Türk­vi­zyon: Gom­m­a­lar grei­nen für Zypern

Neu­es vom tür­ki­schen Able­ger des Euro­vi­si­on Song Con­tests: wäh­rend der grie­chi­sche Süden der geteil­ten Mit­tel­meer­in­sel 2014 aus Geld­not zu Hau­se bleibt und somit kei­ne 12 Punk­te mit dem vor­aus­sicht­lich teil­neh­men­den Mut­ter­land tau­schen kann, fand im tür­ki­schen Nord­teil ges­tern Abend die Vor­ent­schei­dung für die Türk­vi­zyon statt. Unter zehn Teil­neh­mern ver­gab die Jury ihre Höchst­punkt­zahl an gleich zwei Acts. Der höhe­re Pro­zent­an­teil im Tele­vo­ting gab dann denn Aus­schlag für den Sieg der Band Gom­m­a­lar. Die Per­for­mance ihres Bei­trags ‘Ayrın­tılar’ über­rascht den west­lich gepräg­ten Zuschau­er vor allem durch die Dis­kre­panz zwi­schen der mimi­schen Ernst­haf­tig­keit, mit der das musi­ka­lisch nur als Toten­kla­ge iden­ti­fi­zier­ba­re Song­kon­strukt zum Vor­tra­ge gebracht wird, und der osten­ta­ti­ven Nach­läs­sig­keit im Klei­dungs­stil der bei­den Lead­sän­ger der Band. Es ist so ein biss­chen, als wür­den Mr. Pre­si­dent ‘La Mam­ma mor­ta’ sin­gen – in ihrer übli­chen Dienst­klei­dung. Immer­hin: gera­de, als einen das depres­si­ve Stück nach vier­ein­halb sei­ner sechs (!) Minu­ten soweit hat, dass man allen Lebens­wil­len ver­liert, holt einen ein bis dahin beschäf­ti­gungs­lo­ser Per­kus­sio­nist wie­der aus dem Koma zurück. Dan­ke! Wei­te­re High­lights der nord­zy­pri­schen Vor­ent­schei­dung: laut Euro­voix trat eine Sän­ge­rin, offen­bar in Unkennt­nis der Regeln, mit einer Cover­ver­si­on von ‘I will sur­vi­ve’ an. Ein ande­rer Kom­bat­tant zeig­te sich ob der nega­ti­ven Kri­tik der Jury so erbost, dass sich eine erhitzt geführ­te Debat­te über eine geschla­ge­ne Vier­tel­stun­de anschloss. Sehr gut! So etwas wür­de ich mir ja auch mal bei einer unse­rer unsäg­li­chen Cas­ting­shows wün­schen!


Gesich­ter wie tau­send Jah­re Regen­wet­ter: Gom­m­a­lar aus Nord­zy­pern

1 Gedanke zu “Türk­vi­zyon: Gom­m­a­lar grei­nen für Zypern

  1. Nach­dem es als “Gegrei­ne” ange­teasert wur­de, bin ich doch äußerst ange­nehm über­rascht. Das ist ein sehr schö­nes, ange­neh­mes Stück, das zwar die Bezeich­nung “Hit” nie­mals ver­dient, aber sich doch her­vor­ra­gend als net­tes Hin­ter­grund­ge­du­del eig­net. So was muss es ja auch geben.

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