Jahr: 2013

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die Esten sind die Besten!

Soeben endete das erste Semifinale der Eesti Laul. Und nicht nur, dass sich unter zehn Songvorschlägen für das Finale vier fabelhafte Beiträge fanden - nein, es kamen auch noch drei davon weiter! Darunter die Nummer, die unter Fans und Zuschauern des Eurovision Song Contest wohl für die erbittertsten Debatten seit Lordi sorgen dürfte: der Punksong Meiecundimees üks korsakov läks eile lätti von Winny Puhh, einem Quartett in entfernt an Ritterrüstungen erinnernden Ganzkörperkostümen, die auf ihre Instrumente eindreschen und rumbrüllen, als gäbe es kein Morgen. Eine visuelle wie akustische Attacke, volles Rohr auf die Zwölf und natürlich großartig! Die müssen gewinnen! Nur…
Weiterlesen

Slo­we­ni­en bricht sich ein Bein, Zypern schläft ein (SI, CY 2013)

In all der Aufregung um das deutsche Juryvoting ein wenig untergegangen und daher noch nachzureichen sind die ebenfalls am Donnerstag publizierten Beiträge Sloweniens und Zyperns. In beiden Ländern standen die Interpretinnen, Hannah Mancini respektive Despina Olympiou, bereits fest. Nun kennen wir auch ihre Titel. Die in den USA geborene, der Liebe wegen aber nach Slowenien verzogene Hannah versucht es mit dem bei der Schwulenolympiade ESC leicht deplatziert wirkenden Titel 'Straight into Love'. Der beginnt, ähnlich wie Margaret Bergers 'I feed you my Love' (NO), vielversprechend mit einem krachenden Dubstep-Intro. Allerdings ist nach 20 Sekunden schon die Luft raus, die restlichen…
Weiterlesen

Run­ning sca­red from Aus­tria: Natá­lia Kel­ly nach Mal­mö (AT)

Immer ein wenig hintendran, diese Österreicher: während sich der große Bruder Deutschland gestern für eine musikalische Neuauflage des letztjährigen Siegertitels entschied, orientiert man sich in der Alpenrepublik an dessen Vorgänger und schickt eine schnarchseichte Ballade namens 'Shine', die wie schon weiland Nikki & Elles Siegersong hauptsächlich von den penetrant eingestreuten "Oh-oh"s lebt. Die 18jährige Natália Kelly, bekanntgeworden durch die erfolgreiche Teilnahme an der Castingshow The Voice, singt und schaut mit treuem Dackelblick in die Kameras, was in Malmö wohl das ein oder andere Juroren- oder Großmutterherz schmelzen lassen dürfte. Und mich in dreiminütigen Tiefschlaf versetzt. Nicht verwandt oder verschwägert mit…
Weiterlesen

Vor­ent­scheid-Nach­le­se: Cas­ca­da “so zeit­ge­mäß wie Toast Hawaii”?

Schlechte Quoten erzielte der gestrige deutsche Vorentscheid Unser Song für Malmö (3,24 Millionen Zuschauer) Pressemeldungen zufolge. Und schlechte Presse gab es noch mehr: von einer "bizarren Wertung" ist nicht nur bei Focus Online die Rede - gemeint ist der ominöse eine Punkt für die Publikumslieblinge LaBrassBanda (die übrigens Blut geleckt haben und sich 2014 erneut bewerben wollen). Die Münchener Abendzeitung verbreitet gar die abstruse Verschwörungstheorie, die Jury hätte absichtlich "die Notbremse gezogen", weil vier der fünf Juroren bei Universal unter Vertrag sind, die Bayern aber beim Konkurrenten Sony. Was der NDR natürlich zurückweist: „Die Jury hat ihre Entscheidung getroffen, bevor sie die Radioergebnisse kannte," so Thomas…
Weiterlesen

DVE 2013: Eternity’s an open Door

Mit einem herzhaften "Fuck you" an die Hannoveraner Taxifahrer (geldgieriges Dreckspack!) melde ich mich zurück von einer sehr unterhaltsamen Show (Danke, zauberhafte Anke!) mit einem, wie ich finde, dann doch überraschenden Gewinner. Das Bonner Dance-Project Cascada, von britischen Eurovisionsblogs unisono als natürlicher Triumphator der deutschen Vorentscheidung vorhergesagt, vertritt nun tatsächlich unser Land in Schweden - mit einem musikalisch ziemlich deutlich am Vorjahressiegersong 'Euphoria' angelehnten Titel. So haben es die Deutschen heute Abend entscheiden. Oder, wenn man es genauer nimmt, haben das fünf Deutsche entschieden: Mary Roos, Tim Bendzko, Peter Urban, Anna Loos und Roman Lob. Die Frau mit den Donnerschenkeln:…
Weiterlesen

Unser Song für Mal­mö: Start­rei­hen­fol­ge und Votingverfahren

Es wird fleißig geprobt in Hannover für das morgige deutsche Finale Unser Song für Malmö (ab 20:15 Uhr im Ersten). Und dank der ebenso fleißigen Berichterstatter des Prinz-Blogs kennen wir nun auch die vorläufige Auftrittsreihenfolge: als sei es ein Statement zum Rücktritt Ratzingers, eröffnen die Priester den Abend mit ihrem sakralen 'Meerstern, sei gegrüßt'. Passend ausgewählt auch der Todesslot: mit Startplatz 2 muss der ohnehin komplett chancenlose Finn Martin vorlieb nehmen. Es folgen Mobilée, Blitzkids mvt., Fan-Favoritin Betty Dittrich (mit den Tänzern aus dem großartigen Video!), Ben Ivory, das geografisch stimmige Südliches-Ausland-Doppel Saint Lu (Österreich) und LaBrassBanda (Bayern), Nica &…
Weiterlesen

Kroa­ti­en: Neu­es aus der Anstalt

Zeichnet sich da eine neue Vorentscheidungstradition ab? Dem georgischen Beispiel folgend, präsentierte auch das kroatische Fernsehen heute erste Spurenelemente seines Eurovisionsbeitrages im programmlich passenden Umfeld: den Nachrichten! [ref]Vorläufer war hier übrigens Zypern, das bereits 2011 den kompletten Videoclip zu 'San Angelos s'agapisa' am Ende der einstündigen Abendnachrichten uraufführte.[/ref] Eine Klapa soll es - wie bereits berichtet - diesmal sein, ein üblicherweise traditionelle Volksweisen singender Männerchor aus Dalmatien. Den hat der Sender nun in monatelanger Arbeit zusammengecastet und ihm den hochgradig originellen Namen Super Klapa verpasst. 'Mišerja' heißt der Titel, und den unvermeidlichen schlechten Witz, welcher Art von Misere sich ein…
Weiterlesen

Zwei­ter Super­sams­tag: Toter Fisch nach Hausfrauenart

Es klang nach einem Konzept, bei dem jeder aufrechte Schlagerfan schon im Vorfeld ein feuchtes Höschen kriegt: die Melodifestival-erfahrenen Schlagerdiven Hanna Hedlund, Pernilla Wahlgren und Jenny Silver ('Something in your Eyes') als Trio. Unter dem rundweg fabelhaften Namen Swedish House Wives, ein perfektes Wortspiel aus der angesagten Dancecombo Swedish House Mafia und der US-Kultserie Desperate Housewives. Mit einem vom Frederik Kempe Thomas G:son geschriebenen, dancebeatgetriebenen Schwedenschlager namens 'On Top of the World'. Dazu eine beleuchtete Showtreppe, Goldlamé-Glitzerkostümchen und eine simple Choreografie. Und dennoch scheiterte die Nummer beim gestrigen zweiten MF-Semi und schaffte es noch nicht mal in die Trostrunde. Woran…
Weiterlesen

Nor­we­gen: Lie­be kann so weh tun (NO 2013)

Sie will uns ihre Liebe füttern, singt sie. Und wirkt dabei in ihrem weißen, enganliegenden Bondagekleid und mit dem zu einem straffen Zopf zurück gebundenen Blondhaar wie eine Eisprinzessin. Was auch mit der (durchaus interessanten) brettharten musikalischen Eiseskälte ihres Songs 'I feed you my Love' zusammen passt. Nein, das ist kein nordischer Liebesengel, die Margaret Berger, die soeben erwartungsgemäß die norwegische Melodi Grand Prix gewann. Eher eine strenge Dominatrix, was breiten Raum für Spekulationen lässt, was genau sie ihren Liebessklaven da füttern möchte (und wie viel Aufschlag das kostet). Noch spannender dürfte aber die Frage sein, wie die Nummer klingt,…
Weiterlesen

Finn­land macht uns einen Antrag (FI 2013)

Das wurde auch Zeit: endlich kann der Jahrgang 2013 seinen ersten Guten-Laune-Beitrag vorweisen! Nach dem die Finnen im ersten Semi und der Zweite-Chance-Runde von UMK noch Mist bauten und den einzigen (!) wirklich guten Song ihres gesamten Vorentscheidungsrepertoires herauswählten ('Ilmalaivalla' von Rautakoura), retteten sie die Chose im soeben zu Ende gegangenen Finale gerade noch mal, in dem sie sich für den einzig noch verbliebenen, einigermaßen akzeptablen Titel entschieden: 'Marry me' von Krista Siegfrids. Die fröhliche Blonde tritt stilecht im Hochzeitskleid auf, umringt von Brautjungfern mit lustigen Plastikdiademen, und buhlt so nachhaltig um unsere Hand, dass man sie ihr kaum verwehren mag. Also,…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: It’s Life, Jim, but not as we know it

Eine skurrile Veranstaltung, die Dziesma 2013, von welcher das erste Semi gerade noch läuft. Als Song Contest im klassischen Sinne kann man die lettische Vorentscheidung nicht bezeichnen, denn dafür fehlt es an Songs im klassischen Sinne. Also an Liedern mit so traditionalistischen Zutaten wie Strophen, Refrains oder, Gott behüte, gar einer Melodie. Eher ist sie so etwas wie ein Festival für experimentelle Klangcollagen, bei der es dann auch auf die handwerkliche Umsetzung nicht so sehr ankommt. Bestes Beispiel des heutigen Abends und würdiger Eintrag in die Kollektion "Perlen der Vorentscheidungen": 'Tirpini' der Gruppe Fox Lima, meiner wilden Vermutung nach eine Art…
Weiterlesen

Unser Song für Mal­mö: das Voting beginnt heute!

Noch eine Woche ist es hin bis zum deutschen Vorentscheid in Hannover. Dennoch startet bereits heute Abend, pünktlich um 18:00 Uhr, die Abstimmung für Unser Song für Malmö! Jedenfalls ein Teil davon: ab dann nämlich können die Hörer/innen der ARD-Popwellen im Internet ihren Favoriten für Malmö bestimmen. Alle zwölf Titel stehen auf einer Übersichtsseite zum Anhören bereit (natürlich sei an dieser Stelle auch auf den hauseigenen Überblick hingewiesen!). Mit einem simplen Ankreuzklick kommt man in den Abstimmungsbereich, wo man sich allerdings mit einer E-Mail-Adresse registrieren muss. Dies hat den Sinn, Manipulationen zu verhindern: jeder User hat jeweils nur eine Stimme. Das Votingfenster…
Weiterlesen

Die Grie­chen schmei­ßen eine Lokalrunde

Heute stellte der griechische Musiksender MAD TV, der in diesem Jahr für die Vorentscheidungsbeiträge des chronisch klammen Landes verantwortlich zeichnet, die vier Songs des für den 18. Februar terminierten Eurosong 2013 vor. Sympathisch: mein Lieblingsact unter den Vieren, die Bukovinaband Koza Mostra, lässt sich von der akuten Finanzkrise schon mal nicht die Laune verderben und skandiert fröhlich 'Alcohol is free'! Damit ihnen diese freigiebige Losung im für seine gepfefferten Branntweinpreise berüchtigten Schweden nicht zu teuer kommt, singen sie allerdings ein so undeutliches Englisch (im Refrain, der Rest des Textes ist in Griechisch), dass man sie im Zweifel nicht auf eine…
Weiterlesen

Geor­gi­en: ein Was­ser­fall des Eurokitschs

Erste Ausschnitte des georgischen Beitrags sind dank ESCkaz seit heute zu hören. Nach dem berechtigten Desaster mit dem Unkomiker Anri Jokhazde in Baku ging der Kaukasusstaat diesmal auf Nummer Sicher und buchte den schwedischen Fließbandschreiber Thomas G:son ('Euphoria') als Komponisten für sein bereits vorab intern bestimmtes Sangespärchen Sopho (wie sonst?) Gelovani und Nodiko Tatishvili. Der schrieb den beiden Castingshowsternchen eine vor Kitsch nur so triefende Euroballade namens 'Waterfall', von dem in einem Aufmacherbericht in den georgischen Hauptabendnachrichten (!) schon mal die brechreizerregendsten Bruchstücke präsentiert wurden. Und mehr muss man von der Nummer auch gar nicht hören, um zu wissen, dass die…
Weiterlesen

Nichts Revo­lu­tio­nä­res aus Spanien

Musikalischer Mehltau kommt heute nicht nur aus Bayern, sondern auch aus dem noch ein paar Kilometer weiter südlich gelegenen Spanien. Dort stellte der Sender RTVE vier Titel ins Netz, von denen es drei in die am 26. Februar stattfindende Songauswahl für die bereits als Interpret feststehende Gruppe El Sueño de Morfeo schaffen sollen. Zwei davon sind ebenfalls fest gesetzt, unter zwei weiteren (natürlich den besseren) dürfen die Internetvoter abstimmen. Wobei "besser" hier relativ ist: alle vier Titel ziehen jetzt nicht unbedingt die Wurst vom Teller. Eher schnarchiges, deutliches zu harmloses Folk-Geklimpere, von welchem der sich in der Vorabstimmung befindliche Song 'Revolución'…
Weiterlesen

Bei LaBrass­Ban­da schla­fen die nacker­ten Füße ein!

Mit großer Spannung erwartet, veröffentlichte auch der letzte der zwölf Teilnehmer von Unser Song für Malmö heute endlich seinen Vorentscheidungsbeitrag: die bayerische Blechbläserband LaBrassBanda nämlich! Die bei Live-Konzerten stets wie weiland Sandie Shaw barfüßig auftretenden Brassisten widmen sich auch in ihrem Song 'Nackert' den Freuden des Unbekleidetseins, hier im Spezifischen des Nacktbadens am Dorfteich mit einer gewissen Vroni (falls ich mir das richtig zusammengereimt habe, ich verstehe nämlich die Sprache nicht). Viel habe ich mir von den für ihre Liveauftritte berühmten Burschen versprochen. Leider aber enttäuscht der Song in seiner jetzigen Fassung auf ganzer Linie. Größtes Problem: der behäbige Auftakt,…
Weiterlesen

Ers­ter Super­sams­tag 2013: Men­schen, Mons­ter, Mutationen

Ein ereignisreicher Eurovisionssamstag liegt hinter uns: neben den Entscheidungen in Island und Malta liefen gestern Abend noch Semifinale in nicht weniger als drei Ländern. Von den Fans mit der größten Spannung erwartet: die Auftaktrunde des schwedischen Melodifestivalen, moderiert vom zweimaligen Finalisten Danny "In the Club, the Club, oh-oh" Saucedo, der die Gelegenheit schamlos nutzte, uns mit dem Anblick seines entblößten, durchtrainierten Oberkörpers zu erfreuen. Sehr gut! Mit David Lindgren, Träger eines gelben Einstecktuchs, gewann dann auch einer seiner musikalischen Nachfahren das erste Semi aus Karlskrona, der Heimat des berühmten Aldi-Bieres. Auch wenn der smarte Anzugträger David weniger Muskeln präsentierte, teilt…
Weiterlesen

Mal­ta: Wir glau­ben an mor­gen (MT 2013)

Nur kurze Zeit nach der nördlichsten europäischen Insel fiel heute Abend auch auf der zweitsüdlichsten die Entscheidung über den Eurovisionsvertreter. Und zwar, eher ungewöhnlich für das für seine Marathonvorentscheide berüchtigte Malta, bereits nur wenige Minuten nach Mitternacht. Hier bestimmten die zahllosen Juroren den putzigen Doktor der Medizin, Gianluca Bezzina, geschlossen zum Sieger (beim Publikum lag er auf Rang 2, das hätte lieber Teeniestar Kevin Borg gesehen). Er erzählt in seiner harmlos-niedlichen Folkballade 'Tomorrow' mit ganz vielen "Oh-oh"s und zu sanftem Plinkiplonk im Hintergrund die heitere Geschichte eines Computernerds, den die Liebe zu einer Frau aus seinen eingefahrenen Pfaden reißt. Die Big Bang Theory…
Weiterlesen

Island: die ver­wirr­te Insel (IS 2013)

Es ist ein eigenartiger Beitrag, den Island nach Malmö entsendet: zwar erinnert der langhaarige, bärtige, blonde Eyþór Ingi Gunnlaugsson rein optisch ein wenig an Thomas G:son, den Komponisten des letztjährigen Siegertitels 'Euphoria'. Sein Song 'Ég á líf' klingt indes eher, als sei er einem Weihnachtsmusical aus der Feder von Andrew Llyod Webber entsprungen und habe vor der Überfahrt über den Nordatlantik noch schnell eine kurze Zwischenrast in Irland eingelegt, um sich mit etwas keltischem Flair einzudieseln. Mit sehr viel Pathos in Stimme und Gestik trägt der in seinem schlecht sitzenden Anzug etwas unförmig wirkende Wikinger seinen Bombastkitsch vor, der in der unseligen Phase…
Weiterlesen

Go West: Slo­we­ni­en schickt Han­nah Mancini

Wie der Prinz-Blog gestern berichtete, vertritt die gebürtige US-Amerikanerin Hannah Mancini die westlichste der exjugoslawischen Republiken in Malmö. Die bislang hauptsächlich im Bereich Dance und House tätige Sängerin mit dem großen Nachnamen (vermutlich nicht verwandt) lernte vor über sechs Jahren in Los Angeles einen Slowenen kennen, heiratete ihn und zog gen Balkan. Bereits vor zwei Jahren nahm sie dort an der EMA teil und lieferte den kompetent präsentierten Dance-Knaller 'Ti si tisti' ab, scheiterte aber an den Jurys (sind Wichser™). Ihr Song soll am 14. Februar, dem Tag des deutschen Vorentscheids, vorgestellt werden - schon jetzt also meine Bitte um Verständnis,…
Weiterlesen

Roman Lob und Mary Roos rich­ten über den deut­schen Beitrag

Heute verkündete der NDR die Namen der fünf Jurymitglieder, deren Voten am 14. Februar zu insgesamt einem Drittel in das Abstimmungsergebnis beim deutschen Vorentscheid Unser Song für Malmö einfließen. Darunter zwei, die selbst schon beim Eurovision Song Contest auf der Bühne standen: die großartige Mary Roos, gewissermaßen Namenspatronin meiner Seite, die uns 1972 mit dem sensationellen 'Nur die Liebe lässt uns leben' und 1984 mit dem unsterblichen 'Aufrecht gehn' vertrat, sowie unser Babybärchen vom Vorjahr, Roman Lob. Die weiteren Juroren sind Silly-Frontfrau Anna Loos, Kommentatorenlegende Peter Urban sowie der im Vorfeld gerüchtehalber selbst für den diesjährigen Vorentscheid getippte Deutsche-Schwermut-Sänger Tim…
Weiterlesen

San Mari­no: Valen­ti­na Monet­ta pullt eine Lena

Wie das sanmarinesische Fernsehen vor wenigen Minuten auf einer Pressekonferenz verkündete, wird Valentina Monetta auch in diesem Jahr die Miniaturrepublik vertreten. Ja, exakt: Cybersex-Valentina, die mit dem von Ralph Siegel geschriebenen Internettrashtitel 'The Social Network Song (Oh oh uh oh oh)' (formerly known as 'Facebook uh oh oh') letztes Jahr für europaweite Lachsalven und ein verdientes Ausscheiden im Semi sorgte. Und Onkel Ralph steht auch hinter ihrem diesjährigen Beitrag 'Crisalide', der laut eurovision.tv über "eine italophile Melodie" und "modernen Popsound in der Schlussminute" verfügen soll und der - anders als die Facebook-Gurke - speziell für Valentinas Stimme komponiert worden sei. Es…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die est­ni­sche Mörderballade

Dank Roy D. Hacksaw und seinem fantastischen Blog Eurovision Apocalypse habe ich einen neuen Favoriten bei der Eesti Laul: das Herrentrio Armastus und seine verstörend düstere Countryballade 'Young Girl' nämlich. Musikalisch als eher harmloses Gitarrengeplinkere daher kommend, gewinnt die Nummer durch die rauen Gesangsstimmen des aus dem Meister-&-Mari-Umfeld stammenden Musikkollektivs, vor allem aber durch den andeutungsvoll unbestimmten Text einen bedrohlich unheilsschwangeren Aspekt. Oder, wie es ein Kommentar auf Eurovision Apocalypse treffend zusammenfasst: "Klingt wie eine Kreuzung aus dem moldavischen Sasha Bognibov und einer Mörderballade von Nick Cave". Where the wild Roses grow: Armastus (mehr …)
Weiterlesen

Däne­mark: ich glaub, ich steh im Wald! (DK 2013)

Kann bitte mal irgendjemand die Däninnen mit der Existenz von Shampoo vertraut machen? Wie bereits die Vorjahresvertreterin Soluna Samay sieht auch die diesjährige MGP-Siegerin Emmelie de Forest aus, als habe sie ihre Haare mit ranzigem Rindertalg gewaschen. Ist das so ein Wikingerding? Immerhin passt es ins Bild, denn auch musikalisch sind sie die Innovationsfreudigsten nicht, die Dänen. Zehn Titel beinhaltete die heutige Melodi Grand Prix, und neun mal hörten wir mehr oder minder klassischen Eurovisionsschlager in variablen Geschwindigkeiten und musikalischen Färbungen. Einzige Ausnahme: eine sterbenslangweilige Gitarrenballade des dänischen Vertreters von 2009, Brinck. Der kam aber ebenso wenig ins Superfinale wie der…
Weiterlesen

Heils­ar­mee kriecht zu Kreuze

In der unendlichen und langsam nervtötenden Saga um den diesjährigen schweizerischen Beitrag scheint sich nun doch endlich eine Lösung abzuzeichnen: wie das Boulevardblatt 20 Minuten heute berichtet, sei die Heilsarmee nun doch bereit, den Auflagen der EBU (Änderung des Namens und des Outfits) vollumfänglich nachzukommen. "Wir sind bereit, unserer Band einen richtigen Namen zu geben und einen Teil unserer Uniform abzulegen," sagte der Pressesprecher der evangelikalen Freikirche der Zeitung. Man prüfe derzeit mehrere Optionen für die neuen Kostüme und einen (englischen) Bandnamen. Ein neuer Abnahmetermin bei der EBU sei für Mitte Februar anberaumt. Sollte der geänderte Vorschlag dort wieder durchfallen, will…
Weiterlesen