Seit heute Vormittag ist er endlich draußen: der mit Hochspannung erwartete und diesmal wirklich bis zur letzten Sekunde geheim gehaltene britische Beitrag. Hm. Tja. Deutlich weniger schmalzig als bei Engelberts Vorstrafenregister zu erwarten kommt ‘Love will set you free’ daher; eine eher sanfte, beinahe intime Gitarrenballade mit allerdings großer Streicherunterstützung, die dann doch für das notwendige Pathos sorgt. Ein bisschen aus der Zeit gefallen wirkt der Song, der so auch schon 1963 hätte dabei sein können und der alle klassischen Grand-Prix-Insignien wie die vorschriftsmäßige Rückung und die hohe, aufwallende Schlußnote mitbringt, bei der sich Engelberts fortgeschrittenes Alter stimmlich allerdings bemerkbar macht. Doch mal ganz abgesehen von der Frage, ob beim Anblick des mittlerweile eher teiggesichtigen, 75jährigen Crooners noch irgendwelche Höschen feucht werden (und falls ja, ob dann nicht eher altersbedingte Inkontinenz dafür die Ursache ist), will es mir nicht gelingen, Spott und Häme über dem Beitrag auszukübeln. Im Gegenteil, ich könnte mir sogar vorstellen, dass dem Mutterland der Popmusik mit diesem Nostalgie-Angebot nach 15 Jahren Durststrecke mal wieder ein Sieg gelingen könnte. Denn die Zuschauerschaft beim Eurovision Song Contest setzt sich ja nun mal auch aus über 40jährigen zusammen, und die könnten sich für etwas so Profanes wie eine Melodie und harmonische Klänge durchaus dankbar zeigen.
Bleibt die Frage, ob The Hump den Auftritt in Baku ohne Sauerstoffzelt übersteht
Könnte Engelbert dem Vereinigten Königreich den Sieg bescheren?
- Nicht auszuschließen, aber eher unwahrscheinlich. (37%, 65 Votes)
- Ungewiß, aber nicht unwahrscheinlich. Auf jeden Fall Top 5. (35%, 62 Votes)
- Nicht in hundert Jahren! (21%, 37 Votes)
- Davon bin ich fest überzeugt. Das gewinnt! (7%, 12 Votes)
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