DVE 2013: Eternity’s an open Door

Mit einem herz­haf­ten “Fuck you” an die Han­no­ve­ra­ner Taxi­fah­rer (geld­gie­ri­ges Drecks­pack!) mel­de ich mich zurück von einer sehr unter­halt­sa­men Show (Dan­ke, zau­ber­haf­te Anke!) mit einem, wie ich fin­de, dann doch über­ra­schen­den Gewin­ner. Das Bon­ner Dance-Pro­ject Cas­ca­da, von bri­ti­schen Euro­vi­si­ons­blogs uni­so­no als natür­li­cher Tri­um­pha­tor der deut­schen Vor­ent­schei­dung vor­her­ge­sagt, ver­tritt nun tat­säch­lich unser Land in Schwe­den – mit einem musi­ka­lisch ziem­lich deut­lich am Vor­jah­res­sie­ger­song ‘Eupho­ria’ ange­lehn­ten Titel. So haben es die Deut­schen heu­te Abend ent­schei­den. Oder, wenn man es genau­er nimmt, haben das fünf Deut­sche ent­schie­den: Mary Roos, Tim Bendzko, Peter Urban, Anna Loos und Roman Lob.


Die Frau mit den Don­ner­schen­keln: Nata­lie Hor­ler im Glit­zer­pan­zer

Das auf Fern­seh­zu­schau­er und Radio­hö­rer auf­ge­split­te­te Zuschau­er­vo­ting ende­te näm­lich in einem klas­si­schen Patt zwi­schen der baro­cken Dance-Fee Nata­lie Hor­ler (die mit ihrer Glit­zer­krus­te auf den Ober­ar­men ein wenig aus­sah, als lit­te sie unter Krät­ze) und den nacker­ten Bay­ern von LaBrass­Ban­da, die zu mei­ner völ­li­gen Über­ra­schung das Inter­net­vo­ting der neun ARD-Pop­wel­len uni­so­no für sich ent­schie­den. So aber spiel­te die fünf­köp­fi­ge Jury Züng­lein an der Waa­ge. Und die favo­ri­sier­te nicht weni­ger über­ra­schend die bei den Zuschau­ern und -hörern eben­so über­ra­schend ganz weit hin­ten gelan­de­ten Blitz­kids, gaben Cas­ca­da aber acht Punk­te – und den Blä­ser­ba­zis unglaub­li­cher­wei­se nur einen!


Nackert in der Bei­na­he-Instru­men­tal-Vari­an­te

Wenn es noch eines Bewei­ses bedurft hät­te, wie absurd, will­kür­lich und in höchs­tem Maße unde­mo­kra­tisch die Jury ist, dann lie­fer­te sie die­ser Abend in beson­ders augen­fäl­li­ge Maße. Und sicher­lich auch dra­ma­tur­gisch sehr geschickt, als auf den kom­plet­ten Durch­marsch der groß­ar­ti­gen Blech­blä­ser­band bei allen neun am Inter­net­vo­ting betei­lig­ten Radio­sen­dern prak­tisch direkt die­ser unfass­li­che eine ein­zi­ge Punkt aus dem Mun­de der Jury­prä­si­den­tin Mary Roos folg­te, der das Gan­ze sym­pa­thi­scher­wei­se zumin­dest arg pein­lich zu sein schien. Und natür­lich wer­de ich den furcht­ba­ren Fünf auch nie­mals – wirk­lich nie­mals! – die skan­da­lö­sen null Punk­te für mei­ne Favo­ri­tin Bet­ty Dittrich ver­zei­hen! Den­noch bin ich mit dem End­ergeb­nis zufrie­den: Haupt­sa­che, die schreck­li­chen Söh­ne Mann­heims wur­den ver­hin­dert!

Deut­sche Vor­ent­schei­dung 2013

Unser Song für Mal­mö. Don­ners­tag, 14.02.2013, aus der TUI-Are­na in Han­no­ver. 12 Teil­neh­mer, Mode­ra­ti­on: Anke Engel­ke.
#Inter­pretTitelRadio
Jury
Tele
Pkt.Pl.Charts
01Finn Mar­tinChan­ge03 + 06 + 03120989
02MobiléeLitt­le Sis­ter05 + 03 + 000811
03Blitz­kids mvt.Heart on the Line01 + 12 + 02150657
04Bet­ty DittrichLala­la08 + 00 + 04120871
05Ben Ivo­ryThe righ­teous Ones06 + 07 + 00130760
06Saint LuCra­ving00 + 10 + 061604
07LaBrass­Ban­daNackert12 + 01 + 10230213
08Nica & JoeEle­va­ted04 + 04 + 08160569
09Mia Die­kowLieb­lings­lied00 + 02 + 01031294
10Söh­ne Mann­heimsOne Love07 + 05 + 05170356
11Die Pries­ter + Moj­ca Erd­mannMeer­stern, sei gegrüßt02 + 00 + 070910
12Cas­ca­daGlo­rious10 + 08 + 12300106

Cas­ca­da: eine gute Wahl für Deutsch­land?

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44 Gedanken zu “DVE 2013: Eternity’s an open Door

  1. Ach? Aber zwölf Punk­te von allen neun Radio­sen­dern sind in irgend­ei­ner Form demo­kra­tisch legi­ti­mier­ter?

    Okay, viel­leicht. Aber das Radio­vo­ting gehört drin­gend abge­schafft; es funk­tio­niert in die­ser Form nicht. So lang­wei­lig war ja nicht mal die Abstim­mung beim Bun­des­vi­si­on Song Con­test letz­tes Jahr. Deutsch­land in Stimm­ge­bie­te auf­tei­len hat offen­kun­dig kei­ner­lei Sinn.

  2. Es könn­te mehr Sinn haben, wenn man nicht bei allen Radio­sen­dern zugleich abstim­men könn­te. Dann ist es kein Wun­der, wenn sich die Ergeb­nis­se kaum unter­schei­den.

  3. Die­ses absur­de Radio­vo­ting (offen für Mani­pu­la­tio­nen und basie­rend auf Stu­dio­ver­sio­nen) als Recht­fer­ti­gung zu benut­zen, um auf die Jury ein­zu­tre­ten, die immer­hin auch die LIve-Auf­trit­te bewer­tet hat, fin­de ich schon ziem­lich grenz­wer­tig. Fakt ist: Bei rei­nem Tel­e­vo­ting hät­te Cas­ca­da eben­falls gewon­nen. Punkt. Und selbst in der Patt­si­tua­ti­on ohne Jury­wer­tung soll­te das Tel­e­vo­tin­g­er­geb­nis mehr zäh­len (weil eben nach dem Live-Auf­tritt abge­ge­ben).

  4. Ach und das tel­e­vo­ting bei dem man belie­big oft anru­fen kann ist bes­ser? Das radio­vo­ting war wenigs­tens an eine email­adres­se geknüpft die nur ein­mal gezählt wur­de.

  5. Also mein Favo­rit war LaBrass­Ban­da. Scha­de das sie nur einen Punkt von der Juri bekom­men haben. Genau­so lächer­lich von der Juri: kei­nen ein­zi­gen Punkt für Bet­ty aber 10 für Saint Lu. Da waren vie­le deut­lich bes­ser als Lu. Ich hät­te auch nix dage­gen gehabt wenn Bet­ty oder die blitz­kids gewon­nen hät­ten. Ben Ivo­ry fand ich live lei­der sehr schwach. Da hät­te ich mir mehr erwar­tet. Gut die Söh­ne Mann­heims sind es auch nicht gewor­den. Gut so, aber dass aus­ge­rech­net Cas­ca­da es gewor­den sind mit die­sem 0815 Dance Song :/. Schreck­lich :/.
    Also den ESC kann ich mir die­ses Jahr auch wie­der spa­ren. Tja …

  6. Wie­so? ich fand das Radio­vo­ting noch am bes­ten. Das Voting war an die Email Adres­se gebun­den. Da hat auch net jeder 20 oder 30 von. Somit kann man auch net belie­big oft anru­fen. Und das Ergeb­niss aller neun Radio­sen­der wur­de eh zu einem Ergeb­nis zusam­men­ge­rech­net.
    Beim Tel­e­vo­ting kann jeder belie­big oft anru­fen. Da kommt es im Zwei­fel nur dar­auf an wie­viel Geld ich ein­wer­fe um das Ergeb­nis zu mani­pu­lie­ren. Naja Juri. Dazu sag ich jetzt mal nix. Soll wohl den Anschein von Exper­ten­ein­fluss geben. Das bezweif­le ich aber wenn ein ‘Exper­ten­team’ Bet­ty Diet­rich Null Punk­te gibt, LaBrass­Ban­da nur einen Punkt aber dafür Saint Lu 10 Punk­te und dem 0815 Dance Song der auch noch dem Vor­jah­res­sie­ger ähnelt 8 Punk­te gibt.

    Na ich bin ja gespannt wie weit Cas­ca­da kom­men mit dem Vor­jah­res Durch­schnitts Song. Ich den­ke nicht dass die Zuschau­er des ESC zwei­mal hin­ter­ein­an­der ähn­li­che Songs wäh­len. Aber ich hielt die deut­schen auch für klü­ger. Naja ich spar mir auch die­ses Jahr den ESC. Völ­lig unin­ter­es­sant so.

  7. Klar. Wegen einem Song, der einem nicht passt, ist die gan­ze Ver­an­stal­tung mit 39 Lie­dern gestor­ben. Genau um die­se Art Frus­tra­ti­on zu ver­mei­den, sehe ich mir kei­ne Vor­ent­schei­de an. (Ich habe dies­mal zwar die Wer­tung, aber nicht die Lie­der selbst gese­hen.)

    Wäre es den Jury-Nay­say­ern im Übri­gen lie­ber gewe­sen, wenn Cas­ca­da 12 und LaBrass­Ban­da 10 Punk­te bekom­men hät­ten? Hät­te viel­leicht hüb­scher aus­ge­se­hen, wäre aber exakt das glei­che Ergeb­nis gewe­sen. Solan­ge Cas­ca­da von der Jury mehr bekom­men als LBB, war es das. Ich für mei­nen Teil bin dank­bar, dass wir nichts zum Wett­be­werb schi­cken, was auch nur ent­fernt an Öster­reich 2005 oder gar Slo­we­ni­en 2010 erin­nert. Da ist Schwe­den 2012 doch das deut­lich bes­se­re Vor­bild.

  8. Wer auch nur ein biss­chen Ahnung hat, kann ein Voting, das auf Mail­adres­sen basiert, qua­si nach Belie­ben mani­pu­lie­ren. Und viel­leicht kann man die­ses Voting so bei­be­hal­ten, aber dann bit­te nicht die­sen Qua­si-ESC dar­aus machen – wird doch am Ende sowie­so zusam­men­ge­kippt. Eine Abstim­mung in ganz Deutsch­land wür­de völ­lig aus­rei­chen, wie man ja deut­lich sehen konn­te.

    Und wie schon oben erwähnt: Wie fixiert auf das eige­ne Land muss man eigent­lich sein, wenn der ESC mit 39 Lie­dern stirbt, nur weil EINS davon mal nicht den eige­nen Geschmack trifft? Ich hal­te 1997 bis heu­te für einen der stärks­ten Jahr­gän­ge aller Zei­ten, trotz eines furcht­ba­ren deut­schen Bei­trags.

  9. Naja bis­her hat mich auch nichts aus den ande­ren Län­dern über­zeugt. Viel­leicht kommt das noch.

  10. Ich in der Jury ewig dank­bar, dass sie die­sen Ein­ge­bo­re­nen­lärm ver­hin­dert hat und kom­me immer mehr zum Schloss, dass nur noch Exper­ten ent­schei­den soll­ten.

  11. Ich habe genug gehört, um zu wis­sen, dass ich ihn nicht lei­den kann. Mehr muss ich über im Vor­ent­scheid Hän­gen­ge­blie­be­ne nicht wis­sen.

  12. naja, aber es ist doch wohl kein Pro­blem, sich eini­ge Mail­adres­sen zu besor­gen. Und da man bei allen 9 Radio­sei­ten abstim­men kann, kommt man locker auf zig Stim­men.

  13. In den meis­ten Punk­ten Zustim­mung (ins­be­son­de­re, dass es eine wirk­lich gute Show war. Die ARD hat damit bewie­sen, dass man eigent­lich kann, wenn man nur will. In Punk­to Viel­falt dem Mel­lo haus­hoch über­le­gen.
    Nur, dass Bet­ty Dittrich der bes­te Act gewe­sen sein soll, das erschließt sich mir wirk­lich nicht. Ich fin­de sie und ihr Lied zwar auch sym­pa­thisch, aber es gab deut­lich bes­se­re Auf­trit­te. Ihren Spaß auf der Büh­ne ange­merkt hat man vor allem Saint Lu und Mia Die­kow. bei­de waren m.E. wirk­lich groß­ar­tig.

  14. Sor­ry, dass ich mich ein­mi­sche, aber ich fand LaBrass­Ban­da von den vor­her gese­he­nen Vide­os her auch eher lang­wei­lig bis pein­lich und mag auch der­ar­ti­ge Musik nicht. Trotz­dem muss ich zuge­ben, dass das live super rüber­kam und die Stim­mung sich offen­bar auf den gan­zen Saal über­trug (beson­ders stark mei­ner Mei­nung nach natür­lich die Instru­men­tal­pas­sa­gen, denn sin­gen kön­nen sie eigent­lich weni­ger). Das erklärt natür­lich nicht die Ergeb­nis­se des Inter­net­vo­ting, das ja vor­her statt­ge­fun­den hat.

  15. Du sagst es. Das “Radio”-Voting war defi­ni­tiv der schwächs­te Punkt des Gan­zen und soll­te kon­zep­tu­ell über­dacht wer­den. Die Moti­va­ti­on dahin­ter ist natür­lich klar, man woll­te die Radio­sen­der damit ein­bin­den, damit die die Songs wenigs­tens vor­her wirk­lich mal spie­len, was ja auch geklappt hat.

  16. Was die Jury betrifft, so wur­de wohl größ­ten­teils nach gesang­li­chem Kön­nen geur­teilt. Und da war nun Saint Lu ein­fach Spit­ze, da beißt die Maus kei­nen faden ab. Und man mag gegen den Trash von Cas­ca­da haben was man will, Nata­lie hat defi­ni­tiv gut gesun­gen.

  17. Hehe­he, was hab ich mich gefreut als das Tel­e­vo­tin­g­er­geb­nis bekannt­ge­ge­ben wur­de und fest­stand, dass es die Söh­ne Mann­heims nicht mehr schaf­fen wer­den ! ^^

    Das Radio­vo­ting hat mich echt geplät­tet und dann noch das Jury­vo­ting…
    Aber ich bin froh, dass wir dann Cas­ca­da haben! Hat zwar nicht die Unbe­schwert­heit eines locker flo­cki­gen “LaLa­La”, aber wenigs­tens haben wir in Mal­mö nichts, für das wir uns schä­men müs­sen.

    Cas­ca­da haben gro­ße Chan­cen, ich bin sehr zuver­sicht­lich!

  18. Nackert” ist nicht schlecht, aber ges­tern haben “LaBrass­Ban­da” irgend­wie zu viel gebla­sen, mir kam das schluss­end­lich fast wie ein Instru­men­tal­stück vor, bei dem wenig gesun­gen wird. Damit hät­ten wir in Mal­mö nicht viel Erfolg gehabt.

  19. Naja … So ähn­lich hat es auch der Urban heu­te im Radio begrün­det: ‘Zu wenig Gesang’. Ich Sage dazu: es heißt auch Euro­vi­si­on SONG Con­test und nicht Sing Con­test ;). Aber egal … Die Ban­d­as haben wohl so auch jede Men­ge neu­er Fans gewon­nen ;).

  20. Von bes­ser kann nicht die Rede sein, aber wir müs­sen halt mit dem leben, was man uns vor­setzt. Wie Def schon sagt galt für die Radio­wer­tung auch kein One Man – One Vote. Zusätz­lich zu dem Umstand, dass Stu­dio­ver­sio­nen noch etwas ande­res sind als der Live-Auf­tritt. Und beim ESC zählt eben der Live-Auf­tritt. Den konn­ten nur die Tel­e­vo­ter mit­be­wer­ten.

  21. Und es heißt SONG-Con­test nicht längs­tes und vir­tuo­ses­tes Instru­men­tal.”
    Dann bil­de ich mir also nur ein, dass damals Noc­turne gewon­nen hat? 😉

  22. 12 Punk­te von der Jury hät­ten Bet­ty aber auch nicht geret­tet. Ansons­ten stim­me ich dir aber zu, bis­her fin­de ich den Jahr­gang auch ziem­lich durch­schnitt­lich. Aber wer weiß, was noch kommt. Wir sind ja noch nicht mal halb durch.

  23. Mög­lich. Aber da wir die genau­en Tel­e­vo­tin­g­er­geb­nis­se nicht ken­nen und auch nicht wel­che Wer­tun­gen wann ein­ge­gan­gen sind, bleibt das eine blo­ße Hypo­the­se. Aller­dings war das kom­plet­te Voting­sys­tem tat­säch­lich alles ande­re als per­fekt.

  24. Und es heißt SONG-Con­test nicht längs­tes und vir­tuo­ses­tes Instru­men­tal.’
    Ja SONG-Con­test … nicht SING-Con­test 😉

  25. Was für mich das Absur­des­te des Abends war? Das Ergeb­nis des Radio-Votings und ich fra­ge mich ernst­haft, ob alle Songs gleich häu­fig im Radio gelau­fen sind. Ich kann mir nicht wirk­lich vor­stel­len, dass die Söh­ne stän­dig 7 Punk­te beka­men, lala­la immer 8, Cas­ca­da immer 10 und die Nacker­ten immer 12 – ich glau­be das wirk­lich nicht. Um so schö­ner, dass Jury und Publi­kum es noch mal rum­rei­ßen konn­ten. Ich war sehr glück­lich, dass es von bei­den Sei­ten Punk­te für Saint Lu gab, die ich toll fand und die beim Radi­on kei­ne Rol­le spiel­te. Für mich war es ein Segen, dass es Jury und Publi­kum ges­tern gab – ganz ehr­lich

  26. Aua. Mäßi­ge doch bit­te dei­nen Gebrauch von Aus­ru­fe­zei­chen ein biss­chen. Jedes ein­zel­ne die­ser Din­ger ist wie ein Dolch, der ins Auge gerammt wird, und wenn man sie der­ma­ßen infla­tio­när ver­wen­det, haben sie auch nicht mehr Gewicht als ein nor­ma­ler Punkt.

  27. Es wird immer belie­bi­ger”? Ver­gli­chen mit dem, was Mit­te der 90er zum ESC geschickt wur­de (Aus­nah­men gibt es natür­lich immer), jam­mern wir da heut­zu­ta­ge doch auf extrem hohem Niveau.

    Wie viel wis­sen wir inzwi­schen eigent­lich? Wir ken­nen die Bei­trä­ge aus Deutsch­land, Bel­gi­en, der Schweiz, Slo­we­ni­en, Kroa­ti­en (ein biss­chen), Alba­ni­en, Nor­we­gen, Däne­mark, Island, Finn­land, Litau­en, Mal­ta und Zypern. Dazu kom­men viel­leicht Weiß­russ­land und die Ukrai­ne (bei den bei­den glau­be ich, dass die ihr Lied bestimmt haben, wenn ich den Sam­pler in der Hand habe 😉 ) sowie die poten­zi­el­len Lie­der aus Spa­ni­en. Das sind ins­ge­samt maxi­mal sech­zehn Stü­cke, wobei ich bestimmt jeman­den ver­ges­sen habe, oder 41 Pro­zent. Nicht wenig, aber auch längst noch nicht genug, um den Jahr­gang jetzt schon abzu­schrei­ben. Nur vier der Län­der, die letz­tes Jahr mei­ne Top 10 bil­de­ten, sind auf der obi­gen Lis­te zu fin­den (Schweiz, Finn­land, Island und Spa­ni­en). War­ten wir doch mal ab, was Ita­li­en, Groß­bri­tan­ni­en, die Nie­der­lan­de, Arme­ni­en, Aser­bai­dschan, Isra­el, Irland und all die ande­ren zu bie­ten haben. Ich glau­be nicht, dass 2008 oder 2002 unter­bo­ten wer­den (Him­mel, ich HOF­FE nicht, dass das pas­siert).

  28. Dass die Lei­tun­gen nach Bekannt­ga­be der “Radio”-Voten noch offen blie­ben, fand ich auch dane­ben. Genau­so hät­te man sicher­stel­len sol­len (oder klar­stel­len, viel­leicht ist es ja gesche­hen), dass auch die Jury ihre Stim­men vor­her abgibt. Alles ande­re geht stark in Rich­tung “Blitz­ta­bel­le” à la Raab und ver­zerrt die Abstim­mung.

  29. Das ver­ste­he ich auch nicht. Der Sie­ger wäre doch auch bei einem rei­nen Tel­e­vo­ting der glei­che gewe­sen. Und zwi­schen Tele- und “Radio”-Voting war nun ein­mal ein klas­si­sches Patt. Wie­so soll denn da die Jury “schuld” sein. Völ­lig egal, dass LaBrass­Ban­da von ihnen nur einen Punkt erhal­ten hat. Es hät­ten genau­so bis zu 10 sein kön­nen, Haupt­sa­che, sie haben Cas­ca­da gering­fü­gig höher ein­ge­stuft. Also hört end­lich auf, auf die Jury ein­zu­ha­cken. Man mag über Juries den­ken wie man will, aber DAR­AN trägt die­se Jury wirk­lich nicht die Schuld. Und erst recht nicht dar­an, dass nicht die hoch­ge­ju­bel­te Bet­ty Dittrich gewon­nen hat. Das hat sie weder im “Fan-Voting (Radio/Internet) noch beim 0815-Fern­seh­zu­schau­er.

  30. Lang­sam reicht es aber! Gefühl­te 90–95 Pro­zent der Deut­schen zer­rei­ßen
    den Bei­trag ihres eige­nen Lan­des, wäh­rend die gan­zen Leu­te im Aus­land
    vor “Glo­rious” auf die Knie fal­len.

    Glo­rious” ist ganz bestimmt
    nicht das ein­zi­ge “Pla­gi­at” im Jahr 2013. Im bel­gi­schen Bei­trag z.B.
    steckt “Cool Vibes” (Schweiz 2005) drin und das gan­ze Auf­tre­ten von
    Rober­to Bel­laro­sa ist sehr von Roman Lob abge­kup­fert. Aber Moment mal,
    das ist ja kein Vor­jah­res­sie­ger und nicht der Bei­trag von Deutsch­land.
    Und da es nicht der Bei­trag Deutsch­lands ist, hacken wir auch nicht dar­auf rum.
    Weiß­russ­lands Song “Rhythm Of Love” hat Antei­le von “I Need To Know” (von Mark Antho­ny, 1999).

    Und paar ande­re Lie­der sind bestimmt auch pla­gi­iert (wird z.B. dem alba­ni­schen Bei­trag “Iden­ti­tet” nach­ge­sagt).

    Kommt jetzt mal wie­der run­ter! Lasst doch den 18. Mai ein­fach auf euch zukom­men! Da wer­den wir sehen, was Euro­pa von die­sem “Eupho­ria-Pla­gi­at” hält. Ent­we­der es gewinnt oder es wird Letz­ter. Oder es lan­det irgend­wo auf Platz 13 oder 14 oder 15.

  31. Auf die Jurys wer­de ich solan­ge ein­dre­schen, bis sie wie­der abge­schafft wer­den – oder ich ster­be, je nach­dem, was zuerst kommt (und ja, mir ist klar, was das sein wird. Mir egal: ich habe eine Mis­si­on!). Davon mal ab fand ich die Blitz­kids sehr, sehr gut und ihr skan­da­lös schlech­tes Abschnei­den im Publi­kums­vo­ting erklärt sich nur zum Teil damit, dass sie im sel­ben Stim­men­pool fisch­ten wie Ben Ivo­ry. Ich nehm’s der Jury nicht übel, dass die sie bepunk­te­ten. Was ich ihr übel neh­me, sind die Zero Points für Bet­ty und der lächer­li­che eine für LBB. Wenn fünf Mann das kol­lek­ti­ve Zuschau­er­vo­ting so sehr aus­he­beln und auf den Kopf stel­len kön­nen, ist das für mich ein Skan­dal und inak­zep­ta­bel. Dabei geht’s gar nicht um den Sieg von Cas­ca­da, mit dem ich sehr gut leben kann und die auch bei rei­nem Tel­e­vo­ting gewon­nen hät­ten, son­dern um die Gering­schät­zung unter­halt­sa­mer Bei­trä­ge wie ‘Nackert’ durch eine Hand­voll von Musik­s­no­bis­ten. Und die damit zum Aus­druck kom­men­de Ver- und Miß­ach­tung des Pop­mu­sik­sou­ve­räns: des Publi­kums näm­lich.

  32. Siehst du, auf den Kopf gestellt ist also nichts. Die Jury hat nur den Kör­per unter dem Sie­ger etwas durch­ein­an­der gebracht. 😉

  33. Das mit dem “durch­schnitt­lich” mag stim­men. Es gibt eine Ten­denz zur Durch­schnitt­lich­keit. Das wie­der­um hat gute und schlech­te Sei­ten. Zum einen fehlt bis­lang jeg­li­cher Total­schrott (wozu natür­lich in mei­nen Ohren sowas wie Jed­ward gehört), aber es gibt halt auch weni­ges, was völ­lig her­aus­sticht. Die Grün­de dafür sind wohl die­se:
    Da, wo der Song intern aus­ge­sucht wird, macht man weni­ger Expe­ri­men­te, traut sich sozu­sa­gebn weni­ger und setzt teil­wei­se auch auf bekann­te Grö­ßen.
    Dort, wo das Publi­kum wählt, kommt der Durch­schnitt daher, dass (wie z.B. auch in Deutsch­land) an der Abstim­mung wie­der grö­ße­re Tei­le der Öffent­lich­keit teil­neh­men (die nun ein­mal diver­si­tä­re Geschmä­cker haben und sich daher auf den kleins­ten gemein­sa­men Nen­ner eini­gen müs­sen) anstel­le von klei­ne­ren Com­mu­nities, die eher aus Fans bestehen.

    Aber man kann das wie gesagt auch durch­aus posi­tiv sehen. Ich habe mir dge­ra­de alle 15 bis­lang bekann­ten Bei­trä­ge noch mal durch­ge­hört, und muss fest­stel­len, dass das im Durch­schnitt gar nicht übel ist. Auch wenn es viel­leicht weni­ger Ein­ser gibt, so ist der Klas­sen­schnitt ins­ge­samt gegen­über frü­her defi­ni­tiv gestie­gen!
    Und es gibt eben wenig wirk­li­chen Aus­schuss. Selbst den bei mir schlech­test­no­tier­te Titel (Bel­gi­en) kann ich noch hören, ohne kot­zen zu müs­sen (das war bei Alex Spar­row, Jed­wards und Co defi­ni­tiv anders).

  34. Habe inzwi­schen mal alles sor­tiert (natür­lich nach mei­nem sub­jek­ti­ven Geschmack), wie immer in die 5 Kate­go­ri­en “fin­de ich rich­tig gut”, “soll­te wei­ter­kom­men”, “ist mir egal”, “mag ich nicht” und “grau­en­haft”.
    Auch wenn die ein­zel­nen Plat­zie­run­gen sicher nicht mehr­heits­fä­hig sind, so belegt das doch ein­drucks­voll die The­se der Durch­schnitt­lich­keit.
    Voi­là:
    ++ (fin­de ich rich­tig gut):
    ent­hält eigent­lich nur einen Song, und auch den nur grenz­wer­tig
    1 DK gute Stim­me, stim­mi­ger Song, geht auch ins Ohr

    + (soll­te wei­ter­kom­men):
    2 N wie sei­ner­zeit bei Eupho­ria gefällt mir auch hier die (etwas düs­te­re­re, bedroh­li­che) Stro­phe weit­aus bes­ser als der plat­te­re Refrain. Aber sie singt bes­ser als Lore­en (hüpft ja auch weni­ger rum)
    3 CH nix beson­de­res eigent­lich, bleibt aber abso­lut hän­gen
    4 AL ich mag Rock und vor allem Gitar­re, auch die Mischung mit typisch alba­ni­scher Folk­lo­re gefällt mir, der Gesang ist natür­lich nicht so dol­le, und das Stück braucht auch viel zu lang, um auf Tou­ren zu kom­men
    5 A wirk­lich gute Stim­me
    6 D kein wei­te­rer Kom­men­tar hier (ist ja sowie­so fürs Fina­le gesetzt), noch grenz­wer­tig in die­ser Kate­go­rie

    0 (ist mir egal):
    7 UA Gesang super, Song etwas kit­schig
    8 BY ich schä­me mich etwas, das zuge­ben zu müs­sen, aber obwohl das Ding bil­ligst ist, ist es abso­lut catchy (und auch durch­aus ordent­lich gesun­gen im Gegen­satz zu sol­chen Din­gen wie I love Bela­rus)
    9 LT unge­wöhn­lich, sper­rig, aber hat was. Das Teil könn­te in mei­ner Gunst dem­nächst nach mehr­fa­chem Hören noch stei­gen.
    10 IS etwas lahm, um nicht zu sagen pott­lang­wei­lig, aber goß gesun­gen
    11 CY eben­falls gute Sän­ge­rin, Song kommt aber nicht so recht in Fahrt
    12 FIN bil­li­ge Kate Per­ry Kopie, nix beson­de­res halt
    13 M nicht mein Stil, aber durch­aus ordent­lich gesun­gen, eher unauf­fäl­lig

    - (mag ich nicht):
    14 SLO sehr gute Stim­me, sicher­lich gute Sän­ge­rin, aber die­ser Song ist doch echt bil­lig, der Sound furcht­bar
    15 B naja, und zum Schluss geht ihm noch die Pus­te aus und er quetscht ordent­lich

    – (abso­lut furcht­bar):
    die­se Kate­go­rie ist erstaun­li­cher­wei­se noch leer! Das erstaunt mich umso mehr. als dass aus die­ser Ecke spä­ter sonst immer die Top Ten, wenn nicht gar Sie­ger kom­men (Alex Spar­row, Eric Saa­de, Sakis Rou­vas, Jed­ward, Dima Bilan …) (weg­duck)

  35. Amen to that! Ich kann das The­ma “Pla­gia­te” auch nicht mehr hören und bin jetzt schon gespannt, wie vie­le 4-Chord-Songs dann in Mal­mö wie­der am Start sein wer­den… Wird ja immer mehr in den letz­ten Jah­ren, und kei­ner stört sich dran.. abge­se­hen davon haben wir auch 2010–2012 Ide­en vom Vor­jah­res­sie­ger auf­ge­grif­fen und sind damit nicht schnell gefah­ren. 2009 gewinnt ein abso­lu­ter Char­me­bol­zen – was schi­cken wir 2010? 2011 schi­cken wir dann direkt die Vor­jah­res­sie­ge­rin, und 2012? “Stan­ding still” hat­te mit “Run­ning sca­red” auch mehr als nur mar­gi­na­le Ähn­lich­keit, und kei­ner hat sich drü­ber auf­ge­regt.

    Die Pla­gi­ats­dis­kus­si­on gehört anschei­nend so untrenn­bar zum ESC wie die Punktevergabe.…hei jei jei…

  36. Bet­ty Dittrich der bes­te Act? Du musst ne ande­re Sen­dung gese­hen haben als ich…

    Das war für mich DIE Rie­sen­ent­täu­schung! Im Vor­feld hab ich sie auch als abso­lu­te Favo­ri­tin gese­hen, aber nicht wegen Lied und Stim­me (bei­des nix beson­de­res), son­dern weil sie mich direkt mit ihrem ers­ten Wim­pern­klim­pern im Video am Haken hat­te. Ich hat­te mir von ihr im Grun­de einen zwei­ten Flash in der Art, wie ich den damals bei Lenas ers­ten Auf­tritt bei USFO hat­te, erhofft. Und was war? Lied nach wie vor Geschmacks­sa­che (auf Retro steht nicht jeder, wie wir aus eige­ner Erfah­rung wis­sen!), Stim­me dünn und Büh­nen­prä­senz konn­tes­te mit dem Mikro­skop suchen. Sie hat­te natür­lich auch eine beschei­de­ne Kame­ra­füh­rung, aber die ist nicht allein schuld dar­an, dass bei Bet­ty so gar nix rüber­kam. Und sor­ry, damit ist auf der inter­na­tio­na­len Büh­ne kein Blu­men­topf zu gewin­nen – und auf der natio­na­len, wie wir gese­hen haben, auch nicht.

    Die Wer­tung der Jury ist ein biss­chen hart, ich hät­te Bet­ty irgend­wo bei 3 oder 4 Punk­ten ein­sor­tiert. Des­halb aber auf die Juro­ren ein­zu­dre­schen fin­de ich nicht ange­mes­sen. Und im Tel­e­vo­ting hat Bet­ty genau 4 Punk­te kas­siert. Man muss halt am Abend der Aben­de auch lie­fern kön­nen, wenn man was rei­ßen will!

  37. Jau, du sagst es. Selbst wenn man Retro mag und die schlech­te Kame­ra­füh­rung in Anrech­nung bringt: das war nix. Von Büh­nen­prä­senz kaum eine Spur, und selbst der süße Akzent kommt live lan­ge nicht so auf den Punkt wie im Video (ist mir schon beim Auf­tritt im Mor­gen­ma­ga­zin auf­ge­fal­len).
    Es ist eben ein rie­si­ger Unter­schied zwi­schen gut gemach­ter Kon­ser­ve und Live-Auf­tritt auf gro­ßer Büh­ne. Das hat ja auch Ben Ivo­ry gezeigt (oder eben gera­de nicht), übri­gens eben­so vor­her­zu­se­hen bei sei­nem Auf­tritt im MoMa, nur da hat­te ich noch gedacht, es läge an der Unplug­ged Ver­si­on und mit Laser­show könn­te er eben bes­ser.

  38. Dito. Natür­lich gibt es zwi­schen Eupho­ria und Glo­rious vie­le Gemein­sam­kei­ten (Grund­beat, Syn­thy-Klang, up-up-up vs. o-o-o), aber das ist doch des­we­gen kein Pla­gi­at. Die­ses Gen­re ist eben genau so. Und Cas­ca­da haben sol­che Musik auch schon lan­ge vor Eupho­ria gemacht.

  39. nicht schlecht gefah­ren” soll­te das da oben natür­lich hei­ßen… herr­je, wenn man nicht alles noch­mal durch­liest.… *kicher*

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