Bestä­tigt: Türk­vi­zyon 2014 mit deut­scher Betei­li­gung

Wie euro­fire ges­tern unter Bezug­nah­me auf die offi­zi­el­le Web­site der Türk­vi­zyon 2014 ver­mel­de­te, fei­ert Deutsch­land bei der zwei­ten Aus­ga­be des osma­ni­schen Gegen­ent­wurfs zum Euro­vi­si­on Song Con­test am 19. und 21. Novem­ber in der tata­ri­schen Haupt­stadt Kasan Pre­miè­re. Der Köl­ner Spar­ten­sen­der Dügün TV, ansons­ten schwer­punkt­mä­ßig auf das Fil­men und Sen­den tür­ki­scher Hoch­zei­ten spe­zia­li­siert, zeich­net für den deut­schen Bei­trag zur Türk­vi­zyon ver­ant­wort­lich und bestä­tig­te gegen­über aufrechtgehn.de: “Das ers­te Mal wird die tür­ki­sche Bevöl­ke­rung in Deutsch­land” – je nach Zähl­wei­se immer­hin 1,5 bis 3 Mil­lio­nen Men­schen – “an die­sem Wett­be­werb teil­neh­men. Die Vor­auswahl wur­de schon orga­ni­siert”. Bis­lang sind 20 Regio­nen oder Län­der mit osma­ni­schen Bevöl­ke­rungs­an­tei­len für den Wett­be­werb gemel­det, dar­un­ter inter­es­san­ter­wei­se, wie bereits im Vor­jahr, sowohl die Ukrai­ne als auch die Krim. Wei­te­re Ein­zel­hei­ten zum deut­schen Bei­trag sind noch nicht bekannt. Die Pre­miè­re im Dezem­ber 2013 gewann Aser­bai­dschan, den­noch fin­det die zwei­te Aus­ga­be in der auto­no­men rus­si­schen Repu­blik Tatar­stan statt, da die Aus­tra­gung der Show an den jähr­lich wech­seln­den Titel der Kul­tur­haupt­stadt der osma­ni­schen Völ­ker gebun­den ist.

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7 Gedanken zu “Bestä­tigt: Türk­vi­zyon 2014 mit deut­scher Betei­li­gung

  1. Ich fin­de es cool, dass DE auch mal durch eine sei­ner Min­der­hei­ten reprä­sen­tiert wird. Tol­ler Kon­trast zum eng­li­schen Popshit und deut­schem Schla­ger­mist beim ESC!

    Fer­ner möch­te ich bemän­geln, dass der Begriff “osma­nisch” unpas­send ist, da es zum einen das Osma­ni­sche Reich nicht mehr gibt und zum ande­ren Län­der und Regio­nen teil­neh­men, die nie Teil die­ses Rei­ches waren (Tuwa, Sacha Rep., Deutsch­land, etc.). Bes­ser wäre die Bezeich­nung “tur­kisch” (ja, mit u).

  2. Dan­ke für den Hin­weis. Ich weiß, das “osma­nisch” kul­tu­rell / his­to­risch / geo­gra­fisch ein wenig unsau­ber sein mag. Aber ich benut­ze den Begriff aus Grün­den der sprach­li­chen Abwechs­lung, damit nicht in einem Absatz acht mal der Wort­stamm “Türk-” auf­taucht. Aus dem sel­ben Grund neh­me ich auch manch­mal “Hol­land” anstatt den Nie­der­lan­den oder “Groß­bri­tan­ni­en” anstatt Ver­ei­nig­tes König­reich. Auch die­se Begrif­fe sind nicht ganz kor­rekt, ich will damit ein­fach zu vie­le Wie­der­ho­lun­gen ver­mei­den, weil die mir sprach­lich weh tun. Und zwar mehr als die poli­tisch inkor­rek­te Ter­mi­no­lo­gie. Da nutzt mir dann “turk-” nichts, weil sich das von “Türk-” nur mar­gi­nal unter­schei­det. Ist kei­nes­falls böse gegen­über den Turk­völ­kern gemeint, und ich kann nur um Ver­ständ­nis bit­ten.

  3. War auch nicht böse gemeint, woll­te es nur im Kom­men­tar anmer­ken weil ich weiß, dass vie­le (gera­de) Deut­sche -teils aus Unwis­sen­heit- dazu nei­gen, alles in einen Topf zu schmei­ßen, z.B. den Unter­schied zwi­schen Rus­sen und Russ­län­dern nicht ken­nen. 🙂

  4. Ich hab mich ja schon im letz­ten Jahr gefragt, war­um Ber­lin-Neu­kölln und Köln-Ehren­feld nicht mit­ma­chen. Und jetzt ganz Deutsch­land…

    Ein auf das Fil­men und Sen­den tür­ki­scher Hoch­zei­ten spe­zia­li­sier­ter TV-Sen­der macht das also? Soso… dann wird der deut­sche Bei­trag wohl sämt­li­che Kli­schees über tra­di­tio­nel­le tür­ki­sche Musik erfül­len.
    Eigent­lich bin ich nicht wirk­lich ein Fan von die­ser TRT-Motz-Ver­an­stal­tung und habe sie 2013 abge­lehnt, aber jetzt, wo irgend­je­mand für Deutsch­land antritt, bin ich dann doch neu­gie­rig 🙂

    Und was ist an “osma­nisch” unsau­ber? Die Türk­vi­zyon ist doch aus osma­ni­scher Nost­al­gie her­aus ent­stan­den. Das Stimm­ver­hal­ten der ESC-Jurys ist nicht der ein­zi­ge Grund dafür.

  5. Weni­ger osma­ni­sche Nost­al­gie, mehr eine Art pan­tur­ki­scher Gedan­ke, so habe ich das zumin­dest ver­stan­den. Denn es stimmt schon, dass da Gebie­te mit­ma­chen (wol­len), die nie osma­nisch waren und wohl auch nicht wer­den woll­ten, wie bei­spiels­wei­se Jaku­ti­en oder Xin­jiang (wobei ich bei letz­te­rem ernst­haft über die Nai­vi­tät der Ver­an­stal­ter erstaunt war. Haben die wirk­lich geglaubt, die krie­gen die chi­ne­si­sche Regie­rung dazu, Leu­te für eine sol­che Ver­an­stal­tung außer Lan­des zu las­sen?).

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