Belarus 2015: Weiß, weiß, Baby

Ich weiß, es ist politisch unkorrekt, aber: was täten wir beim Song Contest nur ohne Weißrussland? Die unterhaltsamste Diktatur Europas verspricht auch dieses Jahr wieder Trash bis zum Abwinken: am Donnerstag und Freitag geht jeweils ab 10 Uhr das Vorsingen für das im Sinne der Bekämpfung der Festtagsobstipation freundlicherweise auf den zweiten Weihnachtsfeiertag terminierte Eurofest über die Bühne. 100 Aspiranten haben sich angekündigt, darunter die von Alexander Rybak (NO 2009) gecastete Mädchenfolkband Milki und die Türkvizyon2013-Teilnehmerin Gunesh. Nur 15 von ihnen überleben das Hauen und Stechen. Andy von esckaz stellt in einer Youtube-Playlist freundlicherweise die bereits bekannten Titel vor, und vier davon sind so trashtastique, dass sie unbedingt ins Finale gehören: nämlich die eher zentralasiatisch angehauchten Songs ‚Everest‘ von Joanna und Andrej Karnenko sowie ‚Zakakhanaja‘ von Aura sowie der geistesgestörte Dance-Kracher ‚Run away‘ der Sweet Brains – genau so muss es sich anfühlen, wenn man auf LSD im SEGA-Land in Gefangenschaft gerät. Den Vogel schießen jedoch die bereits beim letzten Mal angetretenen Switter Boys mit ihrem Discostampfer ‚Nice Ice‘ ab, für den mir echt die Worte fehlen. Das will ich in Wien hören und sehen! Wer nicht arbeiten muss und über genügend Leidensbereitschaft verfügt: das weißrussische Fernsehen streamt die Auditions live.


Drogenverherrlichung oder Skifahrlied? Die Switter Boys

2 Gedanken zu “Belarus 2015: Weiß, weiß, Baby

  1. Scheinbar wurden die russischen Zwillinge von diesem Jahr einfach umgefärbt und direkt nach Weißrussland verschifft. Die Stimmen klingen zumindest erschreckend danach und die beiden sehen auf dem Video-Bild auch irgendwie so aus… *very suspicious*

  2. Soso, das „Barbie-Girl“ lebt also jetzt in Weißrussland. Oder ist es von Lukaschenkos Männern entführt worden, weswegen sie jetzt wegrennen will? Und wird es am Ende sogar aufgefressen?

    Jedenfalls treibt es Weißrussland so richtig schön über die Spitze (genauso wie bei „Ice, ice, nice, nice“. 🙂

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