Das Žižić-Gate: EBU veröffentlicht Splitvoting

Zehn Tage nach dem Finale von Malmö veröffentlichte die EBU heute die Splitvotingresultate. Oder, wenn man es genau nimmt, eher nicht: entgegen bisheriger Gepflogenheiten behielt man in Genf die nach Jurys und Televotern getrennten Punkteergebnisse für sich und gab stattdessen nur die jeweiligen Durchschnittsrankings bekannt. Die sind aber nur eingeschränkt aussagekräftig: man kann aus ihnen natürlich eine Hitliste bilden, wie ich es mangels besserer Daten in meinen Tabellen auch getan habe. Allerdings könnte das getrennte Punkteergebnis auf dem Scoreboard hypothetisch ganz anders ausgesehen haben. Die EBU erläutert es selbst am Beispiel Irlands: der im Finale letztplatzierte Ryan Dolan liegt mit einem durchschnittlichen Zuschauerranking von 14,62 zwar auf Platz 14, schaffte es aber in nur drei Ländern in die Top Ten – was aber die Voraussetzung ist, überhaupt Punkte zu bekommen. Daher zogen zwölf Länder mit niedrigerem Schnitt an ihm vorbei.


Der europäische Durchschnittszuschauer sah ihn im Mittelfeld: Ryan Dolan

Als Ausrede für die Vernebelungstaktik muss die Angst vor einer Verzerrung des Ergebnisses durch Powervoting herhalten: würde man alle einzelnen Länderwertungen getrennt nach Jurys und Televoting veröffentlichen, so die Begründung der EBU, fiele sofort auf, in welchen Ländern ausschließlich die Stimmen der Jurys für das Gesamtresultat herangezogen wurden, weil für das Televoting nicht genügend Anrufe zusammenkamen (wie beispielsweise in den Jahren 2004 bis 2006, als das Land noch mitmachte, in Monaco: dort gingen seinerzeit jeweils weniger als hundert Anrufe ein, was für ein valides Ergebnis nicht reicht). Damit spielte man aber den Schummlern in die Hände, die dann im kommenden Jahr in exakt diesen Ländern kostenlose Guthabenkarten verteilten, mit denen für besonders interessierte Teilnehmerstaaten wie Aserbaidschan angerufen werden soll. Natürlich zieht dieses Gewäsch bei mir nicht: wollte man wirklich etwas gegen Powervoting tun, würde eine simple Anrufbeschränkung reichen.


Feinster Trash, wie ihn der Zuschauer liebt. Und zwar zu Recht!

Nun gut, dann muss ich eben mit dem Durchschnittsranking arbeiten. Danach führte Emmelie de Forest sowohl bei den Jurys als auch im Televoting, ist also verdiente Gesamtsiegerin. Zlata und Farid würden die Plätze tauschen, ebenso wie Koza Mostra und Margaret Berger. Der transen-sylvanische Poperasänger Cezar aus Rumänien schaffte den Sprung in die Top Ten – und hätte nach reiner Zuschauerwertung erstaunlicherweise auch das zweite Semifinale gewonnen, vor den Griechen und dem aserbaidschanischen Kastenturner. Bei ihm gab es den zweitheftigsten Wertungsunterschied (7,49 bei den Zuschauern gegenüber 17,82 bei den Jurys): es scheint nach wie vor zu gelten, dass die TV-Konsumenten spektakuläre Bühnenshows zu schätzen wissen, während die Juroren sie verabscheuen. Noch deutlicher fiel die Differenz bei Amandine Bourgeouis aus: 10,95 bei den Juroren gegenüber 21,68 bei den Anrufern. Oh, und Cascada läge auf Rang 16 anstelle von 21: auch kein gutes, aber ein deutlich gerechteres Ergebnis.


Die Zuschauer wünschten sie in die Hölle, die Juroren nicht: Amandine

Weitere Jurylieblinge waren Roberto Bellarosa (Differenz: 6,11), Birgit Õigemeel (6,18), Aliona Moon (7,88) sowie der Heimbeitrag von Robin Stjernberg (8,14). Deutliche Abwertung erfuhren hingegen Koza Mostra (-6,28) und der Deutschen liebster Song von ByeAlex (-7,4). Aus oben geschilderten Gründen nur bedingt aussagekräftig sind die EBU-Zahlen zu dem eigentlich spannendsten Thema: wen nämlich die diabolischen Jurys in den beiden Qualifikationsrunden rauskegelten. Geht es nach den Durchschnittswertungen der Zuschauer, so hätten es im zweiten Semi die singenden Schweizer Christen sowie die bulgarische Ziegenorgie anstelle der Dorians und des georgischen Wasserfalls geschafft. In der ersten Qualifikationsrunde hätten die Zuschauer den moldawischen Zauberdress und die schwangere Estin nach Hause geschickt und an ihrer Stelle die kroatischen Klappensänger ins Finale ziehen lassen.


Die Zuschauer hatten Lust auf Sahnechampignons, die Jurys nicht

Sowie – und hier komme ich zu meinem Lieblingsteil, dem Semi-Skandal: die montenegrinischen Hip-Hopper Who see + Nina Žižić. Deren Partytrack ‚Igranka‘, ohne jede Frage das zeitgemäßeste Stück im gesamten diesjährigen Aufgebot, wäre im reinen Zuschauerranking auf dem vierten Platz gelandet. Womit man bei allen Unwägbarkeiten ziemlich sicher davon ausgehen kann, dass diese Nummer ohne die vergreisten Jurys ins Finale eingezogen wäre, wo sie auch hingehörte. Eine echte Schande für die EBU, die gerade forciert dafür sorgt, dass sich der Contest weiter vom wirklichen Popgeschehen abwendet und, wie schon in den Neunzigern, in ein Paralleluniversum aus Baukastenballaden entschwindet. Es scheint, der Mensch wolle nicht aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Der allergrößte Skandal bleibt jedoch die mangelnde Transparenz, mit der die EBU angesichts der aktuellen Manipulationsvorwürfe auch noch ihr letztes bisschen Glaubwürdigkeit verspielt, in dem sie die harten Zahlen geheimhält. Das kann dem Wettbewerb nur bleibenden Schaden zufügen.


Modernisierungschance vertan: die Jurys wollen nichts Zeitgemäßes

ESC 1. Semifinale 2013

Eurovision Song Contest 2013 - Erstes Semifinale. Dienstag, 14. Mai 2013, aus der Malmö Arena in Malmö, Schweden. 16 Teilnehmer, Moderation: Petra Mede.
#LKInterpretTitelPkt
gs
Pl
gs
Rkg
TV
Pl
TV
01ATNatália KellyShine0271412,3315
02EEBirgit ÕigemeelEt uus saaks alguse0521010,0613
03SIHannah ManciniStraight into Love0081613,1716
04HRKlapa s MoraMižerja0381308,0010
05DKEmmelie de ForestOnly Teardrops1670103,3301
06RUDina GaripovaWhat if1560203,8902
07UAZlata OgnevichGravity1400303,9403
08NLAnouk TeuuweBirds0750507,9409
09MEWho see? + Nina ŽižićIgranka0411207,3304
10LTAndrijus PojavisSomething0530907,4405
11BYAlyona LanskayaSolayoh0640707,8308
12MDAliona MoonO Mie0950408,2811
13IERyan DolanOnly Love survives0540807,6106
14CYDespina OlympiouAn me thimáse0111512,0014
15BERoberto BellarosaLove kills0750607,7207
16RSMoje 3Ljubav je svuda0461108,3912

ESC 2. Semifinale 2013

Eurovision Song Contest 2013 - Zweites Semifinale. Donnerstag, 16. Mai 2013, aus der Malmö Arena in Malmö, Schweden. 17 Teilnehmer, Moderation: Petra Mede.
#LKInterpretTitelPkt
gs
Pl
gs
Rkg
TV
Pl
TV
01LVPeRHere we go0131713,2817
02SMValentina MonettaCrisalide0471109,4712
03MKVlatko Lozanoski + Esma RedžepovaPred da se razdeni0281612,2216
04AZFarid MammadovHold me1390105,2803
05FIKrista SiegfridsMarry me0640908,8910
06MTGianluca BezzinaTomorrow1180407,7807
07BGElitsa Todorova + Stoyan YankoulovSamo Shampioni0451207,4406
08ISEyþór Ingi GunnlaugssonÉg á Líf0720608,6109
09GRKoza Mostra + Agathonas IakovidisAlcohol is free1210205,0002
10ILMoran MazorRak bishvilo0401410,6714
11AMDoriansLonely Planet0690709,4411
12HUByeAlexKedvesem0660808,3908
13NOMargaret BergerI feed you my Love1200305,5004
14ALAdrian Lulgjuraj + Bledar SejkoIdentitet0311511,7815
15GESopho Gelovani + Nodiko TatishviliWaterfall0631009,8913
16CHTakasaYou and me0411307,0005
17ROCezar OuatuIt's my Life0830504,7801

ESC Finale 2013

Eurovision Song Contest 2013 - Finale. Samstag, 18. Mai 2013, aus der Malmö Arena in Malmö, Schweden. 26 Teilnehmer, Moderation: Petra Mede.
#LKInterpretTitelPkt
gs
Pl
gs
Rkg
TV
Pl
TV
01FRAmandine BourgeoisL'Enfer et moi0142321,6825
02LTAndrius PojavisSomething0172216,7321
03MDAliona MoonO Mie0711116,5719
04FIKrista SiegfridsMarry me0132416,6820
05ESEl Sueño de MorfeoContigo hasta el Final0082522,9226
06BERoberto BellarosaLove kills0711216,0317
07EEBirgit ŐigemeelEt uus saaks alguse0192019,5924
08BYAlyona LanskayaSolayoh0481614,1113
09MTGianluca BezzinaTomorrow1200810,9709
10RUDina GaripovaWhat if1740506,8405
11DECascadaGlorious0182115,8116
12AMDoriansLonely Planet0411815,1115
13NLAnouk TeuuweBirds1140911,7011
14ROCezar OuatuIt's my Life0651307,4907
15UKBonnie TylerBelieve in me0231917,0322
16SERobin StjernbergYou0621416,1918
17HUByeAlexKedvesem0841008,1908
18DKEmmelie de ForestOnly Teardrops2810104,9701
19ISEyþór Ingi GunnlaugssonÉg á Líf0471713,0512
20AZFarid MammadovHold me2340205,8603
21GRKoza Mostra + Agathonas IakovidisAlcohol is free1520606,0004
22UAZlata OgnevichGravity2140305,6602
23ITMarco MengoniL'Essenziale1260711,7010
24NOMargaret BergerI feed you my Love1910407,1406
25GESopho Gelovani + Nodiko TatishviliWaterfall0501517,0823
26IERyan DolanOnly Love survives0052614,6214

25 Gedanken zu “Das Žižić-Gate: EBU veröffentlicht Splitvoting

  1. Noch nie so sehr habe ich mit dir, Oliver, in vereintem Chor sagen wollen: JURYS SIND WIXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXER! Montenegro hat das nicht verdient!!!

  2. Mach ich mit: Wichser™ seid ihr, ihr Juries! Mit Montenegro das Innovativste des diesjährigen Jahrgangs torpediert! Und dafür entsetzliche Grütze wie Geogien und Armenien rübergerettet. Fassungslos macht das.

  3. Okay, jetzt aber mal bitte wieder runterkommen – was ist an Dubstep-Hip-Hop bitte innovativ? Wie üblich für den ESC joggt man schwitzend ungefähr vier Jahre hinter dem Mainstream-Express her. Ich stimme zu, dass Montenegro unverdient ausgeschieden ist, aber „innovativ“ geht anders, und beim ESC geht es gar nicht, wenn schon halbwegs moderne Sachen so dermaßen Schiffbruch erleiden.

  4. Im ESC-Kontext war es definitiv innovativ, frisch und authentisch. Da weiche ich keinen Milimeter von meiner Position ab. Zudem auch noch absolut überzeugend präsentiert, sowohl performancetechnisch als auch stimmlich (Nina hat perfekt gesungen, die Jungs wunderbar im Flow). Von daher haben in diesem Falle die Juries in ihrer Funktion als sogenannte „Musikexperten“ (sic!) auf voller Linie versagt, weil zu meckern gab’s da wirklich nix.

  5. Mit einem durchschnittlichen Platz 4 im Zuschauerranking wäre Montenegro zwar beim reinen Televoting wohl sicher weitergekommen, aber ansonsten weigere ich mich, aus diesem Ergebnis irgendetwas abzulesen. Ich will die Punkte wissen (gerne auch nur als Gesamtsumme ohne Länderaufsplitteung)! Aber ohne Punkte geht es nicht. Denn nur die zählen nach derzeitigem Regelwerk! Und besonders auf den Halbfinalplätzen 8 bis 12.

  6. Neues Jahr, neues Gate.

    Diesmal Montenegro, das ich so so gerne im Finale gesehen hätte! Und Georgien wäre fast raus gewesen, aber die Juries haben natürlich Georgien ins Finale gewählt und auf Bulgarien reagiert man wohl allergisch, auch wenn es mich nicht stört, dass Bulgarien das Finale erreicht hat.

  7. Hm. Nichts zu meckern? Abgesehen von der Tatsache vielleicht, dass der Song zum Anhören schlicht und ergreifend unerträglich war. Schönhören klappt offenbar nicht nur bei Balladen. Ein perfekt technisch vorgetragenes Death-Metal-Stück würde auf die gleiche Art bei den Jurys durchfallen.

  8. Und was lernen wir daraus jetzt? Erstens: Es gibt Unterschiede zwischen Jury- und Televoting. Ja gottseidank, sonst könnt man sich die Jurys ja sparen. Zweitens: Die beabsichtigte Korrektur funktioniert. „Dustin the Turkey 2013“ (Montenegro und Bulgarien) wurde erfolgreich verhindert. Beim nächsten Mal verweigern wir den Juroren den Alkohol, dann kommen solche jammervollen Gestalten wie Cezar auch nicht mehr ins Finale. Unterm Strich hat doch alles gut funktioniert!

  9. Gesprochen als jemand, der weder den montenegrinischen noch den bulgarischen Beitrag sonderlich mochte: der Vergleich mit Irland 2008 ist so haarsträubend, dass er hart an der Grenze zur Beleidigung steht. Nur weil man Hip Hop oder Dubstep nicht mag, ist das kein Grund, alle Künstler dieser Genres in die Comedy-Schublade zu treten. Und Cezar hatte die beste Bühnenshow des ganzen Jahrgangs – die Sache mit der Korrektur funktioniert auf Seiten der Televoter genauso wie auf der der Juroren.

  10. Unterstell mir nix. Ich hab nix gegen die Musikrichtung (ganz im Gegenteil, die ist mir 10x lieber als so eine Ballade aus der US-amerikanischen Konfektion). Das heißt aber nicht, daß ich jeden einzelnen Song mögen muß. Daß Montenegro auch dieses Jahr wieder nur die Spaßfraktion bedient hat, war offensichtlich.

    Cezar hatte zumindest eine auffällige Bühnenshow, ja. Aber dafür solls ja keine Punkte geben. Der Song ist es, um den’s geht, und der war gar schröcklich. (Auch so eine Sache: Wenn die Televoter zu sehr von der Show beeinflußt sind, brauchts die Jury als Korrektiv.)

  11. Äh, muss ich hier wirklich den Hausherrn zitieren? Euro-VISION Song Contest. Wenn es wirklich nur um die Lieder ginge, hätte man das Ganze auch als Radiosendung aufziehen können, zumal man damit 1956 definitiv mehr Leute erreicht hätte.

    Who See meinen das definitiv ernst. Waren Kabat eine Spaßband? Oder die Trackshittaz? Nur weil jemand Stimmung macht, kann der Song nicht ernst gemeint sein? Es gibt schon einen massiven Unterschied zwischen „Spaßband“ und „Stimmungsmusiker“. Und wer jemanden mit Dustin the Turkey in einen Topf wirft, ja, dem unterstelle ich, dass er mit dem, was er da gesehen hat, offenkundig überhaupt nichts anzufangen wusste (es sei denn, der Beitrag war genauso offensichtlich nicht ernst gemeint wie DtT, und das kann man Who See in meinen Augen absolut nicht nachsagen).

    Und mein Satz über das Korrektiv war genau so gemeint: Die Jurys sind ein nötiges Korrektiv für Diaspora, Nachbarschaft und Leute, die mit den Augen abstimmen, aber die Televoter sind ebenso nötig, um wirklich gute Shows für mäßige Songs nicht komplett durchfallen zu lassen. Davon abgesehen mag der Song von Cezar furchtbar gewesen sein, aber von der Gesangstechnik her gab es da überhaupt nichts auszusetzen, ebenso wenig wie bei den bulgarischen Gesängen von Elitsa Todorova. Wenn die Jurys sich mit sowas nicht auskennen, sollte man über Neubesetzungen nachdenken.

  12. Ich schätze unseren Hausherrn für die detailreiche und verläßliche Berichterstattung. Woher er seine grundlegende Meinung über Sinn und Zweck des ESC hat, wird mir aber immer ein Rätsel bleiben. (Und ich versuche auch gar nicht mehr, es zu verstehen.) Daher bitte: Nein, nicht ihn zitieren in diesem Zusammenhang.

    Es laufen auch jede menge Sportsendungen als Eurovisionsübertragungen. Sollte man bei denen auch eher den Sex Appeal der Sportler oder die Farbkombination ihrer Dressen bewerten, nur weils EuroVISION heißt? Das ist ja ein selten albernes Argument. Die Eurovsion hieß schon Jahre vor dem Song Contest Eurovision und heißt unabhängig vom Song Contest Eurovision. Daraus abzuleiten, daß es nicht nur um die Lieder geht, ist bestenfalls verzweifelt.

    (Übrigens hat man in den ersten Jahren – soviel ich weiß bis in die 70er – die damals allein entscheidungsbefugten Jury-Mitglieder bewußt nur mit einem Audio-Mitschnitt der Show versorgt, damit sie eben nicht durch optische Elemente vom Song abgelenkt werden.)

    Wenn Who See das wirklich ernst gemeint haben (woran ich immer noch zweifle – allein das Outfit beim Auftritt war reine Verarsche), dann waren sie halt einfach so unglaublich schlecht, daß es wie eine Spaßnummer rübergekommen ist. Da paßt dann die Parallele zu den Trackshittaz. Wieso Du Kabát in dem Zusammenhang erwähnst, versteh ich nicht, das war ein sauberer, cooler Auftritt damals.

    Bzgl. Cezars Gesangstechnik: Ja, eh, deshalb verdient er damit ja auch seinen Lebensunterhalt. Es interessiert nur beim Song Contest niemanden. Wenn er sich für seine Gesangstechnik bewundern lassen will, soll er zu einem Sängerwettbewerb gehen.

  13. Du bestreitest ernsthaft, dass die visuelle Komponente eine Rolle spielt und immer schon gespielt hat? Und gleichzeitig versuchst du, zwischen einem Lieder- und einem Sängerwettbewerb zu unterscheiden? Wenn die Technik nicht von Belang ist, wozu dann überhaupt Juroren? Um jede noch so mies gesungene Sülzballade hochzuvoten? Und auf die Frage, warum das Ganze im Fernsehen stattfindet, bist du gar nicht eingegangen. Wäre es den Machern nur um die Musik gegangen, wäre der Wettbewerb wenigstens in den frühen Jahren im Radio gelaufen. Aber jeder Rückgriff auf diese Zeiten ist so oder so nicht von Belang, weil das eine ganz andere Ära war. Willst du ernsthaft in eine Zeit zurück, in der ein „Dors mon amour“ ein „Nel blu dipinto di blu“ schlagen konnte? Dann werden wir definitiv nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen, weil wir in diesem Fall so weit auseinander sind wie Sonne und Neptun.

    Die Parallele zu Sportwettbewerben ist Unfug, weil die visuelle Komponente da zumeist überhaupt keine Rolle spielt – Sport hat fixe Regeln, zumindest in den meisten Fällen, die hier relevant sind (und bei sowas wie Turnen oder Eiskunstlauf glaube ich, dass das äußere Erscheinungsbild der Sportler durchaus von Bedeutung ist). Kunst ist nun mal nicht ausschließlich nach objektiven Maßstäben zu bewerten, und gerade bei Musik ist das „Wie“ von ähnlich hoher Bedeutung wie das „Was“. Meine persönliche Meinung ist für gewöhnlich weder mit dem Publikum noch mit den Jurys kompatibel, ebensowenig wie deine (behaupte ich einfach mal) oder die des Hausherrn. Wer von uns hat Recht? Wer entscheidet das? Sollte das überhaupt jemand entscheiden? Warum hat deine persönliche Einschätzung von „gut“ oder „schlecht“ in irgendeiner Form mehr Bedeutung als meine, Olivers oder die von irgendjemand sonst?

    Kabat sind damals beim Publikum kollektiv durchgefallen, in viel stärkerem Maß als die Trackshittaz oder Who See oder selbst der Truthahn. Es gibt eben auch ernstgemeinte Auftritte, die überhaupt nicht zünden, ob nun berechtigt oder nicht. Und außerdem, wie hält man das auseinander? War Stefan Raab 2000 ein Spaßauftritt? Und wenn ja, hat Europa das auch so gesehen? Guildo? Alf Poier 2003? Verka Serduchka 2007? Oder Lys Assia 1958?

  14. Ich möchte an dieser Stelle nur mal ein kurzes „Danke schön“ einwerfen. Ich staune ja immer wieder, dass überhaupt jemand mein Geschreibsel liest – und um so mehr erstaunt es mich jedesmal, dass das auch so viele Menschen tun, die in Eurovisionsdingen eine so völlig andere Grundauffassung haben als ich. Das freut mich total, und ganz besonders freut es mich, wenn diese ihre Auffassung hier in den Kommentaren auch äußern, vor allem, wenn dies auf so fundierte, streitbare, dabei aber immer auch die gegenseitigen Meinungen respektierende Weise geschieht. Ich finde das immer sehr spannend und lehrreich zu lesen. Daher ganz lieben Dank an Dich (auch für das Lob „detailreich und verläßlich“), an Ospero und an meine ganzen anderen Leser/innen und Kommentator/innen. Ihr rockt! Alle!

  15. Stimme Ospero voll zu. Der Vergleich zwischen ESC und Sportevent hinkt gewaltig. Im Sport geht es um körperliche Höchstleistungen, um ein wettkampforientiertes Leistungsmotiv. Der ESC ist dagegen ein kulturelles Event, das nicht im Eiskanal oder auf dem Fußballfeld, sondern auf der Bühne ausgetragen wird. Und eine Bühne ist nun mal ein Raum für Inszenierung, Darstellung, „Schauspielerei“. Solang der ESC auf einer Bühne vor Publikum stattfindet und im Fernsehen übertragen wird, wird neben der Musik und dem Gesang der visuelle Aspekt (Choreographien, Kostüme, Ausstrahlung, Gestik & Mimik, Tanz) IMMER wichtig sein und eine Rolle spielen. Das kann man nicht bestreiten.

  16. Na weils war ist. Ich bemüh mach ja in der „Vorsaison“ möglichst am Ball zu bleiben. Welches Land hat schon einen vertreter, wo warten wir noch, was gibts über die jeweiligen Komponisten, Sänger und den 3. Tänzer von links zu sagen.

    Früher hab ich mir solche Infos immer von esctoday geholt. Aber ganz ehrlich und ohne Schmeichelei: Hier ist es besser und übersichtlicher aufbereitet (Stichwort: Tabelle rechts) und in den Artikeln ist meist das angesprochen, was auch mich interessiert. (Überraschenderweise, obwohl Du natürlich vom ESC selbst keine Ahnung hast: Er ist ausschließlich ein Komponistenwettbewerb! *LOL*)

    Nuja, und ich denk mir halt, daß das alles nicht von selbst aus Deinen Fingern fließt, sondern da und dort auch Zeit zum Zusammentragen und aufbereiten benötigt. Thx from Vienna for the wonderful Show! 🙂

  17. Du verzettelst Dich jetzt in 10.000 Teilgedanken, die zu keinem Ende mehr führen. Nur kurz das Wichtigste:

    Ich bestreite nicht, daß visuelle Elemente in der Praxis eine Rolle spielen (leider). Ich sage nur, daß sie in der Beurteilung keine Rolle spielen sollten – soweit dies überhaupt möglich ist. (Ich selbst bewerte knackige Männer auch immer besser als blonde Frauen mit Eßstörungen. Sue me.) Um möglichst zu verhindern, daß die Show statt des Liedes bewertet wird, hat die EBU eine Reihe von Regeln aufgestellt (nicht mehr als 6 Personen, keine Tiere, keine Kinder,…) und hat eben in den ersten jahren auch die Juroren nur per Audio-Übertragung mithören lassen, damit sie eben von der Optik nicht beeinflußt werden.

    Natürlich unterscheide ich zwischen einem Lieder- und einem Sängerwettbewerb. Das ist ja jetzt nicht so ungewöhnlich. Es ist ein Unterschied, ob jemand schön singt oder ob ein Song genial komponiert ist. Das sind ja völlig unterschiedliche Kriterien. (Von einem guten Song gibts auch eine wunderbare Instrumentalfassung ohne Sänger.) Bleibt die Frage, was man am Ende bewerten will. Was macht einen Pop-Song aus? Was pfeifst Du am nächsten Tag unter der Dusche, was bringt Dich dazu, das Lied downzuloaden? Pfeifst Du die Melodie des Komponisten oder die Stimme des Sängers? Na eben. Drum geht der Preis auch an den Komponisten, nicht an den Interpreten, nicht an den Choreographen, nicht an den Kostümbildner. (Ich find das ja genial: Da ruft jemand für Rumänien an „wegen der Show“ und „wegen der Stimmtechnik“. Falls Rumänien gewonnen hätte, wäre der Preis an den Komponisten Cristian Faur gegangen. klingelts? Da kann ja was nicht stimmen.)

    Die Juroren sind nicht dazu da, die Stimme oder Gesangstechnik zu beurteilen. (Ich kenne einen der österr. Juroren von 2012. Der hat von Gesang so viel Ahnung wie ich von Gentechnik.) Die Juroren sind ein garant dafür, daß ein guter Teil der Stimmen auch von Leuten kommt, die sich intensiver mit den Songs beschäftigen, sie mehrmals hören und sich ggf. auch fragen: „Könnte das im Radio funktionieren? Will ich in der Früh dazu aufwachen?“

    Warums im TV stattfindet und nicht im Radio? Weil es das Ziel der EBU war, das Medium Live-Fernsehen auszutesten, seine technischen und organisatorischen Grenzen. Dazu hat man den ESC erfunden. Wär irgendwie blöd gegangen im Radio, oder? Aber, wie Du schon oben nicht gelesen hast: Die Juroren (und nur auf die kams damals an) hatten ja kein TV-Bild, die haben die Show also wirklich nur wie im Radio erlebt.

    Das mit dem Sportwettbewerb war ja nur eine schräge Antwort auf die mindestens so schräge Behauptung, man müsse den ESC-Sieger nach der Bühnenshow wählen, weil es ja EuroVISION heißt.

    Bei allem anderen hast Du mich verloren. Ich weiß nicht mehr, worauf Du eigentlich hinaus willst.

  18. Danke, der letzte Satz beruht auf Gegenseitigkeit.

    Ich pfeife keine Lieder, die schlecht gesungen wurden, das war der ganze Sinn. Der Song selber kann so eingängig und „gut“ sein wie er will – und letzteres ist nahezu rein subjektiv, was ist daran bitte so schwer zu verstehen? -, wenn der Auftritt nicht stimmt, kann mir das das Lied sogar kaputtmachen (passiert bei Spanien dieses Jahr).

    Und ich will nicht in eine Ära zurück, in der es möglich war, dass eine gehört-und-vergessen-Schnarchballade einen ewigen Klassiker schlagen konnte, nur weil die Juroren beim bloßen Klang von Französisch schmachtend zu Boden sanken, was 1958 und eventuell sogar 1973 passiert ist.

    Natürlich sind die Juroren unter anderem auch dazu da, die technischen Aspekte zu beurteilen; warum leugnest du das eigentlich so vehement? Engelbert Humperdinck ist 2012 unter anderem auch deswegen so abgestürzt, weil er seinen Vortrag im Juryfinale total verhauen haben muss. Und mach jetzt bitte nicht wieder das Fass mit dem Komponistenwettbewerb auf; dafür gibt es auf dieser Seite eine exzellente Replik des Hausherrn, warum das Unsinn ist und immer schon war. Niemand kauft sich einen Song, weil er den Komponisten so toll findet, zumindest nicht in dem Bereich, den man hierzulande U-Musik nennt.

    Dass außergewöhnliche Musikstile (wie dieses Jahr Rumänien oder Bulgarien) bei den Juroren durchfallen, ist allerdings nichts Neues; man frage mal die Spanier, wie gut Flamenco zu Juryzeiten ankam (wie 1983 oder 1996). Erweitert mal ein bisschen eure Horizonte, Herrschaften!

  19. Daß die Juroren von der EBU dazu herangezogen wurden, um die (technischen) Gesangsaspekte zu beurteilen, das stellst Du jetzt einfach so in den Raum. Nichtmal Du hast ein Argument dafür, also warum sollt ich mich drauf einlassen?

    Gerade in der U-Musik gehts ja ausschließlich um die Songs (und damit um die Komponisten). Wie die Interpreten singen, weiß ja überhaupt gar keiner der Konsumenten. Das Geschäft wird ja (gottseidank!) von kräftig behübschten Studioaufnahmen dominiert. Was sie allerdings singen, hört jeder – und pfeift es mit.

    (Würden irgendjemanden techische Gesangsfinessen interessieren, würden die großen Studios ausschließĺich ausgebildete Opernstimmen in den Kampf um die Top 10 der Charts werfen. Tun sie aber offensichtlich nicht.)

    Die passende Singstimme gehört zur Vermarktung eines Songs dazu wie das Musikvideo, das Aussehen des Sängers. Aber es ist eben nur das: Beiwerk und Marketing.

    Apropos Marketing: Die Länder, die mit viel Geld und um jeden Preis den ESC gewinnen wollen. Wie gehen die das an? Engagieren sie ausländische Sänger mit wunderschönen Stimmen? Oder engagieren sie ausländische Komponisten, die ihr Talent bereits unter Beweis gestellt haben?

    Auch beim Song Contest hab ich ja schon Wochen vorher entschieden, für wen ich anrufen werde – einzig aufgrund der perfekt zurechtpolierten Studioaufnahmen. (In nur wenigen Fällen stehen nur Live-Auftritte von nationalen Vorentscheiden zur Verfügung, die haben dann eben einen Nachteil.) Nur auf diese Studioaufnahmen kommt es dann auch nach dem ESC an, wenns drum geht, ob sich ein Song verkauft oder nicht.

    Ich kenne die Meinung des Hausherrn zum Thema Komponistenwettbewerb. Sie ist genau das: seine persönliche Meinung. Die Fakten sehen anders aus, die Trophäe der EBU geht an die Komponisten, nicht an die Sänger.

  20. Aha. Die Leute da draußen kaufen ihre Musik also deiner Meinung nach, weil ihnen die Produzenten oder Songschreiber gefallen.

    Sorry, das ist schlicht und ergreifend Unfug, und davon gehe ich nicht ab. Niemand kauft die neue Lady-Gaga-Platte, weil RedOne die Songs geschrieben hat – die wird gekauft, weil Lady Gaga drauf steht. Wäre das anders, wäre der Song des Teams, das für die erfolgreichste Platte des Jahres 2011 verantwortlich war (fürs Protokoll: „21“ von Adele), beim ESC 2012 wohl kaum dermaßen abgestürzt. Die Leute wissen vielleicht nicht, wie sich die Sachen live anhören würden (wobei heutzutage mit Konzerten viel mehr Geld verdient wird als mit Platten), aber das Gesicht, das sie mit der Musik verbinden, ist nicht RedOne oder sonst ein Produzent, sondern eben ein Sänger wie Lady Gaga oder FloRida. (Produzenten, die gleichzeitig auch als Künstler auftreten, wie Timbaland oder David Guetta, seien da mal außen vor.) Und das ist beim ESC nicht anders. Wie hoch wird der Anteil der Leute gewesen sein, die wussten oder gesehen haben, dass Georgien 2013 vom selben Autor stammte wie Schweden 2012 oder Dänemark 2010? Und wie viele dieser Leute interessierte das?

    Die Länder, die um jeden Preis gewinnen wollen, machen beides: sie holen sich internationale Songschreiber und lassen die Lieder von national bekannten und/oder talentierten Namen vortragen, damit wenigstens eine rudimentäre Verbindung zum eigenen Land vorhanden ist. Warum läuft das wohl so selten andersherum? Genau: weil das eigene Land sich vollkommen zu Recht fragen würde, warum ein Typ oder eine Frau aus Schweden oder Griechenland, der/die nichts mit der Ukraine oder Aserbaidschan zu tun hat, für dieses Land in den Ring steigt. Oliver hat insofern recht, als die Komponisten die Leute, die anrufen, überhaupt nicht interessieren. Bei den Juroren mag das anders sein, und wir könnten jetzt endlos darüber spekulieren, nach welchen Kriterien genau die das beurteilen (sollen), aber um ehrlich zu sein, geht mir diese ganze Debatte nur noch auf die Nerven. Wir werden auf keinen gemeinsamen Punkt kommen, weil keiner von uns beiden bereit ist, sich zu bewegen, und dann hat eine Diskussion überhaupt keinen Sinn. Noch ein schönes Weiterleben.

  21. Eine Diskussion hat v.a. dann keinen Sinn, wenn Du mir Aussagen unterstellst, die ich nie getroffen habe. Und dann nur mehr gegen diese Phantom-Aussagen zu argumentieren versuchst.

    Nein, die Leute kaufen Songs nicht deshalb, weil ihnen die Komponisten „gefallen“. Das hab ich auch nie gesagt. Was ich gesagt habe ist: Die Leute kaufen Songs, weil ihnen die Songs gefallen. Die Komponisten sind dafür halt verantwortlich, weil sie die Songs geschrieben haben. (Das ist so wie im Restaurant: Da muß ich den Koch ja auch nicht kennen, um festzustellen, daß er ein hervorragendes Filetsteak gezaubert hat. Ich werde nie seinen Namen erfahren und geh trotzdem gern ein zweites Mal hin, weils mir geschmeckt hat.)

    Auch mich interessiert nur am Rande, wer meine paar Lieblingssongs vom Song Contest 2013 komponiert hat. Und wenn ichs rauskrieg und der gleiche Komponist 2014 wieder dabei ist, werde ich keinesfalls nur allein deswegen wieder für seinen Beitrag anrufen. Aber ich nehme zur Kenntnis: Die Tatsache, daß es ein Lieblingssong geworden ist und aus der Masse heraussticht, ist die Leistung dieses Komponisten. Der Sänger auf der Bühne ist nur ein ausführendes Werkzeug. Der Sänger kann maximal einen guten Song ruinieren, aber niemals eigenständig etwas schaffen, was ihm der Komponist nicht vorgegeben hat. Daher ist es die Leistung des Komponisten, um die es auch beim ESC geht, nichts anderes.

    Die Leute, die heutzutage eine Lady Gaga CD kaufen, nur weil Lady Gaga draufsteht, das sind die Fans. Die kaufen alles aus dieser Marketing-Maschine. Sie tun das aber nicht, weil sie Fräulein Gagas Gesangstechnik im Vergleich zu anderen Interpreten so schätzen. Sie tun das, weil die Plattenfirma es geschafft hat, eine emotionale Bindung zum Produkt Lady Gaga zu vermitteln. Diese emotionale Bindung mußte aber auch erst mal durch teures Marketing aufgebaut werden, und da waren ein paar geschickt gestrickte Songs wohl nicht ganz unbeteiligt.

  22. Niemand kauft eine Platte wegen der Komponisten, aber es gibt eine ganze Menge Leute, die sie wegen der Künstler kaufen. Und das ist nicht nur in Musikgenres so, in denen der ganze Marketing-Schlonz gemacht wird. Selbst Singer-Songwriter nehmen ab und zu Lieder von anderen Autoren auf ihre Platten, und zumindest ich kann sagen, dass mir die Lieder wichtig sind, nicht, ob da jetzt Mey oder Wader oder Wecker oder wer auch immer als Autor angegeben wird (ja, ich höre Reinhard Mey. Deal with it 😉 ).

    Wenn du nicht willst, dass man dich falsch versteht, dann drück dich bitte etwas klarer aus. Die Botschaft, die bei mir ankam, war „der Sänger ist vollkommen irrelevant, weil er/sie höchstens einen guten Song ruinieren kann, aber niemals einen eigenen künstlerischen Input bringt“. Das ist Unfug – und wer das nicht glaubt, soll sich mal die „American Recordings“ von Johnny Cash anhören, in denen er aus bekannten Liedern eigenständig etwas Neues schafft, zwar mit Unterstützung durch einen entsprechenden Produzenten, aber eben auch mit einer eigenen Leistung. Vergleichbares gilt für Lady Gaga – dass nicht jeder mit den Songs von RedOne reüssieren kann, hat Alexej Vorobjov ziemlich deutlich unter Beweis gestellt. Es geht nicht nur um die Songs – und auch nicht nur um das Image. Es geht auch um eine eigenständige künstlerische Leistung des Vortragenden, und wer nicht glaubt, das diese Leistung existiert oder von Bedeutung ist, mit dem brauche ich nicht weiter zu reden, weil unsere Positionen so weit auseinander sind, dass wir uns nicht mal mit Hubble sehen könnten.

    Es gibt Musikrichtungen, bei denen der aufgepappte Name tatsächlich alles war und die Leute auf der Bühne/im Studio total irrelevant. Aber nicht alle Musik folgt den Gesetzmäßigkeiten von 90er-Jahre-Eurodance.

    Ich bitte nochmals darum, dass wir diese absolut fruchtlose Debatte endlich begraben. Wir werden einander nicht begreifen und nicht verstehen, und Diskussionen unter einem solchen Vorzeichen haben einfach überhaupt keinen Sinn. Du wirst weiterhin den Kopf über meine Verbortheit schütteln und umgekehrt, also warum sparen wir uns das nicht einfach?

Oder was denkst Du?