Ding dong: Krista Siegfrids und die Homo-Ehe

Während, wie die Zeit in einem interessanten Essay konstatiert, gerade der „globale Kulturkampf“ um das Recht von Schwulen und Lesben tobt, die selben Fehler begehen zu dürfen wie die Heteros, und es selbst im vermeintlich liberal-aufgeklärten Frankreich zu gewalttätigen Ausschreitungen durch Gegner der Homo-Ehe kommt, zeigen die Skandinavier mal wieder, wie es auch geht. Gestern veröffentlichten die Parody Boys, ein israelisches Eurovisionsfanprojekt, das uns schon in der Vergangenheit mit lustigen Parodien von Grand-Prix-Knüllern wie ‚Popular‘ oder ‚Työlki ellää‘ unterhielt, seine neueste Eurovisionshommage. ‚Marry me‘, der finnische Beitrag von Krista Siegfrids, gibt hier die Titelmelodie für eine schwule Eheschließung ab. Und zwar mit ausdrücklicher Unterstützung der suomischen Sängerin, die im Abspann des Videos sogar grüßend auftaucht. Kein Wunder: schon bei ihrem Auftritt bei Eurovision in Concert in Amsterdam gewann Krista mit einer gespielten lesbischen Kusseinlage die Herzen der anwesenden gleichgeschlechtlich orientierten Fans.


Man beachte auch die fabelhaften Flashmobs, u.a. aus Frankfurt!

So wünscht man sich das! 12 Punkte an Finnland! Nicht unbedingt in die Reihe der heterosexuellen Homo-Helfer fällt hingegen der aserbaidschanische Eurovisionsvertreter Farid Mammedov, dafür aber erweist er sich als multitalentiert. „Stay fit with Farid“ heißt seine angekündigte Serie mit Workout-Videos, in denen uns der durchtrainierte Sänger den brasilianischen Kampftanz Capoeira näherbringen möchte, der bekanntlich auch schon die Inspiration für weite Strecken von Loreens ‚Euphoria‘-Choreografie abgab. In vier kurzen Sessions will uns Farid auf seinem Youtubechannel bald zeigen, wie er sich fit hält. Und das Vorankündigungsvideo ist schon mal appetitanregend. Sollte das mit der Gesangskarriere also nichts werden, kann der junge Mann sicher sein Auskommen als Personal Trainer finden (oder wie immer der aktuelle Euphemismus heißt). Oh, und wo wir bei gut gebauten Grand-Prix-Teilnehmern sind: hier noch als kleines Schmankerl das Cover der aktuellen britischen Schwulenzeitschrift Gay Times. Yummy!


Biegsam: Farid Mammedov

3 Gedanken zu “Ding dong: Krista Siegfrids und die Homo-Ehe

  1. Ich glaube, sowas könnte dem Sender als parteiisch ausgelegt werden, also werden die einen Teufel tun. Aber vielleicht das Parodievideo auf „Popular“?

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