Schweiz: Lys Assia gibt nicht auf

Sie gehört ein­fach zum Euro­vi­si­on Song Con­test wie die Wes­pen zum Zwetsch­gen­ku­chen: das mitt­ler­wei­le 88jährige Grand-Prix-Urge­stein Lys Assia, die ers­te Sie­ge­rin von 1956. Und sie scheint fest ent­schlos­sen, auf Bie­gen und Bre­chen noch ein­mal mit­zu­ma­chen: wie sie dem Bou­le­vard­blatt Blick erzähl­te, will sie erneut bei der schwei­ze­ri­schen Vor­ent­schei­dung antre­ten – wie­der­um mit einem Song aus der Feder von Ralph Sie­gel. Nach­dem sie 2012 mit ihrer gro­ßen Final-Curtain-Bal­la­de ‘C’etait ma Vie’ nicht zum Zuge kam, will sie es dies­mal mit einem “moder­nen” Titel ver­su­chen: einem “Pop­song mit Rap-Ein­la­gen”, bei dem sie vier “Ber­ner Buben” von New Jack, einem Hip-Hop-Act, unter­stüt­zen. “Das Lied hat Pfiff und spricht auch die Jun­gen an,” zeigt sich die Assia über­zeugt. Und auch für ihre jun­gen, schwar­zen Beglei­ter fin­det sie nur loben­de Wor­te: “Sie sind höf­lich, wohl­erzo­gen und über­aus talen­tiert,” so die Gran­de Dame begeis­tert (ver­mut­lich wird sie von den Her­ren gesiezt, wie es sich geziemt). Bis Ende der Woche soll das Bewer­bungs­vi­deo abge­dreht und auf das Vor­ent­schei­dungs­por­tal des Schwei­zer Fern­se­hens hoch­ge­la­den sein. Und ich weiß gar nicht, wie ich bis dahin mei­ne Vor­freu­de noch unter Kon­trol­le hal­ten soll!


War die ers­te Hip-Hop­pe­rin der Musik­ge­schich­te: Lys Assia 1958

11 Gedanken zu “Schweiz: Lys Assia gibt nicht auf

  1. Der Blick-Arti­kel bringt mich irgend­wie auf fol­gen­de Rech­nung. Lys Assia 88, Ralph Sie­gel 66, wenn sie den Vor­ent­scheid gewin­nen soll­te, dann wird sie beim ESC bestimmt 22ste.

  2. Ach, es geht wie­der los! Nein, die­se Freu­de.  Die­se Mel­dung (und des Blog-Schrei­bers und -Betrei­bers) hat mei­nen Tag geret­tet.  Das ESC 2013-Fie­ber scheint lang­sam wie­der stei­gen. Jubel!
    Dass es gleich so ein Scoop sein wür­de, der die 2013-Sai­son ein­läu­tet, ver­heißt “hei­ße” Auf­re­ger bis Mit­te Mai. Jupp­ei­di.

  3. Mein Gott, vor lau­ter Auf­re­ge­ung schrei­be ich wie ein Analpha­bet, Blog-Betrei­ber “Stil” und beim Fie­ber fehlt ein “zu”. Es juckt mich, ihr merkt’s!

  4. Ich hat­te ja heu­te mor­gen kurz­fris­tig Angst um mein Zwerch­fell, als ich da gele­sen habe, und muss­te auf den Kalen­der erst­mal nach­schau­en, ob nicht der ers­te April ist. Machen wir uns nix vor, Kin­ders: Die bei­den wer­den es jetzt jedes Jahr ver­su­chen (wahl­wei­se auch die euro­päi­schen Zwerg­staa­ten abklap­pernd – bewa­re, bewa­re, bewa­re, lie­be Liech­ten­stei­ner, wenn Ihr es dann end­lich auf die Rei­he kriegt.…), so lan­ge, bis sie ent­we­der den Löf­fel abge­ben oder noch­mal gewin­nen. Das kann dau­ern; wenn man sich das klei­ne Foto im Blick-Arti­kel anschaut, sieht man, dass die immer­hin 88jährige Lys wesent­lich fri­scher und weni­ger ver­lebt aus­sieht als der im Ver­gleich ja qua­si noch jugend­li­che 66jährige aus Solln. Und da Unkraut nicht ver­geht, wird Lys min­des­tens 110, wäh­rend Ral­phie sich in den Kopf gesetzt hat, spä­tes­tens zum 100jährigen Sie­ges­ju­bi­lä­um 2082 noch­mal zu gewin­nen. Und unka­putt­bar, wie er nun mal ist, wird er das auch schaf­fen. Und so lan­ge wird uns die­ses Duo Infer­na­le jedes Jahr mit noch absur­de­ren Bei­trä­gen erfreu­en – JUPP­HEI­DI!

    Lys und Ral­phi für Mal­mö 2013! Und für Zürich 2014 (Titel­ver­tei­di­gung!)

  5. Ich bin ja auch der fes­ten Über­zeu­gung, dass es die­ser eiser­ne Alters­starr­sinn ist, die­se zwang­haf­te Fixie­rung auf “ich will noch mal mit­ma­chen und gewin­nen”, die­ses Ver­fol­gen eines gro­ßen Ziels ohne jede Rück­sicht auf Ver­lus­te, das die Bei­den am Leben (und für ihr Alter so ver­gleichs­wei­se jugend­lich frisch) erhält. Die Zwei wer­den älter wer­den als Jop­ie Hee­sters und die Assia wird uns alle über­le­ben!

  6. Dar­aus folgt also: Setz dir unmög­li­che Zie­le und ver­fol­ge sie mit aller dir zur Ver­fü­gung ste­hen­den Ver­bis­sen­heit, dann wirst du hun­dert Jah­re alt! (Oder älter). ESC ist echt Schu­le fürs Leben 😀

  7. Ich (ein Jun­ge der 17 Jah­re alt ist und somit zu Lys Assi­as Ziel­grup­pe gehört) bin geschockt von die­ser Mel­dung.
    Ich fand und fin­de “C´etait Ma Vie” sehr schön, aber die Idee mit dem Hip-Hop-Act ist nicht gut.
    OK, der Song ist zwar noch nicht drau­ßen, aber den­noch ahne ich Böses…

  8. Ich ahne auch Böses. Aber weni­ger wegen Lys oder den Hip-Hop­pern, son­dern wegen Ralph Sie­gel, der musi­ka­lisch irgend­wo im letz­ten Jahr­hun­dert ste­hen geblie­ben ist und – für mei­ne Ohren – immer ganz ähn­li­che alt­ba­cke­ne Har­mo­ni­en ver­wen­det.

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