Türk­vi­zyon: end­lo­se Ent­schei­dun­gen und bos­ni­sche Bit­ches

Um empör­ten Kom­men­ta­ren – wie sei­ner­zeit bei Laka – vor­zu­beu­gen: nichts läge mir fer­ner, als mich abfäl­lig über bos­ni­sche Mädels zu äußern! ‘Ters Bosan­ka’ (‘Zicki­ge Bos­nie­rin’) lau­tet viel­mehr der Titel des Bei­trags des Bal­kan­lan­des zur Pre­miè­re der Türk­vi­zyon, und eine sol­che spielt auch die Haupt­rol­le im heu­te ver­öf­fent­lich­ten Video von Emir & the fro­zen Camels. Eine Zwei-Ecken-Ver­bin­dung zum rich­ti­gen Euro­vi­si­on Song Con­test gibt es auch: die männ­li­che Augen­wei­de Mir­za Šol­ja­nin, der schon mit Nina Badrić (BA HR 2012) arbei­te­te, ergänzt die gefro­re­nen Kame­le für die­se Num­mer. Band­lea­der Emir Buko­vi­ca beschreibt den Song selbst ziem­lich tref­fend als “unprä­ten­ti­ös und gut­ge­launt,” ganz im Gegen­satz zur Haupt­fi­gur sei­nes Lie­des! Wel­che Lau­ne hin­ge­gen Artur Mar­lu­jo­kov hat­te, als er nach einer elf­stün­di­gen (!) Mara­thon-Vor­ent­schei­dung end­lich durch die Jury zum ers­ten Ver­tre­ter der Repu­blik Altai ernannt wur­de, wie Haber­ler berich­tet, ent­zieht sich mei­ner Kennt­nis. Eben­so wie jede Infor­ma­ti­on über sei­nen Titel. So bleibt mir nur, mit der Wiki­pe­dia-Weis­heit über das  im Hoch­ge­bir­ge an der Gren­ze zur Mon­go­lei lie­gen­de “rus­si­sche Tibet” zu schlie­ßen, dass das Türk­volk der Altai­er ein gutes Drit­tel der rund 200.000 Ein­woh­ner der auto­no­men rus­si­schen Repu­blik stel­len (der Rest sind Rus­sen und Kasa­chen).


Zicki­ges Mäd­chen, ker­ni­ge Jungs: Emir & the fro­zen Camels (Bei­trag)

Mitt­ler­wei­le ist auch bekannt, um wel­ches Land es sich bei dem omi­nö­sen 23. Türk­vi­zyon-Teil­neh­mer han­delt: (ledig­lich) im Abstim­mungs­feld einer Umfra­ge auf der offi­zi­el­len Sei­te Turk­vi­si­on Info wird en pas­sant eine gewis­se Olga Spi­ri­do­no­va als Ver­tre­te­rin Jaku­ti­ens auf­ge­lis­tet. Der Name der Sän­ge­rin weist in die rich­ti­ge Rich­tung: das 3 Mil­lio­nen Qua­drat­ki­lo­me­ter (!) gro­ße Jaku­ti­en – offi­zi­el­ler Name: Sacha (jaku­tisch für “Mensch”) – ist eine rus­si­sche Repu­blik im Fer­nen Osten, die im Nor­den ans Polar­meer grenzt und in der auch im Bin­nen­land die meis­te Zeit des Jah­res Dau­er­frost herrscht. Ledig­lich etwas unter eine Mil­li­on Ein­woh­ner ver­tei­len sich auf knapp der Flä­che Kon­ti­nen­tal­eu­ro­pas, dafür ist das Land reich an Boden­schät­zen wie z.B. Dia­man­ten, wie die alles­wis­sen­de Müll­hal­de infor­miert. Beson­ders gut gefällt mir der Name der Haupt­stadt: Jakutsk. Trin­ken sie mal ein paar Wod­ka und spre­chen Sie das dann mehr­fach schnell hin­ter­ein­an­der feh­ler­frei auf, ohne Ihr Gegen­über voll­zu­spu­cken! Oh, und mit einem Euro­vi­si­ons­be­zug kann ich eben­falls die­nen: der wich­tigs­te Fluss des Lan­des heißt Lena (DE 2010 und 2011)! Über Frau Spi­ri­do­no­va und ihren Bei­trag war hin­ge­gen lei­der nichts Genaue­res her­aus­zu­fin­den, aber das ken­nen wir mitt­ler­wei­le ja…


Hier wohnt Väter­chen Frost: in Jaku­ti­en

3 Gedanken zu “Türk­vi­zyon: end­lo­se Ent­schei­dun­gen und bos­ni­sche Bit­ches

  1. Klei­ne lin­gu­is­ti­sche Info: Ters ist ein tür­ki­sches Lehn­wort. Da hat jemand sei­ne Haus­auf­ga­ben gemacht 🙂

  2. Ups, stimmt. Bos­ni­en war ja Maja Sar. Gut, die Bei­den waren aber auch der­ma­ßen gleich ster­bens­öde, wie soll die ein Mensch aus­ein­an­der­hal­ten kön­nen?

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