Engel­bert Hum­per­dinck für Groß­bri­tan­ni­en!

Es ist mit Sicher­heit das größ­te kol­lek­ti­ve WTF-Erleb­nis der jün­ge­ren Euro­vi­si­ons­ge­schich­te. Seit Wochen lie­fen die Euro­vi­si­ons­fans in den Inter­net­fo­ren schon fast Amok, wann denn nun end­lich der bri­ti­sche Euro­vi­si­ons­ver­tre­ter für Baku bekannt gege­ben wür­de. Der Name prak­tisch jedes ein­zel­nen Künst­lers, der in den ver­gan­ge­nen 50 Jah­ren auf der Insel Plat­ten ver­öf­fent­lich­te, wur­de an irgend­ei­ner Stel­le von irgend­je­mand in den Ring gewor­fen, von Ade­le bis zu den Wom­bles. Dann ließ die BBC durch­si­ckern, sie habe jeman­den gefun­den: einen “erfolg­rei­chen, sehr bekann­ten Namen”, wenn auch “viel­leicht nicht bei den Jün­ge­ren”. Die immer hys­te­ri­sche­ren Spe­ku­la­tio­nen schos­sen ins Kraut, und nach­dem der Sen­der für heu­te um 23:30 Uhr die Ver­öf­fent­li­chung des Namens ankün­dig­te, konn­te man die Fans förm­lich sich auf dem vir­tu­el­len Peters­platz ver­samm­lend sehen, dar­auf war­tend, dass der wei­ße Rauch auf­stei­ge. Und wer ist nun die­se sagen­haf­te Licht­ge­stalt? Nie­mand Gerin­ge­res als, hal­tet Euch fest: der gro­ße, der ein­zig­ar­ti­ge, der unver­wech­sel­ba­re.… Engel­bert Hum­per­dinck, mei­ne Damen und Her­ren! Wer, fra­gen sich nun alle unter Fünf­zig? Na, der hier:

httpv://youtu.be/lfScPf3dnOM
Engel­berts größ­ter Hit

In Deutsch­land kennt man den als Arnold Geor­ge Dor­sey in Indi­en Gebo­re­nen ledig­lich als Engel­bert, da ihm, wie uns die alles­wis­sen­de Müll­hal­de auf­klärt, “die Erben des Kom­po­nis­ten Engel­bert Hum­per­dinck (1854–1921) die Ver­wen­dung des Künst­ler­na­mens gericht­lich” unter­sag­ten. Sein bekann­tes­ter Hit, der Schmacht­fet­zen ‘Release me’, stammt aus dem Jahr 1966. Bei sei­nem Auf­tritt in Baku wird er 76 Jah­re alt sein und damit der ältes­te bis­her auf­tre­ten­de Sän­ger. Bös­ar­ti­ge Euro­vi­si­ons­nat­tern lis­te­ten nach sei­ner Akkla­ma­ti­on sofort Din­ge auf, die jün­ger sind als Engel­bert, wie zum Bei­spiel: blei­frei­es Ben­zin, das Fern­se­hen, der Euro­vi­si­on Song Con­test, die Hälf­te der Teil­neh­mer­län­der und Lys Assias ers­te Peri­ode. Nach Mit­tei­lung der BBC erfolgt die Bekannt­ga­be des Songs, der von den auch schon für Ade­le täti­gen Pro­du­zen­ten Mar­tin Tefe­re und Sacha Skar­bek geschrie­ben sei, in Kür­ze. Für die Glück­li­che­ren unter mei­nen Lesern, die dank der Gna­de der spä­ten Geburt mit Engel­berts Namen nichts anfan­gen kön­nen: es ist unge­fähr so, als nomi­nier­te Deutsch­land Hei­no als sei­nen Euro­vi­si­ons­ver­tre­ter.

httpv://youtu.be/xPTXVqETBM4
Flieg mit mir, les­bi­scher Sie­gel!

Doch es kommt noch bes­ser! ESC Ire­land ver­dan­ken wir die­sen wun­der­schö­nen Engel­bert-Fund: ‘Les­bi­an Seagull’. Wirk­lich, kein Scheiß! Im Ori­gi­nal 1979 vom ame­ri­ka­ni­schen Sin­ger-Song­wri­ter Tom Wil­son auf sei­nem Erst­lings­al­bum ‘Gay Name Game’ ver­öf­fent­licht, schaff­te es der von einem Fern­seh­be­richt über les­bi­sches Paa­rungs­ver­hal­ten bei See­mö­ven inspi­rier­te Song 1997 in den auf der MTV-Serie basie­ren­den Zei­chen­trick­film Bea­vis & But­thead do Ame­ri­ca, wo ihn der gitar­re­spie­len­de Hip­pie-Leh­rer Mr. Van Dries­sen sang. Auf dem Sound­track indes ver­lieh tat­säch­lich Engel­bert die­ser unglaub­li­chen Trash-Per­le sei­ne wie immer sam­ti­ge Schleim­stim­me. Wahl­wei­se auch sei­ne schlei­mi­ge Samt­stim­me, ganz wie es beliebt. Die Mit­wir­kung an die­sem Meis­ter­werk macht den Mann in mei­nen Augen jeden­falls fast schon wie­der cool! Und da es bei den Euro­vi­si­ons-Pres­se­kon­fe­ren­zen den belieb­ten Brauch gibt, den Künst­ler um eine spon­ta­ne Acap­pel­la-Dar­bie­tung zu bit­ten, kann ich mir her­vor­ra­gend vor­stel­len, wel­cher Titel da von ihm in Baku öfters nach­ge­fragt wer­den dürf­te…

Engel­bert für Groß­bri­tan­ni­en!

  • Das ist ein Scherz, oder? Das kann nicht deren Ernst sein! (43%, 36 Votes)
  • Erst mal den Song abwar­ten… (29%, 24 Votes)
  • Ich find das lus­tig! Showr­ent­ner FTW! (15%, 13 Votes)
  • Klas­se. Dann schi­cken wir 2013 Howard Car­pen­da­le. (13%, 11 Votes)

Total Voters: 84

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9 Gedanken zu “Engel­bert Hum­per­dinck für Groß­bri­tan­ni­en!

  1. Ich bin rela­tiv erschüt­tert über die­se Nach­richt. Da fällt mir nur Obe­lix ein :“Die spin­nen, die Bri­ten!”

  2. Mei­ne Damen und Her­ren, wir haben den Sie­ger des Euro­vi­si­on Song Con­test 2012… … im Jury­vo­ting! XD

  3. Bevor hier Lei­chen­fled­de­rei betrie­ben wird: Abwar­ten! Soll­te ein gut abge­misch­ter und modern pro­du­zier­ter Titel an Start gehen, wie in den Nine­ties wei­land mit Tom Jones, der auch längst dem Tee­nie- und Twen­al­ter ent­wach­sen ist, dann könn­te das durch­aus für einen der vor­de­ren Plät­ze rei­chen. Die Idee “Engel­bert” ist so cra­zy, dass sie schon wie­der gut ist. Auf­merk­sam­keit garan­tiert.

  4. DAS ist ESC at its best! Groß­ar­tig ! So eine Idee… das topp(er)t ja sogar die nie­der­län­di­sche Nscho’Tschi – ich fin­de das echt spas­sig. pliiiiiiiiiiiiiiiiis reli­iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiss miiiiiiiiiiiiiiiii 🙂 😀

  5. Ich fin­de das zunächst ein­mal durch­aus pfif­fig. Auf­merk­sam­keit ist auf jeden Fall garan­tiert.

    Wie es dann kon­kret aus­geht, hängt sehr stark vom Song ab. Mit den rich­ti­gen Kom­po­nis­ten 8und da will man sich ja wohl offen­bar wirk­lich Mühe geben) ist da bestimmt was zu machen. Das hat ja bis­lang Jaht für Jahr Aser­bai­dschan bewie­sen.

    Was das Alter betrifft, ist er ja dann gera­de mal ein Jahr älter als “75 Cents” 2008 …

  6. Auaaaaa mein Zwerch­fell! Ich hab ges­tern abend Trä­nen gelacht, als ich das gele­sen hab. Egal was da kommt, das wird der Ober­bör­ner!

  7. Scha­de, aber es war so etwas Ähn­li­ches durch­aus zu erwar­ten: nach­dem Blue letz­tes Jahr ver­dient aber für die Insel ent­täu­schend noch nicht mal in den Top 10 gelan­det sind, kann man schon froh sein, dass als Rache nicht ein aus­ge­wie­se­ner Come­dy-Bei­trag nach Baku ver­schickt wird, son­dern nur ein aus dem Alten­stift gezerr­ter Fred­die-Mer­cu­ry-Imi­ta­tor. Also ein unfrei­wil­li­ger Come­dy-Bei­trag (die­ser Über­biss ist schon groß­ar­tig).
    Der dazu­ge­hö­ri­ge Song wird aber lei­der völ­lig gleich­gül­tig sein; er wird voll­kom­men von der Per­so­na­lie über­deckt wer­den. Es ist auch nicht zu erwar­ten, dass aus Deli­lah eine Sex Bomb wird, denn der Mann hat kei­nes­wegs das For­mat eines Tom Jones. Aber falls der Mann wider Erwar­ten mehr als einen Punkt erhal­ten soll­te, kann sich Roger Whit­taker schon mal auf sei­nen Ein­satz im nächs­ten Jahr freu­en…

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