Ach was: ‘Glo­rious’ ist kein Pla­gi­at, sagt ein Gut­ach­ten

Las­sen Sie mich die­se Mel­dung mit einem Zitat aus dem Werk des gro­ßen baye­ri­schen Kaba­ret­tis­ten Ger­hard Polt begin­nen: “Mir ham jetzt ein teu­res Gut­ach­ten in Auf­trag gege­ben, des krieg’ mer bestimmt bestä­tigt”. Das bis­he­ri­ge Gesche­hen kurz zusam­men­ge­fasst: nach dem der Dance­floor­ti­tel ‘Glo­rious’ von Cas­ca­da am 14. Febru­ar die deut­sche Vor­ent­schei­dung gewann, fiel Men­schen mit zwei Ohren die, nen­nen wir es ein­mal: enge sti­lis­ti­sche Ähn­lich­keit des Songs mit dem letzt­jäh­ri­gen Euro­vi­si­ons­sie­ger­ti­tel ‘Eupho­ria’ auf. Soweit nichts Unge­wöhn­li­ches: jedes Jahr ver­su­chen es Län­der beim Song Con­test mit Lie­dern, wel­che die Erfolgs­for­mel des Vor­gän­gers zu imi­tie­ren suchen. Zuletzt ging die­se Stra­te­gie aller­dings 1975 auf. Kein Grund zur Auf­re­gung also. Was die kra­wall­in­ter­es­sier­te Bild aller­dings nicht davon abhielt, einen Skan­dal zu insze­nie­ren und von einem Pla­gi­at zu spre­chen. Und wie immer schrie­ben auch angeb­lich seriö­se Medi­en die­sen Unfug ab, so dass sich der NDR genö­tigt sah, ein Gut­ach­ten in Auf­trag zu geben, wel­ches seit ges­tern vor­liegt und das Offen­sicht­li­che bestä­tigt: natür­lich ist ‘Glo­rious’ kei­ne unzu­läs­si­ge Kopie.


Ob Euglo­ria oder Glo­pho­ria: die­ser Song ist kein Pla­gi­at

Ledig­lich sti­lis­tisch ähn­lich” nennt der vom NDR beauf­trag­te Exper­te Mat­thi­as Pogo­da die bei­den Songs. Sie zeig­ten “nur im Arran­ge­ment eine ober­fläch­li­che Berüh­rung ohne urhe­ber­recht­li­chen Belang”. Ähn­lich hat­te sich bereits vor einer Woche der Autor von Lore­ens Sie­ger­song, Tho­mas G:son, geäu­ßert: “Wir haben uns den Song ange­hört und konn­ten in der Tat erken­nen, dass sich Cas­ca­da von unse­rem Song, sagen wir mal, inspi­rie­ren las­sen hat. Pop-Songs sind sich in der Regel aber immer ähn­lich”. Man füh­le sich zwar “geehrt”, wer­de aber kei­ne Pla­gi­ats­kla­ge anstren­gen (was auch ansons­ten einen iro­ni­schen Bei­ge­schmack hät­te, denn auch dem Grand-Prix-Fließ­band­schrei­ber G:son wur­de ja schon öfters vor­ge­wor­fen, sich zu eini­gen sei­ner Titel an ande­rer Stel­le “inspi­riert” haben zu las­sen). Und damit soll­te die­ses über­flüs­si­ge und ermü­den­de Stürm­chen im Was­ser­gläs­chen dann hof­fent­lich end­lich zur Ruhe kom­men.…

Was sagst Du: ist “Glo­rious” ein unzu­läs­si­ges Pla­gi­at von “Eupho­ria”?

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4 Gedanken zu “Ach was: ‘Glo­rious’ ist kein Pla­gi­at, sagt ein Gut­ach­ten

  1. Aber streng genom­men konn­te auch nach 1975 so man­che Erfolgs­for­mel des jewei­li­gen Vor­jah­res­sie­gers recht erfolg­reich imi­tiert wer­den. 2001 gewann Bil­lig­mu­sik für Est­land und 2002 gewann Bil­lig­mu­sik für Lett­land. Auch wenn die Stil­rich­tun­gen der bei­den Lie­der unter­schied­lich waren (“Every­bo­dy” war Möch­te­gern-Sieb­zi­ger­jah­re-Dis­co-Mucke, “I Wan­na” war Möch­te­gern-Latin­pop)…

    Dass “Glo­rious” kein “Euphoria”-Plagiat ist, war vor­her schon klar. Ich hof­fe jetzt, dass die Kri­ti­ker ver­stum­men…

  2. Und damit soll­te die­ses über­flüs­si­ge und ermü­den­de Stürm­chen im Was­ser­gläs­chen dann hof­fent­lich end­lich zur Ruhe kom­men.…” AMEN TO THAT!

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