Mon­te­ne­gro 2014: Back to Basics

Das haben wir nun davon: nach­dem zwei Ver­su­che Mon­te­ne­gros, mit außer­ge­wöhn­li­chen, zeit­ge­mä­ßen Songs zum ers­ten Mal über­haupt ins Euro­vi­si­ons­fi­na­le vor­zu­drin­gen, an den obsti­na­ten Jurys schei­ter­ten, geht man nun in Pod­go­ri­ca auf Num­mer Sicher und schickt in die­sem Jahr eine klas­si­sche Bal­kan­bal­la­de. Ser­gej Ćet­ko­vić steht als Inter­pret schon seit meh­re­ren Mon­den fest, heu­te bequem­te man sich dann auch mal zur Song­prä­sen­ta­ti­on. ‘Moj Svi­jet’ klingt nicht nur dem Titel nach wie ein Stück aus der Žel­j­ko-Jok­si­mo­vić-Kol­lek­ti­on, auch musi­ka­lisch fügt sich das sanft-dra­ma­ti­sche Lied naht­los ein in die belieb­te Rei­he “Welt­schmerz vom Bal­kan”. Ein­zig der im Ver­gleich zu den ein­drucks­vol­len Stro­phen rela­tiv schwa­che Refrain und die zur dop­pel­ten Absi­che­rung extra ein­ge­bau­te, um so ner­vi­ge­re Remi­nis­zenz ans letzt­jäh­ri­ge däni­sche Sie­ger­lied in Form einer kla­gen­den Flö­te zum Lied­be­ginn füh­ren zu einem leich­ten Punkt­ab­zug in der B-Note. Soll­te das erneut nicht fürs Fina­le rei­chen, dann hat Euro­pa wohl offen­sicht­lich etwas gegen den klei­nen Adria-Staat, der heu­er die Fah­ne gleich für den hal­ben Bal­kan hoch­hält.


Das mon­te­ne­gri­ni­sche Frem­den­ver­kehrs­bü­ro prä­sen­tiert: Ser­gej Ćet­ko­vić

Damit haben die Jurys nun end­lich erreicht, was sie woll­ten: die Abwen­dung des Song Con­tests vom aktu­el­len Musik­ge­sche­hen und der Roll­back hin zur klas­si­schen Grand-Prix-Bal­la­de. Wir sind zurück in 1977! Nun bin ich sicher der Letz­te, der etwas gegen sanf­tes sla­wi­sches Her­ze­leid ein­zu­wen­den hat – außer eben, dass ich gera­de Mon­te­ne­gro in den letz­ten bei­den Jah­ren für sei­nen aus­ge­spro­che­nen Mut zum Expe­ri­ment bewun­der­te und es um so trau­ri­ger fin­de, dass die dia­bo­li­schen Juro­ren es so schnell schaff­ten, auch die­se letz­te Bas­ti­on des Wider­stan­des zu schlei­fen. Es besteht zudem noch die Gefahr, dass Ser­gej den Song in Kopen­ha­gen auf eng­lisch singt: eine sol­che Fas­sung sei laut eurovision.tv bereits ein­ge­spielt, der Sän­ger noch unent­schie­den. Oh Him­mel hilf!

Klappt es dies­mal für Mon­te­ne­gro mit dem Fina­le?

  • Nicht, wenn er auf Eng­lisch singt. (60%, 30 Votes)
  • Damit? Aber so sicher wie das Amen in der Kir­che! (26%, 13 Votes)
  • Mit die­sem Lang­wei­ler­kram? Nö! (14%, 7 Votes)
  • Nur, wenn er auf Eng­lisch singt. (0%, 0 Votes)

Total Voters: 50

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10 Gedanken zu “Mon­te­ne­gro 2014: Back to Basics”

  1. Zu der Ver­leum­dung der Jurys sei zu sagen: Ohne sie hät­te Ram­bo Ama­de­us 0 Punk­te erhal­ten (Albanien+San Mari­no hat­ten bei­de kein Tele­vo­ting an dem Abend). Der SOng von Ser­geij ist wirk­lich schön und wird Ser­bi­en, Bos­ni­en und Kroa­ti­en wür­dig ver­tre­ten.

  2. Sicher nicht der Knal­ler, aber recht ordent­lich gemacht. Wenn er nicht den Feh­ler macht, das auf eng­lisch vor­zu­tra­gen, könn­te das durch­aus rei­chen.

  3. Ich sag bes­ser nichts mehr zu die­sem Jahr­gang. Ich wür­de mich doch nur wie­der auf­re­gen. 😉
    Zu dem Lied: Bloß nicht auf Eng­lisch! Wenn man sich schon die wohl in jedem Jahr­gang unver­meid­li­che Bal­kan­bal­la­de aus­sucht, dann bit­te auch authen­tisch!

  4. Nun ver­sau’ mir mein schö­nes Welt­bild doch nicht mit irgend­wel­chen Fak­ten! Spiel­ver­der­ber! 😉

  5. Ohne die Juries wären “Who See” ein Jahr spä­ter im 1. Semi­fi­na­le Vier­te gewor­den und hät­ten viel­leicht auch im Fina­le durch ihren extra­or­di­när fan­tas­ti­schen Auf­tritt nicht schlecht abge­schnit­ten. So aber muss Mon­te­ne­gro halt in die Lju­ba­vi-Kis­te grei­fen.

  6. Wass’n das für ein fürch­ter­li­cher Schluß? Und bit­te nicht auf Eng­lisch, ganz klar!

  7. Sag lie­ber, sie wären im Bereich des vier­ten Plat­zes gelan­det. Die genaue Umrech­nung in Punk­te ist uns die EBU schließ­lich schul­dig geblie­ben.

  8. bzw. im Rah­men des vier­ten Plat­zes gelan­det… stimmt… die komi­sche EBU-Regel… jeden­falls wären sie sicher­lich am Sams­tag dar­auf wie­der auf der Büh­ne gewe­sen.

    Und man hät­te nicht in die­sem Jahr unbe­dingt in die Lju­ba­vi-Kis­te grei­fen müs­sen.

Oder was denkst Du?