Hari Mata Hari für Bos­ni­en 2015?

Wie Wiwi­bloggs am Frei­tag unter Bezug­nah­me auf eine bos­ni­sche Tages­zei­tung rap­por­tier­te, könn­ten die Ver­tre­ter des nach einer zwei­jäh­ri­gen Pau­se vor­aus­sicht­lich 2015 wie­der zum Euro­vi­si­on Song Con­test zurück­keh­ren­den Lan­des alte Bekann­te sein: näm­lich Hari Mata Hari, die Band um Mas­ter­mind Haj­ru­din Vares­a­no­vic, die dem exju­go­sla­wi­schen Staat 2006 mit der von Žel­j­ko Jok­si­mo­vić (RS 2004, 2012) kom­po­nier­ten, herz­zer­rei­ßend schö­nen Bal­kan­bal­la­de ‘Lej­la’ sei­ne bis­lang bes­te Plat­zie­rung bescher­te. Jok­si­mo­vić wird in dem Arti­kel auch als erneu­ter mög­li­cher Kom­po­nist genannt, neben dem für die ster­bens­schö­nen Lyrics von ‘Lej­la’ ver­ant­wort­li­chen Fah­ru­din Peci­ko­za-Peca und Goran Bre­go­vic, dem Song­schrei­ber von ‘Ovo je Bal­kan’ (RS 2010). All das sind aber bis­lang nichts als Gerüch­te, und gleich­lau­ten­de gab es auch schon mal für den Grand Prix 2012, bei dem uns dann bekannt­lich statt­des­sen Maya Sar zu Tode lang­weil­te. Eine offi­zi­el­le Ver­kün­dung des Sen­ders BHRT ste­he für kom­men­den Frei­tag an.

Seufz: so ein Lied und dazu ein Sträuß­chen Ros­ma­rin! (BA 2006)

Und wo wir gera­de bei Gerüch­ten und mög­li­chen Rück­keh­rern sind: ein schö­nes Bei­spiel für Fan-Hys­te­rie bil­det der brand­ak­tu­el­le Sturm im Was­ser­glas um eine Rück­kehr Luxem­burgs zum Con­test, geschickt ein­ge­fä­delt durch die ehe­ma­li­ge Euro­vi­si­ons­sie­ge­rin Lin­da Mar­tin (IE 1984, 1992), Star­gast der Euro­vi­si­on Gala Night 2014, die am Sams­tag im Groß­her­zog­tum statt­fand. Wie das Luxem­bur­ger Wort minu­ti­ös berich­tet, habe die Sän­ge­rin ihr Set unter­bro­chen, um unter dem Jubel der anwe­sen­den Grand-Prix-Fans die in der ers­ten Rei­he sit­zen­de Kul­tus­mi­nis­te­rin des Lan­des, Mag­gy Nagel, zu fra­gen: “Wäre es nicht Zeit, dass Luxem­burg zur Euro­vi­si­on zurück­kehrt?”. Angeb­lich soll die Frau genickt und “ja” gesagt haben, was natür­lich als nichts Wei­te­res als eine spon­ta­ne, unver­bind­li­che Ges­te des guten Wil­lens zu inter­pre­tie­ren ist. Nicht so für unse­re iri­sche Elfe, die Anfang des Jah­res erst durch einen bei­na­he tät­li­chen Angriff wäh­rend der dor­ti­gen Vor­ent­schei­dung Schlag­zei­len mach­te: “Alle her­hö­ren – sie hat ja gesagt,” infor­mier­te die mög­li­cher­wei­se auf einen neu­en Euro­vi­si­ons­ein­satz hof­fen­de Lin­da das begeis­ter­te Publi­kum. Und schon steht für vie­le Fans fest, dass “das ande­re Frank­reich” 2016 wie­der dabei sein wird. Ich glaub’s ja eher nicht…

Ein Geschenk: Luxem­burgs letz­ter Sieg (1983)

Für eine Reprä­sen­tanz von Lin­da Mar­tins Her­kunfts­land, das selbst­er­nann­te “Home of Euro­vi­si­on”, hat neben den bereits gerüch­te­wei­se ver­mel­de­ten Jed­ward (IE 2011, 2012) nun auch Ryan Dolan, der Letzt­plat­zier­te von 2013, sein erneu­tes Inter­es­se bekun­det. Er bräuch­te, wie er auf Face­book ver­mel­de­te, nur noch einen guten Song: wer einen habe, kön­ne ihn an sei­nen Mana­ger mai­len. Und wo wir gera­de bei ehe­ma­li­gen Euro­vi­si­ons­teil­neh­mern sind: in die Fuß­stap­fen Rus­la­nas (UA 2004) und Ver­ka Ser­dutsch­kas (UA 2007) möch­te nun auch Zla­ta Ogne­vich (UA 2014) tre­ten. Die zar­te Sän­ge­rin kan­di­diert bei den heu­ti­gen Wah­len in dem kriegs­ge­schüt­tel­ten Land um einen Par­la­ments­platz, wie Wiwi­bloggs berich­tet – auf der Lis­te der als rechts­na­tio­nal ein­ge­ord­ne­ten Radi­ka­len Par­tei. Hät­te man der in euro­vi­sio­nä­ren Zusam­men­hän­gen eher lieb­lich-ver­schro­ben auf­ge­tre­te­nen Zla­ta nicht unbe­dingt zuge­traut! Nach ers­ten, von der Zeit zitier­ten Exit Polls kom­me die popu­lis­ti­sche Radi­ka­le Par­tei auf vor­aus­sicht­lich 6% und wird ver­mut­lich nicht an der Regie­rung betei­ligt sein.

Bei der piept’s wohl: Zla­ta (Vor­ent­schei­dungs­bei­trag 2011)

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