Wein nicht um mich, Arme­ni­en

Lan­ge zier­te sich das mit dem Gast­ge­ber­land ver­fein­de­te Arme­ni­en. Heu­te Mor­gen gab die EBU bekannt, dass in Baku nur 42 Natio­nen gegen­ein­an­der antre­ten wer­den – das Land der Apri­ko­se habe die EBU offi­zi­ell über sei­nen Rück­zug vom Euro­vi­si­on Song Con­test 2012 infor­miert. Die zeig­te sich in einem Pres­se­state­ment “zutiefst ent­täuscht”, schließ­lich habe man alles getan, um die Teil­nah­me des sich mit Aser­bai­dschan in einem ein­ge­fro­re­nen Krieg um Berg-Kara­bach befind­li­che Land zu ermög­li­chen. Grün­de für den Rück­zug wur­den kei­ne genannt, es exis­tiert aber ein Boy­kott­auf­ruf arme­ni­scher Künst­ler, der sich auf einen umstrit­te­nen Todes­fall von Ende Janu­ar 2012 im Zusam­men­hang mit die­sen Aus­ein­an­der­set­zun­gen bezieht. Ob dies den Aus­schlag gab oder ob Arme­ni­en nie ernst­haft eine Teil­nah­me vor­hat­te und ein­fach nur bis zum letz­ten Moment Auf­merk­sam­keit erre­gen woll­te, bleibt Spe­ku­la­ti­on. Mög­li­cher­wei­se woll­te man auch nur ver­hin­dern, dass sich wei­ter­hin unge­fragt Künst­ler wie Lucia Moon als mög­li­che arme­ni­sche Ver­tre­ter ins Gespräch brin­gen, die der gro­ße Roy Del­a­ney in sei­nem Blog zu Recht als “leicht beängs­ti­gen­de Frau von der Nacht­apo­the­ke bei ihrem Karao­ke­auf­tritt in einer lee­ren Bar um vier Uhr mor­gens” bezeich­net. Ob es sich um das letz­te Wort in die­ser Ange­le­gen­heit han­delt, bleibt abzu­war­ten. Die Mit­tei­lung der EBU klang aber danach.

httpv://www.youtube.com/watch?v=mY48aOFXFyY
Lucia Moon, eine in Kara­bach gebo­re­ne, in den USA leben­de Sän­ge­rin, die angeb­lich für Arme­ni­en sin­gen woll­te

Arme­ni­en ist drau­ßen. Das ist…

  • …bedau­er­lich. (39%, 39 Votes)
  • …ver­ständ­lich. (31%, 31 Votes)
  • …hof­fent­lich end­lich das letz­te Wort in der Saga. (16%, 16 Votes)
  • …ent­täu­schend. (10%, 10 Votes)
  • …ver­mut­lich noch nicht das letz­te Wort. (4%, 4 Votes)

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9 Gedanken zu “Wein nicht um mich, Arme­ni­en

  1. Ich bin trau­rig, zutiefst erschüt­tert… für wel­ches Land soll ich jetzt anru­fen?  🙁

  2. Aber gut, dass auch die Arme­ni­er NEIN zu Aser­bai­dschan sagen, das Land war mir schon län­ger sym­pa­thisch und hat noch vie­le tau­send Plus­punk­te gewon­nen. Hof­fent­lich gewinnt Arme­ni­en 2013 oder 2014, ich wür­de es ihnen gön­nen…

  3. Hmmm, soweit ich das Regle­ment ken­ne, setzt eine Teil­nah­me 2013 vor­aus, dass die Ver­an­stal­tung 2012 zumin­dest über­tra­gen wird. Wenn auch das boy­kot­tiert wird 8was ich ver­mu­te), wird es nix mit 2013.

  4. Tja, nicht wirk­lich bedau­erns­wert aber ver­ständ­lich. Das Gut ist, das Roman nun einen Kon­kur­ren­ten weni­ger hat.  Ich wür­de auch nicht in ein Land rei­sen, das mein Land hasst und Lands­leu­te (wie den Sol­da­ten) erschos­sen hat. War­um dann heuch­le­rich einen auf Har­mo­nie machen, nur weil es die EBU so will. Viel­leicht soll­te die EBU vor­her 2mal nach­den­ken, bevor man Län­der wie Aser­bai­dschan und Weiß­russ­land zum ESC zu lässt.

  5. Genau! Die EBU hät­te sich nicht so schnell die­se gan­zen Pro­blem­län­der rein­ho­len dür­fen. Es wäre bes­ser gewe­sen, wenn man jeden inter­es­sier­ten Teil­neh­mer einem sehr gründ­li­chen Check bezüg­lich Demo­kra­tie, Men­schen­rech­ten, Umgang mit Homo­se­xu­el­len, usw. unter­zo­gen hät­te. Aber die EBU hat die­se Län­der ein­fach rein­ge­las­sen und hat nun den Salat. Ich fra­ge mich, wie­so ein Land, das Leu­te ver­haf­tet weil sie beim ESC für ein bestimm­tes Land abge­stimmt haben, den Con­test aus­tra­gen darf. War­um hat man den ESC nicht gleich an das zweit­plat­zier­te Ita­li­en abge­ge­ben? Die Ita­lie­ner haben zwar weder Geld noch Inter­es­se und hät­ten sicher­lich kei­ne gro­ße Show aus­ge­tra­gen, aber bes­ser ein ESC in einer etwas klei­ne­ren Hal­le in einem halb­wegs demo­kra­ti­schen Land als ein ESC in einer gro­ßen neu­ge­bau­ten Hal­le in einer Dik­ta­tur, die sei­nem Volk ein­fach die Häu­ser abreißt !!!

  6. Scha­de. Ich hät­te bestimmt wohl ein­fach nur aus Prin­zip für Arme­ni­en ange­ru­fen.

  7.  Sor­ry, aber nach einem der­ar­ti­gen Stan­dard müss­te man ein Drit­tel der EBU raus­wer­fen. Russ­land (Platz 117 im Demo­kra­tie-Index von “The Eco­no­mist”)  und die Ukrai­ne (Rang 79, immer­hin) sind alles ande­re als lupen­rei­ne Demo­kra­ti­en, eben­so­we­nig übri­gens Arme­ni­en (Rang 111). Zuge­ge­ben, die Ase­ris schnei­den da noch schlech­ter ab – Rang 140, direkt hin­ter (!) Weiß­russ­land.

    Und die Feind­schaft zwi­schen Arme­ni­en und Aser­bai­dschan ist inner­halb der EBU auch kein Ein­zel­fall – war­um neh­men die Nord­afri­ka­ner, Jor­da­ni­en und der Liba­non wohl nicht am ESC teil? War­um darf sich Maze­do­ni­en nicht Maze­do­ni­en nen­nen? Und wür­de es ohne poli­ti­sches Geze­te­re lau­fen, wenn Zypern mal gewinnt und die Tür­kei über ihre Teil­nah­me nach­denkt? Soll man Län­der, deren meta­pho­ri­sches Gesicht ande­ren Mit­glie­dern nicht gefällt, ein­fach vor der Tür las­sen?

    Es ist nicht die Auf­ga­be eines Sen­der­ver­bun­des, poli­ti­sche Sank­tio­nen gegen sei­ne Mit­glie­der zu erhe­ben. Natür­lich kann man die Poli­tik aus die­ser Sache nicht ganz raus­hal­ten, aber ich glau­be in die­sem Fall eben­so­we­nig an die unschul­di­gen Arme­ni­er und die bösen Ase­ris, wie ich 2009 den Geor­gi­ern ihr Mär­chen abge­kauft habe. Hier haben alle Sei­ten Mist gebaut, und die Arme­ni­er hät­ten wenigs­tens sofort so ehr­lich sein sol­len, ihre Teil­nah­me abzu­sa­gen. Tja, Radio Yer­e­van, das wird jetzt wohl nicht ganz billig…aber sel­ber schuld.

  8. Mein Vor­schlag: Du schaust/hörst Dir alle Bei­trä­ge an und rufst dann für den an, der Dir am bes­ten gefal­len hat. So wie es halt jeder tun wür­de, der über natio­na­le Tel­ler­rän­der hin­aus­schau­en kann 😉

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