Jurys wür­gen Schwe­den einen jau­len­den Hams­ter rein

Einen mehr als pas­sen­den Abschluss fand ges­tern Abend das schwe­di­sche Melo­di­fes­ti­va­len, einst­mals die belieb­tes­te und wich­tigs­te Vor­ent­schei­dung Euro­pas. In die­sem Jahr, aus­ge­rech­net nach Lore­ens Sieg, hat­te es der MF-Ver­ant­wort­li­che Chris­ter Björk­man ja bereits fer­tig gebracht, unter den 32 Vor­run­den­bei­trä­gen bes­ten­falls zwei bis drei annehm­ba­re Songs unter­zu­brin­gen, die es natür­lich alle­samt nicht ins gest­ri­ge Fina­le schaff­ten. Dort ent­schie­den sich die elf inter­na­tio­na­len Juro­ren mehr­heit­lich ziel­stre­big für den lang­wei­ligs­ten und schlech­tes­ten Song nicht nur des MF-Tableaus, son­dern auch des gesam­ten Euro­vi­si­ons­jahr­gangs (was ange­sichts des mise­ra­blen Gesamt­ni­veaus 2013 schon etwas hei­ßen will). ‘You’ ver­fügt weder über einen erkenn­ba­ren Refrain noch eine wahr­nehm­ba­re Melo­die, ist weder rich­tig Uptem­po noch bal­la­desk: es ist ein Nichts von einem Pop­song, röchelnd und quie­kend vor­ge­tra­gen von einem hams­ter­ba­cki­gen Jüng­ling mit der Aus­strah­lung einer Schei­be But­ter­toast namens Robin Stjern­berg (in schwe­di­scher Aus­spra­che aller­dings eher “Robin Fem­bot”, was auch irgend­wie passt).


Und die Kla­mot­ten erst! Wie eine sin­gen­de Leber­wurst!

Han­del­te es sich bei die­ser Ent­schei­dung gar um eine Ver­schwö­rung der elf inter­na­tio­na­len Jurys gegen das Gast­ge­ber­land, um sicher­zu­stel­len, dass der Con­test auch ganz bestimmt nicht zwei­mal hin­ter­ein­an­der in Schwe­den statt­fin­den wird? Das Publi­kum näm­lich woll­te deut­lich lie­ber Yohio sehen, die schwe­di­schen Nach­züg­ler von Tokio Bor­dell (ich dach­te eigent­lich, die­se Musik­gat­tung sei bereits aus­ge­stor­ben?), die sich durch noch stär­ke­ren Make-up-und-Haar­lack-Miß­brauch her­vor­tun als Bill Kau­litz und sei­ne Man­nen. Doch deren ‘Heart­break Hotel’ fiel bei den Jurys so gna­den­los durch, dass selbst der mas­si­ve Vor­sprung im Tel­e­vo­ting nichts mehr aus­rich­ten konn­te. Soll­ten wir nun froh sein, in Mal­mö wenigs­tens kei­ne toten Fische, bren­nen­den Kla­vie­re oder Alt­her­ren­schla­ger ertra­gen zu müs­sen? Ich weiß nur: die ein­zi­gen unter­halt­sa­men Minu­ten des Abends lie­fer­te mal wie­der die fan­tas­ti­sche Sarah Dawn Finer als Lyn­da Woo­d­ruff. Und auch künf­tig wer­de ich eher das rumä­ni­sche Fina­le live ver­fol­gen als das schwe­di­sche.


Hmmmm, lecker Spu­cke­ku­chen!

Wo lan­det Schwe­den dies­mal?

  • Der Song ist ein nas­ser Furz, aber mit Gast­ge­ber­bo­nus reicht’s fürs Mit­tel­feld. (28%, 46 Votes)
  • Mit die­sem Gejau­le? Hof­fent­lich ganz weit hin­ten! (27%, 45 Votes)
  • Das ist doch nett gemach­ter Pop. Auf jeden Fall Top Ten. (27%, 44 Votes)
  • Ich find das super, damit könn­te Schwe­den sogar noch mal gewin­nen! (18%, 30 Votes)

Total Voters: 165

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11 Gedanken zu “Jurys wür­gen Schwe­den einen jau­len­den Hams­ter rein

  1. Ich könn­te ja mit der Ent­schei­dung leben (den Auf­tritt fand ich nicht schlecht, ist halt typi­sche Cas­ting­show-Pop­so­ße), wenn nicht aus­ge­rech­net Yohio, son­dern einer der 9 ande­ren das Tel­e­vo­ting gewon­nen hät­ten. So sage auch ich mal den berühm­ten Satz: Jurys sind Wich­ser! Die­ser ESC-Jahr­gang ist ein­fach nicht mehr zu ret­ten.

  2. Und an der Umfra­ge kann ich auch nicht teil­neh­men. Ich fin­de den Song selbst nicht gut genug für die Top-Plät­ze, den­ke aber, dass er durch­aus dort lan­den könn­te. Das Ras­ter “Kleins­ter gemein­sa­mer Nen­ner” bedient er näm­lich nicht schlecht.

  3. Tja und was sage ich dies­mal – kreisch – ich sehe es hier völ­lig anders – You war mein Favo­rit unter den gan­zen schwe­di­schen Bei­trä­gen und ich habe Blut und Was­ser geschwitzt ges­tern Abend, dass Heart­break Hotel bit­te nicht gewinnt. Ob es ein Sie­ger­song ist bleibt dahin­ge­stellt – mir gefällt er ein­fach. Der ESC Jahr­gang ist schon trau­rig genug – das sehe ich auch so – so viel lang­wei­li­ges. Dann noch das ent­täu­schen­de Ergeb­nis aus Rumä­ni­en – wo ich Elec­tric Fence viel span­nen­der fand – YOU geht völ­lig klar, ein Song auf den ich mich freue 🙂

  4. In die­sem schwe­di­schen Fina­le gab es doch eh nichts Ver­nünf­ti­ges mehr. Allö­en­falls Loui­se Hoffs­ten konn­te man sich über­haupt anhö­ren, aber so rich­tig pri­ckelnd war die auch nicht.
    So haben sie sich halt für eines der vie­len abso­lu­ten Nicht­se ent­schie­den.

    Ich hät­te ihnen ja (qua­si aus Rache) wirk­lich “en rik­tig jäv­la schla­ger” gegönnt.

  5. Tell The World I’m Here” und “Heart­break Hotel” waren mei­ne Favo­ri­ten. Und “You” gehör­te in mei­nen Augen zu den schlech­te­ren Lie­dern, allei­ne wegen dem Gejau­le.

    Das schwe­di­sche Publi­kum hat mit der Wahl von “Heart­break Hotel” rich­tig ent­schie­den. Die inter­na­tio­na­len Juries hin­ge­gen haben erfolg­reich alles dran gesetzt, dass es 2014 nicht noch­mal nach Schwe­den geht. Wor­über ich mich ange­sichts der Machen­schaf­ten von Chris­ter Björk­man nicht wirk­lich beschwe­re…

    Aber ich hof­fe, dass es im deut­schen Vor­ent­scheid, falls es wirk­lich ein “deut­sches Melo­di­fes­ti­va­len” wer­den soll­te, kei­ne inter­na­tio­na­len Juries gibt. Grund­sätz­lich soll­te ein Vor­ent­scheid ohne Ein­wir­kung von außen statt­fin­den. Denn viel­leicht gewinnt dann wegen ihnen irgend­ei­ne lang­wei­li­ge Bal­la­de knapp vor einem vom Publi­kum gewähl­ten, aber von den inter­na­tio­na­len Juro­ren igno­rier­ten “Kil­ler­song”, das den ESC im Vor­bei­ge­hen gewin­nen könn­te. Und dann geht das Thea­ter erst rich­tig los.

  6. Obwohl ich “Bed on Fire” am liebs­ten moch­te, ist “You” eigent­lich kei­ne so üble Wahl für Schwe­den: Der Song ist irgend­wie “anders” und mutig – ver­gli­chen mit dem Mate­ri­al, was noch zur Aus­wahl stand. Robin ist zwar nicht über­mä­ßig hübsch, hat aber einen gewis­sen Charme auf der Büh­ne. Ich den­ke, es wird zumin­dest kei­ne Bla­ma­ge fürs Gast­ge­ber­land.

  7. So rich­tig prall war die Alter­na­ti­ve mit die­sem komi­schen Heart­break Hotel auch nicht gewe­sen. Und der Song aus Schwe­den ist bei wei­tem nicht so furcht­bar wie der Song aus Rumä­ni­en. Also alle die sich über Cas­ca­da für Deutsch­land beschwe­ren, sind ver­ur­teilt 24 Stun­den Lang sich das Gejau­le aus Rumä­ni­en anzu­hö­ren.

  8. Und die­sen “rik­tig jäv­la schla­ger” fand ich klas­se. Das hat wenigs­tens noch Klas­se und hät­te den ESC ein wenig unter­halt­sa­mer gemacht.
    Wenigs­tens ist das kei­ne 0815-Mucke wie “You” und der gan­ze Rest (abge­se­hen von “Only The Dead Fish Fol­low The Stream”, wobei “Copa­ca­bana­na” schon einen gro­ßen Unter­hal­tungs­wert hat und “Heart­break Hotel” auch kein Feh­ler gewe­sen wäre, zumal man die Sängerin/den Sän­ger leicht wie­der­erken­nen kann. Beson­ders mit Yohio hät­te Schwe­den was rei­ßen kön­nen.

    Nun aber “You” – Top 10 wäre für Schwe­den ein Rie­sen­er­folg. Egal – ein Kon­kur­rent weni­ger für Cas­ca­da! 😛
    Aber auch ein Titel weni­ger, der Geor­gi­en oder die namen­lo­sen Heils­ar­mis­ten ver­hin­dern könn­te (wobei “You And Me” für mich zu den bes­ten Songs des ESC 2013 gehört. Aber da sind halt noch die­se homo­pho­ben Ein­stel­lun­gen, die die Heils­ar­mee dis­qua­li­fi­zie­ren).

  9. Bin in prak­tisch allen Aus­sa­gen dabei: Rik­tig jäv­la Schla­ger wäre ordent­lich Selbst­iro­nie gewe­sen, Only the dead fish am wenigs­ten 0815, Copa­ca­bana­na sicher von Unter­hal­tungs­wert (wenn auch wirk­lich wirk­lich schreck­lich), Heart­break Hotel tak­tisch sicher kein Feh­ler, You and me ein sehr guter Song.
    Nur: kann denn die­se Het­ze gegen die Heils­ar­mee mal auf­hö­ren? Wenn es doch ein guter Titel ist, dann ist es ein guter Titel. Punkt.

  10. I love it love it i love it! Super­Song! Catchy beim ers­ten Hören, macht doch voll Bock das Lied! Wenigs­tens in die­sem Land hat mein Favo­rit gewon­nen! Ich kon­ver­tie­re zum Schwe­den-Pop!

  11. Zwei mal in Fol­ge will heut­zu­ta­ge eh kein Land mehr den ESC gewin­nen, von daher geht es beim dies­jäh­ri­gen schwe­di­schen Bei­trag ohne­hin nur dar­um, sich gut zu ver­kau­fen. Ohne die im ver­link­ten Video erkenn­ba­re Auf­ge­kratz­theit Robins bei der Sie­ger­re­pri­se des MF dürf­te das aber ein guter Auf­tritt wer­den, viel­leicht näht man ihm bis zum 18.Mai auch noch einen pas­sen­den Anzug. 😉 Für mich ein sehr guter Pop-Song, schwung­vol­ler als vie­les aus dem dies­jäh­ri­gen Teil­neh­mer­feld und daher wird es wohl soli­der Top-10-Platz für Schwe­den, mit Heim­vor­teil ist viel­leicht sogar Top 5 mög­lich.

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