Türk­vi­zyon 2014: das dop­pel­te Tatar­stan

Herr­lich: erneut gibt es Bizar­res aus der Welt der Türk­vi­zyon zu berich­ten. Wie Euro­voix unter Bezug­nah­me auf die offi­zi­el­le Wett­be­werbs­sei­te mel­det, soll bei der dies­jäh­ri­gen zwei­ten Aus­ga­be des Gegen-Grand-Prixs der tür­ki­schen Welt neben Deutsch­land auch Russ­land Pre­miè­re fei­ern. Oder, genau­er gesagt, die Rus­si­sche För­de­ra­ti­on, von deren zahl­rei­chen mehr oder min­der auto­no­men Repu­bli­ken die­je­ni­gen mit Turk­volk-Antei­len alle bereits ein­zeln antre­ten, so wie bei­spiels­wei­se Tuwa, Jaku­ti­en oder die gast­ge­ben­de Ural­ge­birgs­re­pu­blik Tatar­stan, Wiki­pe­dia zufol­ge der eigen­stän­digs­te rus­si­sche Lan­des­teil, in des­sen Haupt­stadt Kasan der Wett­be­werb am 19. und 21. Novem­ber 2014 über die Büh­ne geht. Und wäh­rend das Gast­ge­ber­land durch einen in Mos­kau leben­den und arbei­ten­den Sän­ger ver­tre­ten wird, reprä­sen­tie­ren die Zweit­plat­zier­ten des tata­ri­schen Vor­ent­scheids nun absur­der­wei­se die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on. Name der Band: Kazan World.

Zwei zum Preis von einem: Kazan World ver­tritt Russ­land

Wie Almi­ra Mir­ga­ya­zo­va, die Lead­sän­ge­rin von Kazan World, der Inter­net­sei­te turesc zufolg­te sag­te, habe sich die Band ursprüng­lich mit einem ande­ren Song zur tata­ri­schen Vor­ent­schei­dung ange­mel­det, die­sen dann aber als nicht wett­be­werbs­ge­eig­net ver­wor­fen und durch den Rock­song ‘Son kөtəm’ ersetzt. Mit dem wol­le man die Türk­vi­zyon nicht unbe­dingt gewin­nen, aber dabei sein, um sich auf pro­fes­sio­nel­ler Ebe­ne mit ande­ren Künst­lern ver­glei­chen zu kön­nen. Über­zeug­ter zeigt sich da schon der Sie­ger der tata­ri­schen Vor­ent­schei­dung, Aydar Suley­ma­nov: “Ich glau­be, ein Sie­ger­song soll­te hell und dyna­misch sein, im Stil des tür­ki­schen Geis­tes. So etwas Ähn­li­ches haben wir geschaf­fen. Das Stück haben wir weni­ger auf die enge tata­ri­sche Zuschau­er­schaft zuge­schnit­ten, son­dern auf die Reprä­sen­tanz der tür­ki­schen Welt in ande­ren Län­dern,” so zitiert die Sei­te den lus­ti­ger­wei­se in Mos­kau arbei­ten­den Sän­ger, der den Song ‘Atla cha­bar’ erst zehn Tage vor dem Vor­ent­scheid schrieb. Euro­voix zufol­ge soll die­ser Bei­trag, wie bereits berich­tet, jedoch noch aus­ge­tauscht wer­den. Macht alles wenig Sinn? Stimmt, und genau des­we­gen mag ich die Türk­vi­zyon so.

Gay­dar und die step­pen­den Rei­ter­hor­den für Tatar­stan

Türk­vi­zyon 2014: die Teil­neh­mer­lis­te

2. Song Con­test des tür­ki­schen Kul­tur­rau­mes. 19. und 21.11.2014 in Kasan, Tatar­stan (Auto­no­me rus­si­sche Repu­blik).
Land / Repu­blikTeil vonInter­pretSongÜber­set­zung
Alba­ni­enALXho­ana Bej­koZjarr dhe AjërFeu­er und Luft
Aser­bai­dschanAZElvin Ordubad­liDivlə­rin yal­qız­lığıEin­sam­keit der Rie­sen
Bal­ka­ri­enRUEldar Zha­ni­ka­evBara­maGeh
Basch­kor­to­stanRUZamanKubairEpos
Bos­ni­enBAMen­sur Sal­kićŠutimIch bin still
Bul­ga­ri­enBGİsmail MatevYol­la­ra, Taşla­raStra­ßen, Stei­ne
Cha­kas­si­enRUDmi­triy Saf’yanov + Saya­na Sobi­ro­vaOshik­baFeh­ler
Deutsch­landDEFah­ret­tin GüneşSev­diğimMei­ne Gelieb­te
Gag­au­si­enMDMari­ya TopalAala­dımIch wein­te
Geor­gi­enGEAysel Məm­mədo­va + Ayla Şiri­y­e­vaTen­ha­yamIch bin allein
IrakIQAhmet Duz­luCal Kal­bi­miMein Herz gestoh­len
IranIRBarışHeydar BabaVater Heydar
Kasach­stanKZZha­nar Dugal­o­vaІzіn kөremIch sehe sei­ne Spur
Kir­gi­si­enKGNon-StopSeze BilRhyth­mus der Jah­res­zei­ten
KrimUADar­i­na Sin­içki­naSuya giderWenn sie gehen
Maze­do­ni­enMKKaan Maz­harYolu­mu BulurumIch fin­de mei­nen Weg
Rumä­ni­enROCen­giz Erhan + Gafar Alev SibelGen­clik basa bir gelirMan ist nur ein­mal jung
Russ­landRUKazan WorldSon kөtəmAuf dich zu war­ten
Sacha (Jaku­ti­en)RUVlad­le­na Iva­no­vaKynTag
Tatar­stanRUAydar Suley­ma­novAtlar Cha­baRen­nen­de Pfer­de
Tür­keiTRFun­da KılıçHop­paLeicht­fer­tig
Turk­me­ni­stanTMZüleyha Kakay­e­vaShik­ga-Shik­ga biler­zikSchütt­le das Arm­band
TuwaRUAyas Kul­larSub­e­deiSub­u­t­ei
Ukrai­neUANata­li DenizSän BenimDu bist mein
Usbe­ki­stanUZAzi­za Niz­amo­vaDun­yo bol­sin OmonWelt sei unser

4 Gedanken zu “Türk­vi­zyon 2014: das dop­pel­te Tatar­stan”

  1. Weil außer­halb der Tür­kei in kei­nem ande­ren Land so vie­le tür­kisch­stäm­mi­ge Men­schen woh­nen als bei uns? Außer­dem orga­ni­siert nicht die ARD den Bei­trag, son­dern der köl­ni­sche “Hoch­zeits­sen­der” Dügün bzw. des­sen Schwes­ter­sen­der Showtürk.

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