Well, would you? 1. Probe Schweiz, Belgien, Finnland

Und zum Schluß des heutigen ersten Probentages noch das Ödnis-Trio im Dreierpack. Es beginnt mit den beiden Pseudorockbrüdern aus dem schweizerischen Tessin, SinPlus, die zwischenzeitlich erstaunlicherweise gelernt haben, nicht mehr „swiem agänst ze Strimm“ zu singen. Sondern „swimm against de Strimm“. Ist ja schon mal ein Fortschritt. Einer der Beiden trat bei der Probe in engen Lederjeans an – leider der Falsche, nämlich der Leadsänger. Der verfügt immer noch über so viel Charisma wie ein Aufbackbrötchen, und selbst wenn man hoch repetitiven Rockpop mag: hinter dem rumänischen Sommerhit ist diese dröge Nummer verloren. Zu Recht.

httpv://youtu.be/1y04q-5Clfo
Ein echter Rockschuppen-Auftritt. Wie langweilig! (CH)

Iris‚ Frage ‚Would you?‘ lässt sich mit einem klaren „Nein“ beantworten. Die gute Nachricht ist, dass sie das Storch-im-Salat-Kleid aus der belgischen Vorentscheidung gegen etwas Besseres austauschte und auch das alberne Knieschunkeln aufgegeben hat. Die schlechte Nachricht: ihr sterbenslangweiliges Lied ist immer noch dasselbe. Und weiterhin so interessant wie die Zeichnung einer geschlossenen Schneedecke auf einem weißen Blatt Papier. Letzter Platz in diesem Semi.

httpv://youtu.be/ywMdlTSOjJ8
„It’s for the real Stage“: auf einer echteren Bühne wirst Du nie mehr stehen, Kind! (BE)

Bleibt noch Pernilla aus Finnland. Sie tritt in einem Vokuhila-Kleid an, dessen Schleppe im Windmaschinensturm lustig vor sich hin wedelt. Was noch das Unterhaltsamste am gesamten Auftritt ist. Und für Pernilla wohl das Anstrengendste: bei der Probe trug sie einen Pulli über dem Kleid, wohl um angesichts des kühlen Luftzuges keinen Brustspitzenkatarrh zu erleiden. Auf ihre sonderbare Tänzerin aus der Vorentscheidung verzichtete sie, dafür sitzt nun ein junger Cellist (oder was immer er da spielt) neben ihr auf der Bühne und langweilt sich mit uns, während sie auf Schwedisch vor sich hin knödelt. Da Schweden unglückseligerweise im anderen Semi abstimmt, bin ich mir mittlerweile ziemlich sicher, dass sie es, wie die beiden Anderen auch, keinesfalls ins Finale schafft.

httpv://youtu.be/vhlGccVKdy0
Wehrlos im Sturm der Windmaschine (FI)

5 Gedanken zu “Well, would you? 1. Probe Schweiz, Belgien, Finnland

  1. Also dieses türkisfarbene Dingsda von Frau Pernilla empfiehlt sich ja schon mal nachdrücklich für den Barbara-Dex-Award…. tse….

  2. Ich würde Belgien noch nicht abschreiben. Es gibt kaum Balladenkonkurrenz, sie erinnert ein bißchen an Filipa Azerveda (oder wie sie hieß), der man den Finaleinzug auch nicht direkt zugetraut hätte und Evelina Sasenko hat mit einer klassisch gestrickten Ballade sogar das Jury-Voting gewonnen. Im Finale wird Iris sicher fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel, aber im Semi hat sie meiner Meinung nach noch alle Chancen. Denn im Grunde hat sie hier nur einen Gegner: Die Finnin, die direkt hinter ihr startet. Und da halte ich Iris für einen Tick (Jury-)massentauglicher.

    Die Schweiz gefällt mir nach wie vor und ich bedaure sehr, dass wir im ersten Semi nicht mitstimmen können. Ich überlege gerade, wie Lys Assia wohl auf diesem Startplatz gewirkt hätte …

  3. „Die Finnin“ hat eindeutig das interessantere Lied (melodisch, dramaturgisch und textuell). Allerdings scheint sich Pernilla, wie der gestrige Probentag zeigte, durch das ganze „große“ Drumherum mächtig aus dem Konzept bringen zu lassen. Wenn sie das nicht in den Griff kriegt, könnte tatsächlich die professioneller wirkende Iris mit ihrem wirklich langweiligen Song die Nase vorn haben.

  4. Die Schweiz finde ich stimmlich nicht überragend und einfach flach auf der Bühen, da geht hoffentlich noch was. Belgien ist leider grausam, da möchte ich keine Fritte sein – einfach langweilig, egal was Mutti noch anziehen wird.  Und Finnland kann mit Cello oder Bratsche gleich mit Belgien zusammen die Tickets für den Rückflug buchen – Hilfe

  5. nun ja, für mich bleibt das finnische lied eins der schönen des jahrgangs. die musik weckt bei mir erinnerungen an skandinavische sommer und  die herbe schönheit der landschaft. mag nicht jeder, aber warten wir mal ab (ich bin allerdings so realistisch zu glauben, dass es ganz schwer wird – zumal der balkan, der der folkloristischen musik etwas zugeneigter ist, quasi komplett im anderen semi abstimmt).

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