Mal­mö bleibt popo­frei: Por­tu­gal und Polen sagen ab

Gleich im Dop­pel­pack kamen heu­te die Absa­gen: sowohl das bereits 2012 (mit der beschä­men­den Aus­re­de “Fuß­ball”) absti­nen­te Polen als auch der bis­lang uner­müd­li­che Euro­vi­si­ons­un­derdog Por­tu­gal wol­len dem Euro­vi­si­on Song Con­test 2013 in Mal­mö fern­blei­ben. Bei­den beim Grand Prix chro­nisch schlecht plat­zier­ten Län­dern gelang seit Ein­füh­rung der Semis im Jah­re 2004 kaum noch eine Final­qua­li­fi­ka­ti­on, ledig­lich das aktu­ell von der Rezes­si­on schwer gebeu­tel­te Por­tu­gal hat­te von 2008 bis 2010 einen klei­nen Lauf (unver­ges­sen der von Her­zen kom­men­de, kol­lek­ti­ve Jubel­schrei aus tau­sen­den Keh­len in der Bel­grad-Are­na, als die über­aus lie­bens­wer­te Vânia Fer­nan­des im Semi als letz­te Teil­neh­me­rin für das Fina­le bestä­tigt wur­de), muss­te sich dort dann aber mit ent­täu­schen­den Ergeb­nis­sen beschei­den. Chro­ni­scher Finanz­man­gel, die mage­re Erfolgs­bi­lanz und die dar­aus resul­tie­ren­den mau­en Ein­schalt­quo­ten zu Hau­se dürf­ten wohl den Aus­schlag für die bei den meis­ten Fans mit gro­ßer Bestür­zung auf­ge­nom­me­ne Ent­schei­dung gege­ben haben. Die Sen­der bei­der Po-Staa­ten hiel­ten sich aber eine mög­li­che Rück­kehr 2014 offen.


Von einem Kroa­ten mit­kom­po­niert: Por­tu­gals bes­ter Bei­trag

Por­tu­gal, das seit der Erst­teil­nah­me 1964 trotz ste­ti­gen Schei­terns sto­isch dabei blieb und, wenn es nicht gera­de zwangs­wei­se aus­set­zen muss­te, Euro­pa völ­lig unver­dros­sen Jahr für Jahr mit der zu Recht auf tau­be Ohren sto­ßen­den, drö­gen hei­mi­schen Fado-Kul­tur heim­such­te, konn­te sich mit die­ser Hart­nä­ckig­keit bei vie­len Euro­vi­sio­nis­tas eine gewis­se Ver­eh­rung erar­bei­ten, zumin­dest aber Respekt für das fast durch­gän­gi­ge Fest­hal­ten an der Lan­des­spra­che. Gera­de die­se wie­der­um illus­triert exem­pla­risch die Tra­gö­die der einst­mals stol­zen See­fah­rer­na­ti­on: mit ihren vie­len mat­schi­gen “Sch”-Lau­ten und der schlep­pen­den, bei­na­he koma­tös anmu­ten­den Into­na­ti­on wirkt Por­tu­gie­sisch nun mal wie die Kaf­fee-Hag-Vari­an­te der feu­ri­gen Sprach­schwes­ter Spa­nisch, depres­siv und fahl. Kein Wun­der, dass das Land in sei­nen 46 Jah­ren Euro­vi­si­ons­ge­schich­te ledig­lich sie­ben Top-Ten-Plat­zie­run­gen ein­fuhr – alle­samt in der Jury-Ära. Polen hin­ge­gen fand trotz eines ful­mi­nan­ten Auf­tak­tes (Platz 2 bei der Erst­teil­nah­me 1994, zugleich das bes­te Ergeb­nis) beim Grand Prix nie eine eige­ne Linie. Ledig­lich mit dem unglaub­lich kit­schi­gen, auf­grund sei­ner Authen­ti­zi­tät aber bewe­gen­den Welt­frie­dens­schla­ger ‘Żad­nych gra­nic (Kei­ne Gren­zen)’ von Ich Tro­je konn­te das Land 2003 noch mal ein Glanz­licht set­zen. Den­noch hof­fe ich natür­lich auf eine bal­di­ge Rück­kehr der Po-Po-Natio­nen!


Von zwei Deut­schen mit­kom­po­niert: Polens bes­ter Bei­trag

Kein Polen, kein Por­tu­gal in Mal­mö.

  • Eine Tra­gö­die! Bei­de Län­der wer­de ich schmerz­lich ver­mis­sen. (38%, 19 Votes)
  • Auf Polen kann ich ver­zich­ten, um Por­tu­gal tut es mir leid. (22%, 11 Votes)
  • Dar­an ist nur Chris­ter Björk­man Schuld! (22%, 11 Votes)
  • Bedau­er­lich, aber ange­sichts der schlech­ten Ergeb­nis­se ver­ständ­lich. (14%, 7 Votes)
  • Kein Ver­lust. Von denen kam eh meist nichts Geschei­tes. (2%, 1 Votes)
  • Auf Por­tu­gal kann ich ver­zich­ten, um Polen tut es mir leid. (2%, 1 Votes)

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4 Gedanken zu “Mal­mö bleibt popo­frei: Por­tu­gal und Polen sagen ab

  1. Das mit Polen und Por­tu­gal ist wirk­lich das Aller­letz­te! Wofür war ich im August in Lis­sa­bon, nach­dem ich (fast) jedes EM-Spiel, für das TVP die gan­ze Koh­le hin­ge­blät­tert hat, ange­se­hen habe? Tststs …

  2. *heul* das ist bei­des außer­or­dent­lich bedau­er­lich!!! Ja, sie waren bei­de sicher­lich nicht beson­ders erfolg­reich, aber sie haben das Euro­vi­si­ons­me­nü doch immer deut­lich bun­ter gemacht. Echt scha­de… hof­fent­lich sind sie bei­de bald wie­der dabei!

  3. Die EBU soll­te den Popo-Staa­ten mehr ent­ge­gen kom­men und finan­zi­ell unter die Arme grei­fen.
    Hat man das in den letz­ten Jah­ren bei den Neu­zu­gän­gen und den Zwewrg­staa­ten nicht auch prak­ti­ziert ?

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