Quel­ques Mil­li­ons, Trei­ze à la Dou­ze (AZ, BE, CH, FR, ME 2013)

Nur noch ein paar Tage bis zum EBU-Ein­sen­de­schluss, und schon sta­peln sich die neu­en Euro­vi­si­ons­bei­trä­ge bis unter die Decke, so dass man kaum noch hin­ter­her­kommt! Aber der Rei­he nach: in Aser­bei… Asrb­dsch… in Baku kam die gefühlt acht­hun­dert­tei­li­ge Vor­ent­schei­dungs­show Mil­li Seçim Turu heu­te Abend völ­lig über­ra­schend doch zu einem Ergeb­nis. Farid Mame­dov wird also in Mal­mö in die Fuß­stap­fen John­ny Logans tre­ten und inbrüns­tig ‘Hold me’ schmach­ten, einen gera­de­zu lehr­buch­mä­ßi­gen Euro­vi­si­ons­schla­ger aus grie­chisch-schwe­di­scher Feder. Nur, dass Farid ein wenig jün­ger ist als der iri­sche Bar­de sei­ner­zeit und über deut­lich mehr Augen­braue ver­fügt. Und an der Aus­spra­che muss er noch ein wenig – nun ja: sehr stark! – fei­len. Dass das Eng­lisch sein soll­te, konn­te man heu­te Abend beim bes­ten Wil­len kaum aus­ma­chen. Aber das ken­nen wir ja schon aus Aser­be… aus Baku.


Hold me, if you sold me? Was singt er da nur?

Wei­ter nach Bel­gi­en: dort ver­such­te man sich an einem Remix des irgend­wann letz­tes Jahr gewähl­ten Bei­trags ‘Love kills’ (oder ‘Love keeps’, wie der schein­bar von der sel­ben Sprach­schu­le wie Farid kom­men­de Rober­to Bel­laro­sa tat­säch­lich singt). Was soll man sagen: ein Mus­ter­bei­spiel für die alte Weis­heit, dass man aus einem Hun­de­häuf­chen auch durch noch so hef­ti­ges Auf­po­lie­ren kei­nen Dia­man­ten her­zu­stel­len ver­mag! Hoff­nungs­los.


Bissl mehr Beats und Backings, doch das Kern­pro­blem bleibt: Bob Pret­typ­ink!

Und kaum ist der neue Papst ernannt (rei­ne Jury­ent­schei­dung, kein Tel­e­vo­ting!), da prä­sen­tiert uns auch die Schwei­zer Heils­ar­mee end­lich ihren neu­en, euro­vi­si­ons­kon­for­men Namen! Taka­sa lau­tet der und sei angeb­lich ein Wort aus der sua­he­li­schen Spra­che, das über­setzt so viel wie “rein” bedeu­te. Ist natür­lich völ­li­ger Bull­shit: tat­säch­lich pull­ten die jun­gen Chris­ten hier einen Prince und wähl­ten das Akro­nym für The Artists known as Salva­ti­on Army. Anstel­le der Uni­form trägt man nun taka­sa­wei­ße, mit dem Song­ti­tel ‘You and me’ bestick­te Hem­den. Und ein neu­es Prä­sen­ta­ti­ons­vi­deo gibt’s noch oben­drauf, in dem die fünf lus­ti­gen Sechs in einem anti­ken Cin­que­cen­to (oder was immer das für eine Kis­te ist) gen Schwe­den fah­ren und dabei super­duf­te drauf sind und lau­ter harm­lo­sen Scha­ber­nack trei­ben und sich ins­ge­samt der­ma­ßen brech­reiz­er­re­gend auf­füh­ren, dass man sich einen Fron­tal­zu­sam­men­stoß mit einem Vier­zig­ton­ner drin­gend her­bei­sehnt!


Bei 1:56 Minu­ten: und die Mädels pul­lern so lan­ge im Wagen?

Das Ende scheint nah: nach Hol­lands düs­te­rer Bal­la­de über vom Him­mel fal­len­de Vögel kommt nun auch Frank­reich mit apo­ka­lyp­ti­schen Tönen daher: ‘L’Enfer et moi’ (‘Der Teu­fel und ich’) klingt nicht nur vom Titel her unheil­brin­gend. Auch musi­ka­lisch schwingt in der kan­ti­gen Rock­bal­la­de eini­ges an (dan­kens­wer­ter­wei­se ent­spann­ter) Welt­un­ter­gangs­stim­mung mit. Und Aman­di­ne Bour­geois, die Sän­ge­rin mit dem wohl fran­zö­sischs­ten aller nur denk­ba­ren Künst­ler­na­men, hat exakt die rich­ti­ge Stim­me dafür. Ob Jurys und Zuschau­er so viel Schwer­mut hono­rie­ren und die Dou­ze Points zücken, steht zwar auf einem ande­ren Blatt, aber immer­hin kann man der Gran­de Nati­on nicht abspre­chen, erneut Qua­li­tät zu sen­den!


+Anspruch -Fröh­lich­keit: Frank­reich rockt

Gro­ßen Respekt eben­falls für den Mut der Mon­te­ne­gri­ner! Die wagen es trotz der ‘Euro-Neu­ro’-Plei­te erneut und schi­cken ech­te Musik zum Grand Prix. Beim heu­te prä­sen­tier­ten ‘Igran­ka’ ist der Dub­step näm­lich nicht bloß blas­se Schla­ger­ver­zie­rung (vgl. Slo­we­ni­en oder Nor­we­gen), son­dern füllt einen kom­plet­ten, authen­ti­schen Song aus. Für in der Wol­le gefärb­te Euro­vi­si­ons­fans wie mich glei­chen die drei mon­te­ne­gri­ni­schen Minu­ten daher zwar eher einer Wur­zel­be­hand­lung, und auch der bal­kan­ty­pi­sche Schlam­pen­look der bei­den Mädels, wel­che die Rap­per von Who See? beglei­ten, sowie das völ­li­ge Feh­len eines nied­li­chen Maul­tie­res im Musik­vi­deo wir­ken ästhe­tisch anstren­gend bis ent­täu­schend. Den­noch wirkt die dahin­ter ste­hen­de “Fick Dich”-Attitüde der Exser­ben unglaub­lich erfri­schend und grund­sym­pa­thisch, zumal die Num­mer live sicher aller­größ­tes Car-Crash-Poten­ti­al bie­ten dürf­te.


Auf die Zwölf: Mon­te­ne­gro gibt’s uns hart

Und der Semi-Check: wer schafft es ins Fina­le?

  • BE: hat­te noch nie Chan­cen, auch jetzt nicht. (18%, 80 Votes)
  • AZ: gut, die könn­ten einen Besen auf­stel­len und wären drin. (15%, 64 Votes)
  • CH: Namen sind Schall und Rauch, die Num­mer gut: Fina­le. (13%, 55 Votes)
  • CH: ohne den Namen ist der Gag weg – kei­ne Chan­ce. (10%, 44 Votes)
  • ME: schreck­lich. Mach mal einer den Lärm aus! (10%, 44 Votes)
  • ME: super­sym­pa­thisch, aber natür­lich chan­cen­los. (9%, 38 Votes)
  • BE: viel bes­ser, hat jetzt ech­te Chan­cen! (7%, 29 Votes)
  • ME: das ist so gut, das kommt wei­ter. (7%, 29 Votes)
  • AZ: das kommt durch, und zwar zu Recht! (6%, 26 Votes)
  • AZ: nein, mit die­sem Mit­tel­maß könn­ten sie kle­ben blei­ben. (6%, 25 Votes)
  • BE: hat­te mal Chan­cen, jetzt nicht mehr! (1%, 3 Votes)

Total Voters: 125

Loading ... Loa­ding …

Und wo lan­det die Bour­ge­ou­sie?

  • Die pullt eine Anggun und lan­det nur auf­grund der Juries im Mit­tel­feld. (53%, 52 Votes)
  • Top Ten. (26%, 26 Votes)
  • Ganz hin­ten. Braucht nie­mand, so einen Lärm. (18%, 18 Votes)
  • Ganz oben. Paris 2014, bien sûr! (3%, 3 Votes)

Total Voters: 99

Loading ... Loa­ding …

15 Gedanken zu “Quel­ques Mil­li­ons, Trei­ze à la Dou­ze (AZ, BE, CH, FR, ME 2013)

  1. Da soll noch mal einer sagen, dass die Heils­ar­mis­ten kei­nen Humor haben. Nein, damit mei­ne ich nicht das Video (obwohl das auch nicht weni­ger nied­lich ist als das von Bet­ty Dittrich), son­dern den Namen. Mit so einer völ­lig durch­schau­ba­ren Legen­de kann man die EBU lus­tig vor­füh­ren (ich sage nur: lasha tum­bai) und weckt auch noch Remi­nes­zen­zen an TAF­KAP. Klas­se gekon­tert. Das Stück nach wie vor gut. Zu Recht Top Ten.
    Frank­reich: Gefällt mir noch wesent­lich bes­ser als Nie­der­lan­de. Mei­ne Erwar­tun­gen an die Künst­le­rin sind also nicht ent­täuscht wor­den.
    MNE: so im Video mit Stu­dio­mix ist das natür­lich ein Knal­ler. Gefällt mir noch bes­ser als das ehe­ma­li­ge Imperi­ja aus MK. Ich bezweif­le aller­dings, dass das live was wird.
    Bel­gi­en war von Anfang an Schrott und wird auch durch Remi­xen nicht bes­ser. Wei­ter­hin mein letz­ter Platz zur Zeit (noch hin­ter Schwe­den). Könn­te auch tat­säch­lich so aus­ge­hen (nein, natür­lich nicht, was Schwe­den betrifft; aber viel­leicht blei­ben die ja auch drau­ßen).
    Was den Ase­ri betrifft: er war im Fina­le tat­säch­lich einer der bei­den ein­zi­gen, die über­haupt sin­gen konn­ten. Aber ob das reicht? Mir gefällt’s jeden­falls ganz und gar nicht. Wird dann wohl an dritt­letz­ter Stel­le ein­ge­ord­net, vor den jau­len­den Schwe­den und Bel­gi­ern, und noch hin­ter Graf Zahl aus Trans­syl­va­ni­en.

  2. Die Legen­de ent­spricht tat­säch­lich der Wahr­heit. Aber ich glau­be auch, dass da erst die Abkür­zung kam und dann die Online-Wör­ter­bü­cher gewälzt wur­den, so nach dem Mot­to “in wel­cher Spra­che bedeu­tet das was, was zu uns passt?”.

    Mon­te­ne­gro. Tja. Was sagt man jetzt dazu? Viel­leicht nur so viel: für Dub­step ist es beim ESC viel­leicht noch ein biss­chen früh; nor­ma­ler­wei­se schaf­fen es aktu­el­le Trends immer erst mit mehr­jäh­ri­ger Ver­zö­ge­rung zum Wett­be­werb (Aus­nah­men wie Deutsch­land 56 mal außen vor). Dass jetzt aus­ge­rech­net Mon­te­ne­gro den Pio­nier spie­len darf, erstaunt mich aber doch.

  3. Wie lus­tig.…
    Aser­bei­dschan schickt einen sin­gen­den Nean­der­ta­ler (jeden­falls, wenn man ihn sich im Pro­fil betrach­tet…)

  4. Ich fürch­te, der azer­bai­ja­ni­sche Bei­trag kommt so wei­ter, egal wie grau­en­haft ich ihn fin­de. Aman­di­ne Bour­ge­oui­se gefällt mir gut, ein in sich run­der Bei­trag. Ob er im Fina­le hono­riert wird, lässt sich schwer sagen. Who See fin­de ich eben­falls sehr stark. Hof­fent­lich kom­men die wei­ter. Wobei deren gel­ber Ölja­cken-Look ja hem­mungs­los geklaut ist. Ich darf auf ‘Ger­ma­nys next Ver­sor­gungs­mi­nis­ter im Ernst­fall, berech­tigt Not­stands­ge­set­ze ein­zu­lei­ten sowie Staats­se­kre­ta­re für Seu­chen- und Bio­waf­fen­kon­trol­le’ ver­wei­sen: http://nextkabinettsblog.wordpress.com/wieso-weshalb-warum/. In echt bekannt als Virus X: http://www.myspace.com/virusaxe/photos/albums/my-photos/11998. Ist aber in Ord­nung. Die 4 Virus X-ler sind da nicht so. Soweit dazu.

    Die net­ten Heils­ar­mis­ten haben auch hübsch geklaut. Macht aber auch nix. Denn das ESC-Uni­ver­sum ist für mich sowie­so ein herr­li­cher Schatz an Zita­ten. Ich darf an LaBrass­Ban­d­as Vor­ha­ben erin­nern, in echt mit dem Bull­dog nach Mal­mö zu fah­ren: http://blog.prinz.de/grand-prix/5x5-fragen-an-labrassbanda-rondo-veneziano-dschingis-khan-und-einen-bulldog-kaufen/ und über­dies an den alten ESC-Bar­den Cliff Richard, der sei­ner­zeit schon mit den Shadows in einem klapp­ri­gen Bus in die Som­mer­fe­ri­en fuhr:
    http://germanysnextkabinettskueche.wordpress.com/2012/08/12/cliff-richard-and-the-shadows-summer-holiday/ Inso­fern hät­ten LaBrass­Ban­da auch geklaut. Egal also. Ich fin­de das Video ganz nied­lich gemacht. Es drückt Vor­freu­de, Unbe­küm­mert­heit und eine gewis­se Nai­vi­tät aus. Es passt für mich zu den Heils­ar­mis­ten und zum Lied­chen.

    Soweit für jetzt. Ich hof­fe, ich habe nicht all­zu­sehr gelang­weilt und wün­sche

    ein schö­nes Wochen­en­de,

    die Soci­al Secreta­ry

  5. Beim ers­ten Hören hat mich Frank­reich noch nicht gepackt, aber mit dem zwei­ten ist der Song zu mei­nen dies­jäh­ri­gen Favo­ri­ten auf­ge­stie­gen. Wird zwar nicht gewin­nen, aber hof­fent­lich bes­ser abschnei­den als Anggun.

  6. Und wie soll ich im Heils­ar­mee/T­aka­sa-Video die Stel­le bei 2:08 Minu­ten bewer­ten? Wird der da ein­fach sit­zen gelas­sen?

    Tol­le Chris­ten, die­se Taka­sa-Heils­ar­mis­ten! Wären sie Tür­ken gewe­sen, dann hät­ten sie sich bestimmt noch die Mühe gemacht, den Typen irgend­wie im Auto unter­zu­brin­gen ^^

    Und zum neu­en Papst: Auch wenn er ein Herz für Arme hat: Er ist schluss­end­lich der glei­che ewig­gest­ri­ge, homo­pho­be alte Sack wie sei­ne vie­len Vor­gän­ger, nur dass der direk­te Vor­gän­ger Bene­dikt fit­ter ist als Fran­zis­kus.
    Sehr ent­täu­schend!

  7. es gibt ein addon für den brow­ser, das gesperr­te you­tube-vide­os ent­blockt …es heisst prox­ma­te und fun­tio­niert fan­tas­tisch …

  8. Bleibt es hof­fent­lich. Ich würd’ zwar nicht drauf wet­ten, aber die Chan­cen ste­hen die­ses Jahr gar nicht schlecht.

  9. Sie kann jeden­falls live viel bes­ser sin­gen als Anggun. Das hat sie schon oft unter Beweis gestellt.

  10. Ich weiß, aber das ist ein ewi­ges Hase und Igel Spiel. Mein letz­tes addon funk­tio­nier­te noch bis vor weni­gen Wochen, dann hat­te you­tube offen­bar auf­ge­rüs­tet …

  11. Die Legen­de ent­spricht tat­säch­lich der Wahr­heit.”
    Dass die Swa­hi­li-Über­set­zung kor­rekt ist, hat­te ich kei­nen Moment bezwei­felt. Nur was die Rei­hen­fol­ge der Ent­ste­hung betrifft, gehe ich natür­lich davon aus, dass es so aus­sieht, wie Du es beschrie­ben hast.

  12. Nee, da hast Du nichts über­se­hen. Ich guck die­se Raab-Sen­dun­gen nicht, daher hat­te ich das nicht gese­hen.
    Was das Out­fit angeht, hat Nata­lie ja in der Pres­se­kon­fe­renz in Han­no­ver noch durch­bli­cken las­sen, dass sie kei­nes­falls bera­tungs­re­sis­tent sei. Ich den­ke aber mal, dass sie sich für die Wok-WM extra casu­al ange­zo­gen hat und das nicht unbe­dingt das Out­fit für Mal­mö ist.
    Prin­zi­pi­ell fin­de ich ja, dass zu einem Dance-Song auch Tän­zer gehö­ren. Nach die­sem Auf­tritt bin ich aber nicht mehr so sicher. Und zwar, weil Nata­lie ja nicht sta­tisch still steht, son­dern sich selbst auch bewegt, aber völ­lig unko­or­di­niert zu der rest­li­chen Cho­reo. Das wirkt tat­säch­lich ein biss­chen chao­tisch und unpro­fes­sio­nell.
    Das heißt, ent­we­der sie nimmt sich ein Vor­bild z.B. an Eleft­he­ria Eleft­he­riou und lernt, wie man mit ein paar nicht zu anstren­gen­den Schritt­chen und Hand­be­we­gun­gen einen Syn­chrontanz erfolg­reich vor­täuscht. Oder sie lässt die Tän­zer doch bes­ser weg und bleibt bei ihrer Power­frau-Show. Scheint mir in die­sem Fall viel­leicht doch bes­ser. Oder was meinst Du?

  13. Ich sage, lasst sie her­um­ham­peln wie sie will, die Bild­re­gie in Mal­mö wird eh wie­der die bes­te Cho­reo zer­schie­ßen. 😉

  14. Lie­ber Oli­ver,

    dan­ke für Dei­nen Respons. Lei­der hat­te das CMS mei­ne Ant­wort ver­schluckt. Des­halb alles noch­mal. Ich gucke auch kei­ne Raab-Sen­dun­gen, dach­te aber, es ist so ruhig um Cas­ca­da. Habe mal ge-start­pa­ged, so fand ich den Link zur WokWM. Letz­tes Jahr habe ich auf You­Tube beim offi­zi­el­len Roman Lob-Video viel kom­men­tiert, auch hin­sicht­lich sei­nes fina­len Baku-Out­fits. Ich hat­te immer die Hoff­nung, dass das Roman-Manage­ment dort ein wenig mit­liest. Es gab dort eine klei­ne Hard­core-Roman- und ESC-Fan­ge­mein­de, inso­fern hat­te ich dort pas­sa­gen­wei­se einen guten Aus­tausch. Das offi­zi­el­le Cas­ca­da-ESC-Video scheint mir die­ses Jahr aber kein güns­ti­ger Ort zu sein, um fina­le Mal­mö-Ange­le­gen­hei­ten zu dis­ku­tie­ren. Ich füh­le ich hier bei aufrechtgehn.de bes­ser auf­ge­ho­ben, es ist defi­ni­tiv erwach­se­ner und kul­ti­vier­ter. Hast Du nicht gute Ver­bin­dun­gen zu den Prinz-Blog­gern, die dann ihrer­seits ein paar Anre­gun­gen an Cas­ca­da wei­ter­lei­ten könn­ten? Wie auch immer, kon­struk­ti­ve Gedan­ken ver­brei­ten sich im vir­tu­el­len Äther so oder so. Dar­auf set­ze ich ein­fach …

    Ja, ich den­ke auch, dass das Out­fit bei der Wok-WM den Tem­pe­ra­tu­ren und dem Anlass gemäß gewählt war. Der Casu­al-Look steht Natha­lie Hor­ler eigent­lich sehr gut. Für Mal­mö wird sie aber bestimmt was ande­res wäh­len. Mein per­sön­li­cher Favo­rit ist ja die cham­pa­gner­gold­far­be­ne Cor­sa­ge mit schwar­zer Spit­ze und schwar­zer Schlei­fe und der schwar­zen Pail­let­ten­ja­cke aus dem Offi­ci­al Video. Casu­al Gla­mour sozu­sa­gen.

    Ja, zu einem Dance-Song gehö­ren Tän­zer. Ich fin­de aber, wie bei der Wok-WM prä­sen­tiert, geht es gar nicht. Da passt ja gar nix. Ich fin­de, das ist ein­fach nur ein tra­shi­ger Abklatsch von Too­ji und hat ein­fach gar kei­nen zün­den­den Fun­ken. Auch das Sty­ling der Tän­zer fin­de ich schlicht­weg unat­trak­tiv. Man muss nicht immer auf Teu­fel komm raus der Com­mu­ni­ty hin­ter­her ren­nen. Im Ernst gefällt mir das offi­zi­el­le Video von ‚Glo­ri­us’ immer bes­ser.

    War­um also nicht bei die­sem Kon­zept blei­ben und drei die­ser Bal­lett-Elfen mit
    auf die Büh­ne packen? Die­ses Video strahlt eine wun­der­ba­re Leich­tig­keit aus.
    Abge­se­hen davon, dass ohne­hin nur maxi­mal drei Tän­zer mit auf die Büh­ne kön­nen, die bei­den Back­ground­sän­ge­rin­nen tan­zen ja nicht, war­um sol­len es immer männ­li­che Tän­zer sein?

    Ich fin­de die Bal­le­ri­nen strah­len sowohl etwas Leich­tes als auch durch ihre
    akro­ba­ti­schen Ein­la­gen etwas Kraft­vol­les aus. Ich mag ihre schlich­ten Klei­der
    und dass sie bar­fü­ßig tan­zen. Mir gefällt eben­falls, dass die Tän­ze­rin­nen auch
    den männ­li­chen Part ein­neh­men und Hebe­fi­gu­ren aus­füh­ren. Man kennt sol­che Cho­reo­gra­fi­en aus dem Tanz­thea­ter und war­um nicht die­sen Weg ein­schla­gen? Ich fin­de das durch­aus zeit­ge­mäß.

    Ich mag die Pas­sa­ge, wenn die Bal­lett-Elfen sich in For­ma­ti­on zum Rhyth­mus des Lie­des bewe­gen. Hacke, Spit­ze, Hacke Spit­ze. Die­se Pas­sa­ge zieht mich jedes Mal auf’s Neue in das Lied hin­ein. Das ist ein­fach klas­se gemacht. Allein dafür soll­ten die Frau­en auf der fina­len Büh­ne tan­zen. Nicht immer nur an die schwu­len Jungs den­ken, son­dern auch an die vie­len Mäd­chen und jun­gen Frau­en, für die ein sol­ches Tanz­kon­zept durch­aus fas­zi­nie­rend sein kann. Sie sehen was, ohne genau zu wis­sen, was sie da sehen. Ein ande­res role model sozu­sa­gen, das ja Lore­en für den ESC ein­ge­läu­tet hat und was man damit wei­ter dekli­nie­ren wür­de. Lore­en hat eben­falls in die­sem – nen­nen wir es mal – Gen­der­va­ku­um agiert. Sie war ja kein Tanz­mäus­chen, son­dern hat mit den tän­ze­ri­schen Ele­men­ten aus dem Capoei­ra etwas sehr Kraft­vol­les und Ener­ge­ti­sches vor­ge­führt. Etwas bis­lang männ­lich Codier­tes. Was ich bei ‚Eupho­ria’ auch gut gelun­gen fand, war der gemein­sa­me Tanz zwi­schen Lore­en und dem Tän­zer in der Schluss­pas­sa­ge. Bei­de haben da eine wirk­li­che Ein­heit dar­ge­stellt. So ist ‚Glo­rious’ aber nicht kon­zi­piert, des­halb soll­te man auch gar nicht erst so was ver­su­chen. Die klang­li­che Ähn­lich­keit zwi­schen den bei­den Lie­dern ist schon Hypo­thek genug.

    Tän­zer im Hin­ter­grund kön­nen ja auch ein Risi­ko sein, wie man letz­tes Jahr bei Anggun gese­hen hat. Was Tän­zer mit gym­nas­ti­schen Ein­la­gen alles anrich­ten kön­nen. Autsch! Ein im Hin­ter­grund tan­zen­des Paar in schlich­tem Schwarz hat­te auch Engel­bert Hum­per­dinck, was ihm letzt­lich auch nicht gehol­fen hat. Scha­de drum. Eleft­he­ria Eleft­he­rious Auf­tritt habe ich dar­auf­hin noch mal ange­schaut und muss sagen, dass er gut gelun­gen ist. Wobei wahr­schein­lich jede Grie­chin die Sir­ta­ki-Grund­schrit­te mit der Mut­ter­milch ein­saugt.

    Sum­ma­sum­ma­rum den­ke ich nicht, dass es sinn­voll wäre, wenn Natha­lie Hor­ler selbst eine Dancecho­reo­gra­fie brin­gen wür­de. Bes­ser ist es, sie bleibt die Power­frau und kon­zen­triert sich auf’s Sin­gen und füllt die Büh­ne mit ihrer Prä­senz. Schrei­ten kann sie ja super, wie man im Video sieht, was in Ver­bin­dung mit die­ser Robe aus­neh­mend effekt­voll ist.

    Gut, soweit mei­ne Gedan­ken dazu. Hof­fent­lich ent­schei­det sich das Cas­ca­da-Team gut. Hin­ter­her ist das Gejau­le wie­der groß und mit einem guten Auf­tritt soll­te die Top Ten drin sein.

    In die­sem Sin­ne wün­sche ich eine gute Woche,

    Reka as Soci­al Secreta­ry

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