Däne­mark: ich glaub, ich steh im Wald! (DK 2013)

Kann bit­te mal irgend­je­mand die Dänin­nen mit der Exis­tenz von Sham­poo ver­traut machen? Wie bereits die Vor­jah­res­ver­tre­te­rin Solu­na Samay sieht auch die dies­jäh­ri­ge MGP-Sie­ge­rin Emme­lie de Forest aus, als habe sie ihre Haa­re mit ran­zi­gem Rin­der­talg gewa­schen. Ist das so ein Wikin­ger­ding? Immer­hin passt es ins Bild, denn auch musi­ka­lisch sind sie die Inno­va­ti­ons­freu­digs­ten nicht, die Dänen. Zehn Titel beinhal­te­te die heu­ti­ge Melo­di Grand Prix, und neun mal hör­ten wir mehr oder min­der klas­si­schen Euro­vi­si­ons­schla­ger in varia­blen Geschwin­dig­kei­ten und musi­ka­li­schen Fär­bun­gen. Ein­zi­ge Aus­nah­me: eine ster­bens­lang­wei­li­ge Gitar­ren­bal­la­de des däni­schen Ver­tre­ters von 2009, Brinck. Der kam aber eben­so wenig ins Super­fi­na­le wie der G:son-Beitrag ‘We own the Uni­ver­se’ (sind wir jetzt ein biss­chen grö­ßen­wahn­sin­nig gewor­den?) des Tri­os Daze oder, ver­mut­lich aus Kar­ma­grün­den, Kate Hall: sie ist die Ehe­frau von Men­schen­schin­der Det­lef “D!” Soost.


Die Frau aus dem Wald: Emme­lie de Forest

Statt­des­sen tum­mel­ten sich dort noch eine farb­lo­se Blon­di­ne mit dem lang­wei­ligs­ten Song des Abends und die däni­sche Wie­der­auf­ste­hung von Too­ji (NO 2012 und ja, genau so schwul und genau so schief sin­gend) mit dem lus­ti­gen Namen Moha­med Ali. Für die Jün­ge­ren: so nann­te sich mal eine ame­ri­ka­ni­sche Box­le­gen­de, mit der das tuck­i­ge Jün­gel­chen aber nichts gemein hat. Das lag nach dem Jury­vo­ting noch gleich­auf, das Publi­kum ent­schied dann aber ein­deu­tig, der bar­fü­ßig tan­zen­den und ins­ge­samt etwas wald­el­fen­haft wir­ken­den Emme­lie die S-Bahn-Fahr­kar­te über den Öre­sund nach Mal­mö zuzu­ge­ste­hen. ‘Only Teard­rops’, ihr Sie­ger­ti­tel, kommt als dänen­ty­pisch mit­tel­mä­ßi­ger Mid­tem­po­song daher, dem Trom­meln und eine Flö­te einen sehr sanf­ten Hauch von Eth­no-Fla­vour ver­lei­hen. Soll­te sich Emme­lie für ihren Euro­vi­si­ons­auf­tritt, anders als heu­te Abend, noch die Haa­re waschen und ein etwas augen­schmei­cheln­de­res Hän­ger­chen anzie­hen, könn­te das pro­blem­los ins Fina­le durch­rut­schen und gar weit oben auf der Punk­te­ta­fel lan­den. Denn, immer­hin: sin­gen kann sie, und völ­lig ein­schlä­fernd ist der Titel auch nicht.


Dani­je­la (HR 1998) hat ange­ru­fen und will ihr Out­fit zurück

Was sagst Du: kommt Däne­mark mit die­sem Titel ins Fina­le?

  • So sicher wie das Amen in der Kir­che. (56%, 72 Votes)
  • Mal schau­en, was die Kon­kur­renz schickt, aber es sieht gut für sie aus. (34%, 43 Votes)
  • Nicht mit die­sem Out­fit! (10%, 13 Votes)

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27 Gedanken zu “Däne­mark: ich glaub, ich steh im Wald! (DK 2013)

  1. Genau das könn­te “Eupho­ria” beer­ben. Mal sehen, wie das Euro­pa gefällt, aber mein Herz hat sie mehr als Solun­chen vom letz­ten Jahr. Und die­se brau­nen Reh­au­gen, hach <3

  2. Ich als beken­nen­der Lieb­ha­ber des “Solun­chens” (war­um sind alle immer so gemein zu ihr???) hof­fe natür­lich jetzt instän­dig, dass sie von Emme­lie gerächt wird…

    Ich bin jeden­falls hoch erfreut dar­über, dass “Only Teard­rops” gewon­nen hat. Das war so wohl­tu­end inmit­ten die­ser gan­zen “Euphoria”-Kopien, wobei Emme­lie ja vom Gesang her ein biss­chen an Sha­ki­ra erin­nert…
    Es fühlt sich ein­fach toll an, wenn ein aus­län­di­scher Vor­ent­scheid in sei­nem eige­nen Sin­ne aus­fällt. Ich wäre fast gestor­ben bei der Bekannt­ga­be. Wie bei der israe­li­schen VE 2011 mit dem hebräi­schen Geschwa­fel und den vie­len frem­den Schrift­zei­chen, als ich minu­ten­lang mit der Angst leben muss­te, dass mei­ne Favo­ri­tin Dana Inter­na­tio­nal von irgend einem Möch­te­gern-Sän­ger über­holt wird…

    Naja, jeden­falls ist es sehr lobens­wert, wie Däne­mark gewählt hat…

  3. Und “Only Teard­rops” scheint von “Fuc­k­in’ Per­fect” (von Pink) nicht sehr weit ent­fernt zu sein…
    Trotz­dem aber eine Top-Ent­schei­dung der Dänen.

  4. Ich bin auch sehr zufrie­den mit Däne­marks Wahl (wur­de ja auch lang­sam mal Zeit). Gesang und Melo­die­füh­rung kom­men zeit­ge­mäß daher und ich wünsch­te, der Rest des Songs wür­de das auch (kel­tisch ist lei­der nicht mei­ne bevor­zug­te musi­ka­li­sche Rich­tung). Aber gera­de die eth­no­mä­ßi­ge Instru­men­tie­rung gibt dem Gan­zen etwas eigen­stän­di­ges und macht aus dem Act mehr als eine Vor­jah­res­sie­ger-Kopie, was für die Chan­cen eigent­lich nur gut ist. Die ver­spiel­te Flö­te gibt dem Trä­nen­the­ma sogar noch eine opti­mis­ti­sche Note. Für Irland wäre der Bei­trag aller­dings noch authen­ti­scher gewe­sen.

  5. Olli, war­um redu­zierst du die Men­schen immer auf ihr Aus­se­hen? Das war ges­tern eine star­ke däni­sche VE. Gott­sei­dank hat Brink nicht gewon­nen, denn der hat sich mal einen in den Bart genu­schelt. Er war ein­deu­tig der schwächs­te ges­tern abend. Von den 3 Lie­dern die ins Fina­le gekom­men sind, war Only Teard­rops ein­deu­tig das musi­ka­lisch am Inter­es­san­tes­ten. Frau De Forest hat auch am stärks­ten gesun­gen. Herr Ali hat mich tat­säch­lich an Too­jy erin­nert, nur er sieht bes­ser aus als Too­ji. Das ist aber schon der ein­zigs­te Unter­schied, er sag näm­lich auch sehr schief.

  6. Na, weil ich ober­fläch­lich bin und mit den Augen höre. Für mich ist das ja auch der Euro­VI­SI­ON Song Con­test und nicht der Euro­vi­si­on SONG Con­test. Außer­dem gab es da musi­ka­lisch wenig zu kom­men­tie­ren, alles wun­der­bar gefäl­li­ge Grand-Prix-Schla­ger wie aus den Acht­zi­gern und Neun­zi­gern. Null Inno­va­ti­on, aber schön zum Mit­sin­gen. Und ja, die Wald­el­fe sang tat­säch­lich am stärks­ten, ihr Sieg geht schon in Ord­nung, auch wenn mein Herz für Tun­ti­jj, äääh, Moha­med schlug.

  7. Also bit­te Only Teard­rops klingt doch nicht nach Fuck­ing per­fect lol, ich lie­be den Song seit der Hör­pro­be, und wenn er etwas Ähn­lich­kei­ten hat, dann wohl im Refrain mit Aura Dio­nes Geroni­mo! Tol­les Lied und tol­ler Künst­le­rin. @Aufrechtgehn wo bleibt dein Nor­we­gen­kom­men­tar? 😀 Wie fan­dest du Mar­ga­ret mit I feed you my love? Ich glau­be das könn­te gewin­nen und zwar nicht nur den MGP 😉 genia­les Lied!

  8. I feed you my Love war der ein­zi­ge Bei­trag, den ich nicht mehr gehört habe, weil da schon die däni­sche Vor­ent­schei­dung lief. Aus­nahms­los alle ande­ren Songs in der gest­ri­gen nor­we­gi­schen Vor­run­de waren aber tota­ler Schrott – nichts, dass den Bericht loh­nen wür­de.

  9. Das ist eine Mei­nung, die ich nur tei­len kann. Beim Euro­VI­SI­ON Song Con­test ist auch das Aus­se­hen ent­schei­dend. Das hat z.B. der Sty­list von Solu­na Samay, der ihre Fri­sur kurz vor ihrem Final­auf­tritt der­ma­ßen ver­hunzt hat, dass sie von der süßen Kapi­tä­nin, die sie im Halb­fi­na­le noch war, zum häss­li­chen Ent­lein wur­de, nicht kapiert. Ich bin der Mei­nung, dass das der Haupt­grund für ihre Nie­der­la­ge war.

    Hof­fent­lich wird der glei­che Feh­ler nicht in Mal­mö gemacht…
    Man hat mit den gan­zen Leu­ten nur drei Minu­ten lang etwas zu tun (sechs Minu­ten, wenn man sich auch das Halb­fi­na­le rein­zieht und die ent­spre­chen­den Damen und Her­ren auch das Fina­le errei­chen). Und wenn man als Sän­ger dann von den Zuschau­ern als jeman­den mit einem kata­stro­phal unter­ir­disch schlech­ten Aus­se­hen wahr­ge­nom­men wird, dann kann das Lied noch so gut sein – anru­fen wer­den die Leu­te trotz­dem nicht. Das hat u.a. Max Jason Mai leid­voll erfah­ren müs­sen.

  10. Okay, jetzt hab ich mir auch die Mar­gret mal ange­schaut. Und ich muss sagen, es gibt weni­ge Songs in der Musik­ge­schich­te, die mich käl­ter las­sen wür­den. Da ist kei­ne Melo­die, kei­ne Aus­strah­lung, kei­ne Wär­me, kein Nichts. Nur unan­ge­nehm lau­ter, unper­sön­li­cher Elek­tro-Krach. Und sie wirkt wie eine Eis­prin­zes­sin. Das ein­zig Gute, was ich über den Auf­tritt sagen kann: gei­les Out­fit! Aber so sind die Geschmä­cker halt ver­schie­den.

    http://youtu.be/1hnC6T3cOzo

  11. Na klar, es lag nur an der Fri­sur und nicht an ihrem ster­bens­lang­wei­li­gen und öden Song.

  12. Ich fand ja, das das dies­jäh­ri­ge Däni­sche Fina­le deut­lich bes­ser war , als 2012. Zumin­dest die Top 3. Was die Viel­falt der Sti­le betrifft, fin­de ich unse­re VE deut­lich bes­ser. Ins­ge­samt mach­te Moham­med einen deut­lich sym­pa­thi­sche­ren Ein­druck als Too­ji. Aber gesang­lich war er genau­so limi­tiert als der Nor­we­ger.

  13. Da sind so vie­le Ele­men­te mal wie­der geklaut !
    Von Lore­en bis Alex­an­der Ryback ! Und die Büh­ne ähnelt auch immer so dem vom letz­ten ESC ! Die Dänen kön­nen immer alles gut nach­ma­chen.
    Der Song ist durch­schnitt­lich gut, aber wirkt auch nur inze­niert !

  14. Ein Flick­werk aus zusam­men­ge­tra­ge­nen Vor­jah­res­sie­gern! Trom­meln, Flö­te, Boden­sit­zend, leicht ver­rucht usw.……Rezepte, die wohl zum Erfolg füh­ren sol­len ?
    Für mich zu inze­niert !

  15. Zum letz­ten Absatz nur zwei Wor­te: Rona Nish­liu. Wer im glei­chen Jahr Fünf­ter wird und einen Bar­ba­ra-Dex-Award mit­nimmt, hat schla­gend bewie­sen, dass das Aus­se­hen eben doch nicht alles sein kann.


  16. Nix Neu­es aus Däne­mark.… die Her­ren sind invin­ci­ble, unbrea­ka­ble und human.… dann doch lie­ber drip-(tear)drops.… Kopen­ha­ge­ner Mischung: von allem ein biß­chen und von allem das Bes­te – das müss­te fürs Fina­le locker rei­chen. Und wenn Miss Spliss ihre sha­ki­res­ke Stim­me behält, dann ist sie auch in den TOP 10.
    P.S.: Brinck kann immer noch nicht sin­gen! ^^

  17. Moment, Moment! Max Jason Mai war aber bitt­schön Uni­ver­salschei­ße! Das war nicht nur die Fri­sur! (Und das schreibt jemand, der nor­ma­ler­wei­se ein abso­lu­ter Fan von so einem Radau ist!)

  18. Ich fand Kate Halls Auf­tritt sehr gut, hät­te mich nicht gewun­dert, wenn sie unter die ers­ten drei gekom­men wäre.

  19. Russ­land hat mit kalt­pro­du­zier­tem Pop ja auch schon zwei­mal Top-Plat­zie­run­gen geholt (Alsou und Serebro). War­um also nicht?

  20. Das lag aber eher an der Stim­me und der Wir­kung der Lead­sän­ge­rin als am Kel­ten­sound.^^

  21. Muss ich zustim­men. Ich mag der­ar­ti­ge Musik und fand auch den Song von Max im Vor­feld gut, aber der Live-Auf­tritt war dann wahr­haf­tig grot­ten­schlecht.

  22. Gefällt mir sehr gut!! 🙂 In Kon­kur­renz mit den dies­jäh­ri­gen Bei­trä­gen die ich mir bis­her ange­hört habe dürf­te das sehr weit vor­ne lan­den. Für mich einer der Favo­ri­ten auf den Sieg in Mal­mö!

  23. Dar­auf hof­fe ich ja auch. Ist ganz kla­rer Sie­ger auf mei­ner per­sön­li­chen Rangska­la. Das war zwar 2010 Kris­ti­na (“die schöns­ten Bäu­me ste­hen im obe­ren Gran­tal”) mit einem recht ähn­li­chen Lied (melo­disch, etwas eth­no, viel Getrom­mel und Bom­bast) auch, die dann zu mei­nem (und auch vie­ler anfe­rer Fans) Ent­set­zen im Halb­fi­na­le aus­schied, aber zum einen ist Däne­mark eben nicht die Slo­wa­kei, und zum ande­ren hat Emme­lie gegen­über Kris­ti­na eines vor­aus: satt dem doch etwas dün­nen Stimm­chen ist hier wesent­lich mehr Aus­druck und auch Power.
    Und die Pro­gno­sen wer­den ja auch von ande­ren sehr gut gese­hen.

  24. Bei den OGAE-Leu­ten stürmt die­ses Lied gera­de der gesam­ten Kon­kur­renz weg. Viel­leicht doch der Sie­ger, auch wenn ich nicht so ganz begrei­fe, was gera­de hier­an so toll ist (immer noch eher als bei Nor­we­gen aller­dings…).

  25. Eine hüb­sche Sän­ge­rin mit guter Stim­me, ein biss­chen Eth­no-Getrom­mel und -Geflö­te, und – was trotz allem Drum­her­um immer noch das wich­tigs­te ist – ein­fach ein guter Song von – ich nenn es mal so – inter­na­tio­na­lem For­mat, den man sich auch als Radio­hit gut vor­stel­len kann. Nach­dem jetzt alle Titel fest­ste­hen, kann man wohl sagen dass alles ande­re als ein Sieg Däne­marks über­ra­schend wäre, han­delt es sich hier doch sozu­sa­gen um den Kon­sens­hit des Jah­res!

Oder was denkst Du?