Mol­da­wi­en 2014: Wir sind die Robo­ter

Gäbe es Mol­da­wi­en nicht, man müss­te es erfin­den: jedes Jahr unter­hält uns die klei­ne Schwes­ter Rumä­ni­ens in ihrer Vor­ent­schei­dung mit neu­en Unglaub­lich­kei­ten. Sei es ein Bei­trag, der in sei­nem Semi nur knap­pe 50 Anru­fe kas­sie­ren konn­te – oder die Sie­ge­rin des O Melo­die Pen­tru Euro­pa, Chris­ti­na Scar­lat. Die ver­klei­de­te sich für ihren Final­auf­tritt als Robo­wo­man: die rech­te Kör­per­hälf­te bedeckt von einem Metall­pan­zer, links ein apri­cot­far­be­nes, im Wind­ma­schi­nen­sturm flat­tern­des Kleid­chen. Was schon mal erfolg­reich von ihrem etwas her­ben Gesicht ablenk­te. “What am I? Am I human?” eröff­ne­te sie dann auch noch ihre dra­ma­ti­sche Dub­step­bal­la­de ‘Wild Soul’, in der sie uns kund­gibt, dass sie kei­ne Gna­de ken­ne. Glau­ben wir ihr aufs Wort – und begrei­fen es mal als Dro­hung gegen­über den Juro­ren, falls es kei­ne Punk­te geben soll­te. In der Hei­mat funk­tio­nier­te das bereits: dort gewann Chris­ti­na mit Hil­fe der Jury, die sie gegen den kla­ren Publi­kums­fa­vo­ri­ten Boris Cova­li durch­setz­te.


Eit­le Selbst­be­spie­ge­lung: die Frau Scar­lat live

Der weiß geklei­de­te Haus­frau­en­schwarm fiel wie schon im Vor­jahr der Will­kür zum Opfer: sein Semi gewann er mit der nerv­tö­ten­den Flö­ten­num­mer ‘Per­fect Day’ und einer Dar­bie­tung als Kopf­näs­ser (Copy­right: Prinz-Blog) haus­hoch, wur­de dann aber von den Juro­ren so hart her­un­ter­ge­wer­tet, dass er gera­de noch so eben ins Fina­le durch­schlüpf­te, wo ihn dann ein ähn­li­ches Schick­sal erwar­te­te: er bekam gera­de so vie­le Punk­te, dass es im Gesamt­vo­ting nur für den zwei­ten Rang reich­te. Frau Scar­let hin­ge­gen konn­te die Juro­ren nicht nur mit Wor­ten in Angst und Schre­cken ver­set­zen: sie brach­te zu ihrem Auf­tritt zum einen vier als mon­go­li­sche Krie­ger ver­klei­de­te Tän­zer mit, um zu unter­strei­chen, wie ernst es ihr mit der Dro­hung sei. Zum ande­ren vier fern­ge­steu­er­te Droh­nen, von denen zwei dann gleich mal ins Par­kett abdrif­te­ten – ob sie dabei ver­se­hent­lich ein­zel­ne Zuschau­er ent­haup­te­ten, ist lei­der nicht über­lie­fert. Ich kann nur hof­fen, dass ihr die­ses Show-Ele­ment auch in Kopen­ha­gen gestat­tet wird: zu viel­fäl­tig sind die damit ver­bun­de­nen, wun­der­ba­ren Car-Crash-Mög­lich­kei­ten!


Star­ker Refrain, ins­ge­samt aber doch eher anstren­gend als schön: der Song in der Stu­dio­fas­sung


Von der Jury im Regen ste­hen gelas­sen: Publi­kums­lieb­ling Boris

Kei­ne Gna­de: kann Chris­ti­na im Mai ganz Euro­pa ein­schüch­tern?

  • Wenn sie noch ein biss­chen am Gesang feilt, geht die Num­mer steil! (45%, 9 Votes)
  • Mir egal, ich freu mich aber schon auf den Droh­nen-Unfall! (35%, 7 Votes)
  • Bit­te? Die­se Dub­step­grüt­ze bleibt schon im Semi kle­ben! Wer soll dafür denn anru­fen? (20%, 4 Votes)

Total Voters: 20

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5 Gedanken zu “Mol­da­wi­en 2014: Wir sind die Robo­ter”

  1. Ich mag ja Dra­ma. Ist zwar bei wei­tem nicht der bes­te Ver­tre­ter sei­ner Gat­tung, aber die Ent­schei­dung geht schon okay.

  2. Dan­ke Jury! Bis auf Aurel fand ich im mol­da­wi­schen Feld eigent­lich alle Bei­trä­ge zumin­dest annehm­bar. 3 von ihnen (Doi­ni­ta Gher­man, Mar­ga­ri­ta & Meta­fo­ra und eben Cris­ti­na) haben mir aber deut­lich bes­ser gefal­len als der Rest. So geht das völ­lig in Ord­nung, auch wenn an der Live­dar­bie­tung noch gear­bei­tet wer­den kann. Die Video­fas­sung fin­de ich super.

  3. ich hab lang­sam das gefühl, dass die­se über­la­de­nen büh­nen­shows von der man­geln­den qua­li­tät des songs oder des inter­pre­ten ablen­ken sol­len. anders kann ich mir die­ses rum­ge­ham­pel nicht erklä­ren.
    und scha­de, dass die dame live ziem­lich wack­lig daher­kommt. im video klingt das bes­ser

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