Per­len der Vor­ent­schei­dung: Denz wid me, Con­stan­ti­nos!

Ein Quell nie ver­sie­gen­der Hei­ter­keit, der Schwei­zer Vor­ent­scheid. Kaum ist der ers­te Schock über die erneu­te Teil­nah­me von Lys Assia ver­daut, gehen die Anmel­de­zah­len auf dem Euro­vi­si­ons­por­tal des Schwei­zer Fern­se­hens sprung­haft in die Höhe: von trau­ri­gen zehn ver­gan­ge­nen Sams­tag auf sagen­haf­te 20 Inter­es­sen­ten an die­sem Mitt­woch! Und auch wei­te­re (hüs­tel) Euro­vi­si­ons­pro­mi­nenz tum­melt sich dar­un­ter: Con­stan­ti­nos Chris­to­fo­rou, 1996, 20021)Da als Teil der Boy­band One und 2005 für sei­ne Hei­mat­in­sel Zypern am Start, geht heu­er mit einem unglaub­lich bil­li­gen Dance-Song fremd. Titel: ‘I still remem­ber’.2)Nachtrag 07.10.12: Unver­ständ­li­cher­wei­se zog Con­stan­ti­nos einen Tag vor Anmel­de­schluss sei­ne Teil­nah­me in der Schweiz zurück. Erhielt er ein bes­se­res Angebot? Ob das auch für sei­ne Fans gilt? A pro­pos Dance: neben dem bereits gelob­ten Män­ner­chor Stei­li Kräs­sa schafft es in die­ser Woche der St. Gal­le­ner Mau­ro Tibe­ri, sich als Kult­knal­ler zu eta­blie­ren. Mit dicken Kopf­hö­rern auf den Ohren wan­dert der sym­pa­thisch ver­peilt wir­ken­de jun­ge Mann durch die blitz­saube­re Innen­stadt und beläs­tigt nichts­ah­nen­de Pas­san­ten mit der Auf­for­de­rung: ‘Dance with me’. Bezie­hungs­wei­se: “Komm on änd denz wid me, dis is wat ei wont” – denn mit der eng­li­schen Aus­spra­che hat er es nicht so. Aber das ken­nen wir ja schon von Sin­Plus (“Swiem agänst se strimm”).


Schön: Mau­ro fin­det trotz Sprach­be­hin­de­rung die Lie­be sei­nes Lebens

Unter den rest­li­chen Neu­zu­gän­gen gibt es dann nicht mehr all zu viel Erwäh­nens­wer­tes: eine obsku­re Grup­pe namens Max and the Ducks pene­triert uns gleich dop­pelt mit einem schlim­men groß­stadt­war­ne­ri­schen Gesumm­se (‘Sin in the City’) und furcht­ba­rem ope­ret­ten­haf­ten Geknö­del (‘My Heart is on the Road again’). Und dann gibt es noch einen – ver­ständ­li­cher­wei­se – mas­kier­ten Fal­co-Wie­der­gän­ger namens Enimo, des­sen Prä­sen­ta­ti­ons­clip zum unfass­li­chen Bon­tem­pi-Opus ‘E lau che drue’ offen­sicht­lich von einem far­ben­blin­den Vier­jäh­ri­gen mit­tels Win­dows Movie Maker zusam­men­ge­stop­pelt wur­de. Ange­sichts der bis­lang mage­ren Aus­beu­te ver­län­ger­te das Schwei­zer Fern­se­hen die Anmel­de­frist gar um eine Woche auf den 8. Okto­ber: ob das noch was bringt? Von der Vor­ent­scheid­hoff­nung Fred West­on (Con­nais­seu­re erin­nern sich) ist die­ses Jahr näm­lich lei­der nichts zu erwar­ten: bei des­sen neu­es­tem Werk han­delt es sich um einen Wahl­wer­be­song für den umstrit­te­nen öster­rei­chi­schen Poli­ti­ker Frank Stro­nach – das ver­stößt gegen jede EBU-Vor­schrift…


Hier, weils so schön war, noch mal die ‘Lady of Swiss’

Fußnote(n)   [ + ]

1. Da als Teil der Boy­band One
2. Nachtrag 07.10.12: Unver­ständ­li­cher­wei­se zog Con­stan­ti­nos einen Tag vor Anmel­de­schluss sei­ne Teil­nah­me in der Schweiz zurück. Erhielt er ein bes­se­res Angebot?

3 Gedanken zu “Per­len der Vor­ent­schei­dung: Denz wid me, Con­stan­ti­nos!

  1. Wenn man sich die Kon­kur­renz so anscheut, könn­te man sich ja fast selbst bewer­ben und zu Dorf­dis­co­beat das Tele­fon­buch von Zürich vor­le­sen oder so. Man hat dann gute Chan­cen, sogar zu gewin­nen!

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