It’s all in your Head: Zla­ta und das Ecsta­sy-Ein­horn

Dass in ihrem Ober­stüb­chen die Neu­ro­nen anders ver­knüpft sein könn­ten als beim Rest der Mensch­heit, die­sen Ein­druck erweck­te die fabel­haf­te Zla­ta Ogne­vich ja bereits in der skan­dal­um­wit­ter­ten ukrai­ni­schen Vor­ent­schei­dung 2011, wo sie sich von syn­the­ti­sier­ten Kuckucks­ru­fen zu ihrem völ­lig skur­ri­len, nur als Gesamt­kunst­werk zu wür­di­gen­den Lied ‘Kukush­ka’ beglei­ten ließ. Und auch ihr dies­jäh­ri­ger Song ‘Gra­vi­ty’ gehört nicht gera­de zu den klas­si­schen Jun­ge-liebt-Mäd­chen-Mach­wer­ken der Pop­ge­schich­te. Mit dem soeben ver­öf­fent­lich­ten (her­vor­ra­gen­den!) Club-Remix des Bei­trags dreht Zla­ta die Schrau­be noch ein Stück­chen locke­rer: hier mischt sie den absur­den eng­li­schen Text (“Put your Heart whe­re it belongs” – ähm, in den Brust­korb?) mit wohl­klin­gen­den Wör­tern in einem kom­plett erfun­de­nen Idi­om. Wiwi­bloggs zitiert genüss­lich aus dem Pres­se­be­gleit­text: “Im Remix singt Zla­ta den Song in der Spra­che Naka­ton­ka, die nur von Men­schen in der Fan­ta­sie­welt von Zla­ta Ogne­vich gespro­chen wird”. Ooo­kaaaay… Pfle­ger, bit­te mal die grü­ne Jacke! Und unter­sucht mal einer das Ein­horn aus dem Video­clip auf Dro­gen?


Viel bes­ser als die ESC-Fas­sung: der Clubre­mix!


Und noch ein Aus­flug in Zla­tas Fan­ta­sie­welt: Kukush­ka (2011)

In der­sel­ben men­ta­len Liga wie unse­re Zla­ta scheint auch die mol­da­wi­sche Ver­tre­te­rin Alio­na Moon zu spie­len. Jeden­falls nährt ihre Fri­sur und die Erwäh­nung der Mayas in der eng­li­schen Fas­sung ihres Bei­trags ‘O Mie’ ein wenig die­sen Ver­dacht. Und der erhär­tet sich beim Anschau­en des heu­te nach­ge­reich­ten offi­zi­el­len Video­clips. Dort steht Alio­na in einer weiß­ge­kalk­ten Wald­lich­tung her­um, die auch gut in Zla­tas Kitsch­kol­lek­ti­ons­clip zu ‘Gra­vi­ty’ gepasst hät­te. Sieht der Platz über­haupt erst des­we­gen so merk­wür­dig aus, weil Frau Ogne­vichs Discopo­ny Ein­horn beim Kok­sen einen Heu­schnup­fen­an­fall erlitt? Es bleibt dif­fus. Die gute Nach­richt ist: Augen­wei­de und Song­au­tor Pasha Par­fe­ny (der mit der Trom­pe­te) wird Frau Moon in Mal­mö am Flü­gel sit­zend auf der Büh­ne beglei­ten, wie noch­mals bestä­tigt wur­de. Yay!


Besorg­nis­er­re­gend: das Mehl­tau­pro­blem brei­tet sich wei­ter aus in mol­da­wi­schen Wäl­dern!

Oh, und wo wir gera­de bei merk­wür­di­gen Musik­vi­de­os sind, muss ich an die­ser Stel­le noch den bereits im April ver­öf­fent­lich­ten offi­zi­el­len Clip des kroa­ti­schen Män­ner­ge­sangs­ver­eins Kla­pa s Mora nach­rei­chen, der bis­lang mei­ner Auf­merk­sam­keit ent­gan­gen war. Der besteht, wie nicht anders zu erwar­ten, aus lau­ter tou­ris­mus­wer­bungs­kom­pa­ti­blen Auf­nah­men vor beschau­lich-pit­to­res­ker Fischer­dorf­sze­ne­rie: der feuch­te Traum des dal­ma­ti­ni­schen Frem­den­ver­kehrs­am­tes! Aller­dings gerät man beim Anschau­en durch das stän­di­ge Wie­der­ho­len der wer­be­wirk­sams­ten Ein­stel­lun­gen in immer kür­ze­ren Abstän­den in einen repe­ti­ti­ven Sog, der sich durch den nicht min­der repe­ti­ti­ven Song noch ver­stärkt. So, als sei man in einer Art Zeit­schlei­fe gefan­gen, die nur durch das Spen­den grö­ße­rer Geld­be­trä­ge (oder Län­der­punk­te) in den Hut der kroa­ti­schen Markt­platz­sän­ger durch­bro­chen wer­den kann. Gewieft!


Und täg­lich grüßt das Fischer­netz: eine Mise­re!

Aus Island dringt unter­des­sen die Kun­de, dass vier männ­li­che Begleit­sän­ger dem blon­den Hünen Eyþór Ingi Gunn­laugs­son live unter­stüt­zen sol­len. Einer von ihnen bringt bereits Euro­vi­si­ons­er­fah­rung mit: Kris­t­jan Gis­la­son war 2001 eine Hälf­te des Duos 2 Tri­cky, das mit dem super­lang­wei­li­gen ‘Angel’ zu Recht baden ging. Hof­fen wir, dass unse­rem lang­haa­ri­gen Wikin­ger ein ähn­li­ches Schick­sal mit sei­nem ungleich anspre­chen­de­ren Titel ‘Jäger schieß’ (dan­ke, Tama­ra!) erspart bleibt. Span­nend bleibt auch die Fra­ge um das Abschnei­den der bri­ti­schen Acht­zi­ger­le­gen­de Bon­nie Tyler. Deren gest­ri­ger Live­auf­tritt in der Gra­ham-Nor­ton-Show geriet weit weni­ger desas­trös als erwar­tet, nicht zuletzt auf­grund der Arbeit des Begleit­chors, der über wei­te Stre­cken deut­li­cher zu ver­neh­men war als Bon­nies Ras­pel­stim­me. Aller­dings wankt die Wali­se­rin nach wie vor über die Büh­ne wie ein betrun­ke­ner R2D2


Gol­die Hawn nach dem Fron­tal­zu­sam­men­stoß mit der Chi­ne­si­schen Mau­er

Wel­che Gra­vi­ty-Ver­si­on ist die bes­te?

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6 Gedanken zu “It’s all in your Head: Zla­ta und das Ecsta­sy-Ein­horn”

  1. Ich mag die Ladys beim dies­jäh­ri­gen ESC, alle haben ihren eige­nen Stil. Wobei Zla­ta Insa­la­ta (dan­ke, Tama­ra!) die bes­ten Sieg­chan­cen hat. Und Islands Backing lässt lei­der Schlim­mes erah­nen. Kom­men sie zum ers­ten Mal in 6 Jah­ren nicht ins Fina­le? Das müs­sen wir Deut­schen ver­hin­dern und für Gurk-Lauchs Sohn anru­fen.

    Kris­t­jan Gis­la­son
    Kris­t­jan Gis­la­son
    Kris­t­jan Gis­la­son
    Kris­t­jan Gis­la­son

  2. Ich mag die Ladys beim dies­jäh­ri­gen ESC, alle haben ihren eige­nen Stil.
    Wobei Zla­ta Insa­la­ta (dan­ke, Tama­ra!) die bes­ten Sieg­chan­cen hat. Und
    Islands Backing lässt lei­der Schlim­mes erah­nen. Kom­men sie zum ers­ten
    Mal in 6 Jah­ren nicht ins Fina­le? Das müs­sen wir Deut­schen ver­hin­dern
    und für Gurk-Lauchs Sohn anru­fen.

  3. Ist ja nicht so, als hät­ten Fan­ta­sie­spra­chen beim ESC kei­ne Geschich­te. O Julis­si, Amam­ban­da, Sano­mi … War­um also nicht? Und auch den Maya-Text fin­de ich durch­aus sehr gelun­gen.

  4. Hm. “O Julis­si” und “Amam­ban­da” sind damit aller­dings ziem­lich auf die Nase geflo­gen…

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