Jahr: 2015

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mund­ge­schäl­te Bana­nen aus Israel

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mund­ge­schäl­te Bana­nen aus Israel

Früher einmal stand das englische Wörtchen "gay" sowohl für "schwul", als auch - im Originalsinne - für "fröhlich". Das scheint lange her: mittlerweile hat sich bei vielen Berufshomos leider eine nervtötende Humorlosigkeit breit gemacht, wie sich am Beispiel der gerade laufenden israelischen Vorentscheidung Rising Star zeigt. Dort kam der junge Künstler Maor Gamliel eine Runde weiter, mit einem Song, der sich nach meinem Empfinden in freundschaftlich-neckender Weise über einen Schrankschwulen lustig macht. 'Moshiko', so der Name des titelgebenden Homos, "liebt Ärsche", "treibt keinen Sport", hält sich aber ständig im Umkleideraum auf, "lässt die Seife fallen", "schält Bananen mit dem Mund" und sollte…
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Fes­ti­va­li i Kën­gës 2015: Angriff der James-Bond-Borgs

Fes­ti­va­li i Kën­gës 2015: Angriff der James-Bond-Borgs

Drei Abende, dreißig Songs, gefühlte dreihundert Stunden voll zäher Moderation, zäherer Lieder und zähester Interval-Acts sowie ungefähr dreitausend Wiederholungen der selben drei Werbeclips liegen hinter uns. Mit anderen Worten: ein ganz normales Festivali i Këngës! Und auch wenn man gegen Ende des dreieinhalbstündigen Finales schon alle Hoffnungen hatte fahren lassen: zuletzt schaffte es die (nach wie vor allein abstimmungsberechtigte) albanische Jury doch, eine Siegerin zu küren und uns damit das erste Lied für den Eurovision Song Contest 2016 zu schenken! 'Përrallë' heißt es, - jawohl, mit gleich zwei Diakrit-ës, wir sind schließlich in Tirana! - was sich mit 'Märchen' übersetzt. Und…
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Go, wild Dan­ces: Kir­gi­si­en gewinnt die Türk­vi­zyon 2015

Go, wild Dan­ces: Kir­gi­si­en gewinnt die Türk­vi­zyon 2015

Die zentralasiatische Republik Kirgisien (andere Schreibung: Kirgisistan) gewann heute die dritte Ausgabe des in Istanbul ausgetragenen Song Contests der Turkvölker, der Türkvizyon. Jiidesh İdirisova, eine Art mongolischer Ruslana-Klon, überzeugte die Juroren mit einer starken Stimme, einer hoch energetischen Choreografie mit vielen lederbepackten Tänzern, kraftvollen Rhythmen und großzügig eingestreuten "Huh"s und "Ha"s. Also 'Wild Dances' (UA 2004) auf osmanisch. Derya Kaptan, die deutsche Vertreterin, erreichte mit einer etwas sperrigen Ballade in Angedenken an die Opfer eines unlängst in der Türkei stattgefundenen Terroranschlags einen achtbaren elften Platz und konnte sich zudem über einen Sonderpreis für den "anspruchsvollsten Beitrag" freuen. Gute drei Stunden dauerte die Show mit…
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Fei­len an der Punktepräsentation

Fei­len an der Punktepräsentation

Aufregung im Fanlager: wie Wiwibloggs unter Bezugnahme auf das schwedische Aftonbladet rapportiert, dauere dem ausführenden SVT-Produzenten Martin Österdahl das Punkteauszählverfahren zu lang und habe "eine Tendenz", zum Ende hin auszubluten. "Wir haben ein paar Ideen, wie wir es aufregender und stringenter gestalten könnten", so Österdahl gegenüber der Zeitung. Allerdings müsse man diese noch nicht weiter genannten Vorschläge zunächst mit der EBU bekakeln. Nun überschlagen sich die Fans natürlich bereits mit Spekulationen, in welcher Form die Schweden an der gut einstündigen Punktevergabe, für viele das Herzstück der Sendung, herumschnippeln könnten. Erinnerungen werden wach an das allgemeine Weltuntergangsgeschrei, als die EBU vor einigen…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Unan­ge­streng­tes aus Österreich

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Unan­ge­streng­tes aus Österreich

Dem ernüchternden Null-Punkte-Ergebnis der MakeMakes zum Trotze scheint der Eurovision Song Contest in unserem liebsten Nachbarland Österreich weiterhin hoch im Kurs zu stehen. So veranstaltet der ORF auf seiner Contest-Facebook-Seite heuer eine Wildcard-Vorrunde, und es kamen bislang einige überraschend gute Bewerbungen zusammen. Der Grazer Langhaarzottel Kevin Etheridge beispielsweise bringt uns mit 'Palmtrees on my Mind' mitten in der schlimmen Jahreszeit mittels Mandoline und Mundharmonika den Sommer zurück - sicher nicht das originellste Popstück aller Zeiten, dennoch macht es (mir) unweigerlich gute Laune. Merlin Miller reicht mit 'Moneypoliert' einen wegweisend guten Mix aus intelligent formulierter Gesellschaftskritik, treibenden Elektrobeats und rotzcooler Eingängigkeit ein:…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Geor­gi­en schickt männ­li­che Lolitas

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Geor­gi­en schickt männ­li­che Lolitas

Young Georgian Lolitaz, so nennt sich die aus mittelalten, halbverwilderten Herren bestehende Indie-Rock-Kapelle, welche die Georgier heuer zum Song Contest entsenden. Die von Frontmann Nika Kocharov geleitete Elektro-Alternative-Band steht allerdings bislang noch eigenen Beitrag da, der Sender GBP schreibt daher einen offenen Komponistenwettbewerb aus: bis 8. Januar noch können interessierte Songschreiber ihre Vorschläge nach Tiflis schicken. Und bevor Ralph Siegel auf dumme Ideen kommt: gesucht wird etwas mit der "melodischen Songstruktur des Alternative- oder Indie-Rock; mit elektronischen Beats, Synths oder Samples; und mit der Club-Orientierung der Post-Disco-Zeit". Was immer das sein mag. Zur Anregung kann man sich, wenn man über starke Gehörnerven verfügt, ja den…
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Türk­vi­zyon 2015: kei­ne Rus­sen – kein Semi

Türk­vi­zyon 2015: kei­ne Rus­sen – kein Semi

Nach dem Rückzug sämtlicher russischer Regionen von der diesjährigen Türkviyzon in Istanbul hat der veranstaltende Sender TMB das für Donnerstag geplante Semifinale gestrichen. Die verbliebenen 22 Teilnehmer/innen - wie schon bei der Premiere 2013 wird nun auch das völkerrechtlich umstrittene Kosovo wieder dabei sein - treten nun am kommenden Samstag direkt gegeneinander an, ohne Vordezimierung. Die Entscheidung überrascht ein wenig, schließlich nahmen in den beiden letzten Jahren auch ohne Boykott nur zwei bzw. drei Länder mehr teil, dennoch gab es jeweils eine Qualifikationsrunde, mit der die Zahl der Finalisten auf 12 bzw. 15 reduziert wurde. Allerdings drängte sich bereits da der Verdacht auf,…
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Ret­tet eine Dis­qua­li­fi­ka­ti­on die Schweiz?

Ret­tet eine Dis­qua­li­fi­ka­ti­on die Schweiz?

Unerhörtes trug sich heute in der Schweiz zu. Dort hatte, so viel kurz zur Vorgeschichte, am 6. Dezember 2015 die senderinterne Jury des deutschschweizerischen Senders SRF aus den wenigen Vorschlägen, welche die Internet-Vorrunde des dortigen Auswahlverfahrens überlebt hatten, die sechs Untauglichsten für das Finale am 13. Februar 2016 in Kreuzlingen herausgesucht. 'Holz vor dr Hüttn' von Platzhirsch, der einzige Song mit guten Chancen im internationalen Wettbewerb, blieb dabei natürlich auf der Strecke. Heute aber mussten die Züricher einen der ausgewählten Beiträge, 'Perché mi guardi cosi?' von Stéphanie Palazzo, disqualifizieren - die Dame hatte das Lied vor zwei Jahren bereits in einer französischen Fassung veröffentlicht.…
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Türk­vi­zyon 2015: Deutsch­lands bom­bi­ger Beitrag

Türk­vi­zyon 2015: Deutsch­lands bom­bi­ger Beitrag

Seit geraumer Zeit angekündigt, heute endlich enthüllt: 'Sessiz çığlık', der deutsche Beitrag zur Türkvizyon 2015, die in wenigen Tagen in Istanbul über die Bühne geht. Der Titel übersetzt sich mit 'Stummer Schrei', und wie die Interpretin Derya Kaptan dem NDR verriet, sei die dramatisch-flehende Ballade den Opfern eines Terroranschlags auf eine Demo in selbiger Metropole am 10. Oktober diesen Jahres gewidmet, der mindestens 30 Tote forderte. Die in Gütersloh geborene Sportlerin und Musicalsängerin, Schwester der großartigen Comedienne Meltem Kaptan, wird tänzerisch von dem Franzosen Joseph Simon unterstützt und von Serdar Yayla auf der Yaz begleitet. Volkan Gücer komponierte den etwas sperrigen, dennoch eindringlichen Song, der hier in…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mir schwant Übles

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mir schwant Übles

Am gestrigen Dienstag ging in Minsk der zweite Teil des Vorsingens für den Vorentscheid Weißrusslands über die Bühne. Noch einmal rund 30 Hoffnungslose präsentierten sich im Sendestudio von BTRC und bewiesen neben unterirdischen Englischkenntnissen und fragwürdigem Klamottengeschmack vor allem großes stimmliches Unvermögen. Oder hatte der Tontechniker einen schlechten Tag? Jedenfalls jaulte die große Mehrzahl der Bewerber/innen derartig schief, dass einem das Ohrenschmalz gerann. Wenig Ausbeute gab es diesmal für den Trashfreund, und so ist vor allem die Band Drozdy lobend hervorzuheben: ein Quartett junger Herren in schauderhaft gemusterten Leggings, die zu einem akkordeongetriebenen Turbofolkstampfer lustig über die Bühne hüpften. Wohl, um…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Zom­bies und Killer

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Zom­bies und Killer

Vergangenen Donnerstag fand in Minsk das erste Vorsingen für die weißrussische Vorentscheidung Natsyjanal'ny Adborachny statt. Sechzig der insgesamt 91 Hoffnungsfrohen stellten im steril ausgeleuchteten Sendestudio von BTRC ihre Beiträge vor. Der Rest folgt am kommenden Mittwoch, dann wählt die 19köpfige Jury maximal 15 Glückliche aus, die sich voraussichtlich am 15. Januar dem Urteil der Zuschauer/innen stellen dürfen - diesmal heißt es hundertprozentiges Televoting im demokratischen Vorzeigestaat Weißrussland. Allerdings könnten es angesichts des Aufgebotes auch nur fünf Finalisten werden, wie die BTRC-Vorentscheidungsverantwortliche Olga Schlager - doch, die heißt so, das habe ich mir nicht ausgedacht! - gegenüber escKaz sagte. Hat man…
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Russ­land ver­bie­tet sei­nen Regio­nen Türkvizyons-Teilnahme

Russ­land ver­bie­tet sei­nen Regio­nen Türkvizyons-Teilnahme

Der Abschuss eines russischen Kampfjets durch das türkische Militär am vergangenen Dienstag hat nun auch Auswirkungen auf die Ende Dezember in Istanbul stattfindende Türkvizyon. Neben den durch Kremlchef Putin verhängten wirtschaftlichen Sanktionen erreichte die russischen Teilrepubliken heute auch ein Telegramm des russischen Kultusminsteriums, in welchem von einer weiteren Zusammenarbeit mit der Organisation der Turkstaaten, Turksoy, welche die Türkvizyon organisiert, im Hinblick auf die angespannte politische Lage vorläufig dringend abgeraten werde. Die Republik Altai zog daraufhin ihre Teilnahme an der Türkvizyon 2015 zurück, wie Eurovoix berichtet. In Tatarstan, letztes Jahr noch Ausrichter des Wettbewerbs, rege sich hingegen Widerstand gegen die Anordnung aus Moskau.…
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In the Dis­co: Deen singt noch­mal für Bosnien

Gestern erst kam die so überraschende wie erfreuliche Ankündigung, dass das seit drei Jahren schmerzlich vermisste Land wieder mitmacht beim Eurovision Song Contest. Heute Abend verkündete das bosnische Fernsehen in einer live ausgestrahlten Pressekonferenz, wer sie vertritt. Wie schon in Mazedonien fiel die Wahl auf einen alten Bekannten: Fuad Backović, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Deen. Jawohl, das campe Duracell-Tanzhäschen, das uns 2004 'in die Disco' entführte und uns dort mit dem schwulsten Hüftschwung ever erquickte. Mittlerweile trägt er übrigens keine Stachelhaarfrisur mehr, sondern eine sexy Vollglatze. Deen wird begleitet von Dalal Midhat Talakić, einer wonneproppigen Sängerin mit beeindruckender Stimme, die auch…
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Fröh­li­ches Völ­ker­wür­feln bei der Türkvizyon

Fröh­li­ches Völ­ker­wür­feln bei der Türkvizyon

Und erneut ändert sich die Liste der teilnehmenden Nationen und Völker bei der dritten Ausgaben des osmanischen Eurovisions-Gegenentwurfs Türkvizyon. Diesmal aber nicht durch das tatsächliche Hinzustoßen oder Fernbleiben von Ländern, sondern durch simple Umetikettierung. Als neueste Partizipantin verkündete die offizielle Türkvizyons-Website gestern die Sängerin Zuleyha İlbakova, gebürtig aus Ufa, der Hauptstadt der russischen Republik Baschkortostan. Selbige verfügt mit Al-Salam allerdings bereits über einen Vertreter, und so geht die Tochter eines TV-Verantwortlichen für die Oblast Moskau ins Rennen - laut Eurovoix  verwendet Mütterchen Russland dieses Label, um Verwechslungen mit seinen zahlreich partizipierenden Teilrepubliken zu vermeiden. Übersichtlicher wird die Lage dadurch allerdings nicht, denn ursprünglich…
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ARD-Chef Her­res: Tho­mas Schrei­ber genießt mein vol­les Vertrauen

ARD-Chef Her­res: Tho­mas Schrei­ber genießt mein vol­les Vertrauen

Wie der Mediendienst DWDL berichtet, war das Xavier-Naidoo-Desaster heute Thema beim routinemäßigen Treffen der ARD-Intendanten. Bei der anschließenden Pressekonferenz sagte der Hamburger Anstaltsleiter Lutz Marmor: "Wir brauchen nicht drum herumreden: Der NDR hat mit der Nominierung von Xavier Naidoo einen Fehler gemacht." Der ARD-Programmdirektor Volker Herres, der am Sonntag nach dem Rückzug noch harsche öffentliche Kritik am NDR-Unterhaltungschef und ESC-Verantwortlichen Thomas Schreiber übte und sich weitmöglichst distanzierte, stellte sich heute demonstrativ hinter ihn und sagte: "Wo leidenschaftlich gearbeitet wird, geht auch mal was schief." Schreiber genieße weiterhin seine Wertschätzung und sein volles Vertrauen - wollen wir mal hoffen, dass das nicht auf…
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Bos­ni­en bestä­tigt für 2016

Ich hätte es nicht mehr geglaubt, freue mich aber um so mehr: das bosnische Fernsehen BHRT gab heute seine verbindliche Zusage für den Eurovision Song Contest 2016 bekannt. Man habe die Teilnahmegebühren zusammenkratzen können und einen Sponsoren gefunden, der die weiteren Koste abdecke und wolle sich jetzt auf die Suche nach einem geeigneten Repräsentanten machen. Eine nachträgliche Absage ist nun nur noch gegen Zahlung einer Vertragsstrafe möglich, daher dürfen wir wohl davon ausgehen, das exjugoslawische Land in Stockholm begrüßen zu dürfen. Erste Gerüchte besagen, dass wir den bosnischen Vertreter bereits morgen erfahren, es also eine interne Entscheidung gebe. Jedenfalls bin ich sehr,…
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Die Schwei­zer haben Holz vor der Hütte

Eine Runde weiter ist man beim kompliziertesten Vorentscheidungsverfahren der Welt, in der Schweiz. Dort haben die User/innen in der Internet-Vorauswahl der Deutschschweiz abgestimmt, anschließend hat die senderinterne Jury das Ergebnis nach eigenem Gusto korrigiert. Zehn Titel kamen weiter, darunter zu meinem großen Erstaunen sogar ein brauchbarer: der Aprés-Ski-Kracher 'Holz vor dr Hütta' des Gaudi-Kollektivs Platzhirsch rund um Rapper Gimma, meines Erachtens der einzige Song, mit dem die Eidgenossen auf internationaler Bühne für Aufsehen sorgen könnten. Ausgesiebt wurden erwartungsgemäß alle wirklich großartigen Knüller wie Inge Ginsberg und die 'Trümmer'. In die Kategorie "nett" fällt die lieblich plätschernde Country-Banjo-Weise 'Ooops' von Sunada. Chancen beim…
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Türk­vi­zyon 2015: Na und?

Türk­vi­zyon 2015: Na und?

Etwas Erholung vom heimischen Eurovisionsdrama um Xavier Naidoo gefällig? Dann werfen wir doch mal einen kurzen Blick auf die Türkvizyon, die Ende Dezember in Istanbul über die Bühne geht. Dort hat sich die Teilnehmerzahl mittlerweile auf 30 erhöht. Wie Eurovoix berichtete, gab der serbische Sänger Almedin Varosanin bekannt, sein Land beim Gesangswettbewerb der Turkvölker zu vertreten. Augenscheinlich kann man dort auf Zuruf mitmachen. Schon länger gesetzt ist der bosnische Vertreter Adis Škaljo. Sein Beitrag 'Pa šta' (Nein, es geht nicht um leckere Nudeln, das heißt auf Deutsch: 'Na und') wurde heute veröffentlicht und verstärkt die Trauer darüber, dass das Land beim Eurovision…
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Abschied neh­men: Naidoo darf doch nicht für Deutsch­land singen

Abschied neh­men: Naidoo darf doch nicht für Deutsch­land singen

Das hat es in der ESC-Geschichte auch noch nicht gegeben: nach nur zweitägigem öffentlichen Shitstorm gegen die erst am Donnerstag verkündete Direktnominierung von Xavier Naidoo als deutschen Vertreter beim Eurovision Song Contest 2016 zieht der NDR seinen Vorschlag zurück. Man habe "die Wucht der Reaktionen" unterschätzt, so Thomas Schreiber in einer Presseerklärung. "Die laufenden Diskussionen könnten dem ESC ernsthaft schaden. Aus diesem Grund wird Xavier Naidoo nicht für Deutschland starten." Schreiber hält aber daran fest, dass Naidoo "ein herausragender Sänger" sei, "der nach meiner Überzeugung weder Rassist noch homophob ist." Trotz zahlreicher Solidaritätsadressen seiner Sangeskollegen ebbte die Kritik an der Wahl…
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Herr, steh uns bei: der Got­tes­säus­ler singt für Deutschland

Herr, steh uns bei: der Got­tes­säus­ler singt für Deutschland

Es ist, das muss man dem NDR lassen, ein Knaller, mit dem (trotz entsprechender Vorankündigung) niemand ernsthaft gerechnet hat: Xavier Naidoo vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016. Der Sohn Mannheims, fraglos ein Hit-Gigant und seit knapp zwanzig Jahren überaus erfolgreich im Geschäft, wurde vom Sender direkt nominiert. Einen Vorentscheid gibt es dennoch: in der Show Unser Song für Xavier sollen am 18. Februar 2016 sechs Titel präsentiert werden, unter denen sich die Zuschauer/innen entscheiden können. Hierfür sind laut NDR "einige der renommiertesten deutschen Komponisten und Produzenten" als Materiallieferanten angefragt, Naidoo und eine sechsköpfige Jury suchen am 15. Dezember unter den Einsendungen…
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Oh oh-uh-oh oh: Öster­reich ver­gibt Facebook-Wildcard

Wie Eurovision Austria heute unter Bezugnahme auf den ORF vermeldet, hat der Wiener Sender seine Pläne für den Vorentscheid für Stockholm konkretisiert: am 12. Februar geht die TV-Show mit dem schönen Namen "Wer singt für Österreich?" über die Antenne. Neun Teilnehmer/innen sucht eine ORF-Jury um den Austropop-Mann Eberhard Forcher heraus. Der gründete vor einem Jahr den mittlerweile mit dem Amadeus Music Award ausgezeichneten Youtube-Kanal Austrozone, über den er "die Vielfalt und Streuung" der aktuellen österreichischen Musikszene, für die auf den "herkömmlichen Musikspielflächen" kein ausreichender Raum sei, einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren will und jede Woche neue Acts vorstellt. Mit etlichen davon…
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Tonight again: Aus­tra­li­en auch 2016 dabei

Das kam ja nun wirklich nicht überraschend: wie heute früh offiziell verkündet wurde, nimmt der australische Sender SBS auch beim 61. Eurovision Song Contest in Stockholm teil. Damit findet das von Anfang an durchschaubare und unwürdige Rumgeeiere um das angeblich "einmalige" Event zum Anlass des 60. Jubiläumscontests endlich ein Ende. Obwohl, so ganz auch nicht: laut NDR lege die EBU Wert auf die Feststellung, dass damit keine Entscheidung über die dauerhafte Partizipation des südpazifischen Kontinents getroffen sei. Oh bitte...! Diesmal immerhin müssen die Aussies durch die Qualifikationsrunde: aus den Big Five werden also wohl keine Big Six werden. Wenn das…
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Türk­vi­zyon 2015: Kumy­ken kom­men, sin­gen, siegen

Türk­vi­zyon 2015: Kumy­ken kom­men, sin­gen, siegen

Ach, der unschuldige Zauber, der allem Neubeginn so innewohnt! Erstmalig nimmt in diesem Jahr die turksprachige Volksgruppe der Kumyken an der Türkvizyon teil. Die rund eine halbe Million Menschen starke Ethnie siedelt in Dagestan, am nordöstlichen Rand des Kaukasus. Die Kulturorganisation Qumuqlar, die sich laut Eigenschreibung für den Schutz der kumykischen Sprache einsetzt, rief heute zum Vorentscheid für den Wettbewerb - und genau drei junge Sängerinnen erschienen, wie Eurovoix berichtet: Gulmira, Fatima und Kamilya. Da man sich nicht zwischen ihnen entscheiden konnte, fahren sie nun als nachnamenloses Trio nach Istanbul und werden dort den eigens komponierten Song 'Alğa!' ('Vorwärts!', Lied und…
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Türk­vi­zyon 2015: Remis in Tatarstan

Türk­vi­zyon 2015: Remis in Tatarstan

Ohne Ergebnis endete gestern Abend die tatarische Vorentscheidung zur Türkvizyon 2015 in Istanbul. Wie Eurovoix berichtet, gab es nach Abgabe der Juryvoten einen Punktegleichstand zwischen den beiden Erstplatzierten, llnar Miranov und Yamle Qizlar. Da man in der russischen Teilrepublik, die letztes Jahr den Event selbst ausrichtete, auf so einen Fall offenbar nicht vorbereitet war, vertagte man die Entscheidung, wer nun die tatarische Flagge vertreten darf. Wie Eurovoix von der Juryvorsitzenden Venera Ganieva erfuhr, will man "in einigen Tagen" (böse Zungen könnten sagen: wenn die Beiden genügend Zeit hatten, das nötige Bakschisch zusammen zu bekommen) eine erneute Vorentscheidung durchführen und sich dann zwischen Ilnar und…
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Jan Ola Sand: “41 Län­der beim ESC 2016”

Auf einer Pressekonferenz der EBU sagte der ausführende Produzent des Eurovision Song 2016, Jan Ola Sand, heute, dass in Stockholm "41 TV-Stationen" (sprich: Länder) teilnehmen werden. Nun gehen überall die Spekulationen los, denn offiziell zugesagt haben - jedenfalls nach meiner Zählung - derzeit erst 37 Nationen. Zusammen mit all jenen Ländern, die sich bereits vorläufig auf die Liste haben setzen lassen oder Interesse bekundeten, kommt man aber in der Tat auf 41. Was bedeuten würde, dass Australien (wir erinnern uns: der von Europa aus auf der anderen Seite des Globus liegende Kontinent durfte die Wien anlässlich des Jubiläumsjahrgangs angeblich "einmalig" gastieren)…
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