Beim ersten Mal war’s noch schee: 1. Probe Serbien, Mazedonien

So, leider wurde ich durch private Dinge aufgehalten, daher muss ich den heutigen dritten Probentag in Baku ein wenig im Schnellgang abhandeln, wenn ich noch ein bisschen Schlaf haben will. Das zweite Semi ist bekanntlich das der Balkan-Balladen, und mit einem Doppelschlag geht’s gleich los. Željko Joksimović liefert mit ‚Nije Ljubav Stvar‘ die altbekannte und  hoch geschätzte volle Dosis großen Herzeleids. Und auch, wenn im Gegensatz zur serbischen Songpräsentation das Symphonieorchester fehlt und der Meister und seine Mannen zur Kameraprobe eher casual erschienen, ist klar, dass er wieder ganz großes, gefühlsgewaltiges Kitschkino abliefern wird. Das kann keiner so gut wie er. Mit vier anderen exjugoslawischen Staaten im gleichen Semi sind ihm daher 48 Punkte schon mal sicher, und es dürften noch ein paar mehr werden. Zu Recht.

httpv://youtu.be/WwpbRPdSLcg
Never change a winning Formula (RS)

Einziges Manko: wie bei jeder guten Droge ist die Wirkung beim ersten Mal am eindrücklichsten, in der Wiederholung knallt es nicht mehr ganz so gut. Weswegen Željko im Vergleich zu seiner Balkankollegin Kaliopi Bukle fast ein bisschen lasch wirkt. Die mazedonische Gundel Gaukeley verzichtet dankenswerterweise auf das kerzenüberladene Klavier und steht während ihrer gesamten drei Minuten einfach nur hinter dem Mikrofonständer. Selbst ihre fakemusizierenden Begleiter, die nur dabei sind, um die Bühne aufzufüllen, wirken völlig überflüssig. Denn Kaliopis Show ist sie selbst: sie verfügt über ein fantastisch ausdrucksstarkes Gesicht und eine sensationell lebenserfahrene Raspelstimme und zieht einen allein damit völlig in den Bann. Ihr ‚Crno e belo‘ ist nicht nur der beste Balkanbeitrag dieses Jahres, sondern auch eines der wenigen wirklich guten mazedonischen Lieder. Um so ärgerlicher und ungerechter, dass sie aufgrund ihrer Auslosungs-Arschkarte direkt hinter dem Platzhirsch dieses Semis starten und somit untergehen wird. Denn sie hätte das Finale viel mehr verdient!

httpv://youtu.be/-zzK8ovS9xk
Nur den Schrei bei 3:04 Min hätte es nicht gebraucht (MK)

3 Gedanken zu “Beim ersten Mal war’s noch schee: 1. Probe Serbien, Mazedonien

  1. Na schau mal einer an, wer gibt denn da nix mehr auf sein Geschwätz von gestern kaliopibezüglich? 😀 😀 😀

    Abgesehen davon kann ich Dich beruhigen: Ich gehe inzwischen fest davon aus, dass wir BEIDE im Finale wiedersehen werden. Absolut zu Recht.

    Und ich will trotzdem ne italienische Version von dem mazedonischen Lied!

  2. Ich hab schon immer gesagt: alle Einschätzungen von den Semis und Vorschauvideos verlieren mit den Proben für die Liveshow ihre Gültigkeit und werden durch neue ersetzt. Also ja, Geschwätz von gestern. 🙂 Und natürlich hab ich mir das Lied auch inzwischen schöngehört. Weswegen ich punktetechnisch skeptisch bleibe: denn 99% der Zuschauer hören das Lied am Donnerstag zum ersten und einzigen Mal. Und ‚Crno e belo‘ geht halt nicht so gefällig ins Ohr wie Peter Alexander, äääh, Zeljko.

  3. Kaliopi und ihr Beitrag haben mich ja von Anfang an fasziniert. Sie ist ja weiterhin meine Nummer 1 (und inzwischen habe ich mir auch schon einige CDs von ihr zugelegt; allein hat sich die Eurovision dieses jahr für mich schon wieder gelohnt).
    Aber die Probe heute hat dem ganzen noch ein Krönchen aufgesetzt. In meinen Augen die perfekteste Leistung bislang.
    Und der Schrei ist doch mit das beste am Stück! Mir läuft es jedesmal kalt über den Rücken. Und sie trifft beim Schreien ja sogar den Ton jedesmal exakt. Einfach fantastisch, auch und gerade live.

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