ESC 2015: Georgien erklärt Malta den Krieg

2015 wird wohl ein kämpferisches Jahr, zumindest beim Eurovision Song Contest: nach Malta schickt nun auch Georgien eine gesungene Kriegserklärung gen Wien. Und nicht nur die Songtitel (‚Warrior‘ [‚Kriegerin‘]) gleichen sich wie ein Ei dem anderen: in beiden Fällen intoniert jeweils eine einzelne, offenbar sehr schlecht gelaunte, böse dreinblickende, im schwarzen Lederdress gekleidete Frau mit langen schwarzen Haaren den äußerst düsteren, unmelodischen Kampfgesang. Wer von den Beiden wird also die unausweichliche offene Konfrontation gewinnen? Amber Bodin (MT) wirft zwar ein höheres Kampfgewicht in die Waagschale, dafür aber verfügt Nina Sublatti (GE) über den deutlich giftigeren Blick, die eindringlichere Stimme, die angsteinflößendere Kriegsbemalung, das aggressivere Auftreten sowie das uptemporärere und etwas eingängigere Lied (soll heißen: bei ihr lässt sich so etwas wie eine Melodieführung zumindest leise erahnen, während Amber einfach nur zu einem kakophonen Soundbrei wirr vor sich hin brüllt). Kann sie ihre Konkurrentin also in Grund und Boden singen?


Der möchte man nicht in Tiflis‘ dunklen Ecken begegnen: Nina Sublatti

Oder kommt es in Wien gar zum Catfight zwischen den beiden Amazonen – und falls ja, mit welchen Mitteln wird er ausgetragen? Einen Anstarrwettbewerb gewänne Nina aus dem Stand, persönlich würde ich mich noch mehr über einen Ringkampf im Seerosenteich à la Denver Clan freuen! Frau Sublatti (bürgerlich Sulaberidze), die Alexis Carrington-Colby in obigem Szenario, gewann gestern Mittag – während der nicht kriegerische Teil Europas fleißig die Teilnehmerliste des deutschen Vorentscheids studierte – in Georgien gegen vier nicht weiter erwähnenswerte Konkurrent/innen. Sie setzte sich mit ihrem selbst komponierten Lied sowohl im seit Silvester laufenden Televoting als auch bei der fünfköpfigen, internationalen Jury – darunter Eurovisionssiegerin Emmelie de Forrest (DK 2013), Schwedenschlagerschreiber Thomas G:sson und der deutsche OGAEer Marco Brey – mit großem Vorsprung durch.

Auch Malta wandelt auf Kriegspfaden: kommt es zum Catfight mit Amber?

2015 geht damit in die Eurovisionsgeschichtsschreibung ein: als das erste Jahr, in dem zwei Beiträge mit dem exakt gleichen Titel antreten. 2001 kam mit ‚Out on my own‘ (NO) und ‚On my own‘ (NL) schon nahe dran und konnte mit der niederländischen und der deutschen Michelle zudem zwei Sängerinnen gleichen Namens aufweisen. In der letzten Zeit häuften sich dann in dramatischer Weise Wettbewerbsbeiträge mit dem Titel ‚Shine‘, jedoch niemals im gleichen, sondern stets in aufeinanderfolgenden Jahren. Einen so direkten Zweikampf gab es bislang also noch nicht. Bedenkt man, dass auch Marco Mengoni (IT 2013) gerade eine neue Single namens ‚Guerriero‘ (‚Krieger‘) am Start hat, kann einem allerdings im Hinblick auf das friedliche Zusammenleben der europäischen Völker etwas bange werden…

http://dai.ly/x2blmya

Make Love, not War: mit Marco besonders gerne!

Was denkst Du: wer gewinnt den Kampf der Kriegerinnen?

  • Ganz klar Georgien. (43%, 22 Votes)
  • Auf jeden Fall Malta. (29%, 15 Votes)
  • Natürlich Italien! (27%, 14 Votes)

Total Voters: 51

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1 Gedanke zu “ESC 2015: Georgien erklärt Malta den Krieg

  1. Sehr schwer zu entscheiden, welches von diesen beiden „Liedern“ ich weniger schlimm finden soll. Die Chancen stehen gut, dass beides im Semi hängen bleibt.

Oder was denkst Du?