Die Euro­vi­si­ons­mor­de von Litau­en

Die Litau­er sind ja seit­her ein etwas eige­nes Völk­chen und tun die Din­ge auf ihre beson­de­re Art. In die­sem Jahr bei­spiels­wei­se zie­hen sie ihre Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­dung als zehn­tei­li­ge (!) Cas­ting­show auf, in der pro Sen­dung zehn Kan­di­da­ten Cover­ver­sio­nen sin­gen müs­sen, unter denen dann das Publi­kum und eine Jury fünf in die nächs­te Run­de wei­ter wählt. Erst am Final­abend am 15. Febru­ar gibt es dann eige­ne Lie­der. Klingt soweit erst mal nach Unser Star für Oslo, wer­den Sie sagen? Rich­tig, nur dass sich hier kei­ne bis dato unbe­kann­ten Nach­wuchs­künst­ler an bekann­ten Pop­songs ver­su­chen, son­dern eta­blier­te Stars, die eigent­lich über eine eige­nes Reper­toire ver­fü­gen, wie der litaui­sche Euro­vi­si­ons­ver­tre­ter von 2009, Sasha Song. Der muss­te ges­tern Abend auf offe­ner Büh­ne Céli­ne Dions ‘Ne par­tez pas son moi’ (CH 1988) ermor­den. Denn es sind, um die Absur­di­tät auf die Spit­ze zu trei­ben, kei­ne belie­bi­gen Titel, die da zum Vor­tra­ge kom­men dür­fen, son­dern aus­nahms­los Grand-Prix-Klas­si­ker.


Wie heißt die­se Spra­che, Sasha? Kata­li­tau­an?

Kei­ne gute Idee, ins­be­son­de­re wenn man sich an sol­cher­art unan­tast­ba­ren Lie­dern ver­greift, wie auch der einst­ma­li­ge “Jus­tin Tim­ber­la­ke des Bal­ti­kums” erfah­ren muss­te, der mit sei­ner Dar­bie­tung nicht nur sämt­li­che even­tu­el­len Zwei­fel an sei­ner sexu­el­len Nei­gung rest­los besei­tig­te, son­dern für das began­ge­ne Sakri­leg der Chan­son­schän­dung natür­lich auch zu Recht acht­kan­tig raus­flog. Der deut­sche Euro­vi­si­ons­bei­trag von 2012, ‘Stan­ding still’, wur­de Juri­ju­is Veklen­ko zum Ver­häng­nis, der sein Vor­bild Roman Lob optisch genau so unzu­frie­den­stel­lend imi­tier­te wie akus­tisch und für die drei­mi­nü­ti­ge erfolg­lo­se Suche nach dem rich­ti­gen Ton eben­so indi­gnier­te Bli­cke von den Juro­ren ern­te­te wie die viel­fa­che litaui­sche Vor­ent­schei­dungs­teil­neh­me­rin Ais­té Pil­vely­té, die sich an Lore­ens ‘Eupho­ria’ (SE 2012) ver­hob, damit aber erstaun­li­cher­wei­se wei­ter­kam.


Eine ocker­far­be­ne Hose macht noch kein Baby­bär­chen!

Eine über­zeu­gen­de Leis­tung bot hin­ge­gen Vai­das Baumi­la in der Rol­le von Mar­co Men­go­ni (IT 2013). Sei­ne Kopie (im Gegen­satz zur Raab’schen Cas­ting­show, wo man die Kan­di­da­ten stets auf­for­der­te, mehr eige­ne Per­sön­lich­keit in die Inter­pre­ta­tio­nen ihrer Lieb­lings­lie­der ein­zu­brin­gen, scheint man in Litau­en eher Wert auf mög­lichst ori­gi­nal­ge­treue Nach­ah­mun­gen zu legen) von ‘L’Essenziale’ war wei­test­ge­hend makel­los. Und auch optisch kann es der schmu­cke Vai­das mit dem unglaub­lich sexy wir­ken­den schie­fen Grin­sen mit sei­ner Vor­la­ge bei­na­he auf­neh­men. Er ist nun eben­falls nächs­ten Sams­tag in der nächs­ten Aus­ga­be von Euro­vi­zi­jos wie­der mit am Start, gemein­sam mit neu­en Kom­bat­tan­ten.


Hat auch so einen leich­ten Seri­en­mör­der­blick: sexy Vai­das

4 Gedanken zu “Die Euro­vi­si­ons­mor­de von Litau­en

  1. Wirk­lich wit­zer Bei­trag, lei­der geht das letz­te Video schon nicht mehr, Gema hat zuge­schla­gen.

  2. Veklen­kos Ver­such fand ich gar nicht mal so übel! Scha­de, daß er drau­ßen ist. Ansons­ten kann man nur hof­fen, daß Celi­ne Dion den Ver­such von Sascha nie zu hören bekommt. Gru­se­lig!!!

Oder was denkst Du?