Belgien: gib Kate keine Chance!

Da muss das Kätchen wohl weiterzittern, so denn die Gerüchte stimmen, dass es tatsächlich Kate Ryan (BE 2006) ist, die sich als Leadsängerin des komplett maskierten Quartetts Day One beim heutigen zweiten Teil der flämischen Casting-Audition Eurosong um ein erneutes Eurovisionsticket bewarb. Kätchens mit Sturmhauben unkenntlich gemachte Mitmusikanten lieferten eine durchaus ansprechende, schräge Elektroversion von Lena Meyer-Landruts ‚Satellite‘ (DE 2010) ab, welche die mit schwarzer Partyperücke und venezianischer Vogelmaske komplett albern aussehende Frau Ryan mit dem ihr eigenen stimmlichen und textlichen Unvermögen gnadenlos zersägte. Und so reichte es für Day One lediglich für die Zweite-Chance-Runde (ich hätte sie achtkantig rausgeworfen!). Auf Nachfrage bestätigten die wortkargen Kleinkriminellen erneut, dass sie die Vermummung bis zum Finale in Kopenhagen aufbehalten wollen – dürfte bis dahin ganz schön müffeln!


Sollten besser nicht der Hamburger Polizei in die Hände fallen: Day One

Die Wertungen der dreiköpfigen belgischen Jury kann ich ohnehin nur mit vor Staunen und Unverständnis offenem Mund zur Kenntnis nehmen. Eine zauberhafte zweistimmige Jazz-Bearbeitung des Grand-Prix-Klassikers ‚Poupée de Cire, Poupée de Son‘ (LU 1965) durch zwei ehemalige Leadsängerinnen von Urban Trad (BE 2003, neu: Aelia) zerrissen die drei Herren in der Luft und setzten sie auf den vorletzten Platz, während sie eine schlampenhaft aufgemachte Achtzehnjährige namens Tisha Cyrus, die das für sich genommen schon anspruchslose ‚Düm Tek Tek‘ (TR 2009) komplett an die Wand sang, auf den dritten Rang manipulierten. Sollte da die Besetzungscouch eine Rolle gespielt haben? Neben ‚Satellite‘ schändeten die Belgier noch einen zweiten deutschen Beitrag aus jüngerer Vergangenheit, nämlich Roman Lobs ‚Standing still‘ (2012), der die Strangulation durch einen gewissen Mister Jones nun wirklich nicht verdiente (–> Second Chance).


Fehlt nur noch Götz Alsmann am Klavier: Aelia (Ex-Urban Trad)

Wirklich schade ist es um den hochgradig unterhaltsamen Bastien, der aus ‚Fly on the Wings of Love‘ (DK 2000) in satirischer Absicht eine extrem schleimige Croonernummer machte – und sowohl die Jury als auch offensichtlich sich selbst mit einer hohen heißen Schlussnote überraschte, bei der selbst eine Céline Dion vor Neid ins Sofapolster bisse. Die vertrockneten, humorlosen Juroren lobten anschließend sein Können, befanden aber, für Campes sei beim Grand Prix kein Platz (Hallo? Tock tock! McFly? Jemand zu Hause?). Man möchte sie mit der Eisenstange verprügeln! Selbiges Urteil galt nur wenige Minuten später übrigens nicht mehr, als eine gewisse Petra, mit Spachtel-Make-up, Aufsteckfrisur und Krönchen als Desirée Nick verkleidet, eine textlich neu bearbeitete, parodistische Version von ‚All Kinds of Everything‘ (IE 1970) zum Besten gab. Ich ersuche den Vorstand des EC Germany schon jetzt, sie mit der Nummer für das nächste Fanclubtreffen zu buchen: ein echter Knüller! Nur: wieso die (gelungene!) Comedy hier für einen überragenden ersten Platz reichte, Bastien aber ausschied, kann ich mir wiederum ausschließlich mit der Besetzungscouch erklären.


Sehr lustig, aber draußen: Bastien


Auch sehr lustig und Platz 1: Petra

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