ihren unerträglich selbstverliebten Bandleader erschießen bitte?) und nicht enden wollender Lobhudelei vergessen zu machen. Auch Moderator Steven Gätjen, im Normalzustand schon nicht der Hellste oder Schnellste, scheint mittlerweile komplett vom valiumdurchtränkten Mehltau der Sendung infiziert zu sein – im Vergleich zu ihm ginge gar ein Heiner Bremer als Ausbund an Jugendlichkeit und Frische durch. Von der ARD-Frau mit dem Radiogesicht erst gar nicht anzufangen, gegen deren Green-Room-Smalltalk selbst eine Kader Loth noch intellektuell wirkte. Ganz ehrlich: gegen diese Sendung heute Abend waren ja sogar die siegelverseuchten Vorentscheidungsdesaster der Achtzigerjahre noch besser. Da tat man wenigstens nicht noch so, als mache mal eine poprelevante Show.

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Ihre Brillanz wird Sandra Rieß nie erreichen: Kader Loth

5 Gedanken zu “USFB: A Million in 1 – 2 – 3

  1. Leider gefällt mir der Vorentscheid in diesem Jahr überhaupt nicht. Von der Tabelle bis zur Jury, alles nur belanglos. Alles wird als neu und toll angepriesen. Ich kann es nicht mehr hören. Keine Kritik an den Teilnehmern, keine Kritik an den Songs, diese ständige sichtbare Tabelle. Ich habe mich gestern entschieden nicht anzurufen. Grausam der Auftritt von Sebastian, so viel Langeweile möchte ich nicht in Baku sehen und auch Umut nicht, der sicherlich sehr sympathisch rüberkommt, aber einfach auf einer großen Bühne nicht standhalten kann mit der Mäusestimme, die dann auch noch oft schlecht gesungen wird. Ich bin auch kein Fan von Katja, hört sich auch alles gleich an. Ornella finde ich hat die ausgeprägteste Stimme und Bühnenpräsens, Roman gefällt mir auch. Die beiden anderen Mädels sind ok und ich warte ab, was da am Montag noch k ommen wird. Die Jury, auch Thomas D gehen mir tierisch auf den Sack. Solche albernen Lobhudeleien auf miese Darbietungen sind schon harter Tobak

  2. Wenn Stefan Raab sowas vor zwei Jahren abgeliefert hätte, hätte es keine zweite Staffel gegeben. Das Schlimmste für mich war dieses entsätzliche Gelabere der „Jury“, da musste ich jedesmal den Ton abschalten. Aber trotz Lotterie-Blitztabelle hat es wohl die richtigen zwei getroffen.

  3. Großartig, danke sehr geehrter Herr Blogger – genauso ist es mir gestern auch gegangen – und zum Schluss ist dann nicht nur die Blitztabelle, sondern auch mein Gesicht eingefroren – ich hatte mir den Sanges- und Laberabend angetan und habe mich tatsächlich (ja, schadenfroh) in doppelter Hinsicht auf das Ende „gefreut“ – wen es wohl dieses Mal rauskegelt? Und dann… hui… wie spannend, so ein Geld-Mach-Quatsch – und wenn ich Sebastian gewesen wäre, ich wäre mit meinem 6 % direkt von der Bühne gegangen, als Frau Ja-was-ich-denn-wie-die-heißt in in der letzten Frost-Minute auch noch als Konkurrent nennt…. puuuh… und dann dieses Green-horn-Gequassele im Green-room…. 
    Und ja, lieber Blogger – Lobhudelei – bekommt durch USFB eine neue Bedeutung. 🙂

    Ich will nicht nur den EWG-Würfel sondern auch eine normale VE mit einem Minimum an ESC-Bezug zurück – etwas, wo ich tatsächlich mitfiebern kann und mich dann auch dazu hinreisse, anzurufen. 

  4. Was ist denn dir über die Leber gelaufen, Herr Blogger. Letztes mal hast du kritisiert, das die Blitztabelle der Willkür tür und tor öffnet. Jetzt hat man geändert, in dem man für jede Platzierung ein Countdown einführt. Jetzt ist es auch nicht recht, ja was denn nun? Auch an deiner wenig objektiven Rumnörgelei kann ich so rein gar nix nachvollziehen. Die Tabelle ist spannend, transparent und ich finde es eine tolle Neuerung. Aber anscheinend scheinen es ESC-Fans mit Neuerungen immer ihre Schwierigkeit zu haben. Was alle nur immer an den Moderatoren auszusetzen haben? Sie machen ihren Job, mehr nicht. Sie stehen auch nicht im Vordergrund, sondern die Sänger. Das gesangliche Niveau ist gut, natürlich nicht überragend. Für mich wären Roman und Yana tolle Kandidaten für Baku.Und mehr als einen braucht es auch nicht. Die anderen ESC-Konzepte zwischen 2005 und 2009 haben auch nicht funktioniert. Schon jetzt wünsche ich dem Kandidaten für Baku den größt möglichen Erfolg. Schon allein, um den Dauernörglern das Maul  zu stopfen.

  5. Warum sitzt da überhaupt eine Jury? Sie hat doch überhaupt keine Funktion außer rumzulabern und das Ergebnis zu manipulieren (wobei sie glücklicherweise mit letzterem im Großen und Ganzen aufgehört hat). Und wie oft resp. selten hat sie Kritik an einer Sängerin/einem Sänger geübt?

    Ich persönlich finde Yana am besten und Roman und Ornella sind auch nicht schlecht. Die Sendung finde ich ganz gut, aber man hätte nach der Ermittlung der Startreihenfolge die Telefonleitungen schließen und erst nach dem Auftritt des letzten Kandidaten öffnen können. Und die Sache mit der Blitztabelle war zwar vielleicht ein guter Gedanke, doch der praktische Einsatz zeigt, dass man sie sich auch sparen kann (auch weil sie zu sperrig ist).

Oder was denkst Du?