Vorhersage zweites Semi 2014

Und auch das zweite Semi will natürlich in der Vorschau bewertet und vorhergesagt sein – auch hier wiederum aufgrund der offiziellen Vorschau-Videos, daher nur bis Dienstag Nachmittag gültig, wo in Kopenhagen die Proben für die Teilnehmer dieser Runde beginnen. Noch nie war es rechnerisch so leicht, sich zu qualifizieren – nur 15 Kombattanten kämpfen um zehn Finalslots. Gleichzeitig versammeln sich hier im Gegensatz zum ersten Semi die stärkeren Songs. Ein Wort übrigens hier noch zum (direkt im Finale startenden) deutschen Beitrag, für den seit heute (!) ein offizielles Video vorliegt (das nennt man ja mal Timing – und dann auch noch mit einem Clownspantomimen, der schrecklichsten aller denkbaren Figuren): so sehr ich den sympathischen Mädels von Elaiza ja Glück wünsche und so sehr ich weiterhin sage, dass wir uns mit dem Song wenigstens nicht blamieren, so sehr geht die Nummer im Vergleich mit den 36 Mitkonkurrenten dann doch unter. Auch aufgrund ihrer vergleichsweise lahmen Präsentation: die Lametta-Ejakulationen zum Refrain sind ein Hingucker, reißen es aber auch nicht wirklich raus. Ohne unken zu wollen, befürchte ich mittlerweile doch ein Amandine-Bourgois-Ergebnis (FR 2013, Platz 23).

Katja Ebstein (DE 1980) hat angerufen und will ihre Choreografie zurück

Die Beiträge des zweiten Semis in der Wertungs-Vorschau

1. Malta | Firelight | Coming home

Ein weiteres dunkles Pferd im Stall der möglichen Überraschungssieger: die maltesischen Söhne Mumfords. Auch hier zeigt das Video Wirkung: fand ich den Song beim maltesischen Vorentscheid lediglich ganz nett, so rührten mich alte Kitschelse die herzergreifenden Kriegsheimkehrerszenen im Clip tatsächlich zu Tränen und spülten den Song in meine Top Ten. Punktabzug gibt es allerdings für die affektierten Mundbewegungen von Leadsänger Richard Micallef.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 7 Punkte. Finalchancen: 90%.

2. Israel | Mei Feingold | Same Heart

Hier bin ich mal sehr, sehr gespannt auf die Live-Darbietung. Im Clip überzeugt Mei als leidenschaftlich-aggressive Amazone sowohl gesanglich als auch tänzerisch – beides zusammen wird aber live nicht gehen. Leider wird Israel aufgrund der Offenlegungspflicht unter den Jurys zu leiden haben, das aber vor allem im Finale, in welches es Mei nach menschlichem Ermessen schaffen müsste.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 5 Punkte. Finalchancen: 75%.

3. Norwegen | Carl Espen Thorbjørnsen | Silent Storm

Nicht gerade der günstigste Startplatz für meinen aktuellen Lieblingsbeitrag. Dennoch mache ich mir um die authentisch vorgetragene Gänsehautballade keine Sorgen. Geht es also doch noch mal nach Oslo? Nicht auszuschließen, denke ich!

Aufrechtgehn.de-Wertung: 12 Punkte. Finalchance: 100%.

4. Georgien | The Shin + Mariko Ebralidze | Three Minutes to Earth

Was haben die Stuttgarter Jungs (The Shin arbeiten seit Jahren im Schwabeländle) bei ihrer Session nur geraucht? Hier erwarte ich den eindeutigsten Jury-Televoting-Split, denn während der gemeine Zuschauer wohl genau so ratlos vor der aus mehreren losen Einzelteilen bestehenden, wirren Klangkollage stehen dürfte wie ich, werden sich die Jurys in alter Raphael-GualazziTradition verpflichtet fühlen, Stimmen für das anspruchsvoll Unverstandene rauszutun. Bleibt aufgrund der sicheren Televoting-Null dennoch klar hängen.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punkte. Finalchancen: 40% (keine Qualifikation).

5. Polen | Donatan & Cleo | My Słowianie

Das Video sorgte bei der Preview in der Frankfurter Stadtbücherei für Aufruhr im Publikum, genauer gesagt für Begeisterungsstürme bei den wenigen heterosexuellen Männern und Entsetzen bei den schwulen Fans. Nun wird die Milchdrüsenschau in Kopenhagen sicher weniger aufdringlich ausfallen und der Song stärker im Fokus stehen. Und den finde ich originell und stark. Dennoch könnten die Polen knapp scheitern – an den Jurys, denn hier erwarte ich den umgekehrten Split mit 12ern bei den Anrufern und Nil Points bei den Juroren. Ich hoffe zwar, dass ich mich irre – vorerst tippe ich hier aber mal auf das Jurygate 2014.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 6 Punkte. Finalchancen: 50% (keine Qualifikation).

6. Österreich | Conchita Wurst | Rise like a Phoenix

Perfekter als direkt nach dem polnischen Bollerhetensong hätte man Conchita gar nicht platzieren können. Und auch bei ‚Rise like a Penis‘ erwarte ich starke Abstimmungsdifferenzen, allerdings weniger zwischen Jury und Zuschauern, sondern eher zwischen Ost und West. In den gesellschaftlich rückständigeren, konservativeren Ländern sieht man sicherlich nur eine Frau mit Bart und hört gar nicht auf den Song, eine starke Bond-Ballade. Um so stärker dürfte hoffentlich die Unterstützung aus den fortschrittlicheren Staaten ausfallen. Übrigens sind auch wir in diesem Semi abstimmungsberechtigt! Setzt also ein Zeichen!

Aufrechtgehn.de-Wertung: 10 Punkte. Finalchancen: 70%.

7. Litauen | Vilija Matačiūnaitė | Attention

Tja, all die ‚Attention‘, um welche Vilija hier schreiend buhlt, dürfte wohl der österreichische Gender-Bender-Act vor ihr abgegraben haben. Dumm gelaufen. Aber auch ohne Conchita stünden die Chancen für das irgendwie moderne, aber auch irgendwie seelenlose Stück schlecht.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 3 Punkte. Finalchancen: 45% (keine Qualifikation).

8. Finnland | Softengine | Something better

Die Sanna Nielsens des zweiten Semis. Bitte? Schräger Vergleich? Stimmt schon, aber auch bei den finnischen Bübchenrockern (oder Rockerbübchen) handelt es sich um einen vor allem bei Fans erstaunlich beliebten Beitrag (Rang 7 in der Frankfurter Wertung), der mich komplett kalt lässt und für mich nichts weiter als drei Minuten weißes Rauschen darstellt. Einziger Unterschied zu Sanna: auf Softengine verständigen sich eher die Heteros. Leider sind die aber in der Überzahl…

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punkte. Finalchancen: 80%.

9. Irland | Can-linn + Kasey Smith | Heartbeat

Ein nicht weiter störendes, ziemlich einfallsloses, mittelmäßig dahingeträllertes Popliedchen, mit Fiedeln und Riverdance pseudo-ethno-haft aufgemotzt. Das sollte durchfallen, wird es aber nicht: das neue Wertungssystem belohnt ja gerade Mittelmaß, und Kasey wird davon wie keine Zweite profitieren. Wofür ich die Nummer jetzt schon hasse.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 1 Punkt. Finalchancen: 65%.

10. Weißrussland | Teo | Cheesecake

Für unseren belarussischen Robin Thicke könnte es eng werden. Ich mag die Nummer zwar, trotz oder gerade wegen ihres merkwürdigen Pidgin-Englisch („I don’t wanna be your trippy Hamster Date“) und Teos ironisch-spielerischem Machismo. Sein Finaleinzug wird sich wohl daran festmachen, ob die Jurys ihn oder die Polen stärker hassen.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 8 Punkte. Finalchancen: 55%.

11. Mazedonien | Tijana Dapčević | To the Sky

Immerhin erinnert die gute Tijana im Videoclip nicht mehr ganz so stark an eine Transe wie noch bei der Vollplayback-Songpräsentation im mazedonischen Fernsehen. Und auch an zielgruppengerecht halbnackte männliche Models dachte sie freundlicherweise. Wird aber nichts nützen: so glatt und langweilig wie diese Models ist auch ihr Song, den man bereits vergisst, während sie noch singt.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punkte. Finalchancen: 35% (keine Qualifikation).

12. Schweiz | Sebalter | Hunter of Stars

Auch wenn das pseudorebellische Video mit Sebalter als verschmitzt aufmüpfigem Hotelpagen ähnlich harmlos und damit unlustig daherkommt wie eine Verstehen Sie Spaß?-Folge mit Kurt Felix: der Song verfügt durchaus über Charme und das Pfeifen sorgt für den Wiedererkennungswert. In der Studiofassung also ein sicherer Qualifikant – wenn Seb es nicht wieder live versemmelt.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 2 Punkte. Finalchancen: 60%.

13. Griechenland | Freaky Fortune + RiskyKidd | Rise up

Die als Hinhörer hineingeschnittenen Balkantrompeten find ich endgeil, die drei Jungs ziemlich geil (wenn ich sie auch sofort für jeden von den Koza Mostras [GR 2013] stehen ließe). Der restliche Song bollert ganz mitreißend vor sich hin, auch wenn er über gewisse Längen verfügt. An Griechenlands Dauerqualifikationssträhne wird sich also auch 2014 nichts ändern – und das zu Recht!

Aufrechtgehn.de-Wertung: 4 Punkte: Finalchancen: 85%.

14. Slowenien | Tinkara Kovač | Round and round

Eine Flöte zum Auftakt. Das hatten wir doch schon mal, oder? Sorry, Tinkerbelle, aber ein Emmelie-de-Forrest-Resultat wirst Du nicht erzielen. Eher im Gegenteil. Wie schon im Titel beschrieben, dreht sich der Song nur im Kreis und kommt nirgends an. Dürfte sich  allenfalls mit Tijana um den letzten Platz in diesem Semi duellieren.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punkte. Finalchancen: 30%.

15. Rumänien | Paula Seling + Ovidiu Cernăuţeanu | Miracle

Gott, was für billige Trickdiebe! Das heute präsentierte offizielle Video kopierten die Rumänen eins zu eins bei Ruth Lorenzo (ES), den Song schrieben sie von sich selbst ab. ‚Miracle‘ ist mein persönlicher Hasstitel 2014 – und gleichzeitig mein Angstsieger, denn in einem so offenen Jahr wie diesem könnte natürlich, wie schon 2001, genau so ein uninspirierter Quark gewinnen. Zumal Paula extra für die Jurys noch den dreißigsekündigen modulierten Schrei einbaute – gewissermaßen ein gesungener doppelter Rittberger als stimmliche Leistungsschau. Und um so intensiver ich hoffe, dieser Kelch möge an uns vorübergehen, um so stärker überfällt mich eine dunkle, gruselige Vorahnung…

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punkte. Finalchancen: 95%.

ESC 2. Semifinale 2014

Eurovision Song Contest 2014 - Zweites Semifinale. Donnerstag, 8. Mai 2014, aus den B&W-Hallerne in Kopenhagen, Dänemark. 15 Teilnehmer, Moderation: Lise Rønne, Nikolaj Koppel und Pilou Asbæk.
#LKInterpretTitelPkt
gs
Pl
gs
Rkg
TV
Pl
TV
01MTFirelightComing home0630901614
02ILMei FeingoldSame Heart0191402113
03NOCarl Espen ThorbjørnsenSilent Storm0770604608
04GEThe Shin + Mariko EbralidzeThree Minutes to Earth0151501515
05PLDonatan & CleoMy Słowianie0700811302
06ATConchita WurstRise like a Phoenix1690114901
07LTVilija MatačiūnaitėAttention0361103711
08FISoftengineSomething better0970305207
09IECan-linn + Casey SmithHeartbeat0351204010
10BYTeoCheesecake0870507206
11MKTijana DapčevićTo the Sky0331302612
12CHSebalterHunter of Stars0920409704
13GRFreaky Fortune + RiskyKiddRise up0740708805
14SITinkara KovačRound and round0521004409
15ROPaula Seling + Ovidiu CernăuţeanuMiracle1250211203

Zusammenfassung: ausgehend von den Vorschauvideos dürften sich also folgende Länder in absteigender Reihenfolge für das Finale qualifizieren:

  1. Norwegen
  2. Rumänien
  3. Malta
  4. Griechenland
  5. Finnland
  6. Israel
  7. Österreich
  8. Irland
  9. Schweiz
  10. Weißrussland

Die vorzeitige Heimreise antreten müssten somit Georgien, Polen, Litauen, Mazedonien und Slowenien. Oder? Eine neue Vorhersage folgt nach Abschluss der zweiten Proben.

Welche Titel des zweiten Semis 2014 qualifizieren sich für das Finale? (max. 10 Stimmen)

  • Norwegen: Carl Espen Thorbjørnsen - Silent Storm (10%, 169 Votes)
  • Griechenland: Freaky Fortune + RiskyKidd - Rise up (10%, 165 Votes)
  • Österreich: Conchita Wurst - Rise like a Phoenix (10%, 165 Votes)
  • Israel: Mei Feingold - Same Heart (10%, 163 Votes)
  • Rumänien: Paula Seling + Ovi - Miracle (9%, 154 Votes)
  • Malta: Firelight - Coming Home (8%, 140 Votes)
  • Polen: Donatan & Cleo: My Słowianie (8%, 131 Votes)
  • Finnland: Softengine - Something better (7%, 126 Votes)
  • Irland: Can-linn + Casey Smith - Heartbeat (7%, 119 Votes)
  • Schweiz: Sebalter - Hunter of Stars (6%, 108 Votes)
  • Weißrussland: Teo - Cheesecake (5%, 82 Votes)
  • Slowenien: Tinkara Kovač - Round and round (5%, 77 Votes)
  • Mazedonien: Tijana Dapčević - To the Sky (2%, 42 Votes)
  • Litauen: Vilija Matačiūnaitė - Attention (2%, 37 Votes)
  • Georgien: The Shin + Mariko Ebralidze - Three Minutes to Earth (2%, 27 Votes)

Total Voters: 180

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11 Gedanken zu “Vorhersage zweites Semi 2014

  1. Werter Blogger, auch hier haben Sie wieder einige meiner Gedanken sehr pointiert zu Bildschirm gebracht. „Its America ft. Kunstschrei“ ist auch mein ungeliebtester Beitrag heuer und reiht sich das Wasser-Video nahtlos ein. Bitte nicht Rumänien gewinnen. Ich glaube allerdings, dass Polen statt Weißrussland ins Finale einzieht. Ganz genau weiß ich es auch nicht, und ich würde es mir auch anders herum wünschen. Grundsätzlich hätte ich jetzt vorher immer gedacht, dass beim Semi 2 alles möglich ist – aber wenn ich das jetzt so sehe, ist doch eigentlich alles ganz klar 😉 oder nicht?

  2. Eine treffliche Analyse. Unerträglich: Das Glubsch-Auge und die Domina aus RO. Schweiz dürfte auch problematisch werden. Irland: Seichtware wie gehabt. Unsere gute Conchita: Ich drücke alle vergübaren Daumen, sehe abe auch hier die Kulturkluft zwischen Ost und West.

  3. Wer dem weißrussischen Beitrag „Cheesecake“ 8 Punkte gibt und dem finnischen Beitrag „Something Better“ 0 Punkte, der hat offensichtlich von Musik wenig Ahnung. Allein schon der Songtext zeigt es. Welcher Songtext hat wohl mehr Qualität? Ein Songtext in dem eine Frau einen Mann mit Käsekuchen („Cheesecake“) vergleicht und der Mann daraufhin vor der Frau flüchtet oder ein Songtext indem es um einen Mann geht, der nach dem Tod seiner Frau auf sein Leben zurückblickt und feststellt, dass sein Leben etwas besseres („Something Better“) war als er, während seine Frau noch lebte, immer gedacht hat? Auch emotional berührt der finnische Beitrag sehr, während man beim weißrussischen Beitrag Emotionen vergeblich sucht. Wenn man dann noch weiß, dass es sich bei Musik um eine Vermittlungsform von Emotionen handelt, dann weiß man welcher Beitrag zurecht im Finale landen wird und welcher Beitrag nicht. Und für mich ist Finnland im Finale dann auch einer der Favoriten auf den Sieg. Und das sage ich als schwuler Mann.

  4. Und weiter gehts.

    MT: Natürlich. Das musste ja passieren. „Little Lion Man“ war 2009, und der ESC hängt wie immer fünf Jahre hinter dem Trend. Mir gibt das jedenfalls nicht viel.

    IL: Nett, aber nicht viel mehr. Was in diesem Semi reichen dürfte.

    NO: Ich habe hier ein ähnliches Problem wie bei Armenien: zu wenig Drive und Pfeffer. Norwegen ist beim Heim-ESC 2010 mit einer ziemlich ähnlich konstruierten (wenn auch schlechteren) Nummer massiv auf die Nase geflogen.

    GE: Danke an Georgien für den diesjährigen WTF-Beitrag. Wobei ich mir den Vergleich mit Italien 2011 doch verbitten will – wo bitte war „Madness of Love“ dermaßen zersplittert und disharmonisch? Keine verdammte Chance aufs Finale, aber ähnlich wie bei „Euro Neuro“ 2012 bin ich dankbar, dass es existiert.

    PL: Ich gehöre zur heterosexuellen Zielgruppe des Videos, und ehrlich gesagt ist mir das alles zu sehr „in your face“. Ich hoffe, die fahren das für die Bühnenshow runter (viel weiter rauf ginge allerdings auch kaum).

    AT: Toller Song. Bleibt abzuwarten, wie gut die Performance ausfällt, was bei diesem Stück der entscheidende Teil sein wird.

    LT: Nein. Ganz, ganz furchtbar. Meine Nummer 37 dieses Jahrgangs.

    FI: Der Hausherr hat es schon gesagt – drei Minuten, die einfach durchrauschen. Ich habe den Song bestimmt schon zehnmal gehört, und bei mir bleibt da gar nichts hängen.

    IE: Leute, ihr seid mit Ryan Dolan letztes Jahr gnadenlos auf die Fresse geflogen, und eure Antwort ist „mehr davon!“? Ist Irland inzwischen so weit, dass das Erreichen des Finales als Erfolg gilt? Und selbst nach diesem Maßstab könnte das kritisch werden.

    BY: Buhahaha. Seit Kolig Kaj hat kein so verzweifelt auf cool machender Mensch mehr auf einer Eurovisionsbühne gestanden. Du bist nicht Justin Timberlake, Amigo, nicht mal Robin Thicke.

    MK: Pfff. Dutzendware. Mazedonien beweist erneut, dass 2012 ein Zufallstreffer war.

    CH: Meine Nummer 1 dieses Jahrgangs, ähnliche Schublade wie Lettland (ignoriert von den Fans, kommt an bei den Nur-Finale-Schauern). Versau es bloß nicht live!

    GR: Sicherer Finalist, aber das Intro stellt Wechsel aus, die der Rest des Songs nicht einlösen kann (was dieses Jahr ein regelrechter Trend zu sein scheint; San Marino hat ein ähnliches Problem).

    SI: Ich mag es. Und als einer von gerade mal drei Songs in diesem Semi, die sich anderer Sprachen als Englisch bedienen, zumindest ein bisschen auffällig.

    RO: Wie man in vier Jahren verfallen kann…ich sehe das Teil im Finale, aber die Befürchtungen des Hausherrn teile ich überhaupt nicht. Während „Playing with Fire“ eingängig war, ist das hier ganz und gar nicht der Fall.

    Wenn ich dürfte, wie ich wollte, wären raus: Georgien, Litauen, Finnland, Irland und Mazedonien.

  5. Man darf aber schon noch andere Songs gut finden als die Leute, die „Qualität“ zu schätzen wissen, ja? Ich bin der lebende Beweis, dass der finnische Beitrag eben NICHT „emotional berührt“, zumindest nicht jeden im gleichen Maße – für mich ist „Something Better“ ein Dreiminutenblock weißes Rauschen, wie auch für den Hausherrn (siehe meinen Kommentar dazu). „Cheesecake“ ist grausam, ja, ein Möchtegern-Justin Timberlake, der noch nicht mal Robin-Thicke-Niveau erreicht, aber ich bringe damit wenigstens was in Verbindung, ich habe mir was gemerkt. Außerdem leidet „Something Better“ unter dem Problem, dass dieses Semi mit einer doch recht ähnlichen Nummer eröffnet, die sich zumindest mir deutlich stärker einprägt.

    Musik ist eine unglaublich subjektive Sache, und hier mit Begriffen wie „Qualität“ oder „wenig Ahnung von Musik“ rumzuwerfen ist der Sache nicht förderlich. Ich begreife ums Verrecken nicht, was die Leute von den Fanclubs an „Undo“ finden, oder weshalb die Televoter „Et s’il fallait le faire“ und „Madness of Love“ links liegen gelassen haben, aber ich spreche ihnen deswegen nicht ihre Kompetenz ab, denn darum geht es doch gar nicht. Im Gegensatz etwa zu Filmen, bei denen es einen Kanon der anerkannt schlechtesten Exemplare gibt, den man sich höchstens als „So bad it’s good“-Futter ansieht, ist das bei Musik nicht der Fall – selbst die Lieder, die bei „schlechteste Songs aller Zeiten“-Wahlen regelmäßig ganz oben landen, hatten und haben Millionen unironischer Fans, und diese Leute allesamt ad hominem mit „ihr habt doch alle keine Ahnung“ anzugehen, ist in meinen Augen extrem schlechter Stil.

  6. Nun denn:

    M: Kein großer Wurf, aber auch nicht wirklich schlecht. Eben recht nichtssagend. Gerade noch 1 P.
    IL: Das ist einer der 5 Songs in diesem jahr, die mir so richtig gut gefallen. 8 P.
    N: Singen kannn er, auch wenn ich den Tonfall etwas zu nölig empfinde. So richtig holt es mich aber nicht ab. 3P.
    GE: Meine Frau nannte das nach dem ersten Anschauen des Videos „genial“. Und ich muss ihr recht geben. Mein persönlich liebstes Musik-Genre ist Progressive Rock, und das hier ist zwar kein Rock, aber mit Abstand der progressivste Beitrag des Jahrgangs. Die Ethno-Elemente sind zwar nicht so ganz mein Fall, aber in seiner Schrägheit und mit den vielen Taktwechseln und Jazzelementen ist das schon genial und nutzt sich auch nicht so rasch ab. Hut ab, Georgien! Von mir gibt es 6P.
    PL: Da stimmt einfach alles. Auch wenn ich wie gesagt eigentlich kein Ethno-Fan bin, diese Mischung ist einfach köstlich und der ganze Beitrag so wunderbar selbstironisch, dass ich gern meine 12 Punkte-Tafel dafür zücke.
    A: Ich mag die Figur Conchita Wurst zwar nicht, und ich stehe auch nicht auf Bond-Melodien, aber gesanglich ist das einfach so gut, dass ich 5 Punkte nicht verweigern kann.
    LT: Kann zwar rsch nervig werden, hat aber immerhin eine gewisse Eigenständigkeit und etwas „Kante“. 4P.
    FIN: zum einen Ohr rein, zum anderen raus. War da was? 0P.
    IRL: natürlich ist das in gewisser Weise Dutzendware und auch recht stereotyp. Aber was soll’s. Gefällt mir allemal besser als sowas wie Jedward, und der Gesang ist auch ok. Von mir 7P, mir gefällt’s nämlich.
    BY: Käse(kuchen). 0P.
    MK: Das war ja wohl nix. 0P. (und 2012 war natürlich kein Zufallstreffer, sondern Kaliopi war eben eine echte, gute Sängerin).
    CH: Nett, aber belanglos. 0P
    GR: Diese Art von Musik finde ich einfach nervig. Und in diesem konjkreten fall noch nicht einmal besonders gut gemacht. In diesem Jahr habe ich zwar eigentlich keine dezidierten Hasstitel (die mich zum Kotzen bringen, wie etwa bei Dima Bilan oder Eric Saade), aber dieser Beitrag (wie auch Teo) ist nahe daran. 0P
    SLO: eine wahre Perle. Allein dafür, dass ich „Tinkerbell Schmidt“ kennengelernt habe und jetzt jede Menge CDs von ihr kaufen werde, hat sich die Eurovision wieder gelohnt. 10 P.
    RO: Die beiden funktionieren als Duo gut. Vor allem Paula mag ich als Sängerin sehr. Nur der Song ist weit schlechter als Playing with fire. Vor allem dieser grausam instrumentierte Refain (mit den pumpenden Beats, die alles zerstören). Ich hätte mir gewünscht, dass sie das so vortragen wie die Akustikversion, die sich im Netz findet, dann hätte ich es geliebt. So gebe ich gerade mal 2P.

    Und in Wirklichkeit?
    Sicher dabei sehe ich nur IL, N, A, GR und auch PL, wahrscheinlich auch CH und RO. aber dann wird es schwierig.
    Es werden wohl 3 aus 5 (M. FIN, IRL, BY und SLO) sein, aber welche?
    Ich rate mal einfach: BY, IRL und SLO (bei letzterem ist wohl der Wunsch Vater des Gedankens).
    Wie man sieht, gehe ich hier schon weniger konform mit dem Hausherrn als im ersten Semi (PL, SLO statt M, FIN).

  7. Ich kann mich in vielem auch nur dem Hausherren anschließen… und das leider einschließlich seiner Vorbemerkung zu unseren drei Mädels von Elaiza. Beim Frankfurter Preview fand ich das richtig greifbar, wie wenig von Is it right im Vergleich zu den anderen Songs hängenblieb. Könnte aber auch daran gelegen haben, das die Big5 und Dänemark nach den VE-Marathon kamen und da schon ein bisserl die Luft raus war… Aber die Befürchtung auf maximal was um die 20 würde ich teilen. Im Einzelnen komme ich zu folgendem Urteil:

    Malta: Fand ich vorweg nicht wirklich prickelnd, hat mich aber am Freitag dann melodiös ziemlich gepackt. Eingäng und nett präsentiert könnte das in der Tat ein Dark Horse sein und ich würde den netten Maltesern definiv den Finaleinzug gönnen. 4 Punkte von mir

    Israel: Ist in Konserve ziemlich der Hammer und einer meiner Lieblingssongs dieses Jahr. Ob die gute Mei das allerdings live hinbekommt und wie das dann aussehen mag, ist auch für mich eine der spannenden Fragen. Insgesamt kommt das aber sehr gut und Finale sollte sicher sein. 8 Punkte

    Norwegen: Hach!!!…. und nochmal Hach!!! Da krieg ich am ganzen Körper Gänsehaut, wenn der Carl loslegt. Wunderschöner Song und gerade das Spannungsfeld zwischen der Erscheinung und der Stimme macht es für mich noch spezieller! 10 Punkte

    Georgien: Meine erste Reaktion war ja „WTF ist das denn…“ und viel weiter bin ich ja nach wie vor nicht damit gekommen. Immer wenn man denkt, man hat das Teil melodiös irgendwie eingefangen, kommt wieder ein Schlenker und ich bin draußen. Genauso wie der Titel aus dem Finale übrigens. Leider ZERO Points

    Polen: Ich find es ja eigentlich ganz witzig… auch wenn ich das Video nicht brauche. In Polnisch wär es irgendwie besser gewesen, die alte Diskussion also. Fürs Finale würd ich Polen ganz knapp draußen sehen. Keine Punkte von mir Schwesternschülerin

    Österreich: Der Song ist der Hammer, die Stimme der Oberhammer. Ich liebe den Song und die Message von Cochita erst recht. Damit schließe ich mich dem Aufruf von Oliver an, das ganz Westeuropa und wer sich sonst noch als weltoffen ansieht anrufen möge bis zum Abwinken. Ich mach das auf jeden Fall und für mich ganz klar DER 12 Punktekandidat schlechthin. Wenns nach mir geht: Wien 2015. Finale ist doch wohl hoffentlich keine Frage!!!

    Littauen: Attention? Ähem – eher nicht. Find das Mädel ja echt sympatisch und der Song ginge vielleicht ja auch noch. Aber dieses Englisch… und das Rumgebrülle. Mach das bitte weg. Null Punkte von mir und Finale doch wohl auch eher nicht.

    Finnland: Ich durfte lernen, das Softengine wohl eher so ne Heten-Nummer sind und da ich in diese Kategorie falle, gefällt mir das auch ausnehmend gut. Fand ich rein akustisch schon und hat mir beim Preview noch viel viel besser gefallen und ist in meiner Gunst daher noch gestiegen. Den Text hab ich jetzt ehrlich gesagt nicht so reflektiert – muss man das? Für mich gewünscht auf jeden Fall finalwürdig. Könnte aber wohl knapp werden. 5 Punkte ist es mir wert.

    Irland: Eigentlich mag ich ja so leicht angeirischte Nummern gerne. Das Ding find ich aber echt nur kalt. Die Sängerin wirkt auf mich total unsympatisch und auch ansonsten kann ich nix spezielles an dem Teil finden. Das stört nicht, tut nicht weh – braucht aber auch keiner. Schon möglich, das es ins Finale kommt. Wird dann wohl aber eher so die Ryan Dolan Nummer – auch wenn ich den Titel noch besser fand als den diesjährigen Beitrag. Für mich nur knapp drinne mangels Alternativen und einen Punkt.

    Weißrussland: Endlich mal ne Nummer aus Belarus, die mir gefällt. Jawoll. Das ist billig und keine große Kunst – aber ich mag es, weil es witzig ist und ins Ohr geht. Ich hoffe mal, das die Plunze aus dem Video nicht für die Liveperformance herhalten muss, das gäb ganz klar Abzug. Ansonsten mag ich aber Käsekuchen, essen und hören! 2 Punkte und ich hätt es gerne im Finale!

    Mazedonien: Da soll sich mal einer über Conchita aufregen. Bart hin oder her, die Tijana wirkt tausenmal maskuliner als Frau Wurst. Und der Titel ist ja mal sowas von austauschbar und überflüssig. Wie kommt man nur drauf, bei einer internen Auswahl sowas belangloses zu schicken. Gab’s echt nix besseres? Naja, es muss ja auch Hängenbleiber im zweiten Semi geben. Kein Finale, keine Punkte von mir.

    Schweiz: Ach ist das putzig. Und im Ohr bleibt es auch dank gepfiffener Hook. Ich mag das und drücke dem Sebalter alle Daumen, das es fürs FInale reicht und sein Lausbubencharme auch die Mazedonische Hausfrau berührt. Von mir gibt es 7 Punkte und Finale ja bitte.

    Griechenland: Schön moderner Beitrag von den Hellenen und ich mag das mit den Trompeten. Klar wirds auf Dauer was langweilig, aber es ist im diesjährigen Depri- und Balladenmeer ein Hinhörer. Quali fürs Finale allemal und von mir gibts dafür noch 6 Punkte drauf.

    Slowenien: Der Flötenschlumpf, hmmm. Schwieriges Ding, weil der Song nicht schlecht ist und nicht nervt. Aber so richtig schmissig und erinnerungswürdig isser auch nicht. Entweder das ist knapp drin oder die Iren.. Hmmm, bei mir ist das jetzt knapp draußen und kriegt keine Punkte. Kann aber auch anders laufen…

    Rumänien: Letzter Startplatz im Semi und dann so ne Nummer. Müsste eigentlich ne sichere Bank sein. Ich find den Song jetzt nicht so bemüht wie letztes Jahr den Waterfall aus Georgien und hör mir das eigentlich ganz gerne an. Gibt von mir 3 Punkte und fürs Finale ein klares YES.

    Und in Sachen Qualitätsdebatte würde ich mich Ospero voll anschließen. Wie weit kämen wir ESC-Maniacs denn, wenn wir auf einmal nurnoch auf Qualität stehen würden… *breitgrins*

  8. Die Finalisten werden wohl sein…

    Malta
    Israel
    Norwegen
    Polen
    Österreich
    Finnland
    Weißrussland
    Griechenland
    Slowenien
    Rumänien

    Wobei mein Lieblingslied tatsächlich das georgische ist! Aber das wird sicher genauso für die Zuschauer verstörend sein, wie bei mir, als ich zum ersten Mal „Three Minutes To Earth“ hörte. Allerdings hoffe ich sehr auf ein Wunder.

    Österreich hat fantastische Filmmusik mit einem noch fantastischeren Text am Start und Russland, die Ukraine, Armenien, Aserbaidschan, usw. am Donnerstag in einer Woche vom Hals. Auch wenn Weißrussland keine Punkte geben wird. Ich denke, das klappt mit dem Finale.

  9. Wo wir hinkämen? Wohl wieder ins Jahr 1995. Damals war alles beim ESC – hust – „Qualität“ – bzw. das, was selbsternannte Gralshüter des guten Geschmacks, die auch noch heute unter den ESC-Fans vertreten sind, als „Qualität“ auffassten. Das standen sie nun allein, mit ihrer „Qualität“, die zu diesem Zeitpunkt in der echten Musikwelt halt kein Schwein mehr interessierte.
    Und sie waren glücklich.

  10. So, ma kucken, wer hier weiterkommt. Rausfliegen werden wohl:

    Georgien (der bei weitem abgefahrenste Song des Jahrgangs. Inzwischen find ich es bei jedem Hören besser, aber der Erstzuschauer wird sich in völliger Verwirrung die Augen reiben. Tja, Leuts, das macht die Feinstaubbelastung hier in Stuttgart. Da kommen dann solche Songs bei raus ;- )

    Litauen (Musik wird störend oft empfunden, dieweil sie mit Geräusch verbunden – zum Glück ist das hier keine Musik. Mach das weg!)

    Irland (muss gestern in der Probe absolut verheerend gewesen sein, und obwohl der Song an sich nicht verkehrt ist, ist alles andere verkehrt. Bleibt bloß weg vom Finale)

    Mazedonien (siehe Litauen, wenn auch wenig besser)

    Slowenien (der wohl größte Wackelkandidat in diesem Semi. Könne es als 10. entgegen dieser Prognose dennoch schaffen, wird aber sehr schwierig. Sie müssen wirklich dieses Mal alles richtig machen, und dafür sind die Slowenen ja nicht gerade bekannt…)

    That leaves:

    Malta (ich mach mir nix draus, aber es wird wohl am Samstag nochmal singen und daselbst dann im Mittelfeld versacken)

    Israel (klare Sache!)

    Norwegen (ICH! LIEBEN! Mein zweitliebstes nach Monte dieses Jahr, muss dieses Semi unbedingst gewinnen, und ich seh im Moment auch nicht allzuviel Konkurrenz diesbezüglich)

    Polen (mein Mitblogger Sixtus hat vor lauter Dekollete-Gucken immer noch nix vom Song mitbekommen. Und so wird es den gesamten Heteromännern Europas gehen)

    Österreich (nach Aussage der Wurst hat sie viele Fans im Osten. Und weil sie wirklich brilliant ist, sie ihr eine geniale Inszenierung verpasst haben und das Lied auch was taugt, wird sie am Samstag in der Top Ten landen!)

    Finnland (nix Dolles, aber wird reichen. Ach Finnland, wo ist Deine Radaufraktion hin? Und warum frag ich das seit 2009 jedes Jahr immer wieder? )

    Weißrussland (keine Ahnung, warum das kaum jemand auf der Rechnung hat. Wird die diesjährige Antwort auf Litauen 2013 / Malta 2012 / Litauen 2011 werden.)

    Schweiz (das kommt frisch und pfiffig und muss wohl gestern in der Probe auch ziemlich gut gewesen sein)

    Griechenland (ist wohl unvermeidlich – warum nur, warum?)

    Rumänien (der Song ist nix, aber man muss mal neidlos anerkennen, dass die beiden schon verdammt gut sind – ein Sieganwärter, wie von vielen im Vorfeld vermutet, ist das aber nicht)

  11. Wo die finnische Radaufraktion hin ist? Vielleicht sind sie nach dem Ergebnis von Teräsbetoni 2008 kollektiv aufgewacht und haben sich klar gemacht, dass „richtiger“ Metal beim ESC nichts reißt.

Oder was denkst Du?