Spa­ni­en 2015: Edur­ne und der “Qua­li­täts-Pop”

Noch nach­zu­rei­chen gilt es die eben­falls ges­tern vom Sen­der TVE annon­cier­te spa­ni­sche Ver­tre­te­rin: die 29jährige Edur­ne Gar­cía Alma­gro, die nur unter ihrem Vor­na­men auf­tritt, soll die ibe­ri­schen Far­ben in Wien ver­tre­ten. Bekannt­heit erlang­te sie durch die Cas­ting­show Ope­ra­ción Tri­unfo, aus der 2002 Rosa López her­vor­ging, deren Fans damals sämt­li­che Euro­vi­si­ons­fo­ren troll­ten. 2005, als Edur­ne teil­nahm, wur­de die Show aber schon nicht mehr als Vor­ent­schei­dungs­for­mat genutzt. Mit Auf­trit­ten in wei­te­ren TV-For­ma­ten wie You can dance, einer Dai­ly Soap sowie der Haupt­rol­le im Musi­cal Grea­se sicher­te sich die schwer­punkt­mä­ßig in tanz­ba­rem Pop machen­de Sän­ge­rin seit­her durch­ge­hen­de Prä­senz. Ihr eben­falls uptem­po­rä­rer, noch nicht ver­öf­fent­lich­ter Euro­vi­si­ons­bei­trag heißt ‘Ama­n­e­cer’ und stammt laut ESC Nati­on erneut aus schwe­di­scher Feder (G:son und Boström), soll aber auf spa­nisch gesun­gen wer­den. In der gest­ri­gen Pres­se­kon­fe­renz sei­en die Wor­te “anders als alles, was bis­her aus Spa­ni­en kam” sowie “Qua­li­täts­pop” gefal­len. Ich bin gespannt!


Spa­ni­scher Qua­li­täts­pop im Kylie-Sound: Edur­ne

Geschmack hat die aus Madrid Stam­men­de jeden­falls: sie ist, wie der NDR zu klat­schen weiß, mit dem spa­ni­schen Fuß­bal­ler David de Gea liiert, der für Man­ches­ter United das Tor hütet – und dabei ver­dammt gut aus­sieht. Den darf sie ger­ne nach Wien mit­brin­gen! Auch Edur­ne ist ein Hüb­sche und bewegt sich zudem geschmei­dig. Ihr Auf­tritt als Con­chi­ta Bau­tis­ta (ES 1961, 1965) in der spa­ni­schen TV-Show Tu cara me suena (Sing wie Dein Star) zeig­te aller­dings auch, dass sie in Sachen Aus­strah­lung der ers­ten ibe­ri­schen Euro­vi­si­ons­ver­tre­te­rin nicht das Was­ser rei­chen kann. Und wo ich gera­de beim (nach-)reichen bin: hier noch ein Kes­sel Bun­tes mit lie­gen­ge­blie­be­nen Mel­dun­gen der ver­gan­ge­nen Wochen, die zu scha­de sind, sie nicht zu ver­blog­gen. So ist zu berich­ten, dass Caro­lin For­ten­ba­cher (DVE 2008) nach einer Feu­ers­brunst in ihrem Ham­bur­ger Wohn­haus wohl nicht vor April in ihre kom­plett aus­ge­brann­te Bude zurück­keh­ren kann. Auf der Stra­ße leben muss sie aber nicht: der Ver­mie­ter hat sie stan­des­ge­mäß ‘Hin­term Hori­zont’ unter­ge­bracht.

Mit dem Ver­gleich tat sie sich kei­nen Gefal­len: Edur­ne als Con­chi­ta I

Im litaui­schen Vor­ent­schei­dungs­ma­ra­thon schmiss es am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de die Boy­band Rol­li­kai, drei ganz schmu­cke, täto­wier­te jun­ge Män­ner in Leder­ja­cken, die sich an einer furcht­ba­ren Rock’n’Roll-Version des J-Lo-Titels ‘Let’s get loud’ ver­ho­ben. Die wich­ti­ge Nach­richt: Vai­das Baumi­la (VE LT 2014) ist noch drin! Bis die ver­blie­be­nen Fina­lis­ten sich einen der bereits fest­ste­hen­den zwölf Wett­be­werbs­ti­tel kral­len dür­fen – dar­un­ter ein Song namens ‘Es tut mir nicht leid’ (auf deutsch, wirk­lich!) – dau­ert es aber noch ein biss­chen. Neben­an, in Lett­land, ste­hen unter­des­sen die 20 Kon­kur­ren­ten der Super­no­va fest, die mir aller­dings wenig sagen. Bis auf Mar­kus Riva, der letz­tes Jahr mit ‘Lights on’ einen wun­der­bar bil­li­gen Dis­co-Smas­her zum Vor­ent­scheid brach­te und einen begrü­ßens­wer­ten Hang zum Blank­zie­hen zeigt. Regí­na Ósk, 2008 Part der fan­tas­ti­schen Euro­band und Befür­wor­te­rin einer kom­po­si­to­ri­schen Frau­en­quo­te, ist die bekann­tes­te Teil­neh­me­rin beim islän­di­schen Söng­vakepp­nin 2015. An ihrem Bei­trag ‘Ald­rei Of Seint’ schrieb sie mit, mal schau­en, wie weit sie kommt. Am 31. Janu­ar läuft dort das ers­te von zwei Semis, das Fina­le folgt am 14. Febru­ar.

Laut allei­ne genügt nicht: Rol­li­kai sind drau­ßen (LV)

Kom­po­nis­ten­zen­trier­te Vor­ent­schei­de fah­ren die­ses Jahr die Repu­bli­ken Tsche­chi­en und Ser­bi­en. Letz­te­res Land setzt auf Num­mer Sicher und beauf­trag­te Vla­di­mir Graić, den Schöp­fer des ser­bi­schen Sie­ger­songs ‘Molit­va’ (2007), drei Titel für einen Mini-Vor­ent­scheid zu schrei­ben, der Mit­te Febru­ar statt­fin­den soll (wie wäre es lang­sam mal mit einem kon­kre­ten Ter­min?). Die Interpret/innen sind auch gefun­denDani­ca Krstić, Sie­ge­rin eines von Graić gelei­te­ten Nach­wuchs­wett­be­wer­bes, sowie die eta­blier­ten Namen Boja­na Sta­men­ov und Alek­sa Jelić. Die Ver­mu­tung liegt nahe, dass wir mit einer herz­schmer­zi­gen Bal­kan-Bal­la­de rech­nen dür­fen. Hur­ra! Etwas kom­pli­zier­ter machen es die Tsche­chen: dort liegt es in der Hand des vor allem für Film­mu­sik bekann­ten Song­schrei­bers Ondřej Souk­up, einen geeig­ne­ten Bei­trag zu zau­bern. Souk­up, der laut Wiki­pe­dia auch schon für Karel Gott (AT 1968) kom­po­nier­te, ist beauf­tragt, drei Titel ein­zu­rei­chen, aus dem das Staats­fern­se­hen ČT einen aus­wäh­len will, um ihm einem Inter­pre­ten sei­ner Wahl anzu­ver­trau­en. Der Kom­po­nist darf aber auch Kol­le­gen zur Abga­be von Kon­kur­renz­ti­teln auf­for­dern (war­um auch immer er das tun soll­te?) und aus sei­ner Sicht geeig­ne­te Sänger/innen kon­tak­tie­ren. Bis März soll so ein Lied gefun­den sein, das die tsche­chi­sche Serie als erfolg­lo­ses­tes Euro­vi­si­ons­land been­det.

Irgend­was sagt mir, dass Ser­bi­en kei­nen Dance-Titel schickt

Acht Par­ti­zi­pan­ten tre­ten bei der slo­we­ni­schen EMA am 28. Febru­ar gegen­ein­an­der an. Bekann­tes­ter Name hier: Mar­ti­na Majer­le, die Front­sän­ge­rin von Quar­tis­si­mo (SI 2009), die sich beim Euro­vi­si­ons­auf­tritt eine geschla­ge­ne Minu­te hin­ter einer Schäm­wand ver­steck­te – und als sie anfing, zu sin­gen, wuss­te man auch, war­um! Wie Euro­fire weiß, schreibt Andrej Babić ihren Titel. Ohne auch nur einen ein­zi­gen Song gehört zu haben, ist mei­ne aktu­el­le Favo­ri­tin aller­dings die Cas­ting­show-Else Jana Šuš­teršič, natür­lich wegen der vie­len Hat­scheks (der Häk­chen) auf ihrem Namen, mit denen sie die bis­lang regie­ren­de diakri­ti­sche Köni­gin Nina Žižić (ME 2013) ablö­sen könn­te, so sie es denn nach Wien schafft. Die öster­rei­chi­sche Metro­po­le zeigt sich unter­des­sen bereits im Euro­vi­si­ons­fie­ber: noch im alten Jahr stell­te man dort eine eigens im Song-Con­test-Design bemal­te Stra­ßen­bahn (oder in Lan­des­spra­che: “Bim”) vor, die nun, täg­lich durch die Stadt rol­lend, die Wie­ner auf das Event ein­stim­men soll. Seit einer Woche zählt zudem eine acht Meter hohe Säu­le auf dem Rat­haus­platz die ver­blei­ben­den Tage und Stun­den bis zum Fest aller Fes­te. Und ab Sams­tag berich­tet der ORF wöchent­lich im fünf­mi­nü­ti­gen TV-Maga­zin Vien­na cal­ling von den Vor­be­rei­tun­gen auf die Show. So gehört das!

Der Auf­tritt über­zeugt nicht, der Name schon!

1 Gedanke zu “Spa­ni­en 2015: Edur­ne und der “Qua­li­täts-Pop”

  1. Was Ser­bi­en angeht, ist mei­ne Erwar­tungs­hal­tun­ge her nied­rig. Schon die ers­te Molit­va-Kopie für die jun­ge Slo­we­nin ist vor ein paar Jah­ren beim ESC gefloppt.

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