Durch­marsch der Homo-Has­ser: die Heils­ar­mee fährt nach Mal­mö (CH 2013)

Als Favo­ri­ten gin­gen sie ins Ren­nen, und tat­säch­lich sieg­ten sie mit 37,5% der Anru­fe deut­lich: die sechs sin­gen­den Vertreter/innen der schwei­ze­ri­schen Heils­ar­mee gewan­nen soeben mit ihrem Rock­schla­ger ‘You and me’ bei der Gro­ßen Ent­schei­dungs­show das Ticket nach Mal­mö. Die genera­ti­ons­über­grei­fen­de Kap­pel­le, deren ältes­ter Teil­neh­mer stol­ze 94 Jah­re vor­wei­sen kann und damit den aktu­el­len Rekord der rus­si­schen Babush­ki in den Schat­ten stellt, über­zeug­te trotz eines eher lah­men Auf­tritts wohl nicht zuletzt auf­grund der Schnu­ckel­punk­te für den leicht an Prinz Har­ry erin­nern­den Lead­sän­ger Chris­toph Jakob sowie für Jonas Gygax, das David-Beck­ham-Dou­ble an der Rock­gi­tar­re. Sehr ent­täu­schend: von der Jury-Vor­sit­zen­den Hel­la von Sin­nen, eins­ti­ge deut­sche Vor­zei­ge­les­be, kam wäh­rend der Sen­dung kein kri­ti­sches Wort über die Hom­ofeind­lich­keit der hin­ter den Band ste­hen­den evan­ge­li­ka­len Kir­che, die erst im Som­mer in der Schweiz von sich reden mach­te, als sie eine offen les­bisch leben­de Füh­rungs­kraft ent­ließ. Erst nach der Show unk­te sie in einem Zei­tungs­in­ter­view, die Heils­ar­mee wer­de wohl “kei­ne Punk­te von den Homo­se­xu­el­len Euro­pas erhal­ten. Wer uns nicht unter­stützt, den unter­stüt­zen wir auch nicht”. Solch ein State­ment hät­te ich mir eigent­lich live on Air erhofft!


You sexy Homo Hater: die Heils­ar­mis­ten

Hat die Schweiz mit der Heils­ar­mee Chan­cen aufs Fina­le?

  • Auf jeden Fall! Das ist schön ein­gän­gig und hat Aus­strah­lung, das kommt wei­ter. (35%, 67 Votes)
  • Ein Act mit reli­giö­sem (und hom­ofeind­li­chen) Back­ground soll­te gar nicht erst zuge­las­sen wer­den. (28%, 54 Votes)
  • Auch die­ser Sie­gel­sound-Abklatsch wird wie­der schei­tern, und mit Recht. (23%, 44 Votes)
  • Wenn noch ein paar Län­der absa­gen, sind sie eh direkt fürs Fina­le qua­li­fi­ziert. (14%, 26 Votes)

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13 Gedanken zu “Durch­marsch der Homo-Has­ser: die Heils­ar­mee fährt nach Mal­mö (CH 2013)

  1. Eigent­lich ein sehr guter Song. Schau­en wir mal, was sonst noch kommt. Auf einen Final­ein­zug der Schweiz will ich mich jetzt noch nicht fest­le­gen. Ist aber mög­lich.
    Hof­fent­lich führt die Mal­mö-Tour zur Erkennt­nis, dass Schwu­le und Les­ben doch nur Men­schen sind…

  2. Ob das der Schwu­len­com­mu­ni­ty nun gefällt oder nicht, ihr Lied wur­de von der Mehr­heit der Schwei­zer Zuschau­er nun mal gewählt. Das ist zu akt­zep­tie­ren.  Das Lied an sich ist gar nicht mal schlecht. Jedoch ist es noch viel zu früh ein Pro­gno­se abzu­ge­ben. Von der Qua­li­tät her, sehe ich die Schweiz und Weiß­russ­land auf einem Level. 

  3. Und natür­lich sind es die homo­pho­ben Arsch­lö­cher gewor­den…

    Mein Favo­rit war “J’avais ren­dez-vous”, aber mit “The point of no return” und (wegen ‘Jury’) auch Jes­ses Lied hät­te man beim Grand Prix die bes­ten Aus­sich­ten gehabt. Scha­de!

     

  4. Du gene­ra­li­sierst da gera­de aber auch ziem­lich und noch dazu in so belei­di­gen­der Wei­se, dass es kein Gutes Licht auf die Com­mu­ni­ty wirft. Aber gut, fana­tisch ver­dam­men ist wohl auf jeder Sei­te des Ufers gleich leicht.

    Falls die Heils­ar­mee nicht teil­neh­men darf, wie in dem ver­link­ten Arti­kel ange­deu­tet, wür­den dann eigent­lich die zweit­plat­zier­ten Car­rou­sel nach Mal­mö fah­ren? Das wür­de mir von der musi­ka­li­schen Sei­te her bes­ser gefal­len.

  5. .… na ja, letz­ten Endes sind doch 99% aller (streng) reli­giö­sen Men­schen homo­phob – das ist nun­mal die bit­te­re Wahr­heit. Aber das Lied ist trotz­dem gut, und hat m.E. durch­aus rea­lis­ti­sche Final­chan­cen. Es ist ja nicht so, als ob die Gay Com­mu­ni­ty allein über das Abschnei­den eines Songs ent­schei­den wür­de; das haben die schlech­ten bis mit­tel­mä­ßi­gen Ergeb­nis­se man­cher Fan­fa­vo­ri­ten bewie­sen.

  6. Das ist wie­der typi­sche Fan-Hys­te­rie, dass sie nicht teil­neh­men dürf­ten. Soweit ich die EBU-Regeln im Kopf habe, darf ein Bei­trag kei­ne poli­ti­schen State­ments ent­hal­ten. Das tut “You and me” nicht. Gegen Reli­gi­on hat die EBU nichts, es waren ja schon etli­che gott­ge­fäl­li­ge Lie­der beim Grand Prix (“Amen”, “Hal­le­lu­ja”, etc.). Und sie stel­len sich ja auch nicht auf die Büh­ne und sin­gen “Homo­se­xua­li­tät ist Sün­de”. Es spricht also nichts gegen ihre Teil­nah­me in Mal­mö. Auch wenn mir Car­rou­sel natür­lich eben­so sehr viel bes­ser gefal­len hät­te. 🙂

  7. Ha ha ha, was ist denn das jetzt schon wie­der für ein Unfug? Jeder Teil­neh­mer, der für sei­nen Titel einen Ver­trag mit einer Plat­ten­fir­ma hat, wird von einer “kom­mer­zi­el­len Orga­ni­sa­ti­on” geschickt. Solan­ge im Titel kei­ne Mar­ken­na­men wie “Coca-Cola” oder “Face­book” vor­kom­men, ist alles okay. Und die EBU wird sich ganz sicher nicht mit einer reli­giö­sen Orga­ni­sa­ti­on anle­gen. Ich mag die Heils­ar­mee ja auch nicht, aber jetzt ist doch mal gut… wel­che Dro­gen neh­men die da bei den Schwei­zer Medi­en? 😀

  8. Bei der Heils­ar­mee einen Mord­szir­kus ver­an­stal­ten, aber bei Caro­la vor Ver­zü­ckung in Ohn­macht fal­len.

    Man­che ESC-Fans sind ganz schön inkon­se­quent.

    PS: “You and Me” ist doof. Was ne Aller­welts­num­mer.

  9. Aller­welts­num­mer stimmt. Fast schon däni­sche Aus­nah­me. 😉 Aber die waren ja mit so etwas ähn­li­chem ja auch häu­fig erfolg­reich. Fina­le dürf­te also drin sein.

  10. Find’ den Song musi­ka­lisch mal gar nicht über­zeu­gend. Aber bei der Heils­ar­mee von “Home-Has­sern” zu reden, ist schlicht Unfug! Die hel­fen dem homo­se­xu­el­len Obdach­lo­sen, der les­bi­schen Pro­sti­tu­ier­ten, dem schwu­len Alko­ho­li­ker genau­so selbst­los, wie jedem ande­ren auch. Ich per­sön­lich glau­be übri­gens nicht an die Wir­kung von Homöo­pa­thie  – ich “has­se” aber dar­um doch nicht Men­schen, die auf homöo­pa­thi­sche Behand­lungs­me­tho­den schwö­ren …

Oder was denkst Du?