Je vais me marier, Marie: 1. Probe Slowenien, Kroatien

Und damit zu den Proben des heutigen Tages. Los ging es mit Eva Boto aus Slowenien und ihren fünf Begleitsängerinnen, alle in unterschiedlichen (und unterschiedlich ansehnlichen) Brautkleidern, allerdings ohne den von der Vorentscheidung so berühmten Tüllknüll im Haar. Evas Brautkleid als einziges nicht in weiß, sondern creme, und mit üppigen floralen Applikationen versehen, die nicht nur arg auftragen und der zierlichen Siebzehnjährigen hüftabwärts die Figur von Joy Fleming verleihen, sondern auch noch aussehen, als habe Fleurop einmal quer drübergekotzt. Dafür wirkt die Choreografie zu ihrer klassischen Balkanballade stimmig und zurückgenommen, und auch die Sängerin schont sich erkennbar noch für das Semi, wo es drauf ankommt. Um sie müssen wir uns keine Sorgen machen.


Die Windmaschine läuft sachte auf Stärke Carola 2 (SI)

Im Gegensatz zu Nina Badrić, und das aus gleich zwei Gründen. Sie performt in einem rückenfreien, schwarzen Vokuhilakleid mit hellem Innenfutter und einer sehr zarten weißen Schleife, begleitet von drei sie unterstützenden Chorsängerinnen, die gelegentlich energiespendende Aufmunterungskreise um die scheinbar schwer leidende Kroatin bilden. Leider kommt ihre arg verhaltene Balkanballade ‚Nebo‘ überhaupt kein bisschen aus dem Quark, und so dürfte für sie in diesem Semi wohl kein Blumentopf zu gewinnen sein. Außer vielleicht dem Sonderpreis der OGAE für die anbetungswürdigsten männlichen Tänzer, die pünktlich zum letzten Refrain hinter dem Grüppchen ein riesiges, leeres Transparent entrollen, auf dem problemlos die Aufschrift „Fuck off, Ilham Aliyev!“ Platz hätte. In Versalien. Sollte die kroatische Delegation also zusätzliches UV-Licht verlangen, das Zaubertinte sichtbar machen kann, würde ich als Veranstalter ein bisschen mißtrauisch…


Wirkt sie wegen des Transparentes so unentspannt? Nina (HR)

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