Ita­li­en: mi vien da pian­ge­re (IT 2012)

Nein, Ita­li­en, das war nicht der Deal. All die Jah­re, in denen wir Fans Euch immer wie­der fle­hent­li­che Bet­tel­brie­fe und -mails schrie­ben, dass Ihr doch bit­te wie­der mit­ma­chen sollt. In denen die übli­cher­wei­se sich neu­tral geben­de EBU Euch öffent­lich Lor­beer­krän­ze flocht, wie sehr doch der ita­lie­ni­sche Qua­li­täts­pop ver­misst wer­de beim Song Con­test. In denen wir unse­re Selbst­ach­tung bei­sei­te scho­ben, Euch Brü­cken bau­ten, rote Tep­pi­che aus­roll­ten – ja, in denen wir förm­lich Eure wohl­ge­form­ten, behaar­ten Hin­tern küss­ten, nur damit ihr end­lich wie­der mit­spielt bei unse­rem Lieb­lingsevent und wir uns end­lich, end­lich wie­der am unver­fälsch­ten Genuss der schöns­ten Gesangs­spra­che der Welt delek­tie­ren könn­ten. Und nun das: im zwei­ten Jahr in Fol­ge kommt der ita­lie­ni­sche Bei­trag auf eng­lisch daher! Wie schon der Jazz-Knilch Rapha­el Gualaz­zi singt auch die Amy-Wine­hou­se-Epi­go­nin Nina Zil­li ihr (musi­ka­lisch fabel­haf­tes!) ‘L’Amore è femmi­na’ fast aus­schließ­lich in der Welt­spra­che des Inter­net­zeit­al­ters. Por­ca mise­ria!

httpv://youtu.be/1K8PB8eIy50
‘Out of Love’ lau­tet der eng­li­sche Sub­ti­tel, und damit könn­te Nina Recht haben

Nun bin ich übli­cher­wei­se ein eif­ri­ger Ver­fech­ter der frei­en Sprach­wahl. Die Spra­che muss in ers­ter Linie zum Lied pas­sen, und das tut sie sogar bei Ninas groß­ar­tig vor­ge­tra­ge­nen Retro­sound. Und lin­gu­is­ti­scher Misch­masch, wie er auch hier vor­kommt (immer­hin eini­ge weni­ge Zei­len singt Nina noch in ihrer Mut­ter­spra­che), gehört für mich zu den schöns­ten Errun­gen­schaf­ten der 1997 ein­ge­führ­ten Libe­ra­li­sie­rung. Aber: wenn man schon über eine der wohl­klin­gends­ten – und defi­ni­tiv die musi­ka­lischs­te aller – Spra­chen die­ses Pla­ne­ten ver­fügt, dann erach­te ich es als eine Schan­de (Hört Ihr? Un pec­ca­to!), die­se nicht oder nur in Spu­ren­ele­men­ten zu nut­zen! ‘C’è una Can­zo­ne ita­lia­na per voi’: ihr erin­nert Euch, lie­be Ita­lie­ner? Das war der Deal, des­we­gen woll­ten wir Euch wie­der­ha­ben! Nicht, damit auch ihr noch in schlech­tem Eng­lisch singt wie bereits der kom­plet­te Ost­block. Capis­ce?

Wie fin­dest Du die neue, eng­lisch­las­ti­ge Ver­si­on von ‘L’Amore è femmi­na’?

  • Rein ita­lie­nisch war’s schö­ner, aber so ist die Num­mer immer noch gut. (63%, 50 Votes)
  • Furcht­bar! Einer mei­ner Lieb­lings­songs ent­wer­tet. War­um nur, Ita­li­en? (14%, 11 Votes)
  • Bes­ser als die alte. Eng­lisch passt bes­ser zum Sound des Songs. (11%, 9 Votes)
  • Ich find das Lied so oder so blöd. (11%, 9 Votes)

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10 Gedanken zu “Ita­li­en: mi vien da pian­ge­re (IT 2012)

  1. ob nun 90% eng­lisch und 10 % ita­lie­nisch oder irgend­ei­ne ande­re mischung, das lied ist immer noch gut und mehr als nur geni­al. bel­lis­si­ma Ita­lia!

  2. Ich hät­te den Song tut­ti kom­plet­ti auf ita­lie­nisch wohl bes­ser gefun­den, aber auch so gibt’s ‘nen guten Arsch voll Punk­te von mir – es wer­den wohl 7 oder 8, viel­leicht sogar 10 sein, ich bin mir da noch nicht ganz schlüs­sig…

    Und als jemand mit einem gewis­sen anglo-lin­gu­is­ti­schen Back­ground kann ich mit Ver­laub sagen: Ich fin­de Ninas Eng­lisch in keins­ter Wei­se auch nur annä­hernd so schlecht wie das, was aus dem Ost­block kommt  – und übri­gens durch­aus auch nicht schlech­ter als das, was bei­spiels­wei­se aus deut­schen Lan­den kommt…

  3. Ist und bleibt eine gute Num­mer.

    Und als gro­ßes Plus kommt es in die­sem Sprach­mix nicht ganz so arro­gant rüber, wie in rein ita­lie­nisch. Mag auch nur mir so vor­kom­men. Aber ich fin­de der Song pro­fi­tiert daher sogar etwas von der Angli­fi­zie­rung.

  4. Dem Song scha­det es nicht, aber so hät­te sie auch für jedes ande­re Land antre­ten kön­nen.  Wie­der ein­mal scha­de um die sprach­li­che Viel­falt beim ESC.

  5. Wie oft pas­siert es eigent­lich, dass der Euro­vi­si­ons-Stan­dard “Wech­sel ins Eng­li­sche” umge­kehrt wird? Auch mal eine net­te Vari­an­te.
     

  6. Nun, ich bin ja italo­phil bis Ober­kan­te Unter­lip­pe, aber ich muss zuge­ben, dass das Ding auch auf eng­lisch immer noch ein Knal­ler ist. Und spä­tes­tens das lala­la im Refrain ist so unver­kenn­bar ita­lie­nisch, dass man sofort weiß, wo es her­kommt. Mei­ne kla­re Num­mer 1 in die­sem Jahr­gang, und zwar egal in wel­cher Spra­che! 

  7. Öhm, das klang aber unlängst noch ganz anders, wer­te Frau Fabi­an. Wenn ich Sie zitie­ren darf?

    Soll­te es wahr sein, dass Nina ihren Bei­trag in eng­lisch sin­gen will, dann wer­den wir wohl mal bei der RAI ein­rü­cken müs­sen. Die ent­spre­chen­den Ver­ant­wort­li­chen wer­den wir kne­beln, ins EBU-Haupt­quar­tier schlep­pen und an den Schreib­tisch von Svan­te Stock­se­li­us fes­seln, wo sie dann unter­schrei­ben müs­sen, dass Ita­li­ens Bei­trä­ge jetzt und immer­dar aus­schließ­lich in ita­lie­ni­schem Idi­om vor­zu­tra­gen sind! Alles ande­re wird geahn­det mit – da fällt uns schon noch was ein! Auf jeden Fall soll­te Frau Zil­li schleu­nigst ver­ges­sen, dass es eine ande­re Spra­che als ita­lie­nisch über­haupt GIBT!”
    Das schrei­ben doch, wenn mich nicht alles täuscht, Sie in dem hier von Ihnen ja schon zu Recht bewor­be­nen Blog http://sixtussagtmiau.blogspot.com/. Ja? Nein? Was inter­es­siert mich mein Geschwätz von ges­tern? Wobei, Sie haben ja Recht: die Num­mer klingt lei­der immer noch ver­dammt geil und wird abräu­men. Was mich ja am aller­meis­ten ärgert…

  8.  Sehr rich­tig, was inter­es­siert mich mein Geschwätz von ges­tern! *kicher*

    Im übri­gen habe ich im Kom­men­tar zu besag­ten Blog­ein­trag bereits Abbit­te geleis­tet und muss jetzt gera­de noch alle ande­ren Stel­len suchen, wo ich Abbit­te leis­ten muss. Aber zu mei­ner Ver­tei­di­gung zwei Din­ge: Ers­tens hät­te ich Euch so alle um die Sot­ti­se zu dem von mir herz­lich abge­lehn­ten Herrn Stock­se­li­us gebracht, und zwei­tens hab ich das geschrie­ben, BEVOR ich die eng­li­sche Ver­si­on das ers­te Mal gehört hat­te.  Da hab ich mich übri­gens genau­so geirrt wie bei Island – das lei­det näm­lich durch die Ver­eng­lischung hef­tig, Ita­li­en hin­ge­gen nicht.

    Und, lie­be Lore­en-Fans: Zwei­ter ist doch auch ne schö­ne Plat­zie­rung *duck und ganz schnell weg*

  9.  PS: Ita­lie­nisch ist und bleibt natür­lich trotz­dem die tolls­te Spra­che der Welt, und jeder Song, der in die­ser Spra­che gesun­gen wird, ist per se schon mal zu begrü­ßen!

Oder was denkst Du?