Die frischen Eurovisions-Remixe sind eingetroffen!

Eine knappe Woche noch bis zur offiziellen Deadline der EBU für das Einreichen der Eurovisionsbeiträge, und so langsam trudeln immer mehr offizielle Videoclips beim Youtube-Kanal von eurovision.tv ein. Ihre aufpolierten Eurovisionsfassungen präsentierten heute sowohl Albanien als auch die Ukraine. Große Überraschung: gerade die Skipetaren, die ja für das heftige Herumschrauben an ihren Songs bekannt sind, schafften es erstaunlicherweise, trotz massiven Kürzens von über vier auf regelkonforme drei Minuten die ‚Identitet‘ ihres Beitrags zu bewahren.


Albanien, das Land des Plattenbaus: Adrian & Bledar

Leider im Gegensatz zur Ukraine. Die angeblich aufgrund der Kritik in Fanforen überarbeitete Fassung von ‚Gravity‘ beraubt den Titel sowohl des dezent afrikanisierten (wenn auch etwas holprigen) Gospelchores als auch des zwar arg eigenartigen, dafür umso einprägsameren Songfinales („Dum – dum – dum – Gravity!“). Und damit zwei seiner wesentlichen Kernelemente. Zudem lässt das offizielle Vorschauvideo nichts Gutes für die Bühnenpräsentation ahnen, reiht es doch in seinen drei Minuten von Zeichentrickschmetterlingen über Einhörner bis hin zu Wasserfällen wirklich jedes nur erdenkliche klischeehafte Kitschmotiv aneinander, so dass im Direktvergleich damit selbst eine Glücksbärchi-Folge wie ein besonders brutales Splattermovie wirkt. Ästhetisch empfindsamen Menschen sei daher vom Anschauen des Clips besser abgeraten!


Wie eine Shampoowerbung auf Acid: Zlata Ognevich

Ein neues, offizielles Video gibt es auch für den kroatischen Männerchor Klapa s Mora, wenngleich sich am Lied nichts geändert hat. Und auch hier kann das Anschauen echtes Leid auslösen. Also, Mitleid mit den sechs Klapisten, die man in schlecht sitzende Anzüge und eine noch schlechter sitzende Choreografie gezwungen hat. Das tut wirklich weh! Schöner ist da doch der Clip zu Krista Sigfrieds ‚Marry me‘: zwar nicht neu, aber bislang auf Youtube gesperrt und nun endlich wieder zu sehen! Und, genau so wie Kristas Lied, von vorne bis hinten hochgradig unterhaltsam, selbstironisch und einfach nur herrlich lustig! Gerade angesichts der diesjährigen bierernsten Balladenflut neige ich mein Haupt und sage nochmal aus vollstem Herzen: danke, Finnland!


Unfreiwillig lustig: die Choreografie-Mizerja


Echt lustig: Trailerbraut Krista

Wie findest Du die neu abgemischten Versionen?

  • Albanien: kein großer Unterschied außer der Länge. (23%, 28 Votes)
  • Albanien: sehr gut gelungen! (22%, 27 Votes)
  • Ukraine: wer hat mein Lied so zerstört, Ma? (20%, 25 Votes)
  • Ukraine: wo ist der Unterschied? (19%, 23 Votes)
  • Ukraine: viel besser! (13%, 16 Votes)
  • Albanien: gefällt mir nicht mehr. (2%, 3 Votes)

Total Voters: 71

Loading ... Loading ...

10 Gedanken zu “Die frischen Eurovisions-Remixe sind eingetroffen!

  1. Auch wenn mir die Orchesterfassung ein wenig besser gefallen hatte, bin ich doch froh, dass der albanische Beitrag sich nicht wesentlich geändert hat. Gut so, so bleiben sie bei mir weiterhin auf sehr hohem Rang (4). Was natürlich leider in der Realität wieder mal nicht passieren wird. Albanien hat einfach keine Freunde, die den großen musikalischen Reichtum dieses Landes zu würdigen wissen.
    Ukraine: das Video ist natürlich Kitsch hoch fünf, bedient aber genau die klischeehaften Assoziationen (Disney), die dem Song eh schon nachgesagt wurden. Im wahrsten Sinne des Wortes ganz großes Kino. Die Afro-Elemente vermisse ich allerdings wirklich, das war eine der stärksten Passagen. Für den geänderten Schluss bin ich dagegen sehr dankbar, den originalen fand ich ehrlich gesagt grausam. Mein Platz 12 momentan, real wahrscheinlich tendentiell eher höher.
    Kroatien: Tja, Video ist echt nicht ihre Stärke. Aber der Gesang ist und bleibt gut. Das ganze nötigt mir wirklich Respekt ab, und bei den a capella Passagen bekomme ich regelmäßig Gänsehaut (sie sollten meiner Meinung nach alles a capella singen, das nähme dem Ganzen auch erheblich den Schmalzfaktor), obwohl das nach wie vor nicht meine Lieblingsmusikrichtung ist. Dankbarer Platz 18, obwohl ich bezweifle, dass sie esin Realität ins Finale schaffen.
    Finnland: Nettes Video. Das Stück gefällt mir trotzdem nach wie vor nicht. Billiges Katy Perry Imitat, bei mir Platz 24.

  2. Albanien: Gefällt mir sehr! Endlich mal wieder ein Lied aus Albanien nach all dem Gekreische…

    Ukraine: Mama! Das Video… naja… Aber das Lied macht mir Angst! Und ein WTF-Song ist das auch! Anstelle des afrikanischen TCHOUM tritt jetzt das Geräusch einer Person, die gerade kotzt!

    Kroatien: Wie die sich da zwischenzeitlich anschmachten… Sind die schwul??? Hoffentlich, denn dann gäbe es bestimmt interessante Begegnungen mit der Heilsarmee 😀

    Finnland: Das Lied gefiel mir von Anfang an und rückte immer stärker in meinen Favoritenkreis mit jeder Ballade, die da kam. Aber Krista sieht besonders am Anfang fast schon so aus wie ein Zombie…

    Nun warte ich auf eine neue Version von „Glorious“, denn da gibt es ja noch 24 Sekunden zu wegkürzen…

  3. @ Kroatien: Das bezweifle ich. Tut sich in diesem Jahr überhaupt etwas an der lesbischwulen Front, was die Interpreten betrifft? Oder bleibt uns nur auf spätere Coming Outs zu hoffen wie weiland bei Harel Skaat?

  4. Albanien: Das Lied ist soeben auf meiner internen Ranglister etliche Plätze nach oben geklettert. Obwohl ich dieses gepresste Röcheln des einen Sängers immer noch nicht mag.

    Ukraine: Vor allem der afrikanische Chor im Hintergrund fehlt, aber trotzdem noch eines der bessseren Lieder dieses Jahrgangs.

    Kroatien: Hach ja… dieses ganze Linkische passt doch perfekt zum Genre des Liedes und wirkt irgendwie sympathisch.

    Finnland: Nach wie vor unfassbar nervig und einer meiner Hassbeiträge.

  5. Das finde ich jetzt wiederum überhaupt nicht, ganz im Gegenteil! Bei mir schlagen sowohl bei dem Song als auch erst recht beim Video die Ironiedetektoren ganz weit aus: eine Braut, die ganz apodiktisch, ja schon übertrieben aggressiv fordert: „Los, heirate mich!“, nicht als Bitte, sondern als Befehl, und dann so übertrieben klischeehafte Gründe aufführt, warum sie die Richtige ist („niemand macht Dir hübschere Babys“) – das ist m.E. ein ganz klar postfeministischer, riesiger, augenzwinkernder Spaß! Gerade das Video verdeutlicht das ja noch mal: da tritt sie ja keine Sekunde lang irgendwie unterwürfig auf, sondern eher schon in der Rolle einer nötigenden Stalkerin. Ich finde eher, dass die Nummer überkommene Geschlechterklischees dekonstruiert, in dem sie sich darüber lustig macht und damit auf ironische Weise spielt.

  6. Das sehe ich auch so. Vor allem gefällt mir auch der Song immer besser. Liegt wohl daran, dass ich der Vielzahl von Balladen dieses Jahr immer überdrüssiger werde.

  7. Absolut richtig. Die VertreterInnen der Emanzipationsbewegung haben sich große Lorbeeren erworben. Doch nun kommen sie in die Jahre und verstehen die neue Generation des Postfeminismus einfach nicht. Kristas Song ist für mich der lustigste des Jahrgangs neben all den unendlichen Balladen.

  8. Na endlich zeigen sich mal die echten Versionen von Songs, die punkten möchten. Darauf hat man gewartet:
    Albanien: Finale 100% und dort dann max. Platz 4. Geiles Lied – erinnert mich an Queen
    Ukraine: Finale 100% und dort Platz 7-12. Scheussliches Machwerk zum Weghören und eigentlich dasselbe, ewas dieses Land jedes Jahr schickt, aber Ukraine eben….

    Kroatien: Finale 50% – bei dieser Bühnenshow schläft ja sogar ein Kolibri beim Nektarsammeln ein – bitte ne Runde neue Kostüme
    Finnland: Finale 100% und dort ist dann alles möglich, wenn man sich Mühe gibt. Das Video ist schon mal meine persönliche Nummer 1

Oder was denkst Du?