San Mari­no: Im E-Mail triffst Du mich (SM 2012)

Die Schweiz, Mon­te­ne­gro, San Mari­no: alle paar Jah­re gelingt es dem deut­schen Mr. Grand Prix Ralph Sie­gel – zu Hau­se in euro­vi­sio­nä­ren Zusam­men­hän­gen mitt­ler­wei­le Per­so­na non gra­ta – ein klei­nes, erfolg­lo­ses, uner­fah­re­nes und völ­lig plan­lo­ses Land hin­ters Licht zu füh­ren und ihm eine sei­ner ansons­ten unver­käuf­li­chen Song­gur­ken unter­zu­schie­ben. Dies­mal griff also der ita­lie­ni­sche Winz­staat zu, der sich nun in Baku mit einem Song über das Inter­net bla­mie­ren darf. Mit ähn­lich plan­lo­sen Text­zei­len (“Come to my House and click me with your Mou­se”) wie der unver­gess­li­che 1996er Vor­ent­schei­dungs­klas­si­ker ‘Sur­fen – Mul­ti­me­dia’. Die span­nen­de Fra­ge ist nun, ob der Song tat­säch­lich von der EBU zuge­las­sen wird, denn Valen­ti­na Monet­ta preist hier in gir­lie­haf­ter Wei­se die Flirt­funk­tio­nen von ‘Face­book’. Ganz Recht, mit vol­ler Namens­nen­nung der ame­ri­ka­ni­schen Soci­al-Media-Platt­form. Wer­be­bot­schaf­ten sind beim Euro­vi­si­on Song Con­test aber ver­bo­ten.

httpv://youtu.be/0kQBEzzFRBs
Und so, lie­be Kin­der, stellt sich die CDU die­ses Inter­net vor…

Bereits 1987 muss­te der Titel des schwe­di­schen Bei­trags ersetzt wer­den, in dem ursprüng­lich der Mar­ken­na­me Coca-Cola vor­kam. Sie­gels Hook­li­ne besteht indes nur aus “Face­book, uuh uuh”. Wie er das noch schnell ändern will, scheint mir frag­lich. Jetzt blie­be nur, zu argu­men­tie­ren, dass Face­book mitt­ler­wei­le eben­so ein all­ge­mei­ner Gat­tungs­na­me sei wie goo­geln für die Inter­net­su­che oder Tem­po für Papier­ta­schen­tü­cher. Oder aber, dass ein der­ma­ßen ran­schmei­ße­ri­scher, abgrund­pein­li­cher Song für die betrof­fe­ne Inter­net­platt­form alles ande­re sei als Wer­bung. Womög­lich berei­tet man im ame­ri­ka­ni­schen Men­lo Park gera­de die Unter­las­sungs­kla­ge gegen Ralph Sie­gel vor? Hof­fen wir das Bes­te!

httpv://youtu.be/yFPQbnraeVg
Und hier, zum Ver­gleich, der deut­sche Kult­knal­ler von 1996

Ralph Sie­gel ent­deckt das Inter­net.

  • Ein neu­er Pein­lich­keits­tief­punkt. Kann man dem Mann die Staats­bür­ger­schaft ent­zie­hen? (52%, 43 Votes)
  • Ich kann seit 20 Minu­ten nicht mit dem Lachen auf­hö­ren. Dafür lie­be ich ihn! (17%, 14 Votes)
  • Ich werd mit dem Lachen nicht mehr auf­hö­ren, sobald das dis­qua­li­fi­ziert wird. (17%, 14 Votes)
  • Was gibt’s da zu läs­tern? Ein tol­ler Song über ein zeit­ge­mä­ßes Phä­no­men. Ist doch pri­ma! (13%, 11 Votes)

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8 Gedanken zu “San Mari­no: Im E-Mail triffst Du mich (SM 2012)

  1. Ich sehe bei der Alter­na­ti­ven­su­che für den Mar­ken­na­men kei­ne Pro­ble­me. Auch da kann man sich an die Schwe­den hal­ten: “Boo­ga-loo-ah-uh” passt doch wun­der­bar in die Hook­li­ne. Am Bes­ten aber, man tauscht gleich den kom­plet­ten Text aus. Die Musik geht ja irgend­wie noch, aber was da fabri­ziert wor­den ist, ist wirk­lich schlimm.

  2. Hat Zucker­berg das Lied gespon­sert? Lie­ber Herr Sie­gel, sie soll­ten lie­ber ihre Ren­te genie­ßen, und das Musik­ma­chen, das über­las­sen sie bit­te ande­ren, okay? Furcht­bar.

  3. Ich kann ja nur hof­fen, dass der Bei­trag von der EBU nicht akzep­tiert wird und ein ande­rer an sei­ne Stel­le tritt! Es tut mir ja irgend­wie leid, da ich eigent­lich ein Sym­pa­thi­sant der “klei­nen” ESC-Staa­ten bin, beson­ders von San Mari­no deren letz­ten bei­den Songs ich eigent­lich ganz gut fand. Aber das geht gar nicht. Es hört sich nach Sie­gel an, kei­ne Ahnung war­um, aber man muss gleich an ihn denken.…seine Songs haben immer etwas von geheu­chel­ter Unschuld, hei­ler Welt und vor­ge­spiel­tem Zeit­geist, aber eben ganz schlecht vor­ge­spielt. Dass die Ver­ant­wort­li­chen nur dar­auf zäh­len wegen des Namens “Face­book” Auf­merk­sam­keit und Punk­te zu bekom­men, ist ja mal logisch, aber gabs wirk­lich kei­nen bes­se­ren Bei­trag für den sie sich ent­schei­den hät­ten kön­nen?? Wirk­lich sehr Schade…auf eine Über­ra­schung von Staa­ten, von denen es kei­ner erwar­tet, ist also dies­mal nicht dabei (Anm.: die­se Äuße­rung lei­te ich jetzt mal von den Kom­men­ta­ren ab, die ich zu den Songs gele­sen habe. Ich selbst habe bis auf Deutsch­land und San Mari­no noch kei­nen ande­ren Bei­trag gehört) 

  4. Über die Musik will ich nichts sagen, das ist Geschmacks­sa­che. Was das betrifft, habe ich auch kei­ne Ein­wän­de dage­gen, dass es Herr Sie­gel immer wie­der ver­sucht, Bei­trä­ge ein­zu­rei­chen. Das ist sein gutes Recht.
    Aber tex­tu­ell ist das Teil ja wirk­lich untrag­bar. Zum einen geht der­ar­ti­ge Wer­bung natür­lich echt nicht (und wird aus die­sem Grun­de hof­fent­lich auch moniert und aus­ge­tauscht), zum ande­ren sprüht das gan­ze ja von einer erbärm­lich nai­ven Welt­sicht (à la Ste­fa­nie zu Gut­ten­berg oder so).
    Und San Mari­no als armes Opfer dar­zu­stel­len hal­te ich auch für nicht gerecht­fer­tigt. Die sind doch selbst schuld, wenn sie so etwas neh­men. Wahr­schein­lich hat­ten sie die gan­ze Ange­le­gen­heit ver­ges­sen, und jetzt, wo der Anmel­de­schluss naht, fiel ihnen plötz­lich ein, dass da ja noch was ansteht, und haben dann das ers­te bes­te (d.h. ver­füg­ba­re) genom­men.

  5. War­um machen sie dann über­haupt beim ESC mit? Es kann doch jeder sehen, dass man sich mit die­ser Num­mer unsäg­lich bla­miert. Da lässt man es doch lie­ber gleich sein…

    Der ein­zi­ge Grund für San Mari­nos Teil­nah­me am ESC scheint mir des­sen Sta­tus als siche­rer 12 Punk­te-Lie­fe­rant für Ita­li­en zu sein 😉

  6. Das ist Kör­per­ver­let­zung! Kann man San Mari­no oder Herrn Sie­gel des­we­gen ver­kla­gen?

  7. *lol*

    Also musi­ka­lisch fin­de ich das ganz amü­sant. Mit nem ande­ren Text wäre das doch gar nicht soooo ver­kehrt.

Oder was denkst Du?