Die eurovisionäre Unterwanderung der iberischen Halbinsel geht weiter: nachdem der Schwede Thomas G:son nach 2007 heuer zum zweiten Mal den spanischen Beitrag schrieb, gelang auch dem kroatischen Komponisten Andrej Babić in Portugal das Doppel: mit der musikalisch doch sehr deutlich an seinen 2008er Beitrag ‘Senhora du Mar’ angelehnten, leider aber keinesfalls heranreichenden Ballade ‘Vida minha’ schaffte er – beziehungsweise die Sängerin Filipa Sousa – den Sieg bei dem soeben zuende gegangenen Festival da Canção. Wie schon Vânia Fernandes wird auch die vergleichsweise magersüchtige und deutlich weniger charismatische Filipa von einem eng hinter ihr agierenden, gemischten Chor unterstützt. Und wie schon 2008 bin ich froh, dass das Land des Fado sich für die Kompositionshilfe vom Balkan entschied, denn so ist der Song wenigstens nicht ganz so einschläfernd wie die sonst dort übliche Kost.
Mit dem Ballettpärchen sind das aber mehr als 6 Personen!
Die Entscheidung für Filipa fiel übrigens bei den Televotern und den zwanzig (!) Regionaljurys übereinstimmend. Warum in dem kleinen Land jedes einzelne Dorf eine eigene Jury stellen darf, so dass auf 45 Minuten Songs geschlagene zweieinhalb Stunden Punkteansagen folgen, ist mir unbegreiflich. Zumal noch, wenn man, wie das portugiesische Fernsehen, die zwei wohl unhöflichsten Moderatoren der Welt beschäftigt, die aufgrund ihres eigenen, unaufhörlichen Sprechdurchfalls den Juroren permanent ins Wort fielen. Selbst die eingangs erwähnte Vânia Fernandes, welche die Punkte für Lissabon durchgeben durfte, kam kaum zu Wort. Rüde!
Hat Portugal 2012 Chancen auf den Finaleinzug?
- Mich würd's freuen, aber ich bin skeptisch. (59%, 23 Votes)
- Klar. Wenn's mit Senhora du Mar klappte, dann damit auch. (26%, 10 Votes)
- In diesem Semi? Noch nicht mal mit einem guten Song! (15%, 6 Votes)
Total Voters: 39
Loading ...
