Vorhersage erstes Semi 2014

Es wird langsam Ernst: morgen Vormittag um zehn Uhr beginnen die ersten (noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglichen) Proben in Kopenhagen. Höchste Zeit also, den eurovisionären Dornröschenschlaf in diesem Blog zu beenden! In diesem Zusammenhang übrigens einen herzlichen Dank an Bernd Ochs vom Eurovision Club Germany, der vergangenen Freitag bereits zum dritten Mal das Public Viewing sämtlicher Wettbewerbsbeiträge in der Frankfurter Zentralbibliothek organisierte – selbstverständlich mit anschließender Abstimmung, bei der übrigens überraschend Mei Feingold (IL) knapp vor Conchita Wurst (AT) gewann (beide zweites Semi, bestplatzierter Song der ersten Qualifikationsrunde wurde zu meiner großen Freude das lettische ‚Cake to Bake‘ auf Rang 3)! Kann es einen besseren Auftakt in die heiße Phase geben? In Anlehnung hieran daher nun der Überblick über die 16 Titel des ersten Semis mit Bewertung und Vorhersage der Finalchancen, basierend auf den offiziellen Vorschauvideos, die selbstredend in den kommenden Tagen, wenn wir die Live-Performances kennen, sofort wieder ihre Gültigkeit verliert!


Frankfurter Sieger des ersten Semis: Backe, backe Kuchen

Die Beiträge des ersten Semis in der Vorschau-Wertung

1. Armenien | Aram MP3 | Not alone

Welch‘ besseren Eröffnungssong könnte es für den diesjährigen Jahrgang geben als den armenischen Beitrag? Zu Recht bei den Wettbüros als Favorit gehandelt, setzt die außergewöhnliche Kreuzung aus introvertierter Ballade mit bretternden Dubstep-Elementen den in diesem Jahr sehr düster gefärbten Grundton. Dürfte bei den Jurys abräumen. Und nach dem sich Aram bei Conchita Wurst für seine missverständlichen Äußerungen entschuldigt hat, kann man ihm auch als Zuschauer guten Gewissens seine Stimme geben.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 8 Punkte. Finalchancen: 100%.

2. Lettland | Aarzemnieki | Cake to bake

Für wen der Einstiegssong zu düster daher kam, für den bietet der für Lettland singende Bochumer Jöran Steinhauer und seine Kirchentagsfreunde von Aarzemnieki Linderung. Das fröhliche, so lustige wie philosophische Lagerfeuerliedchen über die Anforderungen des Alltags und die Kraft familiärer Bande gehört zu den am meisten unterbewerteten Beiträgen dieses Jahres und zählt für mich, auch aufgrund des glaubwürdig genuinen Charmes der Gruppe, zu den Außenseiteranwärtern auf einen Überraschungssieg. Zumindest im Zuschauervoting.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 12 Punkte. Finalchancen: 75%.

3. Estland | Tanja | Amazing

Ein erster Rang ist Tanja mit diesem Titel gewiss: nämlich der Sieg in der Kategorie „schamloseste Euphoria-Kopie“. 1975 reichte solcherart ideenloses Nachahmen sogar zum Sieg. Aber diese Zeiten sind vorbei, wie Cascada (DE 2013) sicher bestätigen können. Schade, ohne den nicht zu gewinnenden ‚Euphoria‘-Vergleich, in den uns die estnische Choreografie auch noch mit der Nase stößt, wär’s nämlich ein netter Dance-Song.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 2 Punkte. Finalchancen: 40% (keine Qualifikation).

4. Schweden | Sanna Nielsen | Undo

Aus mir nicht ersichtlichen Gründen führt dieser Titel fast alle OGAE-Votings an und liegt auch in den Wettbüros weit oben. Vermutlich schlichtweg, weil er aus Schweden kommt, nach Fan-Logik also alleine deswegen schon gut sein muss. Mich lässt das wehleidige Gejaller des Mello-Dinosauriers (neuesten Funden zufolge soll Sanna bereits in der Kreidezeit am schwedischen Vorentscheid teilgenommen haben) vollständig kalt. Aber was weiß ich schon?

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punkte. Finalchancen: 80%.

5. Island | Pollapönk | No Prejudice

Die sexy Gesichtsfellträger dürften wohl die Anwärter für den deutlichsten Jury-Televoting-Split in diesem Semi sein. Denn ihr lustiges Lied gegen böse Bullies ist gut gemeint (was für einige anerkennende Mitleidszähler der Juroren reicht), aber nicht gut gemacht. Jedenfalls nicht in der bemüht wirkenden englischen Fassung, bei der die gesungenen Silben nicht in den musikalischen Flow passen. Das fällt beim Publikum durch. Schade, auf Isländisch war es eines meiner Lieblingstitel!

Aufrechtgehn.de-Wertung: 6 Punkte (davon 4 für die Bärte). Finalchancen: 45% (keine Qualifikation).

6. Albanien | Herciana Matmuja | One Night’s Anger

Stimmig hingegen der albanische Videoclip, in welchem die in einer unbekannten Sprache vor sich hin brabbelnde Protagonistin genau so konfus durch die Gegend stolpert, wie der Song im Hintergrund vor sich hin holpert. Beiden möchte man einen Exorzisten rufen.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punkte. Finalchancen: 30% (keine Qualifikation).

7. Russland | Tomalchevy Sisters | Shine

Die russischen Wiedergängerinnen der Kessler-Zwillinge (DE 1959) erhielten als Einzige beim Frankfurter Voting null Punkte. Ob da die tagesaktuelle Politik eine Rolle spielte? Anders wird es in Kopenhagen laufen: erstens stimmen genügend Länder mit anruffreudigen russischen Minderheiten ab, zweitens wird sich aufgrund der diesjährigen namentlichen Offenlegungspflicht der Jury-Voten nicht ein aserbaidschanischer Juror wagen, den Zwillingen nicht seine Höchstwertung zu geben – riskiert er andernfalls doch, bald in einem Ölfass auf dem Grunde des Kaspischen Meeres zu ruhen. Wie meinen? Ach so, der Song! Stimmt, da war ja noch was. Belanglose Grand-Prix-Standardware, dabei textlich immerhin deutlich weniger verlogen als ‚What if‘.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punkte. Finalchancen: 95%.

8. Aserbaidschan | Dilarə Kazimova | Start a Fire

Und das nächste bei westlichen Fans ungeliebte Land! Der aserbaidschanische Beitrag beginnt, um mal etwas Öl ins nationale Feuer zu gießen, sehr vielversprechend mit einer wunderbar wehklagend flötenden armenischen Duduk. Verliert aber ab dem Moment, da Dilara den Mund öffnet und in einem phonetischen Kauderwelsch Tonleiterübungen vollführt. Man hört genau, dass die Sängerin keinen blassen Schimmer hat, was sie das singt, und das verstimmt mich. Tonleiterjogging kommt aber bei den Jurys und den unbedarften Teilen des Publikums an, daher müssen wir uns keine Sorgen um den Qualifikationsrekord der Kaukasusrepublik machen.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punkte. Finalchanchen: 65%.

9. Ukraine | Maria Yaremchuk | Tick tock

Nach drei eher düsteren Songs am Stück gewinnt das an sich zwar belanglose, aber flotte Popstück mit dem leicht merkbaren Titel ungemein, was selbst den leider arg schaumgebremsten finalen Remix wieder wettmacht. Der internationale Sympathiebonus für das bedrängte Land und die zu erwartende spektakuläre Show dürften ihr Übriges beitragen.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punkte. Finalchancen: 60%.

10. Belgien | Axel Hirsoux | Mother

Das belgische Muttersöhnchen ist der Gegenentwurf zu Lordi (FI 2006): kein Beitrag dürfte die Menschen so sehr spalten! Für die Einen ein unerträglich berechnendes, den Wettbewerb in künstlerischen Misskredit bringendes Schlagerschleimfiasko – für die Anderen eine glaubwürdige, zu Herzen gehende Ode an den wichtigsten Menschen der Welt und ein vorgezogenes Präsent zum Muttertag (übrigens am Sonntag nach dem Finale!). Und während Erstere noch kübeln, greifen Zweitere bereits zum Hörer beziehungsweise zu den Wertungstäfelchen. Behält Ruslana (UA 2004) also Recht, die Axel vorhersagte, wenn er die belgische Vorentscheidung überstehe, gewönne er auch den Grand Prix?

Aufrechtgehn.de-Wertung: 7 Punkte. Finalchancen: 85%.

11. Moldawien | Christina Scarlat | Wild Soul

Neben Arams ‚Not alone‘ die zweite sehr düstere Dubstep-Ballade des Abends. Christina und ihr Song wirken im Gegensatz zum armenischen Comedian und seiner letzten Endes zumindest vage hoffnungsfrohen Botschaft jedoch abweisend, kalt und auch ein wenig verhärmt. Sie ist für mich eine Borderline-Qualifikantin, die es gerade eben so auf dem zehnten Rang ins Finale schaffen könnte – oder auch eben so gerade nicht.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 5 Punkte. Finalchancen: 55%.

12. San Marino | Valentina Monetta | Maybe

Gewinnt den Zweikampf mit der albanischen Hersi um die peinlichste Strandszene im Vorschauvideo (in den Kategorien „Unfähigstes Gehen“ und „Unmotiviertestes Herumhüpfen“). Das war’s dann aber auch schon. Ich bin mal gespannt, ob Siegel und die Monetta noch 2050 für San Marino antreten (und es auch dann nicht schaffen) werden.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punkte. Finalchancen: 35% (keine Qualifikation).

13. Portugal | Suzy | Quero ser tua

Oh je: ein entkoffeinierter Lambada-Aufguss, aufs Schrecklichste zersungen von einer pferdegesichtigen Blondine (hallo Kati Wolf [HU 2011]!) und der Lächerlichkeit preisgegeben durch ein paar überperformative Chorsängerinnen bzw. knackärschige Trommeltörtchen (hallo Ryan Dolan [IE 2013]!). Nein, in Lissabon wird der Contest wohl so bald nicht gastieren – schade, es soll da ja schön sein.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 1 Punkt (es ist ein schwaches Semi!). Finalchancen: 25% – sicherer letzter Platz.

14. Niederlande | The Common Linnets | Calm after the Storm

Gerade glaubte ich, jetzt hätten sich die Niederländer – neben Portugal ein weiteres problematisches Eurovisionsland – nach  langer Durststrecke wieder berappelt, da schießen sich die Holländer mit diesem sehr entspannten, bestens für lange Autofahrten geeigneten Countrytitel erneut selbst ins Knie. Schöner Song, aber komplett contestungeeignet. Allenfalls die Jury könnte das noch retten, aber daran glaube ich nicht.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 3 Punkte. Finalchancen: 50% (keine Qualifikation).

15. Montenegro | Sergej Ćetković | Moj Svijet

Sergejs sanfte Balkanballade hatte ich, wie mir beim Bücherei-Preview am Freitag auffiel, deutlich besser in Erinnerung. Was auch mit dem wunderschönen Video zusammenhängt, das mit einer zu Herzen gehenden Geschichte und herrlichen Landschaftsbildern erfolgreich davon ablenkt, dass der Song deutlich weniger zwingend daherkommt als die artgleichen Željko-Schlager, besonders im Refrain, und der das verstörend abrupte Ende gut auffängt. Live fehlt diese Magie, angesichts der schwachen Konkurrenz reicht es natürlich dennoch fürs Finale.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 4 Punkte. Finalchancen: 70%.

16. Ungarn | András Kállay-Saunders | Running

Welch‘ besseren Schlusssong könnte es für dieses Semi geben als den ungarischen Beitrag, der in den Wettbüros ebenfalls zu Recht gut im Rennen liegt! Auch er gehört zu den in diesem Jahr tonangebend verstörend düsteren Beiträgen und thematisiert häusliche Gewalt, was das Video sehr eindrücklich transportiert. Ein sicherer Jury-Schwamm, dürfte der Song aber auch die Zuschauer überzeugen. Falls András live den schmalen Grat zwischen glaubwürdiger Bewegtheit und enervierender Weinerlichkeit meistert.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 10 Punkte. Finalchancen: 90%.

ESC 1. Semifinale 2014

Eurovision Song Contest 2014 - Erstes Semifinale. Dienstag, 6. Mai 2014, aus den B&W-Hallerne in Kopenhagen, Dänemark. 16 Teilnehmer, Moderation: Lise Rønne, Nikolaj Koppel und Pilou Asbæk.
#LKInterpretTitelPkt
gs
Pl
gs
Pkt
TV
Pl
TV
01AMAram MP3Not alone1210409604
02LVAarzemniekiCake to bake0331303810
03EETanjaAmazing0361201314
04SESanna NielsenUndo1310209803
05ISPollapönkNo Prejudice0610804309
06ALHerciana MatmujaOne Night's Anger0221500615
07RUTolmachevy TwinsShine0630605707
08AZDilarə KazimovaStart a Fire0570901513
09UAMaria YaremchukTick Tock1180509605
10BEAxel HirsouxMother0281403111
11MDChristina ScarlatWild Soul0131600416
12SMValentina MonettaMaybe0401004908
13PTSuzyQuero ser tua0391106506
14NLThe Common LinnetsCalm after the Storm1500113001
15MESergej ĆetkovićMoj Svijet0630702612
16HUAndrás Kállay-SaundersRunning1270310302

Zusammengefasst dürften sich in absteigender Reihenfolge also folgende Semifinalteilnehmer qualifizieren (ausgehend von den Vorschauvideos):

  1. Armenien
  2. Russland
  3. Ungarn
  4. Belgien
  5. Schweden
  6. Lettland
  7. Montenegro
  8. Aserbaidschan
  9. Ukraine
  10. Moldawien

Am Mittwoch wieder nach Hause fahren müssen somit Estland, Island, Albanien, San Marino, Portugal und die Niederlande. Oder? Nach den zweiten Proben gibt es natürlich ein Vorhersage-Update!

Deine Vorhersage: wer qualifiziert sich aus dem ersten Semi 2014 für das Finale? (10 Stimmen)

  • Armenien: Aram MP3 - Not alone (10%, 166 Votes)
  • Ungarn: András Kállay-Saunders - Running (10%, 166 Votes)
  • Schweden: Sanna Nielsen - Undo (10%, 165 Votes)
  • Ukraine: Maria Yaremchuk - Tick Tock (9%, 152 Votes)
  • Aserbaidschan: Dilarə Kazimova - Start a Fire (9%, 149 Votes)
  • Montenegro: Sergej Ćetković - Moj Svijet (9%, 143 Votes)
  • Russland: Tolmachevy Twins - Shine (8%, 135 Votes)
  • Belgien: Axel Hirsoux - Mother (6%, 101 Votes)
  • Lettland: Aarzemnieki - Cake to bake (6%, 95 Votes)
  • Niederlande: The Common Linnets - Calm after the Storm (6%, 94 Votes)
  • Estland: Tanja - Amazing (6%, 93 Votes)
  • Island: Pollapönk - No Prejudice (4%, 63 Votes)
  • Moldawien: Cristina Scarlat - Wild Soul (3%, 53 Votes)
  • San Marino: Valentina Monetta - Maybe (3%, 47 Votes)
  • Portugal: Suzy - Quero ser tua (2%, 31 Votes)
  • Albanien: Herciana Matmuja - One Night's Anger (2%, 29 Votes)

Total Voters: 174

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7 Gedanken zu “Vorhersage erstes Semi 2014

  1. Werter Blogger, ich stimme mit vielen Ihrer Aussagen überein und komme unter dem Strich auf ein ähnliches Semi-Final-Ergebnis – bei mir ist der Wackelkandidat Moldawien durch ein jury-gestütztes Niederlande ersetzt. Aber bei der traurigen Liederauswahl würde ich mich tatsächlich über das Weiterkommen Portugals freuen, aber mit diesem Beitrag wird das schwer. Lettlands Finalqualifikation ist für mich aber auch schon ein Muss. Und die Einschätzung des Dark Horse teile ich, weil die Aarzemnieki (oder wie es auch gerne heißt: Awesomnieki) wirklich wohl tuen! 🙂

  2. Ach ja, es ist mal wieder soweit, was?

    AM: Joh. Nicht verkehrt, aber ich kapiere den Hype ehrlich gesagt nicht. Ich bin der Meinung, dass der Song insgesamt zu wenig Fahrt aufnimmt, um ganz oben zu landen.

    LV: Da gehe ich tatsächlich mal hundertprozentig d’accord mit dem Hausherrn. Großartige Nummer, das klassische „fällt bei den Fans durch, landet aber beim Nur-Finale-guck-Publikum“-Stück.

    EE: Das haben wir letztes Jahr auch probiert, Estland, und wir sind damit furchtbar auf die Nase geflogen. Ich kann nicht behaupten, dass euer Song so viel besser wäre, dass ich ihm ein anderes Schicksal wünsche als „Glorious“.

    SE: Danke! Endlich mal eine Stimme auf den ESC-Seiten im Internet, die meine Meinung äußert. Die OGAEr werden dieses Jahr jedenfalls noch krasser desillusioniert werden als bei San Marino letztes Jahr.

    IS: Ich habe in keinster Weise den Eindruck, dass Text und Musik nicht miteinander harmonieren – was vielleicht daran liegt, dass ich das isländische Original nicht kenne. Da das für grob geschätzt 97 Prozent der Zuschauer ebenso gelten dürfte, könnte das Teil das Finale knacken.

    AL: Äh…nein. Nicht mal geschenkt. Neben Litauen und Portugal der einzige wirklich schlechte Song im Lineup von 2014 (wir haben tonnenweise Durchschnittsware, aber sehr wenig echten Ausschuss).

    RU: Wie können sich so viele Eurovisionsveteranen zusammentun, und dann kommt so eine Sülze dabei raus? Ein Kandidat für den Titel „schlechtester russischer Beitrag aller Zeiten“, und das sage ich als erklärter Hasser von „Believe“ und „Lost and Forgotten“.

    AZ: Das klang 2012 deutlich beeindruckender. Und „Start a Fire“ ist im Rennen um den Titel „irreführendster Songtitel aller Zeiten“. Nein danke.

    UA: Komplett nichtssagend – wenn nach dem Betrachten des Preview-Videos mein einziger Kommentar „der Hut ist ein paar Nummern zu groß“ lautet, haben Komponist und Performer was falsch gemacht.

    BE: Oh Gott. Nein, nein, nein. Ich bin ja schmalzresistent bis zum Gehtnichtmehr, aber das Teil gibt mir so überhaupt nichts. Kompetent, aber mehr auch nicht.

    MD: Sheesh. Was bitte war denn das? Oh, und „Sie singt Bass!“

    SM: Ich kann mir den Hass und die Verachtung, die diesem Song von Seiten der Fans entgegenschlagen, nur mit enttäuschter Liebe erklären. Und inwiefern „Maybe“ weniger Punkte verdient als das wirklich unsägliche „Quero ser tua“, wird ein Geheimnis des Hausherren bleiben…

    PT: Wenn man vom Teufel spricht…ich bin auch hier ganz beim Hausherrn. „Ai se eu ti pego“ in der Discounterversion.

    NL: Das ist kein klassisches Eurovisionsfutter, richtig. Das war „Birds“ aber auch nicht – und mir gefällt „Calm After the Storm“ besser (steinigt mich). Ich liebe dieses Gitarrensolo.

    ME: Tja. Kein „Nije ljubav stvar“, aber mir zumindest gefällt es besser als das in meinen Augen von den Fans gnadenlos überbewertete „Lane moje“.

    HU: Mein Lieblingslied ist „Luka“ von Suzanne Vega. Dagegen kommt der Song nicht an, aber er gefällt mir trotzdem, und die ungarische „wir schicken, was wir mögen“-Einstellung verdient Respekt.

    Wenn ich es mir aussuchen dürfte, würden rausfliegen: Portugal, Moldawien, Aserbaidschan, Russland, Albanien und Estland. Dann käme zwar Belgien weiter, aber immer noch lieber „Mother“ als „One Night’s Anger“, „Shine“ oder „Start a Fire“. (Wird natürlich nicht passieren, aber man darf doch wohl noch träumen…2011 lässt grüßen.)

  3. Nun denn, da will ich mich mal nicht lumpen lassen und auch meine Weltsicht kundtun. Was den realen Ausgang betrifft, bin ich sehr nah an der Einschätzung des Hausherrn. Persönlich sieht meine Wertung natürlich wieder gaaaaanz anders aus, wenn sich auch einige Parallelen zu Ospero finden lassen.
    Im einzelnen;
    ARM: ich kann den Hype wahrhaftig nicht verstehen. Ich finde das Stück vergleichsweise langweilig. Nichtsdestoweniger ganz gut gemacht und mir immerhin 3 Punkte wert.
    LV: Ja, ganz nett, überzeugt mich aber nicht wirklich. 0P.
    EST: Nicht wirklich schlecht, aber doch billig. Und live auch stimmlich nicht überzeugend. 0P.
    S: War von Anfang an einer meiner beiden Favoriten im Mello. Da gebe ich gern 10 Punkte.
    IS: Ich mag das punkige Element im Song, auch wenn ich ihn anfangs zu albern fand. Trotzdem nur 0P.
    AL: Wie praktisch jedes Jahr überzeugt mich Albanien immer mit Qualität. Der Song hat zwar ziemlich gelitten durch den Transfer ins Englische (da ich Hersis Englisch aber fast ebenso schlecht verstehe wie Albanisch, macht das im Endeffekt weniger aus als befürchtet) und die Entfernung des Rockintros, so dass es viel Geduld braucht, bis er endlich aus dem Knick kommt, aber dann kommt er tatsächlich, und sanglich ist Hersi eh überzeugend. So bleibt es weiterhin meine Nummer Eins: 12P.
    RUS: nichtssagend. 0P
    AZ: Nicht so gut wie „when the Music dies“, aber sanglich gut (wenn auch kalt), nette Duduk. 5P.
    UA: Bleibt billig trotz „großer“ Inszenierung. mangels Alternativen (die meisten meiner Faves sitzen im 2. Semi) langt es trotzdem noch für 2P.
    B: Sanglich absolut top, auch wenn ich das überhaupt nicht mag. Der Text is natürlich oberpeinlich. Daher von mir 0P wegen Nichtgefallen trotz guter Leistung.
    MD: Das spricht mich wirklich an. hat was düster-aggressives. Ich hoffe, Cristina schafft das live so wie im Video. Von mir 7P.
    RSM: Das übertriebene Gestikuliere im Video ist ziemlich peinlich, und der Song ist schlechter als Crisalide, aber für 6P reicht es in diesem Semi noch.
    P: Auch wenn ich gute-Laune-Musik mögen würde (was ich definitiv nicht tue) hätte dieser werbärmliche Gesang bei mir keine Chance. Der grässlicjhste Beitrag, für den 0P noch viel zuviel sind.
    NL: Das hat was. Einer der Songs, den ich richtig gerne HÖRE. Bin skeptisch, wie das auf einer großen Bühne werden soll. Aber Respekt für die Niederlande, erneut nicht auf Mainstream zu setzen. 4P.
    MNE:Schöne Balkanballade, aber nicht wirklich originell. 1P
    H: Großes Kino. 8P.

    Was passiert real? Sicher weiter sehe ich
    ARM. S, UA, B, MNE, H und im gegensatz zum Hausherrn sogar NL. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind RUS und AZ wieder mit von der Partie.
    Der letzte Weiterkommer wird schwierig. Infrage kommen LV, IS und RSM. Ich lege mich mal auf LV fest.

  4. Oh, das ist alles so schwer vorherzusagen:

    Ich denke, dass dieses Länder weiterkommen:

    Armenien
    Lettland
    Estland
    Schweden
    Russland
    Aserbaidschan
    Ukraine
    Moldawien
    Montenegro
    Ungarn

    Wobei gerade Montenegro ein Wackelkandidat ist. Vielleicht kommt stattdessen Albanien ins Finale. Sergej ist für mich der Miro des Jahres. Klar, zwischen „Moi Svijet“ und „Angel Si Ti“ liegen musikalische Welten, aber beide haben eine entscheidende Gemeinsamkeit: das plötzliche Ende. Und bei „Moi Svijet“ kommt das noch abrupter. Da ist das Lied plötzlich vorbei.

    San Marino wird leider wieder nicht ins Finale kommen. Grrrr!!! Ralph Siegel wird zwar im Mai 2050 schon 104 Jahre alt sein, aber er wird wohl nicht freiwillig den Löffel abgeben, bevor die dann 75 Jahre alte Valentina endlich, endlich ins Finale kommt.

    Armenien und ganz besonders Schweden sind deutlich überbewertet, aber beide Länder kommen ins Finale.

    Und Island hat keine Chance. Nicht nur wegen der geographischen Lage, sondern auch wegen ihrer Botschaft, die in Osteuropa auf taube Ohren stoßen wird.

  5. Ich glaube kaum, dass bei diesem Song dort (oder auch sonstwo) jemand so besonders auf die Botschaft achten wird.

  6. Na, dann will ich auch mal, ganz ohne irgendein Probenvideo gesehen zu haben, bringt ja bekanntlich Unglück – wobei, wie sich heute rausgestellt hat, kein Probenvideo zu gucken, bringt auch Unglück:

    ARMENIEN:
    Natürlich ein starker Opener, der kein Problem mit dem Finale haben wird. Den Sieg sehe ich aufgrund der mangelden Eingängigkeit noch nicht, auch waren die Stimmen der Blogs bisher noch verhalten.
    10 P

    LETTLAND:
    Ich würds ihnen sooooo wünschen. Es wird schwer, keine Frage, aber so wie sie sich generell in Kopenhagen präsentieren, nicht unmöglich.
    8 P

    ESTLAND:
    Ich gehe davon aus, dass wir das im Finale wiedersehen. GEO 2010 meets SWE 2012 (GER 2013, more the like). Aber Blumentopf gibbet nich dafür.

    SCHWEDEN:
    Singt natürlich (mindestens) zweimal, ist aber wohl für einen Sieg insgesamt zu glatt, da hat der Norweger ihr einiges an Glaubwürdigkeit voraus.
    7 P

    ISLAND:
    Die Botschaft hör ich wohl, wirkt aber trotzdem wie die isländische Antwort auf Kreisiraadio. Und zum weiterkommen ist die Startnummer zu niedrig, weil die Leute da noch nicht besoffen genug sind, um auf den Beitrag wirklich abzufahren.

    ALBANIEN:
    Das Lied wächst mir immer mehr ans Herz, aber du lieber Himmel, wie haben die denn die arme Frau verunstaltet? So wird das nix.
    4 P

    RUSSLAND:
    Die armen Mädels. Futter fürs Schlachthaus, und dann ist auch noch der Song Mist. Könnte klappen, muss aber nicht.

    ASERBAIDSCHAN:
    Schöne Frau, singt toll, Song immer noch uneingängig. Kommt selbstverfreilich ins Finale und wird dort hoch punkten, aber nicht siegen.
    3 P

    UKRAINE:
    Mal wieder Hochleistungsschau, was? Was soll man auch sonst machen, wenn der Song ein Mist ist? Natürlich wie immer im Finale, daselbst linke Seite, aber kein Sieger.

    BELGIEN:
    Bin ich eigentlich die einzige Person auf diesem Planeten, die das hier eisekalt lässt? Und auch das hier lassen wir zweimal über uns ergehen.

    MOLDAWIEN:
    Das hier würde ich sehr gern zweimal über mich ergehen lassen, es braucht aber eine Übersuperduperturbo-Performance, die es allem Anschein nach nicht hat. Wird sehr sehr SEHR eng für Moldawien dieses Jahr.
    5 P

    SAN MARINO:
    Es ist natürlich um Lichtjahre besser als der Fratzekuck-Song, aber bei weitem nicht so gut wie „Crisalide“. Und leider auch VIEL zu musicalhaft. Das hat beim ESC selten ne Schnitte, so dass ich befürchte, dass es San Marino schon als Erfolg verbuchen muss, wenn sie in diesem Semi nicht letzter werden.
    2 P

    PORTUGAL:
    Sie könnens einfach nicht. Platz 12 im Semi, knapp gescheitert, wird trotzdem nicht reichen.

    NIEDERLANDE:
    Viel zu ruhig und dabei auch noch unauffällig, um wirklich Durchschlagskraft zu entwickeln. Keine Ahnung, warum das so viele im Finale sehen, die meisten Zuschauer fallen doch sofort in den Dreiminutenschlaf.
    1 P

    MONTENEGRO:
    AAAAARGH! Ich LIEBE diesen Song. Wie kann man den mit dieser BRATZEDÄMLICHEN Inszenierung nur dermaßen ins Nirwana schießen?! Können froh sein, wenn das noch fürs Finale reicht! Wenns nicht reicht, geh ich weinen. Oder laufe Amok.
    Trotzdem 12 P

    UNGARN:
    Nach allem, was heute zu lesen war, wohl Sieger in diesem Semi. Und Dark Horse für Samstag.
    7 P

Oder was denkst Du?