Drit­ter Super­sams­tag: Die­ter Boh­len braucht ein Ali­bi

Ich weiß, ich klin­ge wie eine kaput­te Schall­plat­te mit einem Sprung, aber: kann bit­te irgend­je­mand mal die Schwe­den kol­lek­tiv ent­mün­di­gen? Was die da ges­tern bei der drit­ten Vor­run­de des Melo­di­fes­ti­va­len wie­der zusam­men­wähl­ten, schlägt nun wirk­lich dem Faß die Kro­ne ins Gesicht! Einen aus­ge­lutsch­ten ame­ri­ka­ni­schen Softrock-For­ma­t­ra­dio-Lang­wei­ler-Song und einen ‘rik­tig jäv­la Schla­ger’, vor­ge­tra­gen von einem Alte-Her­ren-Trio unter Betei­li­gung von Tom­my Kör­berg (SE 1988 und damals schon zum Weg­däm­mern) pick­ten sie für das Fina­le. Auf der Stre­cke blieb hin­ge­gen der super­nied­li­che Eddie Razaz, der mit dem G:son-Beitrag ‘Ali­bi’ die bewähr­te Dan­ny-Sau­ce­do-Eric-Saa­de-For­mel bedien­te: extrem ein­gän­gi­ger Dis­co­schla­ger mit klas­si­schem For­ma­ti­onstanz und Chor­ge­sang vom Band.


Seven Degrees, he’s down on his Kne­es (a lot, obvious­ly)

Wor­an lag es? Ist die For­mel aus­ge­lei­ert? Natür­lich haben wir das in die­ser Form schon gefühlt hun­dert­mal gehört und gese­hen beim MF. Ande­rer­seits kann ich genau sol­che Num­mern noch tau­send­mal sehen und hören, ohne dass sie mich jemals lang­wei­len wür­den: machen sie doch genau das aus, was ich aus Schwe­den haben will! Und ja, Dan­ny und Eric lie­fer­ten viel per­fek­te­re und aus­ge­feil­te­re Cho­reo­gra­fi­en ab, wirk­ten dabei aber eben auch viel rob­ter­haf­ter. Den knuf­fi­gen Eddie hat­te ich hin­ge­gen sofort ins Herz geschlos­sen, sein Aus­schei­den erbost mich daher wirk­lich! Und so ein paar schi­cke sil­ber­ne Knie­scho­ner für die zweit­liebs­te Frei­zeit­be­schäf­ti­gung neben dem Euro­vi­si­on Song Con­test leg ich mir jetzt auch zu! Sind auch prak­tisch: da ist die Fra­ge nach den Prä­fe­ren­zen gleich geklärt!


Und Lenas tan­zen­de Sper­mi­en sind auch dabei

Zumin­dest in die Andra-Chan­sen-Trost­run­de schaff­te es hin­ge­gen Ex-BWO-Mit­glied Mar­tin Rol­lin­ski mit einem wei­te­ren G:son-Machwerk namens ‘In and out of Love’. Das hät­te er aber auch gleich ‘Che­ri, Che­ri Lady’ nen­nen kön­nen, denn die gan­ze Num­mer klingt hun­dert­pro­zen­tig, als stam­me sie aus der Modern-Tal­king-Kol­lek­ti­on. Inklu­si­ve Kas­tra­ten­ge­sang im Refrain. Soll­te Herr G:son in einer Art krea­ti­ven Not­stan­des die Müll­ei­mer in Töten­sen durch­wühlt haben? Dazu borg­te sich der unsym­pa­thi­scher­wei­se wie ein Invest­ment­ban­ker daher kom­men­de Herr Rol­lin­ski die tan­zen­den Sper­mi­en von Lena Mey­er-Land­ruts ‘Taken by a Stran­ger’-Auf­tritt sowie Eric Saa­des Glas­ka­bi­nen, die er aller­dings nicht zer­schmet­ter­te, son­dern mit Far­be beschmier­te (Fer­kel!). Um die deut­sche Zonen­band Die Prin­zen zu bemü­hen: “Das ist alles nur geklaut”! Aber gut geklaut immer­hin!


Wirkt ohne Zir­kus­show bes­ser: Andri­us ‘Some­thing’

Bleibt als letz­ter Nach­trag zum gest­ri­gen Super­sams­tag noch zu ver­mel­den, dass es zwi­schen­zeit­lich eine ver­bes­ser­te Fas­sung des litaui­schen Bei­trags ‘Some­thing’ gibt. Musi­ka­lisch konn­te ich kei­ne all zu gro­ßen Unter­schie­de fest­stel­len. Dan­kens­wer­ter­wei­se ver­zich­tet Sän­ger Andri­us Poja­vis aber auf den Zir­kus­frack und Zylin­der, den er noch bei der Vor­ent­schei­dung trug, sowie auf die Frau aus der Vox-Eigen­wer­bung, die dort hin­ter ihm her­schweb­te. Und das tut dem Auf­tritt sehr gut, benö­tigt der Song doch kei­ne unnö­ti­ge Ablen­kung. Jetzt bräuch­te es allen­falls noch etwas Botox um die Augen­par­tie, um das über­trie­be­ne und irri­tie­ren­de Zucken mit den Augen­brau­en zu unter­bin­den…

1 Gedanke zu “Drit­ter Super­sams­tag: Die­ter Boh­len braucht ein Ali­bi

  1. Andri­us Poja­vis… für mich ist der Typ längst nur noch “der Kif­fer-Andi”, weil er bei sei­nem VE-Auf­tritt irgend­wie so aus­drucks­los rüber­kommt… als wäre er bekifft…

    Und ges­tern Abend… null Punk­te für den Stream! Der war ges­tern mehr­fach abge­stürzt, wes­we­gen ich “Che­ri-Che­ri-Lady” und das Lied, das danach kam, ver­passt habe. Wobei die zwei Lie­der wohl nichts beson­de­res waren, wie man im Schnell­durch­lauf sehen/hören konn­te.
    “En Rik­tig Jäv­la Schla­ger” ist aber klas­se! Gefällt mir sehr! Das High­light des eher mau­en Melo­di­fes­ti­va­len-Abends.

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