Maze­do­ni­en 2015: die Ers­ten wer­den die Letz­ten sein

Mit­te Novem­ber, und bereits jetzt steht der ers­te Song für Öster­reich fest. Und erfüllt sämt­li­che aus­ge­lutsch­ten Euro­vi­si­ons­kli­schees: der durch­aus nett anzu­schau­en­de Dani­el Kaj­ma­koski, sei­nes Zei­chens Sie­ger der Cas­ting­show X Fac­tor Adria, prä­sen­tiert eine drö­ge und höhe­punkts­los vor sich hin plät­schern­de Euro­vi­si­ons­bal­la­de namens ‘Esen­ski lis­ja’ (‘Herbst­laub’) aus der Feder des schwe­di­schen Kom­po­nis­ten und Pro­du­zen­ten Joa­cim Pers­son. Kaj­ma­koski setz­te sich im Tele­vo­ting mit deut­li­chem Vor­sprung gegen Tama­ra Todevs­ka (MK 2008, Schwes­ter der dies­jäh­ri­gen Reprä­sen­tan­tin Tija­na Dapče­vić) durch, die mit ihrer ziem­lich zähen, aber hin­ge­bungs­voll gesun­ge­nen Bal­la­de ‘Brod što tone’ zum Lieb­ling der inter­na­tio­na­len Jurys avan­cier­te, beim Publi­kum aber nur Drit­te wur­de. Die Juro­ren hin­ge­gen setz­ten Dani­el auf Rang zwei, so dass es zu einem kla­ren Gesamt­sieg reich­te. Der dürf­te sich mit der sehr durch­schnitt­li­chen Num­mer in Wien ver­mut­lich nicht wie­der­ho­len. Aller­dings befand sich unter den 20 heu­te Abend gegen­ein­an­der antre­ten­den Songs nicht ein wirk­lich bemer­kens­wer­ter, auch wenn sie ohne Aus­nah­me in Mut­ter­spra­che und zu Orches­ter­be­glei­tung per­formt wur­den. Dani­els musi­ka­li­scher Win­ter­gruß bleibt jedoch vor­aus­sicht­lich nicht in maze­do­nisch: Gerüch­ten zufol­ge ste­he bereits fest, dass der Cas­ting­bu­be in Wien die eng­lisch­spra­chi­ge Ori­gi­nal­fas­sung zu Gehör brin­gen wer­de. Und die dürf­te dann noch­mals deut­lich unin­ter­es­san­ter klin­gen. Höhe­punkt des über drei­stün­di­gen Skop­je­fes­tes war übri­gens der Gast­auf­tritt Kalio­pis (MK 2012) – kann das maze­do­ni­sche Fern­se­hen die nicht ein­fach jedes Jahr schi­cken?

Ich mag die Schu­he: Dani­el Kaj­ma­koski (MK)

Auf einen star­ken Bezug Kaj­ma­koskis zum Ver­an­stal­tungs­ort des Euro­vi­si­on Song Con­tests 2015, Wien, weist ein kun­di­ger Grand-Prix-Fan heu­te im Forum von ESC Nati­on hin: danach lebt der gebür­ti­ge Maze­do­ni­er Dani­el seit sei­nem sieb­ten Lebens­jahr in der öster­rei­chi­schen Metro­po­le. Cas­ting­show­er­fah­rung sam­mel­te er bereits vor zehn Jah­ren mit sei­ner Teil­nah­me am ORF-For­mat Star­ma­nia, aus dem eben­falls sol­che illus­tren Namen wie Eric Papila­ya (AT 2007), Nadi­ne Bei­ler (AT 2011) und Con­chi­ta Wurst (AT 2014) ent­spran­gen (alle drei aus ein und dem­sel­ben Jahr­gang). Soll­te es da einen heim­li­chen öster­rei­chi­schen Plan zur Errin­gung der musi­ka­li­schen Welt­herr­schaft geben?

Lady of the Sea: die Jury- und Saal­fa­vo­ri­tin Tama­ra Todevs­ka

Dani­el Kaj­ma­koski für Maze­do­ni­en. Hat das Chan­cen aufs Fina­le?

  • Viel­leicht war­ten wir wenigs­tens noch ein paar Kon­kur­renz­ti­tel ab? (40%, 21 Votes)
  • Nur, wenn es in maze­do­ni­scher Spra­che bleibt. (23%, 12 Votes)
  • Da schla­fen einem ja die Füße ein – nie­mals! (21%, 11 Votes)
  • Hüb­scher Kerl, net­te Bal­la­de – na, klar! (15%, 8 Votes)

Total Voters: 52

Loading ... Loa­ding …

Oder was denkst Du?