Litau­en schickt… etwas (LT 2013)

Es gibt sol­che Acts, da tue ich mich wirk­lich schwer damit, sie ange­mes­sen zu beschrei­ben. Man stel­le sich vor: der jün­ge­re Bru­der von a-ha-Front­mann Mor­ten Har­ket (die Älte­ren wer­den sich erin­nern) ver­klei­det sich mit Frack, Flie­ge, Zylin­der und Schu­hen in Krus­ty-the-Clown-Grö­ße als Par­ty-Con­fe­ren­cier, stellt sich auf die Büh­ne und blickt abwech­selnd ver­schüch­tert, ver­schmitzt und ver­lo­ren in die Kame­ras. Soweit, so kom­pli­ziert? Und ich habe noch gar nicht ange­fan­gen, zu ver­su­chen, den Song zu schil­dern! Ein trei­ben­der Elek­tro­beat; ein sphä­risch wabern­der, rocki­ger Syn­thie­sound­tep­pich; eine klas­sisch-kla­gen­de Indie­sän­ger­stim­me, pas­sa­bles Eng­lisch und prak­tisch kein erkenn­ba­rer Refrain. Dazu tan­zen im Büh­nen­hin­ter­grund ein paar Har­le­ki­ne auf Kis­ten und eine Frau im wei­ßen Kleid trägt einen roten Ball durch die Gegend. Klingt ver­wir­rend? Ist es auch. Vor allem, weil mir die­ses abstru­se Kon­strukt auf Anhieb gefällt. Und zu mei­ner gro­ßen Über­ra­schung gera­de die litaui­sche Vor­ent­schei­dung gewon­nen hat. Mei­ne Damen und Her­ren: Andri­us Poja­vis mit ‘Some­thing’!


Kat­ja Ebstein hat ange­ru­fen und will ihre Büh­nen­show von 1980 zurück!

Mor­ten Har­ket Andri­us Poja­vis setz­te sich im aus­schließ­lich von den Juro­ren bestimm­ten Super­fi­na­le der bes­ten Drei gegen zwei dicke Frau­en durch: zum Einen die an Beth Dit­to erin­nern­de Miss Sheep, die gemein­sam mit ihrem trom­mel­schla­gen­den Tech­no­schlumpf Gerai Gerai die sym­pa­thisch-trei­ben­de Elek­tro­num­mer ‘War in the Ward­ro­be’ prä­sen­tier­te, mit der sie bereits in den Vor­run­den beim Publi­kum abräum­te, von der Jury aber zunächst her­aus­ma­ni­pu­liert und spä­ter durch eine Wild­card wie­der ins Ren­nen gebracht wur­de, wor­auf­hin sie das Semi­fi­na­le gewann. Und wäre es rein nach den Zuschau­ern gegan­gen, hät­ten wir sie in Mal­mö gese­hen. Zwei­te Heul­bo­je im Bun­de war Gir­man­tė Vaitku­tė, die nicht nur optisch an Chia­ra erin­ner­te, son­dern auch eine ähn­lich drö­ge Bal­la­de sang, wie es die Mal­te­se­rin bei ihren drei Euro­vi­si­ons­auf­trit­ten stets zu tun pfleg­te. Ihren Final­ein­zug ver­dank­te sie aus­schließ­lich den Juro­ren, das Publi­kum hät­te lie­ber die auch von mir prä­fe­rier­te Bad-Boys-Blue-Gedenk­kap­pel­le Dar gese­hen, die mit ‘Jump’ eine super­ein­gän­gi­ge Refe­renz an die gol­de­ne Ära des Euro­dan­ce­trash Mit­te der Acht­zi­ger brach­te.


Sil­ver Con­ven­ti­on haben ange­ru­fen und wol­len ihre Han­do­gra­phy von 1977 zurück

Hat Litau­en mit sei­ner Indie-Num­mer Chan­cen aufs Fina­le?

  • Zehn aus 16 – das soll­te zu schaf­fen sein. Selbst damit. (39%, 24 Votes)
  • Auf jeden Fall! Das ist auf’s Ange­nehms­te auf­fal­lend, das kommt wei­ter. (32%, 20 Votes)
  • Nie­mals! Das hat doch noch nicht mal eine Melo­die! (29%, 18 Votes)

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9 Gedanken zu “Litau­en schickt… etwas (LT 2013)

  1. Komisch. Wo man hin­kommt, alle mögen den Song. Dabei hat­te ich mich schon so schön auf einen Ver­riss von dir gefreut. 😉

  2. Och Mensch, lei­der ist das Lied doch total lang­wei­lig… Spä­tes­tens nach ner hal­ben Minu­te.
    Gerai & Sheep hat­ten das schö­ne­re Lied am start!!

  3. Auch bei einem Sieg von ‘War in the Ward­ro­be’ hät­te ich froh­lo­cket und lob­prei­set. War auch schön. Ich hät­te es bei­den gegönnt, und ich hat­te den Ein­druck, die sich gegen­sei­tig auch. Viel­leicht kann die tol­le Miss Sheep ja noch bei der Eesti Laul mit­ma­chen, da wür­de sie näm­lich auch gut hin­pas­sen! 😉

  4. Wha…? Was ist denn jetzt kaputt? Wer ist der Autor, und was hat er mit Oli­ver ange­stellt? Ein Song aus einem mit L anfan­gen­den Staat im Bal­ti­kum, und es folgt kein Ver­riss? Ich bin ange­mes­sen erstaunt. 😉

  5. Ehr­lich gesagt, habe mich sel­ten so gelang­weilt bei einem Uptem­po­song.  Was soll eigent­lich der olle Hut auf dem Kopp. Egal ist eh nur Füll­ma­te­ri­al fürs Semi. 

  6. Das Euro­vi­si­ons­jahr ist ja noch jung und ich bin (wir sind) noch nicht durch das Stahl­bad der mal­te­si­schen Vor­ent­schei­dung gegan­gen. Noch hat sich mein Wahr­neh­mungs­fens­ter für nicht hun­dert­pro­zen­tig dem klas­si­schen Euro­vi­si­ons­sche­ma ent­spre­chen­den Lie­dern noch nicht wie­der ganz geschlos­sen. Das ändert sich bestimmt noch, und viel­leicht bekommt auch Litt­le Imp dann noch den begehr­ten Ver­riss nach­ge­lie­fert… 😉

  7. Litau­en wie­der ein­mal mutig – und huch, mir gefällt das auch auf Anhieb – ein höchst char­man­tes Etwas.
    Und soll­te es nix wer­den in Mal­mö… dann taugt das Stück dank des roten Bal­les immer noch als neue Erken­nungs­me­lo­die für VOX 🙂

  8. Wo soll ich das Lied ein­ord­nen?
    Irgend­wie hat das Lied etwas schwe­di­sches an sich…
    Die Bezeich­nung “etwas” passt. Letz­tes Jahr wäre das höchs­tens auf dem 20. Platz gelan­det; viel­leicht kann man in drei Mona­ten eine ähn­li­che Plat­zie­rung für 2013 ein­schät­zen.

    Wenigs­tens kann ich hier aber (noch) kein Pla­gi­at erken­nen (anders als bei Weiß­russ­land mit dem “I Need To Know”-Refrain (vgl. Marc Antho­ny) und Bel­gi­en mit der Refrain­struk­tur “Love Kills Over And Over = Cool Vibes, How Don’t You Kill Me?”). Das ist schon mal etwas.

  9. Ach, das ist wirk­lich hübsch und ja, ich habe auch an Kat­ja Ebsteins ‘Thea­ter’ gedacht. Ein wirk­lich ange­neh­mes Som­mer­lied für den spät­näch­mitta­g­li­chen Äpp­ler am Main­ufer mit Blick auf die Sky­line. Habe gera­de mit einer litaui­schen Freun­din von Ger­ma­nys next Bun­des­ka­bi­nett kor­re­spon­diert und alles Gute für die­ses Lied gewünscht.

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