Abba-Reunion beim ESC in Malmö?

Es ist der feuchte Traum vieler Fans der wichtigsten Band der Popgeschichte und der bis heute beliebtesten Eurovisionssieger: ein Auftritt von Abba in der Originalbesetzung. Bislang scheiterte das vor allem an Ihrer Hoheit Agnetha, der Marlene Dietrich des Pop, die sich lange Zeit ins Privatleben zurückgezogen hatte. Nun bringt die 63jährige ein neues Soloalbum („A“) heraus, das gerade mal zehn Tage vor dem Finale des diesjährigen Eurovision Song Contests in Malmö erscheint. Und wen beauftragte das schwedische Fernsehen mit der Eröffnungsmusik für nämliches Malmöer Eurovisionsfinale? Exakt: ihre alten Wegbegleiter Björn & Benny! Ein Zufall? Nun befeuert das Zeit-Magazin die Fan-Hysterie mit einem Zitat aus dem Munde Agnethas, die auf die wohl unvermeidliche Interviewfrage nach einer Abba-Reunion antwortete: „Vielleicht ein Konzert für einen wohltätigen Zweck? Ich würde jedenfalls nicht von vorneherein Nein sagen“. Nun ist der Song Contest schwerlich eine Benefiz-Veranstaltung, aber das Timing wäre natürlich perfekt. Und die Sensation auch.


Hinterlässt uns Ihre Königliche Hoheit Agnetha diesmal mehr?

Würdest Du Dich über eine Abba-Reunion beim ESC freuen?

  • Was für eine Frage: und wie! Das wäre wirklich ein Traum! (56%, 100 Votes)
  • Das wird niemals geschehen, also wozu die Aufregung? (20%, 36 Votes)
  • Bitte nicht! Damit würden sie nur ihren Mythos zerstören! (14%, 25 Votes)
  • Hmpf. Immerhin hätten wir's dann wenigstens hinter uns. (10%, 18 Votes)

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5 Gedanken zu “Abba-Reunion beim ESC in Malmö?

  1. Ohne den Artikel gelesen zu haben: Dreh mal bitte die Hyperbolen ein ganz klein bisschen runter. ABBA sind in keiner Hinsicht „die wichtigste Band der Popgeschichte“. ESC-Geschichte, ja, ohne Zögern, aber Popgeschichte? Selbst wenn man mit der Musik der Beatles und der Beach Boys nichts anfangen kann, sollte man ihren historischen Platz anerkennen können.

  2. Dann lies mal den Artikel und dreh dabei die Ironiedetektoren ein klein bisschen hoch. Natürlich weiß ich, dass diese Auszeichnung musikhistorisch den Beatles zusteht, weil sie Pop praktisch im Alleingang erfunden haben. Für jemanden wie mich, der mit ihrem gitarrenlastigen Sound in ästhetischer Hinsicht leider dennoch nichts anfangen kann und der ihre herausragenden Kompositionen nur in Form von Coverversionen genießen kann, ist Abba dennoch auf persönlicher Ebene die wichtigere Band.
    Die Beach Boys wollte mir ein Musiklehrer auch schon mal als einflussreich verkaufen, weil sie Rock’n’Roll mit gesanglicher „Himbeersahne“ (Originalzitat) überzogen und damit für die weiße Mehrheit konsumierbar gemacht hätten. Oder so was in der Art. Hat mich damals schon nicht überzeugt, für mich rangieren die Beach Boys pophistorisch ungefähr in der selben Relevanzstufe wie Scooter: nachhaltig erfolgreich, und zwar nicht zu Unrecht, dennoch purer Trash (und das meine ich als Auszeichnung!)
    Queen, um darauf noch einzugehen, sind dagegen tatsächlich essenziell.

  3. Dann schau mal nach, wo in Bestenlisten so ziemlich aller Musikkritiker „Pet Sounds“ landet. Das Album war die Inspiration für „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“, und das wiederum ist ein Album, über das man wohl nicht mehr reden muss. (Über SPLHCB muss man nur zwei Dinge wissen: es ist das überbewertetste Album der Musikgeschichte, und hat seinen Platz im Pantheon trotzdem verdient.)

    Queen hatten in den USA in den Achtzigern überhaupt nichts zu melden, weil sie sich in der tollen neuen Erfindung des Synthis verloren haben (wie auch The Who), was selbst der Tod des Sängers nicht ändern konnte. Freddie Mercury gehört ins Pantheon der besten Performer aller Zeiten, aber keiner der vier Herren von Queen kommt als Songschreiber in die Liga von Brian Wilson (von Lennon/McCartney gar nicht angefangen).

    Ironie? Verzeihung, aber die war in diesem Einleitungssatz bestenfalls in homöopathischen Dosen zu finden. Vielleicht bin ich im Moment einfach nur ein bisschen mürrisch drauf.

  4. Na ja, wenn ich’s mir noch mal so durchlese, hast Du schon Recht: dass ich eine Abba-Reunion für eine furchtbare Idee halte und mir unter allen Siegertiteln „Waterloo“ mittlerweile fast mehr auf die Nerven geht als die „Rock’n’Roll Kids“ und somit der ganze Einleitungssatz eher scherzhaft gemeint ist, kann außer mir niemand wissen, der nicht Gedanken lesen kann. Ich nehme das mit dem Ironiedetektor zurück, sorry.

    Was die Amis von Queen halten, ist mir natürlich so egal wie Trambahnschienen. Für die sind Abba ja auch nichts als Eurotrash und ein One-Hit-Wonder. Die sind also kein Maßstab zur Beurteilung popmusikalischer Relevanz. Queen waren eine der wandlungsfähigsten und dabei subtanziellsten Bands der Musikgeschichte und haben einige der weltbesten Songs abgeliefert, wie z.B. „Bohemian Rhapsody“, „Fat Bottomed Girls“ oder „Another One Bites the Dust“. Finde ich jedenfalls.

    Und über die Beach Boys werden wir uns wohl nicht mehr einig. In meiner Wahrnehmung haben die halt diesen einen bombigen Strandschlager geschrieben, den gefühlt zwanzig Mal in leichten Variationen raus gebracht und immer wieder aufs Neue einen Hit damit gelandet. Halt so wie Modern Talking. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass ich kein Albumhörer bin. Für mich sind nur die Singles relevant. Daher ist meine Popwelt eine völlig andere als Deine. 🙂

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