Rumä­ni­en: Turn the Beat around (RO 2012)

Geschla­ge­ne drei Stun­den – inklu­si­ve zwei­er vier­tel­stün­di­ger Pau­sen, in denen ein Tou­ris­mus­wer­be­film uns mit der eher rau­en Schön­heit des länd­li­chen Rumä­ni­ens ver­traut mach­te – brauch­te der Bal­kan­staat, um den von Anfang an kla­ren Favo­ri­ten zum Euro­vi­si­ons­ver­tre­ter zu wäh­len: den jah­res­zeit­lich etwas früh kom­men­den Som­mer­hit ‘Zal­ei­lah’, mit dem sich die Kap­pel­le Man­din­ga schon seit Mona­ten dick in den Charts des Kar­pa­ten­staa­tes tum­melt und der, geschickt ver­mark­tet, das Zeug zu einem neu­en ‘Dra­gos­tea din tei’ hät­te. Im fünf­zehn Acts star­ken Wett­be­werbs­um­feld erwies sich die fröh­li­che, mit Akkor­de­on und Dudel­sack sowie einer fabel­haft simp­len Hän­de-hoch-hüpf-hüpf-dreh-dich-um-die-eige­ne-Ach­se-Cho­reo­gra­fie auf­war­ten­de Num­mer als ziem­lich ein­zi­ge pro­fes­sio­nel­le, der Rest bestand über­wie­gend aus lah­mer, teils schief gesun­ge­ner Sül­ze.

httpv://youtu.be/jZ-QmpP3KYI
Möge der Akkor­deo­nist bit­te in Baku exakt die­se haut­engen Jeans tra­gen!

Auch in Rumä­ni­en ging es lei­der nicht ohne eine gefühlt vier­hun­dert­köp­fi­ge Jury aus Kom­po­nis­ten und der unglaub­lich mop­pe­lig gewor­de­nen Lumi­niţa Anghel (RO 2005), die alle ein­zeln ihre Punk­te ver­la­sen und sich mehr­heit­lich für ein hek­ti­sches, eher unan­ge­neh­mes Ska-Buko­vina-Gebro­del namens ‘Şun-ta’ ent­schie­den, dar­ge­bo­ten von einer dicken Frau mit Tur­ban und roter Leder­ja­cke, dan­kens­wer­ter­wei­se aber vom Publi­kum über­stimmt wur­den. Dass die Rumä­nen es noch nicht ver­lernt haben, fan­tas­ti­sche Dan­ce­tracks zu pro­du­zie­ren, bewie­sen sie zudem mit ‘Say my Name’ von Tasha, die mög­li­cher­wei­se etwas unter der alber­nen, hand­ge­mach­ten Laser­show litt und somit chan­cen­los blieb. Egal, Haupt­sa­che, sie ent­schie­den sich am Ende rich­tig und beglü­cken uns mit dem, was sie am bes­ten kön­nen: sexy Som­mer­hits!

httpv://youtu.be/3yY4ydyX9MA
Tol­le Bei­ne hat sie, die Tasha!

3 Gedanken zu “Rumä­ni­en: Turn the Beat around (RO 2012)

  1. Eine Wohl­tat bei all den Bal­la­den – der Rhyth­mus macht Lust auf mehr und wird lei­der von nicht so dol­len Stim­men wie­der auf den Boden der Tat­sa­chen geholt. Gut hör­bar und dein Akkor­deo­nist kann die Hosen an oder aus­zie­hen, haupt­sa­che der Schlagzeuger/Dudelsacker 🙂 bleibt so!!!

  2. Scha­de, Chan­ce ver­tan. Ich hat­te wirk­lich die lei­se Hoff­nung, dass das ein­zi­ge wirk­lich inno­va­ti­ve Stück, in das ich mich sofort ver­liebt hat­te, näm­lich Sun-ta von Elec­tric fence, tat­säch­lich gewin­nen könn­te. Und auch sonst gab es inter­es­san­te­re Bei­trä­ge als das lang­wei­li­ge Zal­ei­lah. Dann schun­kelt mal wei­ter …

  3. Fein. Das bringt Far­be und Schwung rein.

    Ich bin ja auch anfäl­lig für sol­che Gute-Lau­ne-Din­ger. Ich kann hier aber so gar nicht ein­schät­zen, wie das euro­pa­weit ankommt. Für´s Fina­le dürf­te es aber auf jeden Fall rei­chen.

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