Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: von Ver­zweif­lung und Haus­frau­en

Wenig Gna­de mit ihren ehe­ma­li­gen Reprä­sen­tan­ten zeig­ten die Abstim­men­den ges­tern Abend beim Semi­fi­na­le des Mal­ta Song for Euro­pe: sowohl die Ver­tre­te­rin des Eilands von 1996, Miri­am Chris­ti­ne, deren aktu­el­ler Bei­trag wohl selbst den Mal­te­sern zu ‘Safe’ war, blieb in der Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de kle­ben, als auch der zwei­ma­li­ge (2001, 2006) Euro­vi­si­ons­teil­neh­mer Fabri­zio Fani­el­lo. Letz­te­rem nütz­te auch das Blank­zie­hen nichts: alle Semi­fi­na­lis­ten stell­ten sich in kur­zen tou­ris­mus­wer­be­för­dern­den Ein­spie­lern vor, in denen die Sän­ge­rin­nen haupt­säch­lich beim Ein­kauf an wun­der­hübsch deko­rier­ten Markt­stän­den in der pit­to­res­ken Alt­stadt von La Valet­ta – Kul­tur­haupt­stadt 2018 – insze­niert wur­den. Nicht so unser Monchi­chi: der posier­te als Nackt­mo­dell für eine Kunst­klas­se an der ört­li­chen Volks­hoch­schu­le (wobei man den klei­nen Fani­el­lo nicht zu Gesicht bekam). Wirk­te ein biss­chen ver­zwei­felt, und so klang sein leicht gepress­tes Schaf­stim­bre auch beim Sin­gen. Soll­te es jemals eine mal­te­si­sche Aus­ga­be des Dschun­gel­camps geben: Fabri­zio ist der prä­de­sti­nier­te Kan­di­dat!


Wirkt von Auf­tritt zu Auf­tritt schwu­ler: Fabri­zio Fani­el­lo

Dabei war Fabri­zio noch nicht mal der schlech­tes­te Sän­ger des Abends: eine wirk­lich mar­ker­schüt­tern­de Dar­bie­tung lie­fer­te Chris Grech ab, der die Töne stel­len­wei­se der­ma­ßen gna­den­los ver­sem­mel­te, dass einem beim Zuhö­ren die Milch gerann. Erstaun­li­cher­wei­se kam er mit dem strun­zö­den ‘Obli­vi­on’ jedoch wei­ter ins heu­ti­ge Fina­le. Dort trifft er unter ande­rem auf die bei­den camp­tas­ti­schen Bei­trä­ge ‘Love Tri­ci­ty’ von Christa­bel­la Borg, die Eric Saa­des Glas­kä­fig von 2011 mit fahr­ba­ren Bau­stel­len­zäu­nen nach­stell­te, und ‘Hyp­noti­ca’ von Jes­si­ka Mus­cat, mei­ner kla­ren Favo­ri­tin für Kopen­ha­gen und damit natür­lich chan­cen­los: im Fina­le haben die Stim­men der Juro­ren das sie­ben­fa­che Gewicht der Zuschau­er­ent­schei­dung. Und dass die Jury einen bil­li­gen ‘Eupho­ria’-Klon unter­stützt, kann ich mir nicht vor­stel­len. Auch wenn ich die fabel­haf­ten Tän­zer der sin­gen­den Mus­kat­nuss, in ihren haut­engen Body­suits optisch eine Kreu­zung aus Kej­si Tolas (AL 2009) Spi­der­män­nern und Ishtars (BE 2008) Cam­pi­no-Kleid, ger­ne auf der gro­ßen Euro­vi­si­ons­büh­ne wie­der­sä­he.


Klingt stel­len­wei­se, als stä­che man gera­de ein Schwein ab: Chris Grech


Eine sub­ti­le Anspie­lung auf den noch immer unfer­ti­gen Zustand der B&W-Hallen in Kopen­ha­gen? Christa­bel­las Bau­stel­len­show


Jes­si­ka: die Rück­an­sicht des Tän­zers bei Minu­te 2:11… ver­kauft!

Ganz hart gesot­te­ne Zuschau­er, die den mise­ra­blen mal­te­si­schen Inter­net­stream (nag­te da wie­der ein Hai am Unter­see­ka­bel?) und die stun­den­lan­ge Beläs­ti­gung durch die fünf immer glei­chen, gefühlt sechs­hun­dert Mal wie­der­hol­ten Wer­be­spots anders als ich tat­säch­lich bis zum bit­te­ren Ende durch­hiel­ten, durf­ten außer­dem der Pre­miè­re der neu­en Fas­sung des ukrai­ni­schen Euro­vi­si­ons­bei­trags ‘Tick Tock’ bei­woh­nen, den Mari­ja Jaremtschuk dort vor­stell­te. Eine Neu­fas­sung, wie ich bemer­ken möch­te, die bei dem löb­li­chen Ver­such, das Ama­teur­haf­te und Unfer­ti­ge der Ori­gi­nal­ver­si­on zu über­win­den, das Kind mit dem Bade aus­schüt­tet und aus dem etwas tra­shig und unpo­liert wir­ken­den, aber ein­gän­gi­gen und Spaß machen­den Pop­song ein nach wie vor unfer­tig anmu­ten­des, expe­ri­men­tel­les Art-Hou­se-Stück zim­mern möch­te, dabei jedoch bit­ter­lich schei­tert. Bit­te noch­mals zurück in die Klang­werk­statt, und zwar subi­to!


Klas­si­scher Fall von ver­schlimm­bes­sert: Mari­ja Jaremtschuk (UA)

Die neue Ver­si­on von ‘Tick Tock’ ist im Ver­gleich zur alten…

  • …eine Ver­bes­se­rung, aber noch immer unfer­tig. (37%, 13 Votes)
  • …eine Kata­stro­phe. Dann lie­ber die alte Fas­sung! (29%, 10 Votes)
  • …deut­lich schlech­ter. So wird das nichts. (26%, 9 Votes)
  • …viel, viel bes­ser. Hat jetzt ech­te Chan­cen! (9%, 3 Votes)

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2 Gedanken zu “Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: von Ver­zweif­lung und Haus­frau­en

  1. Die neue Ver­si­on von Tick Tock geht echt gar nicht. Wenn die so bleibt, muss ich mir einen ande­ren Favo­ri­ten suchen. 🙁

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